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Der Schattengänger

Der Schattengänger

Thriller

von Monika Feth

Taschenbuch
413 Seiten; 183 mm x 173 mm; ab 14 Jahre
Sprache Deutsch
2009 cbt
ISBN 978-3-570-30393-1
KNV-Titelnr.: 21104674

Besprechung

Ich liebe dich ... Ich brauche dich ... Ich werde dich kriegen! Jettes Mutter, die Bestsellerautorin Imke Thalheim, wird von einem Stalker verfolgt, der besessen von ihren Krimis ist. Er schreibt ihr Briefe, terrorisiert sie mit Telefonanrufen und bricht schließlich in ihr Haus ein. Als sie sich ihm entzieht und für ihn unauffindbar ist, sucht er die Nähe zu Jette und gewinnt deren Vertrauen. Jette ahnt nicht, dass sie sich damit in tödliche Gefahr begibt ... Jettes Mutter wird von einem Stalker verfolgt. Ein Unbekannter ist besessen, zunächst von den Romanen der Bestsellerautorin, dann zunehmend von ihr als Person. Seine Grenzüberschreitungen steigern sich immer mehr: Hatte Imke Thalheim zunächst Briefe von dem Fremden erhalten, verfolgt er sie jetzt wie ein Schatten, und er terrorisiert sie mit Telefonanrufen. Eines Tages dringt der unheimliche Unbekannte sogar in ihr Haus ein und verteilt in ihrem Arbeitszimmer rote Blütenblätter verteilt, auf denen kleine Zettel mit einem einzigen Wort gepint sind: "Du". Auf Anraten von Kommissar Melzig und Imkes Lebensgefährten Tilo packt sie schließlich heimlich die Koffer und reist in ein Hotel im Sauerland, wo sie an ihrem neuen Roman arbeitet. Jette hingegen schwebt auf Wolke Sieben: Sie und Merle haben ihr Traumdomizil gefunden - einen alten, renovierungsbedürftigen Bauernhof am Rande der Stadt. Und nicht nur das: Zum ersten Mal seit den schrecklichen Ereignissen um den Tod ihrer Freundin Caro hat sich Jette verliebt, und zwar in Luke, der bei der Maklerin jobbt, über die sie das Häuschen gefunden haben. Schmetterlingsgefühle breiten sich in Jette aus. Leise Zweifel an Luke, der mit allem Persönlichen hinter dem Berg hält und sich so gar nicht einfangen lassen mag, versucht sie zu verdrängen. Dann aber holt die Wirklichkeit sie ein: Der Stalker hat inzwischen erkannt, dass Imke Thalheim sich ihm entzogen hat. Er bricht erneut in ihr Haus ein und tötet dabei die zufällig anwesende Putzfrau. Jette findet die Ermordete noch am selben Tag, als sie alte Umzugskisten bei ihrer Mutter holen will. Die Polizei beginnt zu ermitteln und warnt Jette: Der Stalker ist hoch gefährlich und könnte auch sie bereits im Visier haben ...

Textauszug

Er blieb ein paar Sekunden reglos sitzen, bevor er die DVD herauszog und den Fernseher ausschaltete. Die pl tzliche Stille lie seine Haut kribbeln und machte ihm erst richtig bewusst, was er da eben erlebt hatte.
Er hatte sie gesehen.
Geh rt.
Beinah sogar gef hlt.
Sie war ihm so nah gewesen, dass er gemeint hatte, ihren Atem zu sp ren. Er war z lich mit der Hand ber den Bildschirm gefahren. Nicht mehr lange, und er w rde ihr von Angesicht zu Angesicht gegen berstehen.
Er schob die DVD in ihre H ll e zur ck und stellte sie zu den anderen, die ordentlich in einem eigens daf r angeschafften St er untergebracht waren. Dann ging er in sein Arbeitszimmer, setzte sich an den Schreibtisch und schaltete den Laptop ein.
In der Nacht. Rastlos unter deinem Fenster. Stumm. Aber deine Worte IN MIR! K ss mich und liebe den Schatteng er.
Etwas bewegte sich am Fu der Schreibtischlampe. Eine winzig kleine pechschwarze Spinne. Interessiert beugte er sich vor. Stupste sie mit dem Zeigefinger an. Blitzschnell zog sie sich zusammen, stellte sich tot. Er hatte nicht gewusst, dass Spinnen sich so verhalten. Er wusste berhaupt wenig ber Spinnen. Und in diesem Moment wurde ihm klar, dass er sie nicht ausstehen konnte. Er zerdr ckte sie mit dem Daumen. Wischte sich die Hand an der Hose ab. K ss mich und liebe.
Wie sch n das klang. Wie z lich. Und bald schon w rden seine Tr e wahr werden. Bald.

Sie trug die Post in den Wintergarten und machte es sich in einem der Korbsessel bequem. Rechnungen, die Vertr f r die n sten beiden B cher, die Einladung zur Teilnahme an einem Krimifestival, ein Schwung von Rezensionen und jede Menge Werbung.
Als Letztes hielt sie einen edlen Briefumschlag aus elfenbeinfarbenem B ttenpapier in den H en, den ihr Verlag an sie weitergeleitet hatte. Imke Thalheim.
Noch nie hatte sie ihren Namen so kunstvoll geschrieben gesehen. Jeder Buchstabe war ein kleines Wunderwerk der Kalligrafie. Imke ffnete den Umschlag, indem sie den Zeigefinger zwischen Klebefl e und oberen Rand schob, zog den Brief heraus und faltete ihn auseinander. Ich liebe dich. Ich brauche dich. Ich werde dich kriegen.
Darunter, wie ein Siegel aus br lichem Rot, ein walnussgro r Fleck aus einer getrockneten Substanz.
Imke erstarrte. Es war nicht n tig, den Fleck analysieren zu lassen. Sie war sich sicher, dass er aus Blut bestand. Der Verfasser dieses Briefs hatte statt einer Unterschrift Blut auf das Papier tropfen lassen.
Angewidert warf sie Brief und Umschlag auf den Tisch. Sie hatte das Bed rfnis, sich die H e abzuschrubben, aber sie konnte sich nicht bewegen. Ekel, Wut und Furcht l t en sie.
Sie sch ttelte den Kopf. Wie oft schon hatte sie Post von wildfremden Menschen bekommen, die in ihrem Bed rfnis nach Mitteilsamkeit und ihrem Wunsch nach N eine Grenze berschritten hatten. Wie oft hatte sie versucht, bizarre, befremdliche Gedankeng e nachzuvollziehen, die ihr ungefragt zugeschickt worden waren. Auch das geh rte doch zu ihrem Alltag.
Warum jetzt diese heftige Reaktion?
Sie berwand sich, hob das Papier mit spitzen Fingern auf, faltete es zusammen und schob es in den Umschlag zur ck. M hsam erhob sie sich und legte den Brief auf die Konsole in der Hall e, um ihn sp r Tilo zu zeigen. Dann ging sie in die K che, sch te sich die H e mit Sp lmittel ein, bearbeitete sie mit der B rste, bis die Haut brannte, und hielt sie danach minutenlang unter den klaren, k hl en Wasserstrahl. Ganz allm ich f hlte sie sich besser.
Mit einem extra starken Kaffee kehrte sie in den Wintergarten zur ck, ffnete die Terrassent r und trat in den Garten hinaus. F r Anfang M war es schon recht warm. Die letzten Krokusse leuchteten im Gras und im Unterholz. Die Narzissen, die sich ber die Jahre ungest rt vermehrt hatten, strahlten wie Hunderte kleiner Sonnen. Weit und blau spannte sich der Himmel ber dem Land.
Doch das Licht hatte urpl tzlich an W e verloren.
Ich liebe dich

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Feth, Monika
Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Altersgruppen schreibt. Der sensationelle Erfolg der »Erdbeerpflücker«-Thriller machte sie weit über die Grenzen des Jugendbuchs hinaus bekannt. Ihre Bücher wurden in mehr als 24 Sprachen übersetzt.