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Gerade gelesen

In „Herbert Tichy. Das Leben als Reise“ kommen viele Menschen zu Wort, denen Herbert Tichy nahe stand, und zeichnen mit sehr persönlichen Beschreibungen den Abschnitt der „Reise“ nach, den sie mit Tichy teilten.
Der Biograph Ulrich Wörz entwirft „ein Lebensbild“ von Herbert Tichy und spickt es mit vielen Zitaten aus dessen Büchern. Neben seinen Reise- und Expeditionsbeschreibungen beeindruckt mich dabei vor allem das spirituelle Erleben Tichys: „Berge sind für mich (…) nicht abstrakte Ziele, an denen man seine technischen Fähigkeiten und seine persönliche Leistungskraft beweisen kann, sondern nur Teile jener großen Welt, in der ich mich so wohl fühle. Ich habe Gipfel geliebt wie ich einzelne Menschen liebte, als gleichwertige Teile eines größeren Ganzen.“

Schmunzeln lässt mich immer wieder Tichys feinsinniger Humor, der gewürzt ist mit einer Prise Selbstironie. Vor der Besteigung des Cho Oyu schreibt er: „Da ich trotz meiner im Allgemeinen guten Gesundheit viel rauche und gerne trinke, waren wir eine recht hoffnungslose Mannschaft.“ Hinter dieser Koketterie steckt aber eine eiserne Willenskraft, die ihn trotz erfrorener Hände zum Gipfel zieht: „Höher und höher. Wir sind wie willenlose Maschinen, die nichts anderes können als weitergehen. Oder sind wir vielleicht nur der Wille, der hinauf muss und den Körper weiter zwingt.“

Doch viel mehr als seine bergsteigerischen Leistungen fesseln mich die Einblicke in den Charakter Tichys, die das Buch bietet: Die tragische Zerrissenheit des Reisenden, der Nähe geben und empfinden, doch nie lange bleiben kann, und der doch von den Menschen, die sein Leben begleiten, und zu denen er immer wieder heimkehrt, geliebt wird. Sein „Wahlsohn“ Hannes Pflaum beschreibt dies im Kapitel „Wahlverwandtschaft“ auf sehr liebevolle, persönliche Weise.

Spritzig zu lesen finde ich die Erzählung von Susanne Hochwälder, die Tichy Mitte der 1950er-Jahre als junges Mädchen kennen lernte. Susanne Hochwälder stellte Tichy dem Dramatiker Fritz Hochwälder vor, was schließlich zu „einer lebenslangen Freundschaft zu dritt“ führte. Hochwälder schildert die unkonventionelle Freundschaft und das innige Verhältnis beider Männer zu ihr derart erfrischend, dass man bei dieser „Menage à trois“ gerne „Mäuschen“ gewesen wäre!

Mein Fazit: Das Buch ist eine sehr persönliche Annäherung an den Menschen Herbert Tichy und hat es geschafft, mich von Seite zu Seite mehr in seinen Bann zu ziehen. Ich nehme Herbert Tichy in meine persönliche Liste von „Menschen, die ich gerne kennen gelernt hätte“ auf und hoffe, es geht Euch nach der Lektüre ebenso!
 

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