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  • Tiefe Stille von Susanne Rößner

    Maria Wagner, Leon Trattner und Christof Bichler errangen die ersten drei Plätze einer Rallye im Zuge der Landesmeisterschaften des Krimiklubs. Als Belohnung winkt eine aufregende Reise ins bayerische Oberland, wo sie auf einer Alm wohnen und einen imaginären Fall lösen dürfen. Gleich zu Beginn gibt es einige Hindernisse zu überwinden, und die Teilnehmer ahnen nicht, wie viel Aufregung ihnen auf dieser Reise tatsächlich noch bevorsteht. Denn nach Untersuchung der ersten Spuren an einem vermeintlich fiktiven Tatort werden sie bald mit der furchtbare Realität konfrontiert: es gab einen Toten, eine furchtbare Explosion, und aus dem interessanten Hobby wird schnell tödlicher Ernst. Denn irgendjemand hat es auch auf die Mitglieder der Krimirallye abgesehen.

    Kriminalhauptkommissar Lukas Zieringer hat sich aufgrund eines traumatischen Ereignisses von München in die Provinz versetzen lassen. Im vermeintlich ruhigen, geruhsamen Umfeld vertieft er sich in die Akten seines Vorgängers, der einem Drogenhandel auf der Spur war. Als von einem Wanderer eine nicht identifizierte Leiche mit Kopfschuss gefunden wird und noch dazu Zieringers Tante Maria Wagner in den Fall involviert scheint, überschlagen sich die Ereignisse. Aus Amateur-Ermittlern werden Gejagte, und die Polizei ermittelt bald in alle Richtungen. Ein aufregender Fall scheint auf ein turbulentes Finale hinzuführen…

    Susanne Rößners Prolog mit einer in völliger Dunkelheit isolierten Frau, die am Verhungern und Verdursten ist, lässt bereits ein wenig von den schrecklichen Ereignissen dieser Krimihandlung erahnen. Ihre Protagonistin Maria Wagner ist eine fünfzigjährige Witwe mit kriminalistischem Spürsinn, die den jugendlichen zweiten Gewinner Leon unter ihre Fittiche nimmt. Die beiden profitieren voneinander: während Maria den Leihwagen lenkt, unterstützt der siebzehnjährige Computer-Nerd und Hacker Leon sie in allen technischen Belangen. Die Figur des dritten Gewinners Christof Bichler war für mich eine ganze Weile undurchschaubar, erst nach und nach kommen die Beweggründe für sein Engagement zu Vorschein. Marias Neffe Lukas Zieringer hat als ermittelnder Kommissar eine das gesamte Buch hindurch wichtige Funktion inne. Er kämpft jedoch gegen seine Panikattacken und Flashbacks. Die Autorin hat ihren Protagonisten zahlreiche Nebenfiguren zur Seite gestellt, wobei dem alten Bergmann Franz Schmiedl meine einzige wirkliche Sympathie galt. Zusammengefasst möchte ich anmerken, dass mich die Charakterzeichnung der handelnden Personen generell nicht zu überzeugen vermochte, ich sie an manchen Stellen sogar als etwas widersprüchlich empfand.

    Durch den schlichten Schreibstil, der mir persönlich nicht gefallen hat, sowie der großen Vielzahl von Schimpfwörtern, gespickt mit Gossensprache, wurde mir die Freude an dieser Lektüre zusätzlich genommen. Leider konnte mich auch die Krimihandlung nicht überzeugen. Einzig der relativ hohe Spannungsbogen im letzten Drittel des Buches sorgte dafür, dass meine Neugier auf die Hintergründe und Auflösung des Falles bis zur letzten Seite aufrechterhalten wurde.

    Fazit: „Tiefe Stille“ ist ein Krimi, der meinem persönlichen Lesegeschmack leider nicht entsprochen hat. Ich werde die Fortsetzung dieser Reihe um Kriminalhauptkommissar Lukas Zieringer daher nicht weiterverfolgen. Schade.

  • Tiefe Stille von Susanne Rößner

    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, denn es ist nicht nur spannend, sondern auch temporeich und packend. Schon die Kurzbeschreibung hatte mich sehr interessiert, auch weil ich über den Bergbau nicht so viel weiß. Aber auch der Satz „glücklich verwitwet“ hat mich sehr angesprochen, das fand ich witzig. Auch die Idee der Krimirallye fand ich faszinierend... und dann kommt alles ganz anders. Mehr mag ich an dieser Stelle nicht über den Inhalt verraten, damit es spannend bleibt.
    Die Hauptfiguren – ja, es sind mehrere und das macht richtig Spaß und sorgt für gute Unterhaltung – sind gut beschrieben und sehr sympathisch. Man fiebert richtig mit und hofft, dass alles gut geht. Ob das dann auch so ist? Verrate ich nicht...
    Jedenfalls kann die Autorin wirklich packend schreiben und man mag gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen. Der Leser wird regelrecht in das spannende Geschehen hineingezogen und ich hatte am Ende sogar ein paar Tränchen in den Augen – und das bei einem Krimi!
    Sehr gut gefallen haben mir auch die Beschreibungen der Umgebung, der Natur und der Leute, einfach der Gegend im Süden Bayerns. Das wirkt sehr authentisch und gelungen und macht Lust auf mehr – mehr von dieser Gegend, vor allem aber auch mehr von dieser Autorin, von Maria, Lu-kas und Leon! Ich hoffe sehr auf einen Nachfolgeroman und empfehle dieses Werk uneinge-schränkt und gerne weiter!

  • Tiefe Stille von Susanne Rößner

    Maria Wagner ist seit 2 Jahren verwitwet und hat nun beim Jahreshauptwettbewerb des Deutschen Krimiklubs, dem sie sich angeschlossen hat, einen der drei Hauptpreise gewonnen: Eine Krimirallye am wunderschönen Schliersee. Wie schnell man dabei in einem echten Kriminalfall landen kann, war ihr bestimmt nicht bewusst.

    Kriminalhauptkommissar Lukas Zieringer hat sich von der Mordkommission in München in eine kleine Dienststelle in Miesbach versetzen lassen. Dass es hier genau so kriminell zugehen kann wie in München, hätte er nicht vermutet, bis er mittendrin steckt.


    Mich hat das Cover auf das Buch aufmerksam werden lassen. Ich habe zwar gedacht, dass ich ins Ruhrgebiet entführt werden würde – aber nein, auch am Schliersee wurde früher mal Kohle aus dem Berg geholt. Und das Cover passt absolut zum Inhalt des Buches.

    Susanne Rößner hat mit ihrem Krimi „Tiefe Stille“ eine Geschichte erzählt, die am Schliersee gesettet ist. Da ich als Münchnerin dort immer mal wieder meine Wochenenden verbringe, habe ich bei den Beschreibungen der Landschaft, der Orte und der Menschen immer ein klares Bild vor Augen, was mein Kopfkino noch intensiver laufen lässt.

    Die Personen sind, bis auf ganz wenige, sehr sympathisch, kommen menschlich rüber und sind gut vorstellbar. Neben den Hauptdarstellern, die meine Sympathien schnell ergattert haben, haben sich Herr Schmiedl und eine alte Dame im Café fest in mein Herz geschlichen. Besonders die alte Dame lockert die kriminelle Handlung auf und ich kann auch mal schmunzeln.

    Nicht so gut gefallen haben mir die gedanklichen Abschweifungen vom eigentlichen Fall. Vielleicht auch deswegen, weil Mann mir zutiefst unsympathisch ist. Im Gegensatz dazu fand ich die Geschichten, die Herr Schmiedl über den Stollen und seine Vergangenheit erzählt sehr interessant.

    Die Autorin spannt ab der ersten Seite einen Spannungsbogen, der sich, mit einem kleinen Zwischentief, bis zum Schluss recht hoch hält. Ich kann mit rätseln, mit fiebern und bin froh, als sich am Ende alles zur Zufriedenheit auflöst.

    Der erste Fall, den der neue Kommissar in seiner neuen Dienststelle zu lösen hat besticht mit interessanten Charakteren, einer Geschichte, bei der ich auch noch einiges gelernt habe, einem spannenden Fall, bei dem ich froh war, dass alles gut gegangen ist und einem Setting am wunderschönen Schliersee.

    Ich hoffe, Lukas Zieringer bekommt bald einen neuen Fall zugeteilt.