Aktuelle

Gewinnspiele

Aktuelle

Events

Bewertungen von Leser/innen

Rezension verfassen


  • Heinz und sein Herrl von Eva Woska-Nimmervoll

    Eigentlich könnten Heinz und sein Herrl so wie bisher ruhig und unauffällig in einem Wiener Gemeindebau ihre Gassi Runden drehen, wenn es nicht den unfreundlichen Nachbar geben würde. Als dieser sich sehr grob gegenüber Heinz verhält, reicht es seinem Herrl und schon ist es passiert, dass der Nachbar plötzlich zu Boden geht und kurz darauf im Krankenhaus verstirbt. Ab jetzt ist für das Herrl jeder Tag ein furchtbarer, wo er fürchtet, als Mörder verhaftet zu werden, wo er sicher ist dass er an seiner ,,Krebserkrankung´´ sowieso bald sterben wird. Als er aber bei einer Tierdemo eine interessante Frau namens Magritta kennen lernt , sollte gerade diese Bekanntschaft sich für ihn als ein Glücksfall herausstellen, denn Magritta, die eigentlich Irene heißt, hilft ihm so manch schwere Hürde zu überwinden und selbst als er Drohbriefe bekommt und er verzweifelt nach einem Ausweg sucht, steht sie ihm genauso wie eine frühere Liebschaft, zur Seite und dem Herrl wird klar, dass man gemeinsam vieles erreichen kann.
    ,, Heinz und sein Herrl´´ ist ein humorvoller und vor allem mit einem Augenzinkern zu lesender Roman von Eva Woska-Nimmervoll. Das namenlose ,, Herrl´´ wird als verschrobener, eingebrödlerischer und auch ein wenig hilflos wirkender Mann beschrieben, dem seine Liebe seinem Hund Heinz gilt und durch ein unglückliches Ereignis gezwungen wird, seine bisher sicheren vier Wände zu verlassen und sich der ,,bösen´´ Welt zu stellen. Dabei nimmt die Autorin den Leser auf eine amüsante Reise mit, wo man sich typisch wienerische Ausdrücke auf der Zunge zergehen lassen kann, wo man einen leicht neurotischen Mann begleiten darf, der himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt ist und wo es Menschen gibt, die alle ihre speziellen Eigenheiten haben. Für Nicht- Österreicher wäre ein Glossar sicher hilfreich, da es doch einige spezielle Ausdrücke gibt, die nicht leicht zu verstehen sind. Die Handlung wechselt immer wieder zwischen der Gegenwart und Erinnerungen des Protagonisten an frühere Ereignisse ab. Dabei lässt die Autorin auch tatsächliche Begebenheiten wie z.b der Einsturz der Reichsbrücke in Wien , mit einfließen. Ihr Schreibstil ist flott und bietet dem Leser viele witzige und auch zum Nachdenken anregende Sätze. Manch ihrer Wortschöpfungen sind so originell, dass man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann.

    Seite 8: Die Frau des Nachbarn ist faltig und grau wie ein altes Ausreibtuch, oft ausgewrungen, nicht mehr aufnahmefähig, im Kübel zu Hause.
    Seite 22: Ich erkenne am Ende des Tages den Anfang von etwas.
    Seite 49: Die Glühbirne ist noch ganz, wäre aber egal, sie ist ja schon durchgebrannt.

    Die Geschichte von Heinz und seinem Herrl ist eine liebevolle, manchmal auch ein wenig melancholische Beschreibung eines einsamen Menschen, der auf seiner Suche zu sich selbst einige Hürden zu überwinden hat. Nicht nur der Inhalt, sondern auch das Cover und die kleinen bildnerischen Schmankerln im Inneren des Buches zeigen viel Liebe zum Detail. Ein Lesevergnügen nicht nur für Wiener.