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  • Inhalt:
    (Klappentext)
    Emilia Fahnenbruck hat sich mit zweiunddreißig Jahren bereits mit ihrem eintönigen und lieblosen Leben in ihrer Heimatstadt Mainz abgefunden. Von ihrem Mann und ihrer Mutter fühlt sie sich unverstanden und geht wie betäubt durchs Leben. Auf dem Konzert einer finnischen Band trifft sie jedoch auf den drei Jahre jüngeren Rockstar Panu, der ihre Welt ins Wanken bringt. Ein flüchtiger, jedoch sehr intensiver Kuss verändert alles.
    Emilia erwacht aus ihrer gefühlskalten Trance und begehrt auf einmal gegen ihren Mann und ihre Mutter auf. Doch die Schwierigkeiten, die ihr begegnen, sind mehr als die eigentlich introvertierte junge Frau ertragen kann. Hin und her gerissen zwischen dem Leben, das sie gewohnt ist, und ihren Gefühlen und der Leidenschaft, die Panu in ihr entfacht, muss Emilia eine Entscheidung treffen.

    Mein Kommentar:
    Dieses Buch ist der Auftakt zu einer Trilogie der Autorin Mary Kuniz und in sich abgeschlossen. Der Schreibstil ist locker und leicht und durch die bildhafte Sprache hat man den Eindruck auch vor Ort zu sein. das Buch liest sich sehr schnell und es wird nie langweilig.

    Der Beginn eines jeden Kapitels ist mit einer Liedzeile unterlegt, was ich sehr schön und passend fand, da die Musik eine sehr wichtige Rolle in diesem Buch spielt.
    Die Geschichte besitzt eine Erzählerperspektive, welche einen guten Einblick in alle Charaktere erlaubt. dennoch wird meist die Sicht von Panu oder Emilia erzählt, da sie die beiden wichtigsten Personen darstellen.

    Die Personen sind sehr schön ausgearbeitet und besitzen auch die nötige Tiefe. Dabei kann man auch deren Entwicklung sehr gut nachvollziehen. Vor allem bei Emilia gelingt einem das sehr gut, sie bricht langsam aus ihrem Schneckenhaus aus und beginnt sich Gedanken darüber zu machen, was sie selbst will und was gut für sie ist. Bisher hat sie ihr Leben einfach nur so dahingelebt und all das gemacht, was ihr Ehemann und ihre Mutter von ihr wollten. Doch nachdem sie Panu auf einem Rockkonzert getroffen hat und von ihm "wachgeküsst" wurde, ändert sie so langsam ihr Leben und beginnt es selbst in die Hand zu nehmen. Diese Entwicklung war sehr schön nachvollziehbar und man konnte sich als Leser gut in Emilia hineinversetzen.

    Aber auch Panu verändert sich durch diesen einen Kuss und er will plötzlich nur noch eine Frau und nicht dauernd wechseln und sein Leben genießen. Es war schön mitzuerleben, wie sich beide langsam aufeinander zubewegen. Dennoch gab es immer wieder Schwierigkeiten und Probleme, welche gelöst werden müssen. Dadurch wurde es auch nie langweilig und die Geschichte entwickelte sich auch nicht immer in die erwartete Richtung. So schaffte es die Autorin die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten.

    Es gab sehr viele Gefühle und Emotionen in dieser Geschichte, welche sehr gut bei mir ankamen. Ich konnte mich richtig gut in die Personen hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen und mitfiebern. Doch es war nicht nur der emotionale Schreibstil, welcher mich beeindruckt hat, sondern auch, dass Humor und Spannung gleichermaßen vorhanden waren. So ist bei dieser Liebesgeschichte auch ein tolles Maß an Dramatik und Unterhaltung vorhanden. Und es wird somit zu einem Roman für Zwischendurch, der einen nicht so schnell loslässt, da auch erste Themen angesprochen werden. So wird der Leser meiner Meinung nach auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen.

    Besonders toll fand ich es, dass dieser erste Band ein komplettes Ende hat. So kann ich das Buch ohne Cliffhanger auf die Seite legen und es bleiben auch keine Fragen offen. Dennoch war ich so davon begeistert, dass ich mich schon jetzt auf den zweiten und dritten Teil freue und diese mit Sicherheit auch lesen werde.

    Mein Fazit:
    Ein sehr unterhaltsamer Roman über die Liebe und einen Neuanfang in Finnland, der durch Musik unterstützt wird.

    Ganz liebe Grüße,
    Niknak

  • "Versuchung küsst finnisch" ist auf den ersten Blick eine typische Rockstar-Liebesgeschichte, allerdings gibt es einen großen Unterschied. Es geht um eine eher schüchterne Frau, die einen berühmten Musiker kennen lernt, sich sofort zu ihm hingezogen fühlt und eine Beziehung jedweder Art mit ihm beginnt... doch Emilia ist zum Zeitpunkt ihrer ersten Begegnung bereits verheiratet.

    Die Protagonistin führt ein unglückliches Leben und eine eher lieblose Ehe, was schon aus der Inhaltsangabe hervorgeht, aber die dort verwendete Formulierung, sie fühle sich "unverstanden", ist fast zu harmlos; ihre Mutter und ihr Mann bringen ihr keinerlei Zuneigung entgegen und es ist deutlich, dass sie sich damit abgefunden hat, weshalb es leicht war, Mitgefühl für sie aufzubringen. Aus diesem Grund ist auch nachvollziehbar, wieso sie sich auf Panu einlässt; er ist attraktiv, zeigt Interesse an ihr und bringt frischen Wind in ihr Leben, ganz zu schweigen davon, dass es zwischen ihnen knistert. Natürlich fand ich es nicht gut, dass sie ihren Ehemann betrogen hat, doch es wurde deutlich, dass sie einen Anstoß brauchte, um eigene Entscheidungen zu treffen und sich auszumalen, dass sie Optionen hat und nicht so feststeckt, wie sie es zuvor glaubte. Es war schön zu sehen, wie sie nach und nach offener geworden ist und größere Wagnisse einging, auch wenn mir das ganze zunächst etwas zu schnell ging; zum Glück wurde das Tempo dann durch Rückschritte, Missverständnisse und Kummer ausgebremst. Die Hindernisse für eine Beziehung waren weitgehend realistisch und es wurde gut damit umgegangen, obwohl es für meinen Geschmack zu viel Drama gab, gerade in der zweiten Hälfte.

    Panu selbst mochte ich ebenfalls und er war ein gut ausgearbeiteter Charakter, aber es gab ein paar Momente, in denen ich seine Gedankengänge gar nicht nachvollziehen konnte, was wohl unter anderem daran lag, dass Emilias Perspektive dominanter war und ich deshalb eher mit ihr sympathisiert habe. Auch seine Arbeit als Musiker kam mir fast schon zu kurz, was ich schade fand, weil die Dynamik der Bandmitglieder Potential hatte. Allerdings bin ich darüber gestolpert, dass es Parallelen zu der Band Sunrise Avenue zu geben schien - so heißt beispielsweise die Gruppe Moonset Road und die Namen 'Panu' und 'Samu' klingen irgendwie ähnlich. Dies hat mich ein wenig von der eigentlichen Erzählung abgelenkt, da ich mich immer wieder gefragt habe, ob diese Band und der Sänger selbst als Inspiration dienten.

    Der Schreibstil ist locker und lässt sich gut lesen. Die Handlung betrachte ich ein wenig zwiespältig; zwar haben mich die Klischees, die es gibt, nicht besonders gestört, da die Geschichte von den dramatischen Entwicklungen abgesehen trotzdem schön ist, doch das Buch war mir manchmal ein wenig zu kitschig und teilweise nicht emotional genug. Dagegen hat mir gefallen, wie Emilia langsam begonnen hat, neue Erfahrungen zu sammeln und mehr für sich einzustehen. Auch das Ende an sich war sehr gelungen und macht neugierig auf mehr. Ich mochte zudem, wie stark und durchgängig präsent die Verbindung zwischen den Protagonisten war; man spürt, dass sie zusammen passen würden und wünscht sich für sie ein Happy End, was für mich bei einem Liebesroman entscheidend ist. Da "Versuchung küsst finnisch" mich deshalb alles in allem gut unterhalten hat, vergebe ich trotz der genannten Kritikpunkte drei Sterne.