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  • Als Onkel Willi stirbt, soll er nach seinem Willen in seine Heimat Montenegro ins Familiengrab gebracht werden.
    Der arbeitslose Schauspieler und Neffe soll mit seinen drei Tanten das Kunststück fertig bringen, den Toten in einem Auto über die Grenzen zu bringen, das die offizielle Überführung zu kostspielig für die Familie ist.
    Während der abenteuerlichen Autofahrt erzählen die Tanten von ihrer Kindheit, ihren Beziehungen, ihren Kindern.
    Letztendlich kommt ein wohlgehütetes Geheimnis an den Tag.
    Köstlich amüsant, sehr menschlich und humorvoll, mit Wiener Charme.- Ein Lesevergnügen.

  • Vea Kaiser bleibt ihrem außergewöhnlichen Schreibstil und dem Gesellschaftsroman treu. Und das ist gut so. Erfolg verpflichtet.
    Über 60 Jahre Familiengeschichte der Familie Prischinger, mit wienerischem Flair, balkanischen Einschlag und montenegrinischer Exkursion.
    Lorenz, arbeitsloser Schauspieler und pleite, aber von sich sehr überzeugt muss sich der harten Realität stellen. Und das Ende seiner Fernbeziehung mit Stephi bringt ihn am Ende des Romans zu einer wahren Erkenntnis. Seine 3 Tanten Hedi, Wetti und Mirl durchleben mit Ehemann und Lebensgefährten ein Leben voll mit alltäglichen Glücksmomenten und Katastrophen. Willi, eigentlich Koviljo aus Montenegro, Lebenspartner von Hedi ist der weise Ratgeber, mit schwachem Herz, aber er will unbedingt in Montenegro begraben werden. Die Altphilologin Vea Kaiser gibt ihrem Roman die altgriechische Lehre bei, dass die Seele eines Toten erst dann ruht, wenn die Verwandten seinen letzten Willen - was die Bestattung betrifft - erfüllt haben. Weil sich die drei Schwestern dieses zu Herzen genommen haben, Willi in Montenegro zu bestatten wird die Fahrt über 1000 km mit Lorenz als Chauffeur gestartet. Auf dieser Fahrt kann und wird vieles passieren.
    Der Schreibstil von Vea Kaiser ist ein Lesegenuss. Sie verfügt mit ihren 30 Jahren über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz was zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikation betrifft. Dialoge werden pointiert kommentiert, witzig und humorvoll. Skurrile Situationen auf der Fahrt sind reine Slapstick.

  • Rückwärtswalzer von Vea Kaiser

    Stefanie Besold-Eisner

    Das Buch beginnt mit der gemeinsamen Fahrt des sich in einer Lebenskrise befindlichen arbeitslosen Schauspielers Lorenz, der mit seinen drei Tanten und dem toten Onkel im Fiat-Panda von Wien-Liesing nach Montenegro fährt: Seine Erfolgssträhne ist gerissen, seine Freundin ist nach Heidelberg gezogen, und er hat keine Lust, sich nach einer geregelten Arbeit umzusehen. Ihm bleibt nur noch die Flucht in den Schoß der Familie. Das sind vor allem die Tanten. Die drei Schwestern seines Vaters Sepp sind nämlich ein unzertrennliches Trio. Alle hat das Leben ziemlich zerzaust, aber keine hat sich dadurch den Appetit verderben lassen. Der verstorbene Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Panda von Wien Liesing bis zum Balkan. Die Autorin entwickelt daneben einen parallelen historischen Erzählstrang, der in jedem zweiten Kapitel die Familiengeschichte von 1953 bis in die Gegenwart führt und am Ende schließlich von der Ursünde der Prischinger-Tanten erzählt. Die Rückblenden zeigen nicht nur die Tanten mit ihren zwei Brüdern und später mit ihren Partnern bei ihren Versuchen, das Leben zu meistern, sondern führen auch ins Berg- und Küstenland Montenegros, wo ein Bub namens Koviljo Markovic aufwächst und dabei auf einen ihm väterlich zugewandten Tierpsychologen und Bärenforscher trifft. Am Ende dieses Tanzes über 65 Jahre Geschichte und 1000 Kilometer Autobahn gelingt der Autorin noch ein überraschender Twist und man erfährt vom Schicksal des Fünften im Geschwisterbunde, Tante Hedis Zwilling Nenerl. Voller Verve, Witz und Herzenswärme erzählt Vea Kaiser von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren, von Bärenforschern, die die Zeit anhalten möchten, und von den Seelen der Verstorbenen, die uns begleiten, ob wir wollen oder nicht.

  • Rückwärtswalzer von Vea Kaiser

    Renate Nöckler

    Was für eine großartige, üppige, witzige, geistreiche und berührende Geschichte! Man wird auf der ersten Seite in ihren Bann gezogen und kann sich auf der letzten nur schwer trennen von der liebenswert-skurrilen Familie Prischinger und ihren Manen... Was für ein wundervolles, ganz besonderes Buch!!!

  • Rückwärtswalzer von Vea Kaiser

    Marion Dalvit

    Lorenz, Schauspieler und ständig am Rande der Pleite, lässt sich immer wieder mal von seinen drei Tanten Mirl, Wetti und Hedi verköstigen, Onkel Willi ist wie immer der Ruhepol. Als dieser stirbt, lösen sie das Versprechen ein, ihn in seinem Geburtsland Montenegro zu beerdigen. Leider fehlt für eine ordnungsgemäße Überführung das Geld, also rein mit dem tiefgefrorenen Onkel Willi in den Panda und in einer Nonstop-Fahrt in den Süden. Wir erfahren in Rückblenden die Lebensgeschichte der drei so unterschiedlichen Tanten, aber auch jene von Willi, immer eingebettet in zeithistorischen Gegebenheiten.
    Ein wunderbar humoriger, aber auch tiefgründiger Familienroman!

  • Rückwärtswalzer von Vea Kaiser

    Jennifer Plewa

    Vea Kaisers "Rückwärtswalzer" ist ein Roman, der zart verwoben die Geschichte einer Familie aus dem Waldviertel erzählt - die Prischingers und deren Geheimnisse. .. Lorenz Prischinger ist erfolgloser Schauspieler, den seine lose Langzeitfreundin verlässt und am Boden angekommen zu seiner Tante zieht. Mirl, Wetti und Hedi sind die drei ungleichen Tanten von Lorenz um die die Geschichte kreist. ...

  • Rückwärtswalzer von Vea Kaiser

    Miriam Dörflinger

    Ich finde diese Mischung aus unglaublich komischen Szenen und emotionalen, berührenden Momenten so dermaßen gelungen - das findet man in der literarischen Qualität wie bei Vea Kaiser wirklich selten! Ein Buch für absolut jeden, viel Spaß!

  • „Rückwärtswalzer“ ist nach "Blasmusikpop" und "Makarionissi" der dritte Roman von Vea Kaiser.

    Mittelpunkt dieser montenegrinisch-österreichischen Familiengeschichte ist einer seits der erfolglose Schauspieler Lorenz und andererseits sein plötzlich verstorbener Onkel Willi. Gemäß Willis letzten Willen soll er in Montenegro, seiner alten Heimat, begraben werden. Doch was tun, wenn das Geld für eine ordnungsgemäße Überführung und eine würdevolle Bestattung nicht reicht?

    "Würde kostet fast achttausend Euro, Lorenz. Wenn du irgendwann gelernt hättest, wie viel ein Euro wert ist, dann würdest du nicht so groß reden."

    Nun sind Kreativität und starke Nerven gefragt. Ersteres ist bei Lorenz und seinen Tanten vorhanden, zweitere flattern mehrfach, als man Willis Leiche tiefgekühlt und illegal mit einem Fiat Panda gegen Südosten bringt.

    "Im Grunde argumentierten seine Tanten und Herr Ferdinand wie Antigone: Was ist schon das Gesetz, wenn es darum geht, einem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen."

    Meine Meinung:

    Der Roman spielt in mehreren Zeitebenen. Zum einen ist die Familie Prischinger in der Gegenwart vereint. Auf der anderen Seite enthüllen sich auf der über 1.000 km langen Fahrt nach Montenegro die Schicksale, Wünsche und (Alb)Träume der einzelnen Familienmitglieder in der entsprechenden Epoche.
    So erfahren wir, dass Willi eigentlich gar nicht so heißt. Oder, warum die drei Schwestern Mirl, Wetti und Hedi die Leben führen, die sie eben führen.
    Einige Passagen und Charaktere sind liebevoll überzeichnet. Mit Lorenz selbst konnte ich nicht so richtig warm werden. Im Gegensatz zu seinen Tanten hätte er alle Möglichkeiten eines geordneten Lebenswandels, die er leichtfertig verspielt. Die drei Tanten sind patent und in gewisser Weise schlitzohrig. Dennoch hat jede ein Schicksalspäckchen zu tragen, die eben auf der Autofahrt aufgedeckt wird.

    Der Schreibstil ist locker, witzig und geistreich. Es gibt immer wieder Austriazismen und Hinweise, die für Nicht-Wiener ungewöhnlich sind. Das Hin- und Herspringen durch Zeit und Raum ist aber mittels Kapitelüberschriften inklusiver Jahreszahlen leicht möglich. Immer wieder blitzt die humanistische Bildung der Autorin durch, wenn lateinische oder altgriechische Dichter erwähnt werden.
    Die Verwandtschaftsverhältnisse der Familie Prischinger sind komplex. Da wäre ein Stammbaum manchmal hilfreich.

    Fazit:

    Ein gut erzählte Geschichte um den Zusammenhalt in einer Familie. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

  • Rückwärtswalzer von Vea Kaiser

    Barbara aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck

    Mit „Blasmusikpop“ hat sich Vea Kaiser in mein Herz geschrieben. „Endlich ein erfrischender, witziger und intelligenter Roman einer noch sehr jungen Autorin“, habe ich mir damals gedacht. Und mit „Makarionissi“ ist es weitergegangen, indem sich Vea Kaiser nochmal um einiges gesteigert hat. Kann man das noch toppen? Ja, Vea Kaiser kann es. Sie hat 3 Schwestern erschaffen, Mirl, Wetti und Hedi, die mir mit jedem Kapitel sympathischer wurden, aber auch den Onkel Willi, der es nicht ganz einfach hat mit der Familie. Vea Kaiser vermag es, eine antike und eine nicht so ferne Vergangenheit heraufzubeschwören, die auch heute noch Gültigkeit hat. Und das ist das Geheimnis des Erfolgs von „Rückwärtswalzer“!