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  • Fanatisch von Patricia Schröder

    Sechs Mädchen werden sechs Tage lang gefangen gehalten. Plötzlich sind sie wieder zu Hause. Doch was ist geschehen? Sie müssen schweigen...


    Eine interessante und beängstigende Vorstellung, die Idee hinter dem Buch. Dazu noch das recht aktuelle Thema der Religion(sfreiheit).

    Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, anfangs ist eine Eingewöhnung notwendig, da er doch recht einfach gehalten ist. Unterteilt ist das Buch in die Perspektive von Nara und kleine Einschübe eines "Du" und eines "Er". Gerade das Du war sehr interessant, so direkt angesprochen zu werden ist schließlich recht selten.

    Naras Geschichte beginnt schleppend. Es dauert einfach ziemlich lange bis endlich der Klappentext eintritt, der bereits auf der ersten Buchseite durch einen Zeitungsartikel noch einmal in Erinnerung gerufen wird.
    Die Gefangenschaft ist eine der spannendsten Phasen des Buches, denn anschließend finde ich das Verhalten von Nara für das gerade erlebte nicht immer nachvollziehbar. Dazu kommen einige Logikfehler. Die ich hier aufgrund von Spoilern nicht erwähnen möchte.

    Insgesamt beruht das Buch auf einer guten Idee, doch die Umsetzung ist nur phasenweise gut gelungen und gerade die Logikfehler zum Ende hin, sowie das Ende selbst lassen mich etwas unzufrieden zurück. So bewerte ich mit 3 bis 3,5 Sternen.

  • Fanatisch von Patricia Schröder

    „Stelle dich niemals gegen den göttlichen Willen! Es könnten furchtbare Dinge geschehen.“

    Mit dieser Nachricht beginnt für Nara ein Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Wer hat ihr den handgeschriebenen Zettel zugesteckt und bedrängt sie mit weiteren SMS? Warum ist plötzlich der Hund ihres kleinen Bruders spurlos verschwunden? Als die 17-jährige ihren Verfolger auf die Spur kommen will, findet sie sich kurze Zeit später in einem Verlies wieder: gefesselt, ohne Licht, die Einsamkeit nur unterbrochen von merkwürdigen Ritualen. Sechs Tage dauert ihre Tortur, dann ist sie frei. Ebenfalls die 5 weiteren Mädchen, die mit ihr in Gefangenschaft waren. Doch der Täter hat sie weiterhin in der Hand: Ein Wort zu ihrer Familie und ihrem kleinen Bruder werden schreckliche Dinge zustoßen! Nara ist verzweifelt. Was will der Entführer nur von ihr und den anderen Geiseln? Gegen welche göttlichen Gesetze soll sie verstoßen haben? Mit der Zeit wird ihr klar, dass sie eine besondere Rolle im Plan ihres Peinigers spielt und nur sie das angekündigte große Unheil abwenden kann.

    Mein erstes Buch von Patricia Schröder und mein erster Jugendthriller den ich bisher gelesen habe. Eigentlich reizen mich Thriller nicht, aber der Klappentext des Buches gefiel mir so gut, dass ich es gewagt habe, das Buch zu lesen.

    Mir hat die Geschichte gut gefallen und ich fand die Handlung doch recht spannend, auch wenn ich persönlich recht bald eine Ahnung hatte, wer hinter dem ganzen fanatischen Ritualen steckt. Nara mochte ich gerne aber teilweise habe ich ihr handeln nicht ganz verstanden. Manchmal waren mir die Erklärungen ein wenig zu langatmig und viele Gedanken haben sich öfters wiederholt und für mich waren es am Ende dann noch zu wenige Infos über die Gedanken bzw. Taten der Fanatiker. Trotzdem wurde ich gut vom Buch unterhalten, daher vergebe ich vier Sterne.

  • Fanatisch von Patricia Schröder

    Nachdem Nara eine handgeschriebene Botschaft zugesteckt bekommt, verwandelt sich ihr Leben in einen Albtraum. Denn erst verschwindet der Hund ihres Bruders und dann erhält sie Drohungen. Um ihre Familie nicht in Gefahr zu bringen, erzählt sie nur ihrem besten Freund davon. Er begleitet Nara auch heimlich, als sie einen Treffpunkt übermittelt bekommt. Trotzdem läuft alles schief. Erst nach sechs Tagen wird Nara, genau wie fünf andere Mädchen, die ebenfalls in Gefangenschaft gerieten, wieder nach Hause zurückkehren. Alle Mädchen tragen einheitliche Kleidung und haben eine Wunde an der Hand. Sie müssen sechs Tage lang schweigen, denn sonst wird etwas Schreckliches geschehen.

    Der Einstieg in die Handlung gelingt durch einen Zeitungsartikel, der über das Verschwinden der Mädchen und ihr hartnäckiges Schweigen berichtet, mühelos. Denn dadurch wird das Interesse sofort geweckt. Man möchte unbedingt erfahren, was den Mädchen zugestoßen ist und was es überhaupt mit dem Verschwinden auf sich hat.

    Die Handlung wird in der Ich-Form, aus Naras Sicht, erzählt. Nara wirkt von Anfang an sympathisch, sodass man sich gut in die Hauptprotagonistin hineinversetzen kann. Ihre Gedanken und Gefühle werden glaubhaft vermittelt. Dadurch kann man sich gut auf die Geschichte einlassen. Zunächst lernt man Naras Alltag kennen. Als die erste Botschaft eintrifft, ändert sich die Atmosphäre der Erzählung. Denn plötzlich kann man zwischen den Zeilen eine bedrohliche Stimmung wahrnehmen, die sich zunehmend steigert. Die Spannung wird also recht früh aufgebaut und gipfelt zunächst darin, dass Nara in Gefangenschaft gerät.

    Diese sechs Tage werden ausführlich beschrieben. Man beobachtet genau, was dort passiert. Naras Ängste, ihre Gefühle und Reaktionen wirken äußerst authentisch. Man kann gut nachvollziehen, was sie durchmacht. Allerdings gibt es in diesem Teil der Handlung auch einige Längen, sodass die aufgebaute Spannung leider abflacht. Das Interesse, was hinter dem Ganzen stecken könnte, verliert man zwar nicht, doch die Spannung tritt hier etwas auf der Stelle. Das mag auch daran liegen, dass man ja schon von Anfang an weiß, dass Nara nach sechs Tagen wieder nach Hause zurückkehren wird.

    Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und sich deshalb ganz auf die Handlung einlassen. Patricia Schröder legt geschickt ihre Spuren aus. Man folgt ihnen bereitwillig und macht sich Gedanken, wer hinter dem Ganzen stecken könnte und warum das so ist. Doch am Ende punktet sie mit einer Wendung, die ziemlich überraschend ist.

    Ich habe mich bei diesem Jugendbuch, das für Leser und Leserinnen ab 14 Jahren empfohlen wird, gut unterhalten, obwohl ich das empfohlene Lesealter deutlich überschreite. Auf mich wirkte die Handlung gut durchdacht und die Protagonisten glaubhaft und lebendig. Die Spannung wurde früh aufgebaut, für meinen Geschmack allerdings nicht durchgehend gehalten. Denn für mich gab es auch Szenen, die Längen hatten und bei denen ich das Gefühl hatte, auf der Stelle zu treten. Das Ende konnte mich dann aber wieder überzeugen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch deshalb vier von fünf Sternchen.

  • Fanatisch von Patricia Schröder

    Fanatisch von Patricia Schröder aus dem Coppenrath Verlag 2018 mit einem passenden fantastischen Cover und gekonnter Aufmachung...

    Alles beginnt ganz normal, wie aus dem Leben gegriffen, Teenageralltag, Freunde, Verliebtsein, Familie, Halt. Neben ihrer Freundin Charlotte teilt Nara jedes Geheimnis auch mit Jamie, ihrem Sandkastenfreund. Ganz still und leise schleichen sich heimliche Botschaften in Naras Leben, per Zettel, über das Smartphone,... Ab jetzt ist nichts mehr, wie es war! Bedrückend baut sich die beklemmende Atmosphäre auf. Naras Angst ist greifbar und lässt dem Leser einen Schauer über den Rücken laufen. Szenen so voller Tiefe und Intensität, fesselnd und bewundernd über ihre Zuversicht, Zielstrebigkeit, Konsequenz und Mut, taucht man ein in ein brisantes Thema von aktuellem Wert. Aus tiefen unerschütterlichen Beweggründen konfrontiert der Peiniger seine Opfer mit purer kalter Angst. Naras Hoffnung schwindet aus diesem Albtraum unversehrt heraus zu kommen... . Die klaustrophobische Enge ist hautnah erlebbar. Vor dem inneren Auge sieht man durch Nara ihre Augen, spürt die Panikattacke heranrollen, sitzt in der Zwickmühle und sieht letztendlich der abscheulichen unfassbaren Wahrheit ins Gesicht.
    Patricia Schröder schreibt atemberaubend, flüssig, eindringlich mit Sogwirkung. Man wird regelrecht hineingerissen und ist mit allen Sinnen dabei. Sie spinnt alle Fäden gekonnt zu einem packenden nachvollziehbaren Finale. Virtuos spielt sie mit den Urängsten der Leser und lässt die authentischen Charaktere und Figuren noch lange im Kopf verweilen.
    Fazit: Mit diesem intelligenten komplexen Jugendthriller, der für Erwachsene genauso ansprechend ist, wirft die Autorin einen Blick in tatsächliche, seelische Abgründe. Keine Lektüre für Dünnhäutige, sie kriecht unter die Haut! Eine absolute Lese-und Kaufempfehlung!

  • Fanatisch von Patricia Schröder

    Die 17-jährige Deutsch-Iranerin Nara ist ein ganz normales Mädchen mit ihren kleinen Problemen und ihrer Schwärmerei für einen neuen Mitschüler. Mit ihrer Mutter, ihrem Pa, dem kleinen Bruder Sinan und dem Hund Mister Ibrahim führt sie ein behütetes Leben. Auch ihre allerbeste Freundin Charlotte und ihren guten Freund Jamie lernen wir gleich zu Beginn der Geschichte kennen. Die weiht Nara auch ein, als sie geheimnisvolle und verstörende Nachrichten bekommt. Als sie dann Mister Ibrahim mit durchschnittener Kehle im Garten findet, scheint die Sache ernst zu werden.
    Dann kommt der 19. Juli und alles ändert sich. 6 Mädchen verschwinden und tauchen erst 6 Tage später unvermittelt wieder auf. Alle in neuwertigen dunkelblauen Jogginganzügen und schwarze Turnschuhe, einer proffessionell versorgten Wunde an der rechten Hand. Sie alle schweigen beharrlich. Und auch Jamie ist und bleibt verschwunden.

    Da Patricia Schröder Nara ihre Geschichte in der Ich-Form erzählen lässt, bin ich in ihren Gedanken immer ganz nahe am Geschehen dran. Ich bewundere die 17-jährige, wie sie einerseits versucht ihren kleinen Bruder zu beschützen, andererseits wie sie sich nach der Entführung immer wieder Mut zuspricht um nicht an der Stille und dem Alleinsein in ihrem Gefängnis zu zerbrechen. Sie ist eine sehr starke, tapfere und manchmal zornige Protagonistin, mit der ich gelitten und gebangt habe. Sie hat es verstanden, mich ab der ersten Seite für sich einzunehmen.
    Aber auch Charlotte und Jamie lerne ich als ihre Freunde kennen, die immer für einander da sind. Eine Freundin wie Charlie, die sich durch nichts beirren lässt und Nara immer zur Seite steht, auch als die es gerade nicht zulassen will, sollte jedes Mädchen haben.

    Es wird schon sehr hart und eindringlich beschrieben, was Nara und auch ihre 5 Leidensgenossinnen alles erleiden müssen. Ich finde, dass diese Beschreibungen noch nichts für junge Leser unter 16 Jahren sind. Mir als Leserin Ü60, die ich immer mal wieder ein gutes, spannendes Jugendbuch lese, hat die Geschichte sehr gut gefallen.

    Die Spannung steigert sich ab der ersten Seite, wo ich aus einem Zeitungsartikel erfahre, was sich erst noch beim Weiterlesen ereignen wird. Die kleinen Kreuze vor jedem neuen Abschnitt lassen bei mir ein mulmiges Gefühl aufkommen.
    Die Gedanken des Täters und die eines weiteren männlichen Opfers lassen mich immer mal wieder tief in die kranke Psyche des wahngesteuerten Täters blicken und lassen mich ratlos und entsetzt zurück.
    Ich habe lange nicht verstanden oder geahnt, wohin die Reise geht und konnte die vielen kleinen Zeichen, die es immer wieder gab, nicht lesen. Erst zum Schluss löst sich alles schlüssig und nachvollziehbar auf und lässt mich zufrieden zurück.

    Fazit:
    Ein superspannender Jugendthriller, den ich aber auch jedem Erwachsenen empfehlen kann. Der mich beim Lesen gehalten hat bis zu einem Ende, dass ich so nicht erwartet habe. Und einem Thema, mit dem wir leider heute immer wieder mal in Berührung kommen: Fremdenhass und religiöser Wahn.
    Absolut lesenswert!