Aktuelle

Gewinnspiele

Aktuelle

Events

Gerade für Sie gelesen

Rezension verfassen


  • Mari, die Hauptperson in „Offline ist es nass, wenn’s regnet“ von Jessi Kirby ist die typische Influencerin mit dem perfekten Leben – zumindest wird dieser Anschein erweckt, wenn man sich ihre stundenlang bearbeiteten Bilder auf Instagram ansieht. Dort post sie in Bikinis, lichtet liebevoll angerichtete Frühstücksschalen ab und macht Pärchenshoots mit Ian, der im echten Leben nicht mehr als ein entfernter Bekannter ist. Doch das muss ja keiner so genau wissen, oder?

    Sofort am Anfang des Buches merkt man, wie viel Wahrheit wirklich hinter ihrem Social Media Leben steckt, und auch, wie verloren Mari ist. Nichts ist ihr wichtiger als die beste Bildunterschrift zu dem perfekten Bild zu schreiben und anschließend ängstlich auf die ersten Likes und Kommentare zu warten.

    Der krasse Gegensatz dazu ist Bri, Maris Cousine, die ihr ganzes Leben damit verbrachte, Abenteuer zu erleben, Freunde kennenzulernen und zu reisen, doch als sie kurz vor ihrem 18. Geburtstag stirbt, bricht für Mari eine ganze Welt zusammen. Obwohl sie und ihre Cousine sich seit ihrem 13. Geburtstag immer weiter voneinander entfernt hatten, da Mari sich von dort an zunehmend nur noch mit ihrem fiktiven Leben online beschäftigte, trauert sie sehr um ihre abenteuerlustige Cousine. Sie fühlt sich schuldig und schämt sich für ihr Verhalten, dass dazu geführt hatte, dass die beiden sich in so unterschiedliche Richtungen entwickelt hatten. Am Abend vor Bris 18. Geburtstag, den sie nicht mehr erleben durfte, realisiert sie erstmals, wie fake ihr bisheriges Leben war. Kurzerhand dreht sie ein Video, indem sie unter Tränen gesteht, wie wenig Freude ihr dieses ständige Bangen um Likes bereitet und wie einsam und verloren sie sich oft fühlt, weshalb sie beschlossen hat, von nun an mit Social Media aufzuhören.

    Ohne diese Entscheidung zu realisieren, schläft sie ein, und wacht am nächsten Morgen auf, als gerade ein riesiges Paket vor ihre Tür geliefert wird. Darin befinden sich ein Wanderrucksack, Schuhe und zahlreiche andere nützliche Sachen, die sich als Bris Wanderausrüstung entpuppt. Erst jetzt erinnert sich Mari, dass Bri schon seit ihrem 13. Lebensjahr eine Wanderung entlang des John Muir Trails geplant hatte, die sie durch ihren plötzlichen Tod leider nicht mehr in Angriff nehmen konnte.

    Kurzerhand beschließt Mari, selbst die 350 km zu wandern um damit Bris Andenken in Ehren zu halten. Anfangs noch als reiner Trip für Bri geplant, bekommt Mari durch den Trail die Möglichkeit, über sich selbst und ihr Leben nachzudenken, und schafft es dadurch auch, den riesigen Berg an Schuldgefühlen und Selbstzweifeln, den sie immer mit sich herumtrug, zu bewältigen. Obwohl die Idee, ohne Erfahrung einfach so den Trail zu wandern, ihr als relativ hirnrissig erscheint, ermöglicht der Trail ihr es trotz einiger Startschwierigkeiten, sich selbst und neue Freunde zu finden.

    Anfangs kam mir dieser Roman relativ leicht vor, doch schon bald stellte sich heraus, dass dieses Buch längst nicht so kitschig ist, wie es der zugegebenermaßen geschmacklose Titel vorgibt. Bris und Maris Geschichte beweist eine Tiefe, die ich nicht für möglich gehalten hätte, und in diesem Sinne hat mich dieses Buch mehr als nur positiv überrascht.

    Verschiedene Themen wie Trauer, Freundschaft, Scham, Selbstfindung, Abenteuerlust und Träume werden ohne jegliche Sentimentalität behandelt, aber dennoch sehr gut dargestellt. Bris Tod beschäftigt Mari immer noch sehr, und mit jedem Schritt schafft sie es, sich selbst zu vergeben, den Kontakt mit Bri abgebrochen zu haben. Obwohl man selbst als Leser / Leserin Bri nie kennengelernt hat, so ist sie doch der Typ Mensch, den man einfach nur bewundern kann, abenteuerlustig, mutig und selbstbewusst wird sie beschrieben, und auch Mari beweist im Laufe des Buches mehr Mut und Geschicklichkeit, als sie es sich selbst vielleicht zugetraut hätte.

    Eines der wichtigsten Themen, um die es in diesem Buch geht, ist die Welt der Social Media, obwohl es auch eher am Anfang eine wichtigere Rolle spielt. Oftmals ist man so besessen mit dieser fiktiven Welt, dass man gar nicht merkt, dass es da draußen ja noch eine viel interessantere gibt. Bücher wie dieses sind wichtig, denn sie erinnern uns daran, anzuhalten, über unsere Entscheidungen nachzudenken und bewusster zu leben, obwohl das wahrscheinlich leichter gesagt als getan ist. Trotzdem denke ich, dass Social Media hinsichtlich vielerlei Bereiche oft nicht glücklich macht und man sich vor Augen führen sollte, dass am Ende des Lebens Erinnerungen mehr zählen als 10 000 Likes für ein bestimmtes Foto.

    In diesem Sinne, „Offline ist es nass, wenn’s regnet“ ist ein Buch, dass dazu anregt, rauszugehen, keine Angst zu haben und Abenteuer zu erleben, aber vor allem dabei versuchen, sich selbst treu zu bleiben. Emotional und beinahe herzzerreißend, aber dabei immer noch unglaublich wunderschön geschrieben hat mich dieser Roman sehr beindruckt und auch so einiges an Fernweh bei mir ausgelöst, insbesondere bei Stellen, wo die sicher atemberaubende Szenerie des John Muir Trails beschrieben wird.

  • Tyrolias aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck

    Testleserin Johanna, 15 Jahre aus Breitenbach: „Offline ist es nass, wenn’s regnet“ ist ein Buch, dass dazu anregt, rauszugehen, keine Angst zu haben und Abenteuer zu erleben, aber vor allem dabei versuchen, sich selbst treu zu bleiben. Emotional und beinahe herzzerreißend, aber dabei immer noch unglaublich wunderschön geschrieben hat mich dieser Roman sehr beindruckt und auch so einiges an Fernweh bei mir ausgelöst, insbesondere bei Stellen, wo die sicher atemberaubende Szenerie des John Muir Trails beschrieben wird.

    Die ausführliche Buchbesprechung ist direkt beim Titel unter "Rezension" zu lesen!

  • Carina Ronacher

    Sehr bewegend und emotional! Mari’s Leben ist nach dem Tod ihrer Cousine vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Sie versucht dem allen zu entkommen und beginnt damit eine Reise der Heilung und Selbstfindung...

  • Martina aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck

    Mari erhält an ihrem 18.Geburtstag per Post von ihrer Tante eine riesigen Wanderrucksack, ein Paar Wanderschuhe und ein Trailtagebuch für den Yosemite - Nationalpark. Ihre Cousine Bri wollte dieses Abenteuer erleben und nun muss es Mari für sie erwandern.
    Spannend, nachdenklich aber auch sehr aufbauend wird diese Geschichte erzählt, teilweise mit Notizen und Illustrationen von Imke Sönnnichsen.
    Mari kommt nach diesen Wochen als ein ganz neuer Mensch zurück und ich hoffe, dass für uns Leser auch noch ein zweiter Band erscheinen wird.