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  • Serotonin von Michel Houellebecq

    Ana

    Was für ein Schreib- und Erzählstil!

    Michael Houellebecq hat es wieder einmal bewiesen: die Franzosen sind Meister der Satzbastler. Trotz Übersetzung ins Deutsche liest und hört man diese ausgesprochene Qualität heraus. Des Weiteren führt er auch einige bekannte literarische Werke an und verleiht dem Protagonisten natürlich einen ausgesprochen guten Intellekt.

    Der Ich-Erzähler wirkt am Anfang so wie sich viele ein typisches Männerbild vorstellen. Je näher er dem Leser seine Lebensgeschichte und verlorenen Liebe bringt, desto mehr verwandelt sich der arrogante, sexistische und vereinsamte Protagonist in einen Menschen, zu dem wir sogar Empathie entwickeln könnten.

    “Ich war glücklich, noch nie war ich so glücklich gewesen und ich würde es auch nie wieder sein,; dabei vergaß ich nicht einen Augenblick lang das Vergängliche dieser Situation.”

    Was bleibt einem Mann mittleren Alters, der langsam keinen Bock mehr hat, vor allem nicht auf Sex, obwohl er mit einem Escort-Girl in einer 'Beziehung' ist? Geld ist irrelevant im Vergleich zu den Erinnerungen an die eine Liebe, mit der es doch nicht geklappt hat und jetzt kommt der Protagonist aus seinem Elend nicht mehr raus. Egal, es gibt ja die 'eine kleine weiße, ovale, teilbare Tablette'.

    “Man sinkt in die Vergangenheit ein, man beginnt in sie einzusinken, und dann scheint es als würde man von ihr verschlungen und als könnte nichts mehr diesem Verschlungenwerden Einhalt gebieten.”

    Dieses Buch würde ich eher Männern empfehlen. Oder Frauen, die Zeilen über sexistische Männer und Escort-Girls, nicht kränken. Houellebecq hat hier ein heftig gelungenes Buch geschrieben, das nicht jedem/ jeder gefallen wird.

  • Serotonin von Michel Houellebecq

    Barbara aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck

    Fast schon langweilig ist er geworden, der skandalöse Franzose. Ich musste während der Lektüre nur ein paarmal schlucken, ein paar obszöne Bemerkungen lässt er schon noch fallen. Wie in „Unterwerfung“ widmet Houellebecq sich dem wirtschaftlichen Zweig der Gegenwart. Der 46-jährige Protagonist möchte sich zurückziehen, und er zieht Bilanz über seine Liebesgeschichten, seine Unterkünfte und seinen beruflichen Werdegang. Das Antidepressivum, das er nimmt, lässt ihn ganz gelassen ehemalige Studienfreunde oder Frauen wiedertreffen. Houellebecqs Erinnerungen sind zwar nicht mehr revolutionär, aber trotzdem spannend! Ich würde sie nicht missen wollen!