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  • In jenem besagten Sommer von Elizabeth Musser

    Aus Bösem kann Gutes entstehen

    „In der Bibel steht, wir sollen Christen an ihrer Liebe erkennen. Ich will Liebe sehen, nicht Hass. Ich will verstehen, was Gnade ist.“

    Ein Mordanschlag auf die Bestsellerautorin Josephine Bourdillon wird durch eine plötzliche und unerwartete Bewegung des Opfers in allerletzter Sekunde vereitelt. Josephine überlebt, fällt jedoch ins Koma. Ihr Ehemann Patrick und ihre beiden Töchter Hannah und Paige sind fassungslos. Denn die bekannte Schriftstellerin war eine liebevolle Ehefrau und Mutter, sie hatte ein gutes Herz und eine empfindsame Seele, und kämpfte in ihren Büchern stets für Gerechtigkeit. Gemeinsam mit der Polizei versucht die Familie, Licht in diesen brutalen Anschlag zu bringen und Hinweise auf den Täter zu finden. Dabei werden Drohbriefe an Josephine unter die Lupe genommen, aber auch die genauen Einzelheiten eines ganz bestimmten Ereignisses hinterfragt, welches sich in „jenem besagten Sommer“ ereignet hatte und die Familie Bourdillon für immer veränderte.

    Henry Hughes stammt aus schrecklichen familiären Verhältnissen und verdingt sich als Auftragskiller, um Geld für die Operationen seines schwerkranken Sohnes aufzubringen. Das Leben in seinem gewalttätigen Elternhaus hinterließ tiefe Spuren bei dem Mann, er leidet an psychischen Problemen. Doch obgleich Henry seine Waffe auf Josephine richtete, agierte er auf Anweisungen, die er über einen Mittelsmann erhielt, er weiß nichts über die Identität seines Auftraggebers. Als er sich nach dem missglückten Attentat mit Josephines Büchern beschäftigt, die von einem tiefen und unerschütterlichen Glauben an Gott zeugen, verändert dies seine Einstellung. Doch der Weg zum Glauben und zur Gnade führt für Henry über die Vergebung, die er um jeden Preis erlangen möchte.

    In der Person des Henry Hughes thematisiert Elizabeth Musser die traumatischen Folgen einer furchtbaren Kindheit und Jugend, die innere Zerrissenheit eines Mannes, der seine Schuld bekennen und sich dem Glauben zuwenden möchte. In einfühlsamen Worten beschreibt die Autorin Henrys Sehnsucht nach Vergebung, seine Einsicht und Reue, und seine Hoffnung auf ein besseres Leben. Seine ernsten, kindlichen Fragen zur Vergebung sind sehr berührend. Die Protagonistin Josephine Bourdillon wird als zierliche, melancholische Frau dargestellt, die über gesellschaftliche Tabus wie Ungerechtigkeit, Gewalt, Vorurteile, Sucht und Depressionen schreibt, zugleich aber mit ihrer Vergangenheit und dunklen Schatten kämpft.

    Elizabeth Musser besitzt einen sehr einnehmenden Schreibstil, ihre Worte vermochten es, mir sowohl die wundervoll charakterisierten Figuren, als auch die Handlung, nahezubringen. Durch Josephines kritischen Zustand und die laufenden Anspielungen auf die Ereignisse „in jenem besagten Sommer“ wird der Spannungsbogen konstant hochgehalten. Wie auch in den anderen Büchern der Autorin spielt der Glaube eine zentrale Rolle. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Henry, Paige und Josephine erzählt. Gedanken und Gebete der Protagonisten wurden kursiv dargestellt, ebenso die Rückblicke in die Vergangenheit. Neben Josephine und Henry spielt Paige Bourdillon eine bedeutende Rolle. Die scharfsinnige jüngere Tochter der Autorin hat tiefgründige Gedanken, sie möchte wie ihre Mutter Schriftstellerin werden, teilt jedoch den Glauben ihrer Familie nicht. Elizabeth Musser ist es vortrefflich gelungen, Paiges inneren Kämpfe, ihre Skepsis, und letztendlich ihren Weg zurück zu Gott darzustellen.

    Die Autorin bedient sich einiger Nebenfiguren, wobei Henrys Ehefrau Libby meine ganz besondere Sympathie galt. Die zierliche Frau hält auch in den dunkelsten Stunden an ihrem Glauben fest und beweist Durchhaltevermögen und Stärke. Ein farbiger Angestellter namens Terence wird für Josephine zum Anker ihrer Kindheit und Jugend. Während ich zu Josephines Ehemann Patrick keinen richtigen Zugang fand, weckte deren verrückte und aufgedrehte Schwester Kit starke Emotionen in mir. Kits Drang, stets im Rampenlicht zu stehen, ihre übertriebene und selbstmitleidige Art sowie ihr Hang zur Selbstzerstörung sorgen für viel Aufregung und Kummer in diesem Buch.

    „In jenem besagten Sommer“ war ein Buch, das mich sehr gut unterhalten, mich nachdenklich gemacht und mir ausgezeichnet gefallen hat. Elizabeth Mussers emotionale Geschichte besticht durch große Tiefe, wartet mit hervorragend ausgearbeiteten Charakteren und einer Handlung auf, die mich am Ende wirklich überrascht hat. Begeisterte fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

  • In jenem besagten Sommer von Elizabeth Musser

    Viele verschiedene Ereignisse gibt es „In jenem besagten Sommer“, so der Titel des christlichen Buches von Elizabeth Musser aus dem Verlag Francke, die nach und nach zur Sprache kommen um aufgearbeitet zu werden.
    Noch vor dem Beginn der Geschichte begeistern mich die Verse der Schriftstellerin und Protagonistin Josephine Bourdillon mit wunderbaren Worten aus „The Mountains Between Us“ und lassen mit emotionalen Gefühlen meine Neugier wachsen.
    Doch dann schlägt mit dem Kapitel 1 die Wirklichkeit erbarmungslos zu. 2015 in Asheville, North Carolina – Henry ist ein Auftragsmörder und nur durch einen Zufall ist der Schuss auf die Autorin Josephine Bourdillon nicht tödlich, doch sie wacht aus dem Koma nicht mehr auf. Warum sollte sie sterben? Sie hat doch mit ihren Büchern, in denen es um Gott und um Vergebung und Gnade geht, bereits so vielen Menschen geholfen, den Weg aus Hilflosigkeit und Verzweiflung herauszufinden!
    Josephines Familie – ihr Ehemann Patrick und die zwei Töchter Hannah und Paige – ist entsetzt. Nie bleibt Josephine allein, immer sitzt jemand an ihrem Krankenbett auf der Intensivstation. Alle machen sich Gedanken darüber, wer hinter dem Attentat stecken könnte. So hofft man natürlich, dass der Täter bald überführt wird, aber immer wieder erweist sich die Fährte als falsch.
    Das Buch begeistert mich von Anfang an. Es gibt so viele Fragen und die Spannung nimmt mich förmlich gefangen. Die größte Frage bleibt natürlich: Was geschah in jenem besagten Sommer? Welches Geheimnis gibt es? Wer kennt die Wahrheit? Steht das Geschehen im Zusammenhangt mit dem Attentat?
    Elizabeth Musser hat einen sehr fesselnden Schreibstil, der den Spannungsbogen konstant straff hält. Sehr gut gefallen haben mir die in Kursivschrift gehaltenen, zum Teil sehr persönlichen Rückblicke in das Leben von Josephine und ihrer Familie, wodurch ein besonders enges Verhältnis zu ihnen entstehen konnte. Eine Ausnahme davon bildet jedoch Josephines Schwester Kit. Aber mehr möchte ich dazu nicht verraten.
    Auch der Attentäter Henry und seine Familie bleiben weiterhin ein wichtiger Teil der Geschichte und sorgen für spannende und emotionale Momente.
    Der Autorin ist es gelungen, die aus verschiedenen Perspektiven erzählte und aus mehreren „Strängen“ bestehende Geschichte zusammenfließen zu lassen zu einem Ende, das keine Fragen offen lässt. Mir hat das Buch wunderschöne Lesestunden bereitet und gern empfehle ich es weiter.
    „Vergebung ist nicht für den, der einen verletzt hat, sondern sie ist dafür da, damit das eigene Herz nicht verbittert wird.“