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Gerade für Sie gelesen

  • Expedition Natur: WILD! Die Wildkatze von Annett Stütze; Britta Vorbach

    Was für eine wunderbare Erzählung, was für eine gründliche Recherche von den beiden Autorinnen Annett Stütze & Britta Vorbach zu einem der kleinsten Raubtiere Europas! Großformatig schaute mir das attraktive Gesicht der Wildkatze mit den ausdrucksvollen, grünen Augen vom Cover entgegen, als ich es aus der Verpackung befreite. Ich nahm das als Geschichte & Sachbuch ausgewiesene Buch gern in die Hand. Ich hatte es mir viel kleiner vorgestellt. Es hat ein Format von 23,5 cm x 23,5 cm.

    Auf 96 Seiten wird die scheue Wildkatze umfassend und informativ vorgestellt. Die Reihe „WILD!“ wird empfohlen ab einem Alter von 8 Jahren. Aber auch ich als Erwachsene fühlte mich gut unterhalten, folgte gern der "Expedition Natur“ und erfuhr Dinge, die ich so noch nicht kannte.
    Zu Beginn folgt man einer Wildkatzenmama mit ihren vier jungen Kätzchen durch den Wald, aus dem sie sehr abrupt durch die Baumfällarbeiten von Forstarbeitern vertrieben werden. Die lauten Geräusche und die fremdartigen Gerüche lassen sie schnell Reißaus nehmen. Sie muss nun für sich und ihre Kleinen schnell eine neue Unterkunft finden. Auf dem Weg dahin begegnen sie vielen Gefahren. Die mühsame Suche nach einem neuen Revier wird sehr anschaulich beschrieben. Nebenbei muss die Mutter auch noch für die Kinder und sich selbst Nahrung sorgen. Die Verpflegung für die kleinen Wildkatzen ist aufwändig, da sie noch nicht auf die Jagd gehen. Auch das müssen sie noch von der Mutter lernen wie so vieles andere.

    Das Buch ist hervorragend eingeteilt, so dass der Leser eine Übersicht über dieses wunderbare Tier unserer Heimat aus allen möglichen Blickwinkeln erhält. Vor 100 Jahren war die Wildkatze fast ausgerottet, weil ihr kuschliges Fell überaus beliebt war.

    Wo leben sie? Wie groß ist ihr Streifgebiet? Was unterscheidet die Wildkatze von der Hauskatze? Wie erkennt man eine Wildkatze? Was sagt sie uns durch ihre Körpersprache? Wie viele Wildkatzen gibt es in Deutschland? Wo sind ihre Verbreitungsgebiete? Das sind einige Fragen. Dazu gibt es z. B. übersichtliche Karten oder anschauliche Erklärungen mit herrlichen Fotografien, grünunterlegte Kästchen mit Extrawissen u.v.m.
    Eine Vielzahl von Tieren begegnen einem beim Streifzug durch den Wald mit der Wildkatze: da sind u. a. Eichelhäher, Singdrossel, Hase, Buchfinken, Füchse, Waschbären, Ratten, Mäuse, Siebenschläfer, Kaninchen, Dachs, Marder, Amsel, Zaunkönig, Fledermäuse, Nachtfalter, Eidechse, Bienen, Hummeln...
    Große Gefahr droht auch aus der Luft. Der Bussard wartet nur auf die günstige Gelegenheit ein kleines Kätzchen zu fangen. Deshalb ist die Mutter sehr vorsichtig und immer auf der Hut. Ein Leben mit vielen großen und kleinen Risiken!

    Gemeinsam mit dem BUND gelang dem Verlag Moses mit dem Autorinnenduo ein pädagogisch wervolles, reich bebildertes Buch – eine Art Lexikon über die Wildkatze.

    Voller Begeisterung gebe ich fünf von fünf Sternen und meine unbedingte Kauf- und Leseempfehlung für große und kleine Leute!

  • Die Kronzeugin von Sayragul Sauytbay; Alexandra Cavelius

    Anna Partl

    Ein Buch, bei dem mir die Worte fehlen. Ich konnte es beim Lesen nicht mehr aus der Hand legen, so gebannt, entsetzt und wütend war ich auf die Kommunistische Partei Chinas, auf die gesamte Situation, auf die Tatsache, dass so etwas Grausames noch immer existieren kann. Ich habe so viel Respekt vor dieser mutigen Frau, die sich solchen Gefahren aussetzt, um uns ihre Erfahrungen mitzuteilen! Dieses Buch lege ich jedem ans Herz, weil es wichtig ist, sich damit auseinanderzusetzen!

  • DUNKEL von Ragnar Jónasson

    Ich habe mich sehr gefreut, mal wieder einen Krimi mit einer etwas betagteren Ermittlerin zu lesen und mir darum erhofft, dass es sich um einen knallharten, erfahrenen alten Hasen handelt, dem die Bösen so rein gar nichts können – aber weit, weit gefehlt. Hulda verhält sich oft wie ein absolut blutiger Anfänger, der an seinem ersten Tag nur alles an Fettnäpfchen mitnimmt, was möglich ist. Man muss ihr allerdings zugutehalten, dass sie absolut nicht abgebrüht und weit davon entfernt ist, so zu sein, wie man es im ersten Augenblick vermutet und dieser Facettenreichtum hat mir persönlich wiederum sehr gut gefallen.
    Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass das Buch entweder ein Einzelteil oder das Ende einer Trilogie darstellt. Dann wäre ich eventuell mit dem Ende zufrieden gewesen, vielleicht hätte es sogar eingeschlagen wie eine Bombe und mich in absolute Verzückung versetzt, da es durchaus ein paar Wendungen in der Geschichte gibt, die man definitiv nicht erwartet. Die Realität ist allerdings leider, dass ich bitter enttäuscht war, mich schon fast um meine Zeit betrogen gefühlt habe. Nach Abschluss des Buches erscheint mir so vieles, mit dem die Handlung gefüllt wurde, einfach nur sinnlos.

    Fazit
    Ein nordischer Krimi, der seinen Fokus stark auf Persönlichkeit, Entwicklung und Geschichte seiner Protagonistin Hulda legt und den Kriminalteil dafür spürbar in den Hintergrund schiebt. Das Buch ist dabei mit äußerster Vorsicht zu genießen. Wer allerdings nach einem etwas „innovativen“ Krimi sucht, wird hier definitiv fündig. Ob man am Ende allerdings mögen wird, was man hier findet, mag ich nicht zu versprechen.

  • Die Spiegelreisende von Christelle Dabos

    „Im Sturm der Echos“ ist das Finale der Spiegelreisenden Saga und knüpft – anders als seine Vorgänger – direkt an den Geschehnissen am Ende des dritten Buches an. Ophelia befindet sich noch immer in Babel, welches gerade seinen ersten Erdrutsch verzeichnen musste. Auf ihrer Suche nach Antworten, um endlich die Existenz „des Anderen“ aufzudecken, begegnet sie erneut vielen Charakteren, die der Leser schon in den ersten drei Bänden ins Herz schließen durfte. Sehr zu meinem Bedauern kommen aber einige Charaktere zu kurz, von denen ich sehr gerne mehr gelesen hätte (Viktoria, Berenilde, …).
    Während man allerdings Ophelia, Thorn und beispielsweise Ambrosius und Octavius wiedertrifft, geschehen allerlei obskure Dinge. War schon der Pol mit seinen Illusionen eine mehr als fantastische Arche, so wird die Geschichte auf Babel nun vollkommen verdreht und skurril, sodass es einem als Leser leider immer öfter schwerfällt, dem Geschehen noch zu folgen. Ich befürchte, hier wollte die Autorin etwas höher hinaus, als der Geschichte am Ende gutgetan hat. Ich habe ziemlich schnell den Faden verloren, wie diese ganze Welt überhaupt noch zusammenhängt und was genau man jetzt eigentlich sucht. Würde man mich fragen, was auf den letzten 200 Seiten passiert ist, würde mir die Antwort genauso schwer fallen, wie die Galaxie erklären zu müssen. Ich war einfach heillos überfordert. So sehr, dass ich nicht mal sagen könnte, ob das Ende nun logisch und nachvollziehbar war oder nicht.

    Fazit
    Ich muss mich leider einigen Rezensenten anschließen. Der vierte Teil ist leider alles andere als ein starker Abschluss für diese so wunderbare Reihe. Die ersten drei Teile habe ich als Lieblingsbücher ins Herz geschlossen, die Existenz von Band vier würde ich aber stellenweise am liebsten verdrängen. Wem Teil eins bis drei schon zu abgedreht und verrückt waren, der wird mit diesem Buch definitiv auch nicht mehr glücklich.

  • Requiem für einen Freund von Elisabeth Herrmann

    Barbara Pernter

    Ein toter Betriebsprüfer in seinem Büro, das kann Anwalt Joachim Vernau nicht auf sich beruhen lassen, auch wenn die Polizei von Selbstmord ausgeht. Denn irgendwie scheint der Tod des Beamten mit einem vier Jahre alten Beleg aus den Unterlagen Vernaus zusammenzuhängen, den der ist nicht mehr auffindbar. Natürlich beginnt Anwalt Vernau zu ermitteln und bringt sich dadurch in große Gefahr.
    Steuerbetrug, Korrupiton und Gewalt: Anwalt Joachim Vernau kämpft auch in seinem neuesten Fall für eine bessere Welt und gegen eine Gesellschaft, die ihm zutiefst zuwider ist. Doch diesmal trifft er auf seine ehemalige Verlobte und kann sich nicht dagegen wehren, das alte Gefühle wieder hochkommen. Dieser aktionsreiche Krimi mit dem sympathischen Anwalt Joachim Fernau ist ein echter Lesegenuss.

  • Zwei fremde Leben von Frank Goldammer

    Carmen Schenk

    Die junge Frau Riccarda Raspe gebärt im Jahre 1973 in einer Dresdner Klinik ihr erstes Kind. Das Baby stirbt jedoch bei der Geburt. Riccarda glaubt aber nicht an den Tod ihrer Tochter. Sie glaubt vielmehr an eine staatlich angeordnete Kindesentführung. Auch der Polizist Thomas Rust hegt Zweifel und stellt Recherchen an, die ihn in großer Gefahr bringen. Erst 17 Jahre später kommt Riccarda der Wahrheit näher.
    Eine packende und bewegende Geschichte über Zwangsadoption in der DDR.

  • Die Liebe kommt auf Zehenspitzen von Kristina Günak

    Barbara Pernter

    Ben, Arzt mit Panikattacken und Lucy, angehende Schriftstellerin stranden in einem Schneesturm auf dem Hof von Dorle Dormann. Drei Monate später verstirbt die alte Frau und vererbt ihren Hof an Ben und Lucy. Die beiden kennen sich zwar kaum, beschließen aber vorerst für ein Jahr zusammen auf den Hof zu ziehen, als Wohngemeinschaft. Doch im Dorf glauben allen, dass die beiden ein Paar sind.
    „Die Liebe kommt auf Zehenspitzen“ ist eine leichtfüßige, lustige Komödie, aber auch eine romantische leise Liebesgeschichte. Lucy und Ben muss man einfach gernhaben und die Dialoge der zwei haben mich oft zum Schmunzeln gebracht, und natürlich weiß man als Leser noch vor den beiden, dass sie einfach zusammengehören.

  • Alles was fährt von Richard Scarry

    Barbara Pernter

    Die Bücher von Richard Scarry mit den vielen Zeichnungen haben mich schon als Kind fasziniert. Nachdem sie lange Zeit nicht mehr auf dem Markt waren, hat nun Diogenes seit einigen Jahren wieder einige Titel aufgelegt. „Alles was fährt“ ist einer davon. Mit seinen unglaublich vielen Zeichnungen von allen möglichen und unmöglichen Fahrzeugen gelingt es diesem Buch auch die nächste Generation von kleinen Lesern zu begeistern.

  • Paradise City von Zoë Beck

    Deutschland in einer nicht näher bestimmten nahen Zukunft. Die Bevölkerung wurde unter Anderem durch eine mutierte Masernepidemie in den 2030er Jahren reduziert. Das Meer hat sich mehr Lebensraum verschafft, die Nord- und Ostsee haben viel überschwemmt. Das Leben spielt sich in großen Zentren ab, vor allem um die Hauptstadt Frankfurt - Ruhrcity ist auch noch ein Ballungsgebiet, während Berlin in der Bedeutungslosigkeit versunken ist. Die Protagonistin Liina arbeitet für die freie Presse - allerdings ist diese verboten und darum müssen sie und ihre Kollegen versuchen, unter dem Radar zu bleiben. Ihr Chef und Liebhaber schickt sie nach Rostock, wo angeblich eine Frau von einem Schakal getötet wurde. Liina ist genervt, so etwas Unbedeutendes und offensichtlich Falsche zu recherchieren. Als sie zurück kommt, liegt ihr Chef auf der Intensivstation, angeblich ein Selbstmordversuch, doch daran glaubt sie nicht. In der Gesellschaft werden Gesundheitsdaten - und auch Bewegungsprofile etc - ständig überwacht. Angeblich natürlich nur zum Besten der Betroffenen. Worum es hier wirklich geht, zeigt sich erst nach und nach. Dieser kritische Zukunftsthriller hat mich sehr nachdenklich gestimmt.

  • Das Juliusspital. Ärztin aus Leidenschaft von Nadja Beinert; Claudia Beinert

    Das Juliusspital – Ärztin aus Leidenschaft ein Roman von
    Claudia & Nadja Beinert (Knaur Verlag)
    "Wir sind auf dem besten Weg, die Juristische Fakultät ein für alle Mal an Ruhm und Ehre zu übertrumpfen. Dreihundert Studenten sind allein für die Medizin immatrikuliert, und das hat bei einer Gesamtstudentenzahl von siebenhundert viel zu bedeuten"
    Das Juliusspital in Würzburg um 1850 wird der Wartesaal des Todes genannt. Einfache Leute und Menschen am Rande der Bevölkerung suchen Hilfe im Spital. Dort entscheiden sich Schicksale, Chancen für die Forschung und hier wird die Neugier und der Forschungstrieb der Professoren und der Bildungshunger der hiesigen Studenten gestillt. Dies ist ein Ort, der so viel Leid und Tod wie auch Hoffnung, Glanz und dunkle Seiten in sich birgt.
    Viviana entwickelt den Wunsch Ärztin zu werden auf einem unerwartetem Umweg in ihrem Leben. Mit ihrer großen Auffassungsgabe und unbändigem Wissensdurst, möchte so gern dazugehören. Sie träumt davon, Medizin zu studieren, zu helfen und Ärztin zu werden. Dieser Drang verstärkt sich, als sie die Möglichkeit nutzt, Vorlesungen und dem Unterricht der Studenten ab und an heimlich in der Alma Julia zu belauschen. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts bleibt ihr als Frau ein Medizinstudium untersagt. Viviana entscheidet sich gegen den bequemen Weg auf der Suche nach ihrer Erfüllung im Leben. Dabei trifft sie auf Charaktere mit Ecken und Kanten, historische Persönlichkeiten und fiktive Figuren.
    In jeder Zeile und in kleinsten Details spiegeln sich die großartige Recherchearbeit und das Mitgefühl zu ihren Protagonisten der beiden Autorinnen wieder. Der Leser begleitet die facettenreichen Figuren entlang der Straßen und Viertel des vergangenen Würzburgs. Vor diesem historischen Hintergrund fächern sich zeitgetreue Informationen, medizinische Fortschritte, pharmazeutische Einblicke, Hintergrundwissen zum Aktien- und Bankgeschäft, die Stellung der Frau innerhalb der Familie und in der Gesellschaft sowie Einblicke in das Alltagsleben der einfachen und gehobenen Bevölkerung breit durch die Geschichte.
    Der fesselnde, detailreiche Schreibstil trägt den Leser in die Geschichte hinein und lässt ihn nicht mehr los. Auch ich habe die willensstarke Viviana gern auf ihrem Lebensweg begleitet. Daher freue ich mich auf den bald folgenden 2. Band: Das Juliusspital – Ärztin in stürmischen Zeiten.