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Bewertungen von Leser/innen

  • Nachdem uns (Mama und 12jährige Tochter) schon die Bände „Good Night Stories for Rebel Girls“ und „Stories for Boys Who Dare to be Different“ von Ben Brooks richtig gut gefallen und fasziniert haben, waren wir sehr gespannt auf das Buch „Stories for Kids Who Dare to be Different – Vom Mut, anders zu sein“ und wir wurden wirklich nicht enttäuscht.
    Nein, im Gegenteil, wir wurden wieder von so vielfältigen Geschichten überrascht, von Männern, Frauen, Kindern, die großartiges bewirkt haben und immer noch dabei sind, es zu tun, die gegen den Mainstream schwimmen, die mutig und tapfer sind und sich gegen den Wind stellen, die nicht aufhören, an sich oder eine Sache zu glauben, auch wenn ihnen allerhand anderes erzählt wird und die letztendlich gefeiert werden dafür im Stillen und auch in der Öffentlichkeit.
    Wir haben die Geschichten voller Faszination gelesen und sind nachhaltig beeindruckt. Manche Personen haben wir schon gekannt, andere noch nicht.

    Prima gefallen hat uns die Aufmachung des Buches, denn jeder Person (es werden insgesamt 100 Menschen unter die Lupe genommen) ist immer eine Doppelseite gewidmet. Auf der einen Seite findet man Informationen zur Geschichte der jeweiligen Person und auf der anderen Seite ist eine dazu passende, aussagekräftige Zeichnung zu finden.
    Das Buch „Stories for Kids Who Dare to be Different“ von Ben Brooks umfasst in der gebundenen Ausgabe 208 Seiten und ist im Loewe Verlag 2019 erschienen. Wir empfehlen es Lesern ab 12 Jahren.

    Fazit: Wir sprechen eine absolute Leseempfehlung aus für Leser, die sich für Menschen interessieren, die tapfer und mutig sind und gegen den Strom schwimmen und die nicht unbedingt den gängigen Klischees entsprechen. Das Buch ist faszinierend, lädt immer wieder zum Hineinblättern ein und wird von uns ganz sicherlich noch oft zur Hand genommen werden.

  • Wolfspferd von Sabine Giebken

    Tala träumt von mehr als nur die Erwartungen ihres Vaters im Hinblick auf ihre Mädchen- und Frauenrolle zu erfüllen. Gerne würde sie die ganze Zeit mit ihrer geliebten Albinostute Saphira durch die Wälder ziehen, aber sie hat eben ihre Rolle zu erfüllen. Auch Saphira wird vom Leithengst immer wieder in ihre Schranken verwiesen. Tala und Saphira teilen also ihr Schicksal. Doch eines Tages sind das Mädchen und ihre Stute plötzlich die einzige Hoffnung für das Überleben des Stammes, denn das Lager wurde von Räubern überfallen und vollkommen zerstört. Tala und Saphira stellen sich der Herausforderung und ein großartiges Abenteuer beginnt.

    Mit ihrem Buch „Wolfspferd“ ist Sabine Giebken ein abenteuerlustiges, spannendes und lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Verlag Schneiderbuch erschienen ist und 224 Seiten umfasst.
    Das Buch einfach und flüssig zu lesen und es packt einen von der ersten Seite an. Wir haben Tala und Saphira sofort in unser Herz geschlossen und die Landschaft, in der die Geschichte spielt ist einfach traumhaft beschrieben - der viele Schnee, die Kälte – wir konnten uns alles sehr gut vorstellen.
    Prima haben uns die feinfühligen Schilderungen über die Freundschaft zwischen Tala und Saphira gefallen. Sie verbindet ein ähnliches Schicksal, denn sie wollen zeigen, das mehr und auch anderes in ihnen steckt, als andere von ihnen erwarten.
    Ein bisschen enttäuscht waren wir leider von dem schnellen Ende.

    Fazit: Wir sprechen eine absolute Leseempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 10 Jahren, die ein spannendes und pferdeverliebtes Abenteuer vor einer zauberhaften Winterkulisse erleben wollen.

  • Weil du es bist von Sabine Nagel

    „Weil du es bist“ von Sabine Nagel verfasst ist 2011/19 im Verlag BoD erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 474 Seiten.

    Fredi und Sascha lernen sich ganz unverhofft kennen und schon nach kurzer Zeit merken beide, dass sie ihre große Liebe kennen gelernt haben. Doch die Beziehung der beiden ist alles andere als leicht – nicht für Fredi und auch nicht für Sascha. Sascha sitzt nämlich seit einem Unfall vor ungefähr zwei Jahren im Rollstuhl und er fängt gerade erst damit an, die Tatsache, dass er vom Rollstuhl abhängig ist, zu begreifen und zu verarbeiten und Fredi ist zunächst völlig „naiv“. Beide erleben nun gemeinsam und auch einzeln verschiedene Höhen und Tiefen. Eines ist beiden aber immer klar, nämlich: das ist Liebe!

    Sabine Nagel hat in ihrem Buch einen tollen Schreibstil gefunden: flüssig, locker, leicht, unterhaltsam, tiefsinnig, berührend… Ach, ich mag gar nicht aufhören, davon zu schwärmen, denn der Schreibstil hat mir einfach so sehr zugesagt und ich habe die ganze Geschichte einfach sehr genossen. Sabine Nagel hat es von der ersten Seite an geschafft, dass ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen wollte, ich war einfach so sehr in der Welt von Fredi und Sascha gefangen und es hat mich wirklich tief berührt. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht und mitgeweint und ich konnte mich wunderbar in die beiden Protagonisten hineinversetzen.
    Man merkt, dass Sabine Nagel viel Herzblut in ihr Buch gesteckt hat und jedes Wort sehr bewusst und voller Gefühl geschrieben hat.
    Sie hat die Thematik der Liebesbeziehung zwischen einem Menschen, der durch einen Unfall querschnittsgelähmt ist, und einem körperlich nicht beeinträchtigten Menschen sehr feinfühlig und realistisch beschrieben – in Höhen und Tiefen. Ebenso wie die Reaktionen der Mitmenschen zu dieser Liebesbeziehung.
    Dies hat mich selbst sehr bereichert. Ich habe Fredi und Sascha fest in mein Herz geschlossen und dieses Buch wird sicherlich noch lange in mir nachwirken.

    Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Es hat mich wunderbar unterhalten, hat mich schmunzeln lassen, nachdenklich gestimmt und im Augenwinkel saß auch die ein oder andere Träne. Ein toller Roman, ein wunderbares Leseerlebnis. Vielen lieben Dank hierfür!

  • Lucies Mama ist gerade an Krebs gestorben und nun muss die 17-jährige Lucie, die ohne Vater aufgewachsen ist, die gemeinsame Wohnung räumen. Beim Ausmisten fallen ihr Briefe eines unbekannten Mannes an ihre Mutter in die Hände und Lucie kommt der Gedanke, dass es sich dabei um ihren Vater handeln könnte. Jedoch wohnt dieser nicht gleich um die Ecke, sondern die erste Spur führt nach Amerika. Lucie begibt sich voller Hoffnung auf die Reise. Bald schon wird sie von neuen Freunden auf ihrem großen Abenteuer begleitet und gemeinsam erleben sie so manches.

    Mit ihrem Jugendbuch „Würdest du lieber fliegen oder unter Wasser atmen können?“ ist Anne Kröber wieder ein wunderbares und sehr lesenswertes Abenteuer gelungen, das 2019 erschienen ist und in der Taschenbuchausgabe 304 Seiten umfasst.

    Anne Kröber gelingt es in einer absolut jugendgerechten, klar verständlichen und flüssig zu lesenden Sprache ihre Geschichte zu schreiben. Besonders toll finde ich es, wie feinfühlig sie auf die unterschiedlichen Gefühle der vorkommenden Personen eingeht und hier viele Aspekte angeht, die zum Nachdenken und Mitfühlen anregen und auch zum Darüberschmunzeln. Sie nimmt die Themen Freundschaft, Erwachsen-Werden, Erste Liebe, Selbstbewusstsein, Umgang mit Trauer ernst, schafft es aber dennoch die nötige Leichtigkeit mit in die Geschichte hineinzubringen. Dadurch gelingt es der Autorin, dass die Leser sofort einen Bezug zu ihrer eigenen Realität herstellen können, sich selbst in die Geschichte hineinversetzen können und das Interesse an der Geschichte natürlich absolut gesteigert wird.

    Prima gefallen hat mir die Protagonistin Lucie. Ich konnte prima mit ihr mitfühlen, mich mitfreuen und auch traurig sein mit ihr.
    Vor allem in Bezug auf das Thema Freundschaft bzw. Liebe hat sich Lucie toll entwickelt und letztendlich doch die so richtige Entscheidung getroffen.
    Auch die anderen im Buch vorkommenden Charaktere, wie zum Beispiel Tom und Tessa gefallen mir richtig gut und fügen sich in die Geschichte sehr stimmig ein.

    Was für ein schönes Buch! Es war für mich ein richtiger Lesegenuss, in die Welt von Lucie einzutauchen.

  • Käthe: Der Gorilla-Garten von Simone Veenstra

    Käthe ist umgezogen: vom idyllischen Landleben bei Oma auf dem Apfelhof geht es mit Mama und Papa in die quirlige Großstadt. Einige Bedenken hat Käthe hier anfangs schon, aber was soll’s: sie will die Welt entdecken, in ihr steckt viel Neugierde und Unbeschwertheit, viele gute Lebensweisheiten (die man immer gut gebrauchen kann) hat sie von der Oma mitgenommen und Käthes gute Laune steckt einfach alle an. In Nullkommanichts findet sie gute Freunde und als sie dann gemeinsam mit Theo aus ihrer Klasse dann auch noch einen wunderbaren Garten mitten in der Großstadt entdeckt, fühlt sie sich daheim.

    Mit ihrem Buch „Käthe – Der Gorilla-Garten“ ist Simone Veenstra ein wunderbares, lebendiges und sehr lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Ravensburger Verlag 2020 erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 144 Seiten umfasst. Es ist geeignet für Kinder ab 5 Jahren.

    Simone Veenstra gelingt es in einer absolut kindgerechten, klar verständlichen und modernen Sprache ihre Geschichte zu schreiben. Sie schafft es ab der ersten Seite eine Nähe zu ihren Lesern zu erzeugen. So macht das Lesen Spaß und Freude und die Geschichte ist quirlig und voller Leben.
    Prima gefallen hat uns die Protagonistin Käthe. Wir konnten prima mit ihr mitfühlen, uns mitfreuen und mit ihr gemeinsam durch die Großstadt wirbeln. Ihre Lebensfreude und Offenheit stecken absolut an. Aber auch ihre Wertschätzung gegenüber der Natur und Tieren, ihre Feinfühligkeit gegenüber Personen hat uns sehr gefallen. Sie geht in ihrer kindlichen Art positiv auf die Menschen zu und bekommt dies auch zurück. Einfach wunderbar zu lesen.

    Die vielen, bunten Illustrationen von Mariam Ben-Arab sind ein absoluter Hingucker in dem Buch und haben uns so richtig begeistert. Sie unterstreichen das Gelesene und in ihnen spiegelt sich die Lebensfreude von Käthe wider. Ein wunderbarer Augenschmaus.

    Ein tolles Highlight wartet außerdem am Ende des Buches: eine Anleitung, wie man Blumen in Gummistiefel pflanzt!

    Und da uns nun so alles gefällt: die Geschichte insgesamt, die Protagonistin, die tollen Illustrationen und der frische Schreibstil von Simone Veenstra, vergeben wir glatte 5 von 5 Punkten und wir hoffen darauf, das es noch weitere Bände um Käthe geben wird.

  • Unsere eigene Weihnachtsgeschichte von Annette Langen; Marije Tolman

    „Unsere eigene Weihnachtsgeschichte“ von Annette Lange ist 2019 im NordSüd-Verlag erschienen und umfasst 32 Seiten.

    Mia bringt ihrem jüngeren Bruder Jona bei, wie sich die Geschichte mit Jesus, Maria und Josef damals in Bethlehem abgespielt hat. Sie macht dies auf eine sehr liebevolle, kindliche Art und Weise, indem sie die Weihnachtserzählung zusammen mit ihrem Bruder nachspielt – so wie es Kinder eben sehr gerne in einem Rollenspiel tun.

    Annette Lange hat dies alles wunderbar in eine kindgerechte Sprache verpackt und sie lässt eine sehr warme und weihnachtliche Atmosphäre im Buch entstehen, die sich sofort auf die Leser überträgt. Meine Kinder, mit denen ich dieses Buch gelesen und angesehen habe, waren sofort davon fasziniert und konnten sich gut in Mia und Jona hineinversetzen.
    Marije Tolman unterstreicht und ergänzt die Geschichte mit ihren wunderbaren Zeichnungen. Die Zeichnungen sind nicht zu überfrachtet und laden zum genauen Betrachten ein. Es findet sich auch manches zum Schmunzeln.

    Von meinen Kindern und mir gibt es eine absolute Lese- und Kaufempfehlung. Das Buch ist zum Vorlesen sicherlich für Kinder ab 4 Jahren geeignet und es lädt zum kindlichen Rollenspiel förmlich ein.

  • Das Geheimnis von Shadowbrook von Susan Fletcher

    „Das Geheimnis von Shadowbrook“ von Susan Fletcher ist 2019 im Insel Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 445 Seiten.
    Das Cover ist wirklich traumhaft schön gestaltet: Blumen und Pflanzen ranken sich um den Buchstaben S und alles ist in blau, gold, gelb und weiß gehalten.

    Clara Waterfield macht sich als junge Botanikerin im Jahr 1914 auf den Weg nach Shadowbrook auf, um dort ein Gewächshaus mit exotischen Pflanzen einzurichten. Diesen Weg zu gehen ist für Clara nicht leicht, denn sie hatte eine sehr behütete Kindheit, da sie an der Glasknochenkrankheit erkrankt ist. Unzählige Brüche und ihr dadurch gezeichneter Körper machen ihr das Leben schwer. Doch Clara gibt nicht auf, Clara nimmt die Herausforderung an und findet in Shadowbrook eine zweite Heimat, die zunächst sehr geheimnisvoll und auch unheimlich ist. Wer ist nur dieser Hausherr Mister Fox, den sie fast nie zu Gesicht bekommt und stimmen die Gerüchte über einen in Shadowbrook umgehenden Geist?

    Susan Fletcher gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren flüssigen, leicht mystischen und sehr gefühlvollen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Die Handlung geht sehr langsam vonstatten, was der Spannung in meinen Augen jedoch keinen Abbruch tut, denn der Leser kann sich so selbst seine Gedanken zu den Geschehnissen machen und erfährt Stück für Stück mehr.
    Die Autorin beschreibt die Protagonistin Clara in all ihren Stärken und Schwächen und so konnte ich mich prima in sie hineinversetzen und ihr Handeln jeweils gut nachvollziehen. Clara hat sich zu einer mutigen und selbstbewussten jungen Frau entwickelt und dies war wunderbar zu lesen.
    Besonders gut gefallen haben mir auch die Schilderung zur Botanik und zu Claras „Glasknochenkrankheit“.
    Der Schluss kam für mich im Positiven überraschend und ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet.

    Fazit: Ein unglaublich fesselnder historischer Roman mit vielen Geheimnissen, einer wunderbaren Atmosphäre und einem unvergleichlichen Schreibstil von Susan Fletcher.
    Es war ein absoluter Lesegenuss für mich.

  • „Strange the Dreamer- Ein Traum von Liebe“ ist die magische und fantasievolle Fortsetzung von „Strange the Dreamer – Der Junge, der träumte“ von Laini Taylor. In der Originalausgabe sind die beiden genannten Bände in einem Buch zusammengefasst. Das Buch in der deutschen Übersetzung ist im Verlage ONE erschienen und umfasst 384 Seiten.

    Die Geschichte um Lazlo und seine Aufgabe in der fantastischen Stadt Weep geht weiter. Und auch Sarai tauscht wieder in den Träumen von Lazlo auf. Welche Rolle spielt sie eigentlich? Und wird sie sich wohl für eine Seite entscheiden? Menschen oder Götter? Muss sie dies überhaupt?

    Laini Taylor ist eine ganz besondere Autorin, die in meinen Augen mit ihrem Schreibstil sehr aus der Masse heraussticht. Sie schreibt sehr malerisch und eindringlich und in einer poetischen Art und Weise. Sie beschreibt sehr gerne und viel und nutzt hier häufig das Element der Metapher ohne dass dies jedoch zu viel wird. Unglaublich sind auch die vielen fantastischen Ideen in diesem Buch. Hiervon sprudelt es förmlich.
    Besonders gut hat mir gefallen wie viel an Fahrt und Spannung die Fortsetzung in sich hatte. Ich habe wirklich mit allen Figuren mitgefiebert und wollte das Buch eigentlich bis zum Ende nicht mehr aus der Hand nehmen. Das Ende hat mich dann auch wirklich verblüfft – doch jetzt wird hier nicht mehr verraten.
    Die im Buch vorkommenden Charaktere wie zum Beispiel Sarai, Feral, Thyon oder Ruby, haben sich allesamt während des Buches immer weiterentwickelt – sein es ins Positive oder auch Negative. Laini Taylor beschreibt sie sehr vielschichtig und ergründet Stärken und Schwächen eines jeden Einzelnen.

    Fazit: Ein unglaublich schönes Buch, sowohl, was den Schreibstil anbelangt, als auch die gesamte sehr mitreißende Geschichte. Es war für mich Lesefreude pur!
    Ich freue mich bereits auf die Fortsetzung. Im Englischen ist die Weiterführung unter dem Titel „Muse of Nightmares“ erschienen.

  • Der Untergang der Könige von Jenn Lyons

    Ich stehe dem Buch „Der Untergang der Könige: Drachengesänge 1“ von Jenn Lyons etwas zwiegespalten gegenüber, aber dazu weiter unten mehr. Vielleicht hatte ich mir auch einfach zu viel erwartet, da mich der Klappentext einfach unglaublich in seinen Bann gezogen hat…
    Das Buch ist im Verlag Klett-Cotta 2019 erschienen und umfasst 863 Seiten.

    Der Leser begegnet dem Jungen Kyrin in einer Gefängniszelle. Dort erzählt er der Wächterin Klaue seine Geschichte. Er wurde als angebliches Findelkind von seinem harfespielenden Ziehvater und seiner Ziehmutter Ola, einer Bordellbesitzerin, in den Elendvierteln von Quur aufgezogen. Eines Tages beobachtet er, wie zwei Männer einen anderen foltern und einen Dämonen anrufen. Die Gefahr und eine unglaubliche Folge von Ereignissen beginnen nun für Kyrin. Auch Klaue beginnt die Geschichte von Kyrin zu erzählen allerdings zu einem späteren zeitpunkt in Kyrins Leben. Sie kann Gedanken lesen und kennt Kyrin schon sehr lange.

    Jenn Lyons ist eine Autorin mit einem sehr dichten Schreibstil. In ihrem Buch bekommt der Leser so viele Informationen, dass es in meinen Augen stellenweise wirklich zu viel war und ich einfach aufgrund des Informationsüberflusses den Überblick nicht mehr behalten konnte. Dadurch ging für mich die Spannung und teilweise auch die Lesefreude verloren. Aber dies ist mein persönliches Empfinden!
    Toll fand ich die vielen unglaublichen Ideen, die in der Geschichte steckten und diese zeichnen sicherlich die Autorin auf das Beste aus. Ihr Geschichte hat so vieles in sich: ist grausam, voller Zauber, gefüllt mit Intrigen und Heimlichkeiten, voller Liebe und Hass, mächtig und manchmal auch überwältigend.

    Fazit: Mich faszinierten an diesem Buch die vielen magischen Ideen, die Geschichten um die Götterbrut und die beiden Erzählstränge aus unterschiedlichen Erzählperspektiven. Insgesamt war es mir allerdings auch immer wieder etwas verwirrend geschrieben, da so viele Charaktere auftauchten und sich mir deren Namen nicht sofort einprägten und ich mich auf späteren Seite auch schwer tat, mit dem Erinnern an die Geschehnisse und Personen der vorherigen Seiten. Die Aufmerksamkeit des Lesers musste permanent auf einem sehr hohen Level sein. Das war mir wirklich manchmal zu anstrengend, so dass der Lesefluss bei mir immer wieder unterbrochen war. Ich vergebe deshalb nur drei von fünf Sternen.

  • Der Kinderzug von Michaela Küpper

    „Der Kinderzug“ von Michaela Küpper ist 2019 im Droemer Verlag erschienen. Es umfasst in der gebundenen Ausgabe 352 Seiten und wird auf der Grundlage historischer Ereignisse während der Zeit des Zweiten Weltkrieges erzählt.

    Die Autorin Michaela Küpper erzählt in ihrem Buch auf sehr berührende Art und Weise die Geschichte der jungen Lehrerin Barbara, die sich um eine ganze Gruppe voller Mädchen im angehenden Teenageralter kümmern muss. Die Mädchen wurden im Zuge der sogenannten Kinderlandverschickung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges auf die Insel Usedom gebracht. Zunächst freuten sich die Kinder sehr, denn dort gab es genügend zu Essen, der Krieg schien weit weg und alles fühlte sich mehr nach einem Urlaub unter Freunden an. Doch der Krieg rückte näher und die Sorge um die eigene Familie und Freunde wuchs. Schließlich musste der Aufenthaltsort verlassen werden und sowohl für die Mädchen als auch für die Lehrerin begann eine schreckliche Reise ins Ungewisse.

    Michaela Küpper schafft es das sehr wichtige und erschreckende Thema der Kinderlandverschickung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gekonnt anzugehen. Ihr Buch lässt sich trotz des „harten“ Themas sehr flüssig lesen und ich konnte mich als Leserin sehr gut in die fein ausgearbeiteten Charaktere der Geschichte einfühlen.
    Was ich toll finde, ist die Entwicklung von Barbara. Anfangs war sie so steif und schüchtern und zum Schluss konnte sie ihr Herz öffnen, ihre Gefühle nach außen zeigen und ihr Selbstbewusstsein ist sehr gewachsen. Was für ein Glück, dass die Mädchen sie hatten.
    Ich spreche eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch aus, das bei jedem Leser sicherlich lange nachwirken wird. Mich hat es sehr berührt und mir wurde wieder einmal bewusst, wie gut wir es haben, dass wir in Frieden leben können und welch schreckliches Leid Krieg mit sich bringt.