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  • wtv empfiehlt:

  • wöll töll völl von Bernhard Stecher

    Die Farbe Gelb und das Format lassen spontan an ein Telefonbuch denken. Mit den Maßen 28,5 cm x 22,5 cm x 4,5 cm und einem Gewicht von 1,43 kg entspricht es definitiv nicht dem Format eines Taschenbuchs, das soeben erschienene Werk mit dem Titel „wöll töll völl – Mythos Ötztal“ des Ötztaler Autors Bernhard Stecher. Als heiter-kritisches Lese- und Hörbuch konzipiert, verrät Stecher, als Insider sozusagen, Details und höchst intime Geheimnisse um die echten Ötztaler und das einmalige Tal.

    Also absolut kein Blick von außen auf das, was in dem mythen- und sagenumwobenen Tal vorgeht, und auf die Menschen, welche sich mit der höchst sonderbaren, von der UNESCO mit dem Weltkulturerbe bedachten Sprache verständigen. Nein, es ist vielmehr eine Beichte, eine Abfolge von Geständnissen, von einem, der das Dasein als original Ötztaler genießt und enorm stolz die sich unterscheidenden Qualitäten des einmaligen Tiroler Schlages vom Rest der Menschheit aufzeigt. So wirft er einen Blick auf die sich durch feine Nuancen unterscheidenden Dialekte, welche im Tal gesprochen werden.
    Im Buch werden auch die verschiedenen Dialekte im Tal analysiert.

    Im Buch werden auch die verschiedenen Dialekte im Tal analysiert.

    Die verschiedenen Dialektbeiträge sind zudem mittels einer App nachhörbar. Einem Sprachkurs steht also nichts mehr im Wege. Über Wiesen, Fluren und historische Böden durchschreitet der Pädagoge, Gründer der Agentur bp10, Künstler und Journalist Stecher das vom Tourismus bestimmte Tal. Er stolpert dabei über Historisches und so manches Histörchen, über Anekdoten und Kurioses, stößt auf einmaliges Brauchtum, trifft auf die Engländer und Deutschen des Ötztals, weiß um die Verwandtschaft des Ötztalerischen mit dem Türkischen, Jiddischen wie Elsässischen, und lässt mit sehr spezifischem Humor ausgestattete Originale zu Wort kommen.

    Die Illustrationen des mehr als 400 Seiten umfassenden Werkes stammen selbstverständlich auch von Stecher und zeugen von qualitativ hochwertig spitzer Fede­r.

    Markus Hauser, Tiroler Tageszeitung, 17.10.2017