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Bewertungen von Leser/innen

  • Das Fest der kleinen Wunder von Ulrike Renk

    Das Fest der kleinen Wunder eine winterliche Erzählung von Ulrike Renk, erschienen im Rütten & Loening (Aufbau) Verlag
    ...Fredericke war ein weiteres Mal in den Stall gegangen. Die winterliche Sonne hatte den Nebel aufgelöst, aber ihre Kraft reichte nicht mehr, um die vereisten Pfützen aufzutauen. Bald würde es schneien, der kalte Wind kam aus dem Osten. ...
    Ulrike Renk nimmt den Leser mit nach Ostpreußen auf Gut Fennhusen im Winter 1925. Die Charaktere sind durchweg liebenswürdig und glaubhaft dargestellt. Der wundervolle Schreibstil lässt das alte Land in Bildern auferstehen. Die Familie, die Bediensteten und die Leute leben im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten. Die Autorin gibt einen wunderbaren Einblick in das Alltagsleben und die Rituale in der Provinz. Dazu gehören der strenge Tagesablauf, der durch zeitiges Aufstehen, Andachten und Hauslehrer gekennzeichnet ist. Auch die typischen, leckeren Köstlichkeiten, die die Köchin Schneider mit Hingabe zubereitet werden liebevoll beschrieben. Am Ende des Buches befindet sich ein Rezept für Pfefferkuchen nach Art der Köchin Schneider, welches der Herstellung sicher lohnt.
    So erleben Frederike und ihre Geschwister im Rahmen der damaligen, konvetionellen Regeln eine unbeschwerte Zeit. Zusammen mit ihren Pferden verbringen sie sorglose Stunden und nehmen an der großen Jagd teil. Lustige Elemente lassen der spitzbübische Fritz und dessen Freund durch ihre Lausbubenideen einfließen. Für mich war es eine heitere, unbeschwerte Geschichte mit sprachlich typischen Slang. Majellchen, Marjellchen, dat wird jestimmt een dolles Fest!
    Daher hat mir hat diese leichte, positive, weinachtliche Geschichte aus Ostpreußen unheimlich gut gefallen. "Frühling auf Gut Fennhusen", welches im März 2019 erscheint, ist schon vorbestellt. Und auch die drei bereits erschienen Romane der Ostpreußen-Saga werde ich mit Genuß lesen.

  • Zarah & Zottel Die Sache mit der gestohlenen Zeit geschrieben und fantastisch illustriert von Jan Birck
    Zarah und ihr besonderes Zottelpony auf vier Pfoten gehen auf Mission nach der gestohlenen Zeit von Hausmeister Holzköppel. Der hat nämlich Huberts Ball konfisziert. Angeblich haben Martin, Ossi, Beule und Co. seine wertvolle Zeit gestohlen. Eine Behauptung, der auf den Grund gegangen werden muss! Wie Kinder mit solchen Floskeln umgehen und ob Zarah und Zottel hinter das Geheimnis mit der gestohlenen Zeit kommen, erzählt Jan Birck in diesem neuen, tollen Abenteuer. Die bunten, detailreichen, eingestreuten, oft ganzseitigen Illustrationen lassen die kleinen Leser in eine Fantasiewelt eintauchen, die am Ende mit so viel Wahrheit und Realität vollgepackt ist. Gerade diese moderne, kindgerechte Erzählweise machen die Lektüre auch für weniger routinierte Leser leicht. Die ausdrucksstarken Charaktere, eine stimmungsvolle Farbigkeit und witzige Kleinigkeiten machen Spaß beim Vorlesen und Entdecken.
    Eine kleine Superheldin und deren pelziger Freund, farbenfroh zu Papier gebracht, machen Mut zum Handeln und Spaß beim Kennenlernen. Bei so viel freundschaftlichem Zusammenhalt und fantasiereicher Action wollen meine Kinder und ich unbedingt noch weitere Alltagsabenteuer von Zarah und Zottel – Zack Zack lesen.
    Fazit: Jan Birck erzählt mit voller Kreativität und Fantasie eine wunderbare Geschichte. Eine Geschichte zum Erkunden, Verstehen, Innehalten und Nachdenken. Erfrischend offen, gerade für große Vorleser. Ein kleines Schatzbuch mit Bezug zur Realität..., das sind die Besten!

  • Juli verteilt das Glück und findet die Liebe von Tanja Kokoska aus dem Heyne Verlag
    Juli Mahlo lebt allein in einer Wohnung, die sie einst mit ihrer Mutter und Großmutter teilte. Nach deren Tod flüchtet sie sich in vertraute Dinge wie die Suppenschüssel mit dem Plätzchenduft oder die Errinnerungen an einen Fleischwolf und dessen Kerbe auf dem Küchentisch. Vertraute Stille umgibt sie, in der sie wunderbar nachdenken kann. Besondere Begegnungen mit einzigartigen, zufällig scheinenden Personen regen ihre Fantasie an und erfassen ihre fürsogliche Seite. Pläne reifen in ihrer Stille und sie versucht die Menschen zum Reden zu bringen, sie von drückenden Erinnerungen zu befreien und glücklich zu machen. Mit Hilfe der farbenfrohen duftenden Blumen aus ihrem Blumenladen schafft sich Juli Zutritt zu den Herzensangelegenheiten fremder Menschen. Ihrem eigenen Glück begegnet sie in Form von Oskar, der so schön ist wie Gregory Peck. Doch ein Geheimnis und eine Verbindung zu ihrer eigenen Familie überschatten die zauberhaften Momente der geborgenen Zweisamkeit.
    Dieses Buch ist anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Eine ganz und gar fabelhafte Geschichte mit einer zutiefst liebenswerten Protagonistin. Tanja Kokoska weiss diese Zeilen mit solch einem Feingefühl zu erzählen. Anmutig, leise mit einem Seufzen auf den Lippen begleitet der Leser Juli auf ihrem Weg zu sich selbst. Ganz klar, manchmal shroff aber immer eindeutig gibt die Geschichte ihre Anekdoten frei. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise zu der Magie des Augenblicks, des Glück der kleinen Dinge und den zauberhaften Einzelheiten des Alltags. Daraus entfalten sich manch verwunderliche Situationen und ein überraschendes Ende, was die Anfänge nicht vermuten ließen. Unvorhergesehene Wendungen machen den reizvollen Schreibstil so interessant. Hoffnung entsteht, zerplatzt und keimt neu auf, getragen von einer positiven Grundstimmung.
    Die Protagonisten sind klar gezeichnet und bleiben sich treu. Juli selbst ist einmalig. Sie wächst über sich hinaus mit den Aufgaben, die ihr das Leben stellt. Auch Oskar gibt Kleinigkeiten von sich preis und erscheint nahezu nüchtern neben seiner skurilen, bunten von Vergesslichkeit gezeichneten Mutter. Juli und Oskar sind zusammen ein Ganzes, zwei zersprungene Teile, die zusammengehören. Doch manchmal scheint die Vergangenheit den düsteren, langen Arm nach der Gegenwart auszustrecken, wo sie die Zukunft in die Knie zu zwingen droht, weil diese die Unwegsamkeit des Schiksals nur schwer ertragen kann.
    Fazit: Ich konnte mich nur schwer von den Dingen, die Juli dazwischen zu sagen hatte, losreißen. Es gab einfach soviel mit ihr zu entdecken, wenn man bereit ist, sich auf diese besondere Lektüre einzulassen. Ein Buch, welches ich zu einem meiner Lieblingsbücher gewählt habe!

  • Frei wie die Vögel von Ann-Helena Schlüter

    Frei wie die Vögel ein Roman aus Kriegszeiten gegen das Vergessen von Ann-Helena Schlüter, verlegt vom SCM Verlag
    Vier Geistliche aus Lübeck werden am 10. November 1943 um 18.00 Uhr auf Hitlers Befehl hingerichtet. Ihr offenes Aufbegehren gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes kostet sie letztendlich ihren Kopf.
    Die 288 Seiten lesen sich flüssig. Die 22 Kapitel sind mit passenden Überschriften und Zitaten sowie Gedanken in kurzen Zweizeilern versehen. Dem Vorwort und Prolog schließen sich kurze Biographien mit Fotos der vier Märtyrer an. Ein Epilog und Dank umrahmen die Geschichte. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und sehr ergreifend. Tief erschüttern mich die jeweiligen Begebenheiten und zeitlichen Einblicke in das Leben dieser intelligenten Männer. Intelligenz, Bildung und Menschlichkeit hinterfragt! Der Glaube ist nicht konform, kann es in dieser Zeit auch gar nicht sein mit den perfiden Ansichten des Kriegs-Regimes. Dies wird allen vier Männerrn zum Verhängnis und/oder erlöst sie letztendlich. Jedes Abweichen von der Norm und vom Verlangten konnte als Vorwand für Straftaten genutzt werden. Diese Geschichte gibt tiefe Einblicke in das Verhalten und Denken aller Gefolgsleute Hitlers. Mich erschüttert dieses Vorgehen der Nationalsozialisten. Der Glaube mit solch einer festen Überzeugung, diese menschenverachtenden und unwürdigen Dinge wären richtig, ist mir unbegreiflich. 
    Die Positionierung der richtigen Person am richtigen Platz zeigt das Aufgehen Hitlers Strategie (z.B der Standpunkt der evangl. Kirche). Erschreckend und sehr anschaulich schildert die Autorin die Gegensätze dieser Zeit, das Leid der Bevölkerung und der nichtgewollten Gruppen. Neben den Juden wurden noch viele andere Bevölkerungsgruppen und Stände verfolgt und denunziert. Dies trifft die Autorin mit ihren einfühlsamen und bildhaften Worten bis ins Detail. Die Zeilen von Frau Schlüter gehen tief ins Herz und sind wahrlich keine leichte Kost! Man weiß, worauf die Geschichte am Ende hinaus läuft und doch entsteht während des Lesens Hoffnung! Die Gedanken in Gefangenschaft sind sehr düster und liegen schwer auf der Geschichte. Im Gegenzug dazu bringt die Arbeit und der Einsatz der Geistlichen Lichtblicke ins Dunkel. Die herannahende Bedrohung ist greifbar, weil alle vier Hauptprotagonisten ihren Weg gewählt haben und insgeheim wissen, dass es für sie persönlich nicht gut enden wird. Sie hoffen auf Gerechtigkeit und das sich die Augen der Bevölkerung öffnen. Doch ihren Bemühungen steht ein riesiges Geflecht aus Macht, Intrigen, Hass und Verblendung gegenüber, gerade weil diese gläubigen Menschen so herzlich dargestellt werden.
    Das traurige, unausweichliche Ende hat mich bewegt, wie die ganze Geschichte. FrauSchlüter hat hier ein ausgezeichnetes Zeitzeugnis zu Papier gebracht, welches unbedingt gelesen werden sollte. Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen zu einem großen Gemälde. Schwieriger Stoff, doch der sehr gut erzählende Ton gibt dem Buch Lebendigkeit und lassen die Charaktere sehr nahe an den Leser heran. Unbedingt empfehlenswert!

  • CanGu und die wilden Bienen von Audrey Harings

    CANGU und die wilden Bienen eine neues Abenteuer , erzählt von Audrey Harings
    Das CanGu Team ermittelt wieder in einer eiligen Mission. Spektakuläre Rettungsaktionen Freunde aus der Vergangenheit und Lebensgefahr! Hier ist dringend Hilfe von Nöten. Die tierischen Freunde wachsen an ihren Aufgaben, ihre Zahl wächst und ihr Zusammenhalt wird immer intensiver.
    Im neuesten Band um Gucci, Saphir, Canelo und Co. erzählt Audrey Harings in einem unglaublich kindgerechtem Schreibstil ein faszinierendes Abenteuer von übergreifender Freundschaft, Tierliebe und Einzigartigkeit. Die Vielfalt ihrer einfach gewählten Worte und süßen Dialoge entfaltet bewegte Bilder, passend zu den zahlreichen, großen Illustrationen. So können kleine und große Leser noch besser in die zauberhafte Welt der Tiere eintauchen. Auch die Gefühlswelt kommt nicht zu kurz. Emotionen und Handlungen sind nachvollziehbar und berühren das Herz. Laute Lacher und kleine Seufzer entfleuchen beim Lesen der liebevollen Texte. Die Überschriften zu den einzelnen Kapiteln geben den einzelnen Abschnitten einen Rahmen.
    Von Beginn an haben wir Gucci und seine wachsende Zahl an Freunden immer näher kennengelernt. Wir fieberten mit allen Sinnen und vollem Körpereinsatz den zahlreichen Erlebnissen, Höhen und Tiefen der charakterstarken Tiere mit. Jedes mal ist es eine Freude in die bunte Gedankenwelt der Autorin eintauchen zu dürfen. Und nun helfen sogar die wilden Bienen ein ungeahntes Leid zu beenden und neue Hoffnung für die kleinen Seelen zu schöpfen. Wir hoffen auf neue gut erzählte Abenteuer. Vielleicht gibt es ein Wiedersehen mit Guccis Geschwistern oder Simbas Mama?
    Eine herzerwärmende Geschichte zum Lesen, Vorlesen, Mitlesen und glücklich sein!

  • Ferdinand der letzte Weihnachtsdrache, eine magische Geschichte aus der Feder von Audrey Harings
    Audrey Harings weiß, wie Freundschaft geht. Alles wird einfacher, wenn man Feude und Leid mit jemandem teilen kann. So geht es auch Ferdinand, einem Drache, der ganz allein in seiner Höhle lebt und vor lauter Traurigkeit schon einen ganzen See geweint hat. Zum Glück stolpert Hugo, eine kleine Fledermaus in Turnschuhen, die eigentlich keine mehr sein möchte, in die vom Schnee bedeckte Behausung des großen Drachen. Etwas Kostbares wächst aus dieser Begegnung, Lust auf Abenteuer, neue Bekanntschaften und Mut, dass alles gut wird.
    Große, fantasievolle Illustrationen begleiten den kindgerechten, einfühlsamen Text. Eine Bandbreite an Emotionen erzählt von Magie, Gefühlen und dem Glaube, welcher Wunder bewirken kann. Die Autorin erschafft liebenswerte Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ferdinand der letzte seiner Art, ein Weihnachtsdrache, er hofft auf die Rückkehr der Magie; Hugo, der kleine Kerl, ideenreich und neugierig auf die Welt; Hilde, das Huhn geduldig, liebevoll und mütterlich; Greta und Max, die Menschen, die Vertrauen haben, sich errinnern und die vergessene Faszination entfachen.
    Eine ganz besondere, mitreißende Geschichte von Suchen und Finden, Freundschaft und einem ganz eigenen Zauber der Weihnachtszeit.
    Zum Glück gibt es solche Erzählungen, die die Fantasie beflügeln und eine ganz eigene fabelhafte Welt erschaffen. Also, lest und erzählt diese Geschichte, denn Glaube und Weitererzählen kann überlebenswichtig und alles verändernd sein!

  • Das Rumpelding von Julie Leuze, bunt bebildert von Astrid Henn, erschienen 2018 im Carlsen Verlag
    Dieses skurile Wesen wohnt bei einem Zauberer. Das süsse Rumpelding stellt sich Fragen über sich selbst und möchte erkunden, ob es noch andere Wesen seiner Art da draußen gibt. Zusammen mit oinem kloinen Schwoinchen mit einem klitzekloinen Sprachfehler namens Oink geht er hinaus aus dem Dorf, über eine Brücke und die Wiese und immer weiter auf der Suche nach sich selbst. Dort warten viele neue Bekanntschaften und vielleicht auch die Antwort auf seine existentielle Frage...?!
    Das Abenteuer um das Rumpelding, seine kleinen, mutigen Freunde und die große, weite Welt habe ich zusammengekuschelt mit meinen Kindern (11 und 8) gelesen. Dieses zauberhafte Buch ist eines von der Sorte: "Los, weiter, noch ein Kapitel, nicht aufhören, weiterlesen, biiiiiittttttteee ...!" für Leute von 0-99! Seite um Seite zog lachend an uns vorrüber. Besonders, wenn Oink etwas zu sagen hatte. Der unglaublich einfühlsame, kindgerechete Schreibstil vermittelt den Inhalt auf zauberafte Art und Weise. Alle kleinen, großen, sonderbaren und leicht unheimlichen Protagonisten sind uns ans Herz gewachsen. Die Wahrheiten, Fragen und versteckten Botschaften sind liebevoll erzählt und beantwortet worden. Diese magische Fantasiewelt rund um das kleine Rumpelding wurde von der Autorin und der Illustratorin durch gekonnte Kleinigkeiten toll in Szene gesetzt. Es gibt viel zu entdecken auf der Reise in die große, weite Welt. Wir hoffen, dass dies rumpelige, Staubmäuse vertilgende, weiche Plüschrumpeldings einen Weg in ganz viele große und kleine Herzen findet und auf baldigen Nachschub sowie neue Erlebnisse aus der magischen Welt um Zauberer Zimmerling und Co.!

  • Die Melodie der Schatten von Maria W. Peter

    Die Melodie der Schatten von Maria W. Peter, erschienen 2018 Bastei Lübbe Verlag
    Schottland 1837: Nach dem Überfall auf die Kutsche von Fiona Hamington, deren Tante und Begleiter in den schottischen Highlands, flüchtet die junge Lady durch eine dunkle, mystische, ihr unbekannte Gegend. Schutz und Obdach findet sie in einem geheimnisvollen, abgelegenen Herrenhaus. Thirstane Manor, so düster und voller Schatten, wie dessen Laird und die spärliche Gefolgschaft. Nach der Erschöpfung folgt die Neugier und Fiona begibt sich auf eine rätselhafte Suche hinter den düsteren Mauern. Während ihres Aufenthalts versucht sie hinter das Geheimnis des zurückweisenden Lairds und Baronets Aidan Thirstane zu kommen und ist dabei ihrer eigenen Vergangenheit auf der Spur. Unheimliche Träume und seltsame Geräusche gepaart mit wiederkehreneden Melodien drängen sich in Fionas Kopf. Spielt ihr der Verstand einen Streich? Oder offenbart sich ein böser Fluch, der schwer auf den dicken Wänden des Hauses und deren Bewohnern zu liegen scheint? Bald offenbart sich Fiona neben der Schwere des Anwesens die geballte Schönheit der Highlands. Mit Herz und Verstand setzt sie alles daran den Glaube an ihre Stärken nicht zu verlieren und stellt damit die Weichen für ihre Zukunft.
    Maria W. Peter schreibt in ihrem neuen Roman über den Verlust, die Schuld und die Tragweite des Handelns in einer dunklen Epoche Schottlands. Eingewoben in eine brillante Geschichte, gelingt es der Autorin historische Einzelheiten, eingebettet in den höfischen Alltag spannend und lebensnah zu erzählen. Standesunterschiede sind anhand der Sprache und des Auftretens gut verständlich dargelegt. Die Entwicklung Lady Fionas innerhalb der Erzählung ist atemberaubend. Die Fortschritte bezüglich ihres charakterstarken, mutigen Auftretens und der Entfaltung ihrere Persönlichkeit, losgelöst von vorherrschenden Zwängen, lässt sich sehr gut nachvollziehen. Durch einen klaren, bildhaften Erzählstil ruft die Autorin erschütternde Einzelschicksale und unsagbare Verbrechen an der gälisch sprechenden Bevölkerung ins Gedächtnis. Das Resultat und die Auswirkungen profitgieriger Herrscher und besser gestellten Obrigkeiten haben nicht nur die Hauptprotagonisten, sondern die Bewohner eines ganzen Landstriches nachhaltig beeinflusst. Schwere Themen schneidet Maria W. Peter in einem faszinierend leichten, gut zu lesenden und extrem fesselnden Schreibstil auf 672 Seiten an. Zeitnah und lebendig lässt sie schottisch-gälische Ausdrücke und Redewendungen in den Text einfliesen. Diese werden im Anhang erklärt. Zum allgemeinen Verständnis gestallten sich eine Karte aus Schottland des Jahres 1837, das Nachwort mit interessanten historischen Hintergründen und Erläuterungen der Protagonisten, ein Glossar, Stöbertipps, eine Auflistung der handelnden Personen, sowie reale historische Persönlichkeiten. Das Resultat ist eine Vielfalt in einem rundum gelungenem, sehr gut recherchierten Roman. Ich habe neben der unterhaltsamen Lektüre einige, lehrreiche Hintergrundinformationen erhalten. Der Sogwirkung des einfühlsamen Schottland-Romans mit dem beschreibendem Cover bin ich regelrecht verfallen. Ich hoffe, Fiona und Aidan spielen sich mit dem Charme ihrer tiefen Verbindung in viele sensible Herzen, die sich u.a. auch für die reale Geschichte des rauen Hochlandes interessieren. Dieser Roman führt in eine Welt von Gestern und zeigt eine versunkene Vergangenheit. Historie mit Suchtfaktor und ein idealer Lesestoff für Vielleser.

  • Gefährten für immer von Anne C. Voorhoeve

    Gefährten für immer von Anne C. Voorhoeve, erschienen 2018 im Fischer Verlag – Sauerländer
    Hannover 1943: Lotte, ein vierzehnjähriges Mädchen erlebt den Krieg hautnah in der Stadt, in der sie ihrem blinden Vater beisteht und die täglichen Dingen des vom Krieg gezeichneten Alltags erledigt. Mitte des Jahres 1943 schickt Lottes Vater sie entgegen der typischen Reiserichtung nach Ostpreußen auf das Gut einer Freundin ihrer verstorbenen Mutter. Das Trakehnergestüt Waldeck ist wie gemacht für idyllische Ferien inmitten einer grandiosen Natur. Bei langen Ausitten findet Lotte Freiheit und Freude über ihr neues zu Hause. Auf Lilies Rücken und mit ihrem Begleiter Harro auf Widukind an ihrer Seite, scheint der Krieg weit weg und die traumatischen Erlebnisse der Luftangriffe beginnen zu verblassen. Doch der Schein trügt. Die Ereignisse überschlagen sich. Die Vorstellung eines Sieges der deutschen Truppen und die Versprechungen des Führers verblassen angesichts der immer näher rückenden Front. Es ist Zeit zu handeln, im Sinne des Überlebens für Mensch und Tier. Daher muss Lotte nach zwei fast unbeschwerten Sommern, erneut alles hinter sich lassen. Vor ihr liegt ein schwerer Weg, den sie auf der Suche nach einer neuen Heimat mutig beschreitet. Eine Fluchtgeschichte voller Entbeerungen und Hoffnung in Zeiten erschaudernder Schicksale.
    Die Autorin Anne C. Voorhoeve steht für außerordentlich gut recherchierte Literatur. Auch hier vermag sie in einem fesselnden Schreibstil die Erlebnisse und Begebenheiten der Geschichte eindringlich zu erzählen. Durchweg real, tapfer, unbeschwert sowie düster und bewegend erzählt die Autorin diese sagenhafte Geschichte gegen das Vergessen. Das Schicksal ihrer Protagonisten steht stellvertretend für das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit. Allesamt wachsen sie dem Leser ans Herz und es fällt unheimlich schwer ihren fremdbestimmten Weg zu akzeptieren. Eine Zukunft, die es an dem Ort, den sie so lieben, der ihnen so vertraut ist – ihre Heimat - nicht mehr geben wird. Die Erkenntnis über den kommenden Verlust, gepaart mit dem vorausschauenden Denken der Menschen Ostpreußens, verdankt die älteste Pferderasse Deutschlands, die Trakehner ihre Rettung. Benannt nach dem Gestüt in Ostpreußen nahe der Ortschaft Trakehnen galt es die seit dem 13. Jahrhundert gezüchteten eleganten, ausdauernden Pferde vor dem nahenden Russen in Sicherheit zu bringen. Im eisigen Winter 1944/1945 begibt sich eine Gräfin, in Anlehnung an die wahrhaftige Marion Gräfin Donhöff mit ihrem Pferd Alarich und der Hauptprotagonisten Lotte auf die Flucht nach Westen. Lange Trecks von abertausenden Flüchtlingen kreuzen ihren Weg durch Eis und Schnee. Eine Reise von Entbeehrungen, Vertreibung, Hoffnung, Verlust, Ankommen und Zugehörigkeit beginnt.
    Dieses wunderbare Zeitzeugnis, geschildert aus Sicht der jungen Lotte, hat mich nachdenklich gestimmt und zutiefst berührt. Es ist nicht nur ein Pferderoman, sondern ein wichtiger Teil unserer Geschichte, meiner Geschichte. Für mich ist die erzählte Vergangenheit um Lotte das Buchhighlight 2018, meine Buchentdeckung überhaupt.

  • Gefährten für immer von Anne Voorhoeve

    Gefährten für immer von Anne C. Voorhoeve, erschienen 2018 im Fischer Verlag – Sauerländer
    Hannover 1943: Lotte, ein vierzehnjähriges Mädchen erlebt den Krieg hautnah in der Stadt, in der sie ihrem blinden Vater beisteht und die täglichen Dingen des vom Krieg gezeichneten Alltags erledigt. Mitte des Jahres 1943 schickt Lottes Vater sie entgegen der typischen Reiserichtung nach Ostpreußen auf das Gut einer Freundin ihrer verstorbenen Mutter. Das Trakehnergestüt Waldeck ist wie gemacht für idyllische Ferien inmitten einer grandiosen Natur. Bei langen Ausitten findet Lotte Freiheit und Freude über ihr neues zu Hause. Auf Lilies Rücken und mit ihrem Begleiter Harro auf Widukind an ihrer Seite, scheint der Krieg weit weg und die traumatischen Erlebnisse der Luftangriffe beginnen zu verblassen. Doch der Schein trügt. Die Ereignisse überschlagen sich. Die Vorstellung eines Sieges der deutschen Truppen und die Versprechungen des Führers verblassen angesichts der immer näher rückenden Front. Es ist Zeit zu handeln, im Sinne des Überlebens für Mensch und Tier. Daher muss Lotte nach zwei fast unbeschwerten Sommern, erneut alles hinter sich lassen. Vor ihr liegt ein schwerer Weg, den sie auf der Suche nach einer neuen Heimat mutig beschreitet. Eine Fluchtgeschichte voller Entbeerungen und Hoffnung in Zeiten erschaudernder Schicksale.
    Die Autorin Anne C. Voorhoeve steht für außerordentlich gut recherchierte Literatur. Auch hier vermag sie in einem fesselnden Schreibstil die Erlebnisse und Begebenheiten der Geschichte eindringlich zu erzählen. Durchweg real, tapfer, unbeschwert sowie düster und bewegend erzählt die Autorin diese sagenhafte Geschichte gegen das Vergessen. Das Schicksal ihrer Protagonisten steht stellvertretend für das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit. Allesamt wachsen sie dem Leser ans Herz und es fällt unheimlich schwer ihren fremdbestimmten Weg zu akzeptieren. Eine Zukunft, die es an dem Ort, den sie so lieben, der ihnen so vertraut ist – ihre Heimat - nicht mehr geben wird. Die Erkenntnis über den kommenden Verlust, gepaart mit dem vorausschauenden Denken der Menschen Ostpreußens, verdankt die älteste Pferderasse Deutschlands, die Trakehner ihre Rettung. Benannt nach dem Gestüt in Ostpreußen nahe der Ortschaft Trakehnen galt es die seit dem 13. Jahrhundert gezüchteten eleganten, ausdauernden Pferde vor dem nahenden Russen in Sicherheit zu bringen. Im eisigen Winter 1944/1945 begibt sich eine Gräfin, in Anlehnung an die wahrhaftige Marion Gräfin Donhöff mit ihrem Pferd Alarich und der Hauptprotagonisten Lotte auf die Flucht nach Westen. Lange Trecks von abertausenden Flüchtlingen kreuzen ihren Weg durch Eis und Schnee. Eine Reise von Entbeehrungen, Vertreibung, Hoffnung, Verlust, Ankommen und Zugehörigkeit beginnt.
    Dieses wunderbare Zeitzeugnis, geschildert aus Sicht der jungen Lotte, hat mich nachdenklich gestimmt und zutiefst berührt. Es ist nicht nur ein Pferderoman, sondern ein wichtiger Teil unserer Geschichte, meiner Geschichte. Für mich ist die erzählte Vergangenheit um Lotte das Buchhighlight 2018, meine Buchentdeckung überhaupt.