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  • Letzte Reise von Harry Kämmerer

    „Was ist denn hier passiert?“ fragt sich Kriminalkommissar Klaus Hummel, als er nach einer wohl chaotischen Nacht auf einem Parkplatz an eine Straße im Bayerischen Wald rüde von 2 Streifenbeamten geweckt wird. Er hat die Nacht in der Schlafkoje eines Lastwagens verbracht. Und im Frachtraum dieses LKW – 9 tote Frauen – erfroren. Was hat er damit zu tun?
    Zusammen mit seinen Kollegen Frank Zander, Doris Roßmeier und dem Kollegen Brandl aus dem Bayerwald versuchen die Kommissare Licht ins das Dunkel zu bringen.


    Ich freue mich immer wieder, wenn ich die Münchner Kommissare der Mordkommission bei ihren Recherchen begleiten darf. Ganz besonders liegt mir ihr Chef Karl-Maria Mader und sein Dackel Bajazzo am Herzen. Die Beiden leben nämlich ganz in meiner Nachbarschaft. Aber auch die Anderen habe ich in den letzten Fällen, die ich mit ihnen zusammen bearbeitet habe, richtig lieb gewonnen. Egal ob aufs Dienstliche oder aufs Private bezogen – ich liebe die Dialoge zwischen all den Protagonisten. Einfach nur Menschen mit Ecken und Kanten wie Du und ich.

    Auch in diesem Fall ist es gar nicht so einfach, an ein Motiv zu kommen. Aber ganz langsam klärt sich der Nebel und ich werde immer weiter an die Aufklärung herangeführt. Immer neue Verdächtige, immer neue Ansätze, aber die Puzzleteile wollen irgendwie nicht zusammen passen. Es dauert bis kurz vor Schluss der Lektüre, dass sich dann der Fall schlüssig aufklärt.

    Mir haben auch die oft kurzen Kapitel gut gefallen. Dadurch habe ich mich noch näher am Geschehen dran gefühlt.

    Ich habe es genossen zwischen dem Bayerischen Wald und München zu pendeln und viele neue Menschen kennengelernt zu haben. Die Trauer spielt neben Glücksgefühlen, Liebe, Lügen, Zweifeln, Drogen und Prostitution in dieser Geschichte eine große Rolle. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei. Auch wenn man kein ausgemachter Krimifan ist.

    Mehr will ich aber nicht verraten.

    Mich hat die „Letzte Reise“ auf die mich Harry Kämmerer mitgenommen hat sehr gut unterhalten und mein Kopfkino war dank der detaillierten Beschreibungen und des eindringlichen Sprachstiles im Dauereinsatz. Ich hoffe, dass Hummel & Co. Bald wieder einen neuen Fall auf den Tisch bekommen, bei dem ich dann sicher wieder als Mäuschen dabei sein werde.

  • Blutsbande von Carin Gerhardsen

    Mai 1989 – Lillemor und Tor verlieren auf äußerst tragische Weise ihre Mutter und kommen anschließend zu ihrer Tante Nettan, Onkel Örjan und ihren Cousins Björn und Frederik.
    Ab April 2012 tauchen in Stockholm plötzlich immer wieder ersäufte Katzen auf. Außerdem häufen sich die Todesfälle, die auch alle mit dem Element Wasser zu tun haben.
    Besteht hier eine Verbindung? Kommissar Conny Sjöberg und sein Team haben es nicht leicht, hier die richtigen Schlüsse zu ziehen und dem Täter langsam aber stetig auf die Spur zu kommen.


    Carin Gerhardsen nimmt mich mit nach Stockholm und bringt mir das Ermittlerteam, das sich durch Entschlossenheit und Solidarität auszeichnet näher. Hier hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten mit den vielen fremd klingenden Namen. Auch weil die Kommissare mal mit dem Vor- mal mit dem Nachnamen angesprochen wurden. Das hat sich aber beim Lesen dann schnell eingespielt. Vielleicht hätte ich aber auch die Vorgängerbänden lesen sollen, um mich noch näher mit den Protagonisten bekannt zu machen.

    Ich bekomme eine sehr interessante Geschichte vorgesetzt, in deren Mittelpunkt anfangs Katzen stehen und 4 Kinder, deren Leben eng mit Katzen verknüpft ist. Aber wie passen die Morde hier rein? Bis ich die ganzen Zusammenhänge endlich begriffen hatte, war ich auch schon am Schluss des Buches angelangt.

    Mir waren die vielen verschiedenen Fälle, die schlussendlich alle zusammenhängen doch etwas zu viel des Guten. Ich hatte einfach irgendwann das Gefühl nicht mehr mit zu kommen, was mir das Lesen ein klein wenig verleitet hat. Aber auch hier denke ich, wäre ich besser zurecht gekommen, hätte ich die vorherigen Fälle von Conny Sjöberg und seinem Team gekannt.

    Der Spannungsbogen ist von Anfang an sehr hoch und hält sich auch bis zum Schluss.
    Die Protagonisten sind alle sehr lebendig und menschlich beschrieben. Besonders die fünfjährige Saga hat mein Herz im Sturm erobert. Aber auch die anderen Mitwirkenden konnte ich in ihrem Verhalten gut verstehen und ihr Tun nachvollziehen. Über einige mir unerklärliche Geschehnisse, die in meinen Augen schon sehr konstruiert wirken, habe ich einfach mal hinweg gesehen.

    Ein interessanter Krimi mit einigen unerwarteten Wendungen und einem Täter, den ich nicht erwartet habe, hat mir spannende Lesestunden geschenkt. Auch wenn ich zu Beginn einige Schwierigkeiten hatte, mich hinein fallen zu lassen.

    Blutsbande ist mir 4 von 5 Sternen wert.

  • Borderless von Veit Heinichen

    Mai 1989 – Lillemor und Tor verlieren auf äußerst tragische Weise ihre Mutter und kommen anschließend zu ihrer Tante Nettan, Onkel Örjan und ihren Cousins Björn und Frederik.
    Ab April 2012 tauchen in Stockholm plötzlich immer wieder ersäufte Katzen auf. Außerdem häufen sich die Todesfälle, die auch alle mit dem Element Wasser zu tun haben.
    Besteht hier eine Verbindung? Kommissar Conny Sjöberg und sein Team haben es nicht leicht, hier die richtigen Schlüsse zu ziehen und dem Täter langsam aber stetig auf die Spur zu kommen.


    Carin Gerhardsen nimmt mich mit nach Stockholm und bringt mir das Ermittlerteam, das sich durch Entschlossenheit und Solidarität auszeichnet näher. Hier hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten mit den vielen fremd klingenden Namen. Auch weil die Kommissare mal mit dem Vor- mal mit dem Nachnamen angesprochen wurden. Das hat sich aber beim Lesen dann schnell eingespielt. Vielleicht hätte ich aber auch die Vorgängerbänden lesen sollen, um mich noch näher mit den Protagonisten bekannt zu machen.

    Ich bekomme eine sehr interessante Geschichte vorgesetzt, in deren Mittelpunkt anfangs Katzen stehen und 4 Kinder, deren Leben eng mit Katzen verknüpft ist. Aber wie passen die Morde hier rein? Bis ich die ganzen Zusammenhänge endlich begriffen hatte, war ich auch schon am Schluss des Buches angelangt.

    Mir waren die vielen verschiedenen Fälle, die schlussendlich alle zusammenhängen doch etwas zu viel des Guten. Ich hatte einfach irgendwann das Gefühl nicht mehr mit zu kommen, was mir das Lesen ein klein wenig verleitet hat. Aber auch hier denke ich, wäre ich besser zurecht gekommen, hätte ich die vorherigen Fälle von Conny Sjöberg und seinem Team gekannt.

    Der Spannungsbogen ist von Anang an sehr hoch und hält sich auch bis zum Schluss.
    Die Protagonisten sind alle sehr lebendig und menschlich beschrieben. Besonders die fünfjährige Saga hat mein Herz im Sturm erobert. Aber auch die anderen Mitwirkenden konnte ich in ihrem Verhalten gut verstehen und ihr Tun nachvollziehen. Über einige mir unerklärliche Geschehnisse, die in meinen Augen schon sehr konstruiert wirken, habe ich einfach mal hinweg gesehen.

    Ein interessanter Krimi mit einigen unerwarteten Wendungen und einem Täter, den ich nicht erwartet habe, hat mir spannende Lesestunden geschenkt. Auch wenn ich zu Beginn einige Schwierigkeiten hatte, mich hinein fallen zu lassen.

    Blutsbande ist mir 4 von 5 Sternen wert.

  • Blutroter Sand von Tanja Litschel

    Moritz Dehnhardt kennt die Schwäche seiner Schwägerin Lisa Holtkamp zu dem am Rande der Deutschen Bucht stehenden Leuchtturm Roter Sand. Er schafft es sogar, einen Kapitän mit Schiff zu organisieren, der sie zusammen mit seiner Frau Karla und seinem Sohn Leon dort hin bringt um Lisas Geburtstag dort zu feiern. Dass ihre Ankunft dort der Beginn eines irrsinnigen Alptraumes wird, damit hatte hier keiner gerechnet.


    In zwei unterschiedlichen Erzählsträngen bin ich ab der ersten Seite eingefangen und gefesselt.
    Ich fühle mich eingebunden zwischen den vier Personen auf dem Leuchtturm. Hier erzählt Lisa die Geschichte aus ihrer Sicht. Allein der Gedanke, hier von dem Leuchtturm nicht weg zu können, verbunden mit einigen gruseligen Szenen, lässt mir ab und zu eine Gänsehaut über den Rücken laufen.
    Genau fühle ich mich als Mitglied der Wasserschutzpolizei, wo ich die Ereignisse aus Sicht von Kriminalkommissar Anton Hayen erlebe. Hier muss nicht nur die Havarie dreier Schiffe auf dem Weg nach Bremerhaven bearbeiten bzw. bewerkstelligt werden. Auch zwei tote Männer, die aus dem Meer gefischt bzw. auf einer Sandbank gefunden werden, bereiten dem Team Kopfzerbrechen.

    Ein Spannungsbogen, der sich ab der ersten Seite stetig nach oben orientiert, macht es mir sehr schwer, das Buch zwischendurch auch mal aus der Hand zu legen. Erst ganz zum Schluss löst sich die Spannung auf und ich komme zum Durchatmen.

    Anfangs waren es doch etliche Protagonisten, die mir vorgesetzt wurden. Ich habe sie aber alle nach und nach besser kennenlernen und ihnen tief in ihre Seele blicken dürfen. Nicht alle sind mir sympathisch geworden. Genau wie im richtigen Leben gibt es auch hier Menschen, denen ich von Anfang an nicht über den Weg getraut habe oder die mich einfach enttäuscht haben. Ganz besonders liebt gewonnen habe ich den kleinen Leon, der gezeigt hat, was in ihm kleinen Kerl alles steckt.

    Ein spannender Küstenkrimi mit einer interessanten Geschichte, die mir Gänsehautfeeling beschert hat und bei der ich richtig mitfiebern konnte. Sehr positiv finde ich auch, dass ich einiges Wissenswerte über die Wasserwacht und deren Arbeit erfahren habe.

  • Blutroter Sand von Tanja Litschel

    Kriminalhauptkommissar Mats Sahler und sein Team sind ratlos als sie auf der idyllischen Ferieninsel Sylt zu einem Tatort gerufen werden, wo sich eine Familientragödie abgespielt zu haben scheint. Hat die 12-jährige Alice wirklich ihre Eltern ermordet und ihre kleine Schwester Nele entführt und versteckt? Oder hat der Mord etwas mit Andreas Claasen zu tun, der als Journalist arbeitete? Um mit Alice Kontakt aufnehmen zu können, bittet Sahler seine ehemalige Freundin Olivia „Liv“ Schürmann um Mithilfe. Sie tut sich mit ihrer Entscheidung etwas schwer. Zum einen war sie mit Fiona und Andreas Claasen gut befreundet, zweitens wollte sie die Insel nie wieder betreten und drittens war auch ihre kleine Schwester vor vielen Jahren von jetzt auf gleich verschwunden. Kann sie mit ihrer Vorgeschichte und ihrer Verbundenheit zur Familie Claasen hier wirklich helfen?


    In diesem Thriller bezieht mich Daniela Arnold gleich in drei Kriminalfälle mit ein. Es geht um verschwundene Mädchen heute und in der Vergangenheit, um den Mord an Ehepaar Claasen und am Verschwinden der kleinen Nele. Von Anfang an habe ich mich gefragt, wie diese Fälle wohl zusammenhängen. Schnell bin ich mitten drin in der Geschichte und versuche auf eigene Faust zu kombinieren und zu ermitteln. Was allerdings nicht so leicht ist, da die Autorin immer wieder kleine Wendungen einbaut, die mich verunsichern und auf andere Fährten bringen, die natürlich im Nirgendwo landen. Aber so liebe ich Krimis und Thriller.

    Schockiert haben mich auch hier die Einblicke in die Tiefen der Seele des Täters. Aber auch manche Sichtweisen der Protagonisten finde ich eigenartig, aber nachvollziehbar. Die Menschen, denen ich hier begegne, haben ihre Stärken und Schwächen, sind sympathisch oder werden bestimmt nicht zu meinen Freunden. Ich finde es schlimm, wenn ich mir überlege, was aus einem unüberlegten Tun alles werden kann. Und wie schrecklich die Konsequenzen daraus sind.

    Der Spannungsbogen baut sich schnell auf und steigt langsam aber stetig bis zum Schluss. Alle Fragen, die sich mir beim Lesen gestellt haben, werden schlüssig aufgelöst. Ich kann nur hoffen, dass Liv irgendwann ihren Frieden finden wird.

    Meinem Lesegeschmack ist auch sehr entgegengekommen, dass die vielen Taten, die hier aufgelöst werden müssen, nicht so blutig beschrieben werden. So kann mein Kopfkino entscheiden, welche Bilder es in meinen Kopf pflanzt.

    Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten, gefesselt, ist spannend und sehr vielschichtig. Ich werde weiterhin die Bücher von Daniela Arnold im Blick behalten.

  • Ziemlich wunderbares Leben von Katie Marsh

    Abigail „Abi“ Cooper hat ihre Krebserkrankung nach einem Jahr voller Auf und Abs überstanden und kehrt nachhause zu ihrem Mann John und ihrem 17-jährigen Sohn Seb zurück. Aber in diesem einen Jahr ist so viel passiert. John´s Firma steht kurz vor dem Konkurs. Seb´s Noten in der Schule lassen zu wünschen übrig. Abi merkt, dass sie nicht einfach ihr altes Leben wieder aufnehmen kann. Sie muss um ihre Familie kämpfen.


    Die Blumen und Vögel auf den Innen- und Außenseiten der Klappen vermitteln ein Gefühl der Hoffnung, was mir sehr zusagt.

    Katie Marsh schafft es mit ihrer eingängigen Schreibweise mich schnell in die Geschichte hinein zu ziehen. Ich kann Abi sehr gut verstehen, die gerne ihr altes Leben wiederhaben will, die leben will, immer mit der Angst im Hintergrund, dass die Krankheit wiederkommen kann. Ich verstehe aber auch John und Seb, deren Leben sich in diesem vergangenen Jahr stark verändert hat.
    Da die Geschichte abwechselnd von Abi und Seb erzählt wird, lerne ich die verschiedenen Sichtweisen kennen und verstehen, warum die Protagonisten wie handeln.

    Dies ist kein Buch über über das Überleben mit Krebs. Vielmehr geht es um den Aufbau von neuem Vertrauen, um den Kampf um die Beziehung, den Zusammenhalt der Familie und um den Erhalt des Glücks und der Gesundheit. Es geht sehr eindringlich auch um die Erkenntnis, dass das Leben endlich ist und man sich nicht mit Nichtigkeiten auseinandersetzen sollte, die, egal wie sehr man sich bemüht, nicht zu ändern sind.

    Die Playlist von verschiedenen Songs, die Abi in ihrem Leben bis hierher begleitet haben und die ihr sehr viel bedeuten, runden die sehr emotionale Geschichte auf wunderbare Weise ab.

    Eine Geschichte voller Hoffnung und positiver Energie mit offenem Ende, die mich hoffen lässt, dass die Familie schlussendlich doch wieder zusammen findet.

    4,5 von 5 Sternen

  • Im Wald der Wölfe von Linus Geschke

    Jan Römer, Journalist, der sich hauptsächlich mit ungelösten Kriminalfälle beschäftigt und dem sein letzter Fall doch sehr zugesetzt hat, braucht eine Auszeit. Die nimmt er sich in einer abgelegenen Waldhütte im Thüringer Wald nahe dem Städtchen Frauenwald am Rennsteig. Als plötzlich eine blutüberströmte Frau vor seiner Tür steht, die sich Hannah Wozniack nennt, ihm vom „Wald der Wölfe“ und den verschiedenen Toten im Lauf der letzten 60 Jahre erzählt, ist sein Spürsinn geweckt und er beginnt zu recherchieren. Unterstützt wird er auch diesmal von Mütze, Arslan und seiner Freundin Lena.


    Für mich war es das erste Buch von Linus Geschke, in dem er mich mit Jan Römer, Stefanie „Mütze“ Schneider und Arslan bekannt gemacht hat. Jetzt, da ich sie kennengelernt habe und sie auch richtig mag, werde ich auch die ersten drei Bände der Reihe noch lesen.

    Die Spannung baut sich sehr schnell auf und hält sich hoch bis zum Schluss. Linus Geschke setzt mir z.B. mit dem Boxer Arslan und der Geschichte der DDR immer wieder Klischees vor, was mir nicht so gut gefallen hat. Andererseits sind die Protagonisten so vielschichtig, menschlich und zum Teil berechenbar gezeichnet, das es mir schon wieder Spaß gemacht hat, ihnen zu folgen. Die ein oder andere Wendung finde ich sehr gut, dient sie hier doch dem besseren Verständnis.
    Obwohl ich schon sehr früh darauf gestoßen werde, wer hier wie die Fäden führt und wer der/die Mörder ist/sind, blieb die Spannung bestehen.

    Eine Geschichte über viele Jahre erzählt, die genau so hätte passiert sein können, hat mich schon schockiert. Dass das Blutvergießen hier fast keine Rolle spielt und der Autor auf blutrünstige Details verzichtet, kommt meinem Lesegeschmack sehr zugute.

    Dass die Geschichte mit einer Liebesbeziehung endet, darauf hätte ich gut verzichten können. Aber so kommt zusammen, was die ganze Zeit schon gelodert hat.

    Ich finde diesen Ausflug in den Thüringer Wald mit seinen Geschichten und seiner Umgebung sehr interessant, spannend und lesenswert. Mit hat sie Lust gemacht, mich noch näher mit Jan und Mütze und ihren Freund Arslan zu beschäftigen.

  • Der Alte muss weg von Carla Berling

    Seit dreiunddreißig Jahren ist Stefanie „Steffi“ Herren, 51, nun schon mit ihrem Thomas „Tom“ verheiratet. In ihrem Job als Personaldisponentin in einer Zeitarbeitsfirma fühlt sie sich nicht mehr wohl. Tom hockt nur noch auf der Couch ihres Reihenhauses in Köln-Rodenkirchen, löst Kreuzworträtsel und himmelt Barbara Schöneberger oder die Dame, die wie eine exotische Frucht (Kiwi) heißt an. Eine zuverlässige Reihenfolge von Abläufe, Ritualen und Pflichten prägt ihr bisheriges Leben. Ich spüre Steffis Traurigkeit, wenn sie an die gemeinsame Vergangenheit denkt. Das alles will Steffi nicht mehr. Aber nicht nur ihr geht es so. Auch ihre Freundinnen Elfi und Babette sind frustriert und ebenfalls der Meinung: Unsere Männer müssen weg. Erst vor kurzem hat Steffi in einem Fernsehinterview erfahren, dass die meisten Morde gar nicht als solche erkannt werden. Dass es dann doch nicht so einfach ist, Männer um die Ecke zu bringen – diese Erfahrungen müssen die Damen erst noch machen.


    Steffi habe ich ab der ersten Seite ins Herz geschlossen, genau wie ihren Mann Tom. Für mich waren sie ein eingespieltes Team, bei dem sich aber immer mehr die Langeweile breit macht. Ich konnte gerade Steffi auch verstehen, dass sie die ganze Routine, die sich nun mal nach so vielen Ehejahren einspielt, nicht mehr haben will. Aber muss ihr Tom deshalb wirklich weg?

    Obwohl ich von Beginn an sicher war, wie das Ganze ausgehen würde, hat es Carla Berling geschafft mich immer wieder zu überraschen und bei mir keine Langeweile aufkommen zu lassen. Ihr Humor hat mich immer wieder grinsen lassen. Gerade wenn bei Steffi ein Mordversuch mal wieder daneben gegangen ist. Einige Aktionen der Damen haben mich aber auch nachdenklich gemacht.
    Ihrer Freundinnen Elfi mit ihrem köstlichen kölschen Dialekt hätte ich stundenlang zuhören können. Ich finde es toll, dass diese Geschichte mit nur wenigen Protagonisten auskommt, die ich dadurch viel intensiver kennenlernen kann. Denn auch Babette und Elfi haben mit ihren Männern nicht das große Los gezogen.

    Ein Zitat, das mir sehr gut gefallen hat, bringt es auf den Punkt: „Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist, als stünde man am Bahnhof und würde auf ein Schiff warten.“

    Wenn ich den Klappentext aufmerksam lese, weiß ich, dass ich hier keine anspruchsvolle Lektüre bekomme. Was ich bekomme ist ein Roman mit kleinen kriminellen Anteilen, voller Situationskomik, einigen Missverständnissen und Raum zum Nachdenken. Alles in allem humorvolle kurzweilige amüsante Unterhaltung, die ich genossen habe.

  • Elsa van Graaf lebt mit ihrer 15-jährigen Tochter Lisa, ihren Eltern und ihrer Schwester Sarah auf einem Bauernhof außerhalb von Berlin am Groß Glienicker See. Ihr Mann wird seit einigen Jahren vermisst. Seit einem Monat ist sie die Assistentin von Astrid Stegmeier, Präsidentin des Landfrauenverbandes in Berlin. Gemeinsam machen sich die beiden Frauen in Elsas Camper auf den Weg nach Uplengen ins tiefste Ostfriesland, wo die Landfrauen im Rahmen des Herbstmarktes ausgezeichnet werden sollen.
    Als sie bei ihrer ersten morgendlichen Fahrt mit ihrem Kanu, das sie auf ihrem Camper immer dabei hat, auf eine Grabplatte stößt, die wohl von dem dort aufgeführten Mann als Morddrohung verstanden werden soll, hat die Ruhe und Beschaulichkeit, auf die sie sich gefreut hatte, erst mal ein Ende.


    Die Geschichte fängt etwas behäbig an, was vielleicht auch daran liegt, dass die hier handelnden Personen ausführlich vorgestellt werden. Besonders gut gefallen hat mir, dass hier immer mal wieder der ostfriesische Dialekt gesprochen wurde. Das hat dann allerdings leider bald aufgehört.
    Sowohl Elsa und Astrid als auch die Landfrauen und ihre Männer kommen sehr authentisch, menschlich und erfrischend rüber. Mir gefällt besonders der Dorfpolizist Tamme Voss-Hoss, der mangels Körpergröße mit roter Mütze wie ein Gartenzwerg aussehen würde. Alle haben ihre kleinen Geheimnisse, die im Laufe der Ermittlungen ans Licht gezogen werden. Ich habe mir auch vorgestellt, wie Elsa fünf Alpakas in ihren Camper verfrachtet.

    Die vielen Gespräche, die hier von den verschiedenen Protagonisten geführt werden, machen die Geschichte so richtig lebendig. Ich bekomme einen kleinen Einblick in das Leben der Landfrauen, wie sie z.B. den Herbstmarkt vorbereiten und eine Reise nach Rumänien veranstalten. Dass die Uplengener Landfrauen an diesem Krimi mitgewirkt haben, finde ich richtig gut. Am Schluss des Buches bekomme ich auch noch interessante Informationen und Kontaktadressen zum Deutschen LandFrauenbund.

    Da „Aller toten Dinge sind drei“ der Auftakt zu einer ganzen Reihe ist, sollte man bei den folgenden Büchern mehr Wert auf Rechtschreib- oder Namensfehler legen, die sich hier leider gehäuft haben.
    Gut gefällt mir die Karte von Uplengen und Umgebung zu Beginn der Geschichte.

    Eine taffe, manchmal etwas eigensinnige Ermittlerin mit einem ganz besonderen Spürsinn; verschiedene kriminalistische Aufgaben, die gelöst werden müssen, was Elsa auf bravuröse Weise schafft. Ein Krimi, der ohne Blutvergießen auskommen und ein Dorf mit Menschen, wie Du und ich. Das alles zusammen ergibt einen ersten spannenden und interessanten Landfrauenkrimi.
    Ich bin schon sehr gespannt, ob Elsa in ihrem nächsten Fall weitere Spuren finden wird, die sie wieder mit ihrem Mann zusammen bringen.

  • Die One-Pot-Challenge von Martin Kintrup; Sarah Schocke; Sandra Schumann; Jumbo Schreiner

    Ich habe dieses Kochbuch für meinen Bruder gekauft, der ein absoluter Kochmuffel ist. Und wenn er begeistert ist, dann heißt das schon was.

    Ich selbst konnte mir unter der One-Pot-Challenge gar nichts vorstellen. Drei Köchen, Sandra Schumann, Sarah Schocke und Martin Kintrup bekommen die Aufgabe ein neues Rezept zu kreieren, bei dem die Zutaten feststehen und jeder mit seinem „Pot“ entweder Topf, Pfanne und Blech loslegen kann. Aus 20 Zutaten werden hier 60 leckere Menüs. Wie ich finde grandios. Dass es dann einen Juror gibt, in diesem Fall Schauspieler, Moderator und Food-Tester Jumbo Schreiner, ist auch für ein Kochbuch aussergewöhnlich. Aber hier kann sich natürich jeder, der die Gerichte nachkocht, sein eigenes Urteil bilden.

    Mich fasziniert, was man mit einfachen Zutaten und einem Schuss Kreativität alles Leckeres zaubern kann. Der Auberginen-Eintopf mit roten Linsen ist eine Schau und mein absolutes Lieblingsrezept. Aber auch den anderen wird sich mein Bruder widmen und ich bin eingeladen.

    Ein interessanter Wettbewerb, der bei mir und bei meinem Bruder sehr gut angekommen ist. Ein mal etwas anderes Kochbuch mit einer hohen Kreativität, witzig aufgemacht. Die Fotos alleine machen schon Lust auf kochen und vor allem essen.

    Nicht nur zum selber ausprobieren – auch als Geschenk etwas Besonderes.