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  • Wintervanille von Manuela Inusa

    Nachdem ihre Mutter Carmen gestorben ist, reisen Vater Joseph und die kleine Cecilia zu ihren Verwandten nach Mexico. Hier entsteht bei Papa Joseph die Idee mitten in den Weinbergen von Napa Valley eine Vanille Plantage anzulegen. Heute lebt auch er nicht mehr und Cecilia, die alle nur CeCe nennen, führt sie mit viel Liebe und Herzblut weiter. Sie baut die Vanille, die im ganzen Umkreis bekannt und beliebt ist, nicht nur an. Sie verarbeitet sie auch zu Plätzchen, Chuttney, Marmelade und anderen Köstlichkeiten. Durch die viele Arbeit hat sie kaum noch Zeit für ihre Freundin Julia, die ihren eigenen Sandwichladen betreibt und die sie trotzdem einmal in der Woche trifft. Nachdem sie Louis Castro den Laufpass gegeben hat, hat kein Mann mehr ihr Vertrauen und ihr Herz erobern können und ihr Liebesleben liegt brach.
    In einem TV-Bericht über ihre Vanille Plantage und ihre Produkte wird Luxushotelbesitzer Richard Banks auf CeCe aufmerksam, bekommt sie nicht mehr aus dem Kopf und lädt sie zu einem Gewürzseminar in sein Heavenly Resort am Lake Tahoe ein. Cecilia sagt begeistert zu. Denn hier wird sie zusammen mit Julia, die sie als ihre Assistentin ausgibt, die winterliche Stimmung, die es in Kalifornien nur hier an der Grenze zu Nevada gibt, richtig auskosten und genießen können.


    Mit Manuela Inusa habe ich eine neue deutschsprachige Autorin für mich entdeckt. „Wintervanille“ ist das erste Buch, das ich von ihr lese und es hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die wunderschön leichte, flüssige und sehr bildhafte Erzählweise lässt sofort Bilder in meinem Kopf entstehen.

    Aus diesen vielen kleinen Details entsteht ein klares Bild von Cecilia und ihrer Freundin Julia, beides sehr sympathische junge Frauen, die sich schon seit Kindertagen kennen. Beide habe ich schnell ins Herz geschlossen. Bei Richard hat es etwas gedauert, bis ich ihn richtig sympathisch fand. Mir gefallen auch die Rückblenden in die Vergangenheit sehr gut. Die sorgen für ein noch besseres Kennenlernen der einzelnen Personen und ich kann manche Handlungen noch besser verstehen.
    Auch die Landschaft rund um San Francisco und das Lebensgefühl mit Gospelgesang und Besuchen auf verschiedenen Märkten, das hier sehr gut rüber gebracht wird, kann ich mir gut vorstellen und habe sie gleich auf meine „will ich noch bereisen“-Liste gesetzt.

    Wie schon zu erwarten war, ergibt sich auch hier eine Liebesgeschichte. Um es aber noch interessanter zu machen, hat Manuela Inusa ganz zum Schluss noch eine kleine Überraschung eingebaut.

    Ich werde auf alle Fälle CeCes Vanilleplätzchen backen, deren Rezept ich zusammen mit einem für Vanillezucker und eines für Vanille-Himbeer-Marmelade als Schmankerl am Schluss des Buches bekomme. Außerdem darf ich auch noch einen Blick in die kommende Geschichte von „Orangenträume“ werfen und mich darauf freuen.

    Ein wundervoller Winterroman mit sehr viel Gefühl und Wohlfühlmomenten. Genau richtig für die bald anstehende Winter- und Weihnachtszeit. Ich habe mir beim Lesen eine Vanille Duftkerze angezündet und mich in meine Decke gekuschelt. Einfach klasse und absolut zu empfehlen.

  • Rocker Geschichten. Bd.1 von Simona Wiles

    Mit den „Rocker Geschichten“ bekomme ich 9 erotische Kurzgeschichten und einen Code für eine weitere Internetgeschichte geboten. Zusammen mit den Mitgliedern der Rockergruppen RedSocks und Tales und deren Mitgliedern Seth, Alan, Ted, Ricky, Dave, Sam, James erlebe ich 9 x Erotik und Sex pur.

    Die männlichen Protagonisten sind alle noch sehr jung, meinen aber sie sind und haben die Größten. Nachdem sie ihre Standfestigkeit in einem Bordell unter Beweis gestellt haben, werden sie in die Gang aufgenommen. Sie suchen sich ihre Gespielinnen am Strand, bei einer Hochzeit, bei einem Rockkonzert oder in einer Anwaltskanzlei.
    Die jungen „Rocker“ werden zumeist als träge, faul und dummdreist, nur auf ihr Hirn in der Hose reduziert, dargestellt. Diese negativen Zeichnungen gefallen mir persönlich nicht.

    Die Autorin bedient sich einer flüssigen, leichten, sehr direkten Erzählweise, die hier und da ins vulgäre abdriftet, was mich persönlich nicht stört. Ich finde die Geschichten sehr erotisch, prickeln und anregend. Auch, weil nicht selten die Frauen die Kontrolle übernehmen.

    Alle Geschichten gehen zwar auf das gleiche Ziel hin, haben aber ihre eigene Story. Ich habe jede einzelne trotz der kleinen Kritikpunkte gerne gelesen und wurde gut unterhalten.

  • Die junge Engländerin Alice sieht ihre Chance zum Ausbruch aus ihrem Leben im verschlafenen County Surrey gekommen und heiratet auf die Schnelle den Amerikaner Bennett Van Cleve, Sohn des reichen Minenbesitzers Geoffrey Van Cleve. Aber anstatt eines feudalen Lebens in New York kommt auf Alice ein Leben in der Kleinstadt Baileyville in Kentucky zu. Hier lebt sie zusammen mit ihrem Mann, der sich schnell von ihr abwendet, und ihrem Schwiegervater, dem sie nichts recht machen kann, fühlt sich gelangweilt und einsam. So meldet sie sich, als Freiwillige für eine mobile Bücherei gesucht werden, die Bücher zu Familien an die entlegensten Orten des County bringt. Zusammen mit Margery O´Hare, Isabelle „Izzy“ Brady und Beth Pinker macht sie sich nun jeden Tag auf in die Berge. Für die so verschiedenen Frauen ist es nicht nur ein Job – sie werden zu Freundinnen. Und Alice fühlt sich seit langem wieder frei und glücklich.


    Ich habe mich anfangs etwas schwer getan in die Geschichte hinein zu kommen, was sich aber im Laufe des Lesens gelegt hat. Alles wird sehr ausführlich und bis ins kleinste Detail beschrieben. Dadurch leidet an einigen Stellen die Spannung etwas. Trotzdem fand ich es gut, dass mir gerade die Menschen, denen ich hier begegne sehr ausführlich und sehr gut vorstellbar beschrieben werden. Manche mag ich von Anfang an, bei einigen dauert es einige Zeit, bis ich sie mag. Andere kann ich absolut nicht leiden.
    Auch die Landschaft Kentuckys mit ihren großen Weiten, den hohen und schroffen Bergen und der Stille kann ich mir gut vorstellen und verstehen, was die Städterin Alice daran so liebt.

    Ich bin in dieser Geschichte nicht nur auf den Spuren der Satteltaschen-Bibliothekarinnen unterwegs, die es um 1935 in Kentucky wirklich gab. Ich werde auch mit Rassismus und dem kargen Leben als Minenarbeiter und seiner Ausbeuter, wie Geoffrey Van Cleve einer ist, konfrontiert. Auch scheint Prügel, meist verursacht durch Alkohol, in der Ehe und an den Kindern normal zu sein, was mich schon erschreckt hat. Aber das Leben verändert sich und die Frauen suchen ihren Platz in der neuen Welt. Was den Männern allerdings gar nicht gefällt.
    Hier treffe ich Frauen, die sich von nichts und niemandem unterkriegen lassen und konsequent ihren eigenen Weg gehen. Die meisten sind ungebildet und so helfen ihnen die Bücher zum einen Lesen zu lernen. Zum anderen bekommen die Frauen einen Blick in die Welt außerhalb ihres kleinen eingeschränkten Kosmos. Die Freundschaft und der Zusammenhalt spielen in diesem Buch eine große Rolle.
    Ich habe schon einige Bücher von Jojo Moyes gelesen. Aber in dieser Geschichte geht es nicht hauptsächlich um die Liebe. Sie spielt hier nur eine kleine, fast nebensächliche Rolle. Hauptsächlich geht es um starke, mutige Frauen wie Margery und solche, die stark werden, wie Alice und Izzy.

    Ein sehr gefühlvoller, tiefgründiger Roman, der mich wütend und traurig gemacht hat. Bei dem ich ab und zu auch mal schmunzeln konnte. Eine Geschichte, die Bücher und das Lesen würdigt und zeigt, wie wichtig Bildung ist und was man auch als Frau alles erreichen kann.
    Ein Buch, das ich gerne weiter empfehle.

  • Die schönsten Weihnachtsmärchen von Jacob Grimm; Wilhelm Grimm; Hans Christian Andersen

    „Die schönsten Weihnachtsmärchen“ aus dem Esslinger Verlag ist ein Schmuckstück für jedes Bücherregal.
    Schon das Cover zieht den Blick an und ich bekomme mit der Schneekönigin, dem Mädchen mit den Schwefelhölzern, einem Wichtelmännchen, dem König und dem riesigen Tannenbaum einen ersten Eindruck, was mich in diesem Buch alles erwartet.
    Der Schnee, der das Cover ziert, erwacht durch seine Haptik unter meinen Händen zum Leben.

    Vom Mädchen mit dem Schwefelhölzchen bis zu den Zwei Weihnachtsgeschichten schenkt mir dieses Buch 15 ganz unterschiedliche weihnachtliche Märchen. Es gibt kurze und lange Märchen. Die Geschichte um die Schneekönigin ist in 7 kleinere Geschichten untergliedert. Alle eignen sich zum Vorlesen, für größere Kinder auch zum selber lesen. Ich lasse sie mir auch gerne vorlesen und genieße es, einfach zuzuhören.

    Die Märchen von Jakob und Wilhelm Grimm und von Hans Christian Andersen kannte ich schon. Mir war nicht bewusst, dass auch Hermann Löns neben seinen Gedichten und Manfred Kyber neben seinen Tiergeschichten Märchen verfasst haben. Auch Paula Dehmel, Svend Grundtvig, Alexander Afanasjev, Franz von Pocci und Sophie Reinheimer kannte ich bisher weder dem Namen nach noch ihre Märchen. Eines schöner als das andere. Gerade diese Vielfalt gefällt mir persönlich sehr gut.

    Einzigartig und wunderschön finde ich die farbenfrohen und sehr ins Detail gehenden Illustrationen von Anne Bernhardi. Sie passen ausgesprochen gut zu den Texten und stellen einzelne Szenen wunderbar da. Sie wecken Emotionen in mir. Es gibt nicht eine einzige Seite ohne eine Zeichnung. Und seien es nur drei kleine Sterne, die die Seitenzahl umrahmen. Ich habe selten ein Buch gesehen bzw. gelesen, bei dem die Liebe zum Detail so ersichtlich ist.

    Abgeschlossen wird das Buch mit Wissenswertem zu den einzelnen Autoren und zur Illustratorin Anne Bernhardi.

    „Märchenzauber für die schönste Zeit des Jahres“ beschreibt der Klappentext dieses wundervolle, zauberhafte Buch. Da kann ich nur zustimmen. Ich werde es in der kommenden Zeit noch oft zur Hand nehmen.

  • Die Entführung von Petra Johann

    Magdalena „Leni“ Festing, Tochter des schwerreichen Unternehmers Karl Festing, und Ronja Aurich, ihr Vater arbeitet als freier Journalist, sind seit der Grundschule die allerbeste Freundinnen. Im Sommer 2000 verleben sie entspannte Ferienwochen im Chiemgau, wo Ronjas Vater ein Wochenendhaus besitzt. Als Ronjas Mutter die Beiden am letzten Ferientag abholen will, werden sie nach einer Zeit des Wartens damit konfrontiert, dass die Beiden entführt wurden. Nach Zahlung einer hohen Lösegeldsumme taucht Leni wieder auf. Ronja allerdings bleibt verschwunden.


    Die Geschichte ist in zwei Teile gegliedert.
    Der erste Teil befasst sich mit der Freundschaft der beiden Mädchen, mit der Entführung und ihrer Zeit in ihrem Gefängnis.
    Diese Zeit fand ich so schlimm, weil ich mir vorgestellt habe, welche Angst die beiden Mädels durchgestanden haben müssen. Es waren zwar nur ein paar Tage, aber die Zustände und die zum Teil brutale Behandlung der Beiden haben mir schon ganz schön zugesetzt.

    Es war zum Teil aber auch der Erzählstil, durch den ich mich wie angetackert auf den harten Boden des Gefängnisses gefühlt habe. Ich war mittendrin und hatte Gänsehaut. Vor allem, wenn wieder diese eine Stimme aus dem Off kam.

    Kein leichter Fall für Kriminalhauptkommissar Jakob Schuster und seine Kollegin Eva Schaller, die die damaligen Ereignisse auch nach 17 Jahren nicht losgelassen hat.
    Ich mag es sehr, auch die private Seite der Ermittler kennenzulernen. Bei den Beiden hier hat es mir besonders gefallen, wie sich ihr Leben in den 17 Jahren entwickelt hat.

    Der zweite Teil der Geschichte beginnt 17 Jahr später. Leni ist nun 32 Jahre alt und erfolgreiche Geschäftsfrau mit zwei Cafees und einem Catering-Unternehmen. Die Entführung und alles was damit in Zusammenhang steht hat sie verdrängt. Als in der Nähe ihres damaligen Verstecks eine Leiche gefunden wird und ein ihr fremder Mann sich dauernd in einer Ecke ihres Cafees die Zeit vertreibt, bevor er sie anspricht, reißt das bei ihr längst verheilt geglaubte Wunden wieder auf.

    Dies ist mein erstes Buch von Petra Johann und ich war gespannt, ob die positiven Eindrücke, die ich aus einigen Rezensionen heraus gelesen habe, sich auch für mich bewahrheiten würden. Und sie haben nicht zu viel versprochen.
    Mir gefällt der leichte und doch eindringliche Schreibstil sehr gut. Ich kann mir ihre kreierten Personen sehr gut vorstellen, auch wenn ich sie nicht alle mag.
    Die Handlung ist gut nachvollziehbar. Ich habe mit rätseln und mitfiebern können und mir meine eigenen Ermittlungsergebnisse zurecht gelegt. Doch dann kam eine große Wende, mit der ich absolut nicht gerechnet hatte. Aber auch die passt absolut ins Bild und macht die Geschichte rund.

    Ich bin kein Fan von großem Blutvergießen. Mit diesem Krimi hat mir die Autorin gezeigt, dass es auch ohne geht, die Spannung aber trotzdem immer weiter gesteigert werden kann. Super gute und spannende Unterhaltung, ein Fall bei dem ich immer mal wieder Gänsehaut hatte und eine total unerwartete Auflösung sind mir die volle Punktzahl von 5 Sternen wert.

  • Alles beginnt mit einem Gefallen, den Holly ihrer Schwester Chiara tut. In der Reihe Podcasts zum Thema „Wie sprechen wir über...“ erzählt Holly vom Tod ihres viel zu früh verstorbenen Mannes Gerry, der vor 7 Jahren an einem Hirntumor starb und seinen Abschiedsbriefen an sie. Angela Carberry, die Chiaras Vintage- und Secondhandshop Megpie immer wieder mit Kleidung und anderen Gegenständen versorgt, gründet daraufhin den „P.S. - Ich liebe Dich“-Club, der todkranken Menschen helfen soll, ihren Angehörigen etwas über den Tod hinaus zu hinterlassen – so wie Gerry mit seinen Briefen an Holly. Nun soll sich Holly überlegen, ob sie den Vorsitz dieses Clubs übernehmen und sich dort engagieren will.

    Ich meine zu spüren, wie unbehaglich und schlecht sich Holly fühlt, als die ihr fremden Menschen sich über Gerrys Briefe und ihre Erlebnisse daraus unterhalten. Sie, die gerade wieder ins Leben zurückgefunden hatte, sogar mit ihrem neuen Freund Gabriel zusammen ziehen wollte, wird zurück katapultiert in ihre Zeit mit Gerry.


    Postscript schließt nach vielen Jahren an P.S. - Ich liebe Dich an, kann aber ohne weiteres ohne die Vorkenntnisse aus dem Buch gelesen werden. Ich habe es vor vielen Jahren gelesen und konnte mich beim Lesen immer wieder an einiges erinnern, kam sehr schnell in diesem neuen Buch an.

    Ich finde die Themen Vorbereitung auf den Tod, die Verlustängste und die Trauer in diesem Buch sehr gut behandelt. Denn nicht nur die Angehörigen trauern. Auch derjenige, der gehen muss, trauert um die, die er verlassen muss. Und derjenige macht sich Gedanken, was er außer materiellen Dingen hinterlassen könnte. Großen Respekt habe ich vor Menschen, wie hier die Angehörigen von Joy, Bert und Paul, die ihre Liebsten pflegen, sich rührend kümmern und sie auf ihrem letzten Weg begleiten. Ganz besondere Emotionen hat die siebzehnjährige Ginika Adebayo, die zwar die Schule geschmissen hat, weder lesen noch schreiben kann, aber mit ihrem wachen Verstand alles schnell und präzise auf den Punkt bringt mit ihrer kleine Tochter Juwel bei mir ausgelöst. Ihr Schicksal ist mir sehr nahe gegangen. Ich fand es toll, dass sich Holly hier, gerade bei ihr, aber auch bei den anderen Clubmitgliedern so einsetzt.

    Was mir gar nicht gefallen hat, waren die dauernden Rückblenden zu ihrem Leben mit Gerry. Als dann noch ein weiterer Brief von ihm auftaucht – das war mir einfach zu viel. Das hat mir die Lust an diesem Buch etwas verdorben.

    Eine Geschichte voller Emotionen mit einem ernsten Thema, aber auch mit fröhlichen oder humorvollen Begebenheiten, über das ich noch lange nachdenken werde.

  • Mein schönstes Sachen suchen von Susanne Gernhäuser

    Heute kam das „Mein schönstes Sachen suchen“ Buch an und wurde sofort freudig in Beschlag genommen.

    Die Vorder- und Rückseite fällt sofort ins Auge. Sie ist mit kleinen Bildausschnitten übersät, wie sie auch auf den verschiedenen Buchseiten vorkommen. Mit persönlich ist das zwar etwas zu viel, wirkt unruhig. Aber unserem kleinen Mann scheint es zu gefallen.

    Noch mehr gefällt ihm das Innenleben des Buches. Nach einem Schnelldurchlauf, bei dem der Bauernhof und die dazugehörige Wiese angeschaut wurde, ging´s ins Freibad, von dort zu einem See. Nachdem wir den Kindergarten kurz gestreift haben, schauen wir uns an, was auf der Straße, der Baustele und der Autobahn alles passiert. Wir fahren mit dem Zug, besuchen einen Wochenmarkt und einen Zoo mit Streichelgehege. Zum Abschluss gibt’s noch einen Ausflug in den Wald.

    Für unseren kleinen Mann, der jetzt schon 15 Monate ist, ist das Buch zwar noch etwas schwer. Aber trotz seiner Größe kann er es gut auf seinen kleinen Beinchen ablegen. Die festen Seiten mit den abgerundeten Ecken lassen sich gut umblättern.
    Die Doppelseiten bestehen zu zwei Dritteln aus einem Bild, auf dem es zu den verschiedenen Themen sehr Vieles zu suchen und zu entdecken gibt. Im letzten Drittel beschreibt ein kurzer Text von Susanne Gernhäuser, worum es sich handelt und darunter sehen wir Segmente, die sich auch auf dem großen Bild wiederfinden lassen.

    Die einzelnen Seiten, illustriert von Barbara Jelenkovich, Stefan Seidel und Ursula Weller, sind nicht zu überladen, und sprechen mich auch farblich sehr an. Sie eignen sich durch ihre Vielfältigkeit gut für die Entwicklung und Erweiterung der Sprache unserer Kleinen. Man kann suchen, finden, Fragen stellen und beantworten und sich eigene Geschichten zu den verschiedenen Segmenten ausdenken.

    Ein wunderschönes Buch mit vielen farbenfrohen Bildern. Klasse!

  • nie wieder zurück von Maria Braig

    ob Mann oder Frau. Hauptsache man liebt und man wird geliebt.“ (S. 177)

    Das ist etwas, dass die junge Damaris, die mit ihren beiden Kindern nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien in Deutschland gestrandet ist und hier in Jane, die aus Uganda geflüchtet ist, eine neue gute eine Freundin gefunden hat, lernen muss. Freundin, bis zu dem Zeitpunkt, als ihr Jane eröffnet, dass sie sich in Damaris verliebt hat und sich als lesbisch outet.

    „Was bedeutet es, deutsch zu sein?“. Diese Frage soll Fadia, die mit ihren aus Marokko stammenden Eltern in Bremen lebt, in einem Schulaufsatz beantworten. Ihre Eltern sind sehr liberal, denkt sie bis zu dem Moment, wo ihr Onkel Azis ihren Vater dazu bringt, sie nach Marokko zu schicken um dort verheiratet zu werden. Sie, die Marokko nur aus ihren Ferien kennt, wagt die Flucht. Über ihre Freundin Alisa landet sie bei deren Tante in Hannover, die ihr einen Platz in einem Frauenhaus vermittelt.

    Rabia, die ehemals aus Afghanistan stammt, hat sich mit ihren 80 Jahren entschlossen ihren Lebensabend in einem Seniorenheim zu verbringen. Dort sitzt sie jeden Abend auf ihrem kleinen Balkon und kommt so mit Fadia und Damaris, die sich im gegenüber liegenden Frauenhaus kennengelernt haben, in Verbindung.


    Ich mag die Bücher der Lastwagen fahrenden Autorin Maria Braig sehr gerne. Sie nimmt sich Themen an, die man in Romanen eher selten oder nicht so offen angesprochen findet. Hier geht es um Unterdrückung, die gleichgeschlechtliche Liebe, Zwangsheirat, Diskriminierung und die Mitnahme fremder Kulturen in ein neues Leben. Aber auch die Freundschaft findet einen großen Anteil an der Geschichte.

    Maria Braig hält sich nicht lange an den Protagonisten auf, von denen ich schnell ein Bild vor Augen habe. Ihr geht es um die Schicksale der Menschen. Sie lässt mich einen Blick hinter die Fassaden dieser Menschen tun.
    Mit ihrem einfachen schnörkellosen Schreibstil, der schnell auf den Punkt kommt, war ich auch diesmal schnell in der Geschichte um diese drei so unterschiedlichen Frauen drin und gefesselt. Sie beleuchtet die Hintergründe, zeigt auf, wie schwer es als Immigrant ist, mit seiner für uns fremden Kultur in unserem Land zu leben. Und ich bin erschrocken, wenn ich mir vorstelle, wie vielen jungen Frauen das Schicksal mit Fadia und Damaris teilen.

    Das Lesen dieses Buches lohnt sich absolut. Wer sich für die Schicksale von jungen Frauen aus anderen Kulturen in unserem Land interessiert, sollte es unbedingt lesen. Mir hat es ohne den erhobenen Zeigefinger die Augen wieder ein klein wenig weiter für die aktuelle Situation in unserem Land geöffnet.

  • Die kleine Hexe, kolorierte Ausgabe von Otfried Preußler

    Die kleine Hexe wünscht sich so sehr, in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg mit den anderen Hexen zu tanzen. Doch leider ist sie viel zu jung dafür. Sie ist ja erst einhundert- siebenundzwanzig Jahre alt. Trotzdem schwingt sie sich auf ihren Besen und feiert mit, was natürlich nicht unentdeckt bleibt. Sie soll bestraft werden, bekommt aber von eine Gnadenfrist und soll bis zur nächsten Walpurgisnacht alle Hexensprüche auswendig lernen und eine gute Hexe werden. Aber wie soll sie das schaffen? Ihr guter Freund, der Rabe Abraxas, unterstützt sie dabei.


    Ich denke, es ist bestimmt fast 60 Jahre her, dass ich dieses wunderschöne Buch von der kleinen Hexe geschenkt bekommen habe. Und ich habe sie geliebt. Weil sie ja eine gute Hexe werden wollte.
    Nun lese ich die kleinen Geschichten über das arme Mädchen am Markt oder dem Maronimann unseren kleinen Nachbarn vor, wenn sie mal wieder Lust auf eine Geschichte haben und ihre Ersatzoma besuchen. Auch wenn die Sprache für heutige Verhältnisse etwas veraltet daher kommt, stört das in keinster Weise.

    Ein Kinderbuchklassiker, den ich und auch die Kinder, denen ich es vorlese, einfach lieben. Ein Buch mit wunderschönen kleinen Illustrationen; über die Freundschaft, mag sie auch noch so ungewöhnlich sein; das die Fantasie anregt; das berührt und zeigt, dass man alles schaffen kann und sich nicht von der Meinung anderer dirigieren lassen sollte.

  • kann das gutgehen? Ja. Es geht sogar sehr gut.

    Die kleine Spinne Widerlich ist schon so müde. Aber bevor sie ins Bett geht, sagt sie allen ihren Verwandten und Freunden Gute Nacht. Ihren kleinen Hasen im Arm besucht sie Tante Igiitte, Onkel Langbein, Oma Erna, Ihre Freundinnen Mücki und Niesi. Endlich ist sie dann soweit und ihre Mama bringt sie ins Bett und wünscht auch ihr eine Gute Nacht.


    Es gibt sehr viele Gute-Nacht-Bücher. Aber dieses liebt unser kleiner Mann, der gerade 15 Monate alt ist, seit ein paar Tagen ganz besonders. Da die Geschichte sehr kurz gehalten ist, eignet sie sich sehr gut, als letzte kleine Nachtlektüre vor dem Einschlafen. Das kleine Pappbilderbuch mit den abgerundeten Ecken und den wenigen robusten Seiten hält er dann auch ganz fest in seinen kleinen Händen, bis er selbst fast eingeschlafen ist.

    Die wunderschönen farbigen Illustrationen enthalten so viel Entdeckenswertes. Wir setzen uns auch tagsüber immer mal wieder hin und suchen kleine verspielte Details, zu denen man auch gut selbst kleine Geschichten erfinden kann. Die kleinen Reime zu jedem Bild treten dabei fast schon in den Hintergrund.

    Ich selbst mag zwar Spinnen nicht besonders, aber diese kleine Spinne habe auch ich richtig ins Herz geschlossen.

    Ein kleines Pappbilderbuch für unsere Allerkleinsten mit wunderschönen Illustrationen und kleinen Reimen. Ein wunderschönes Buch für unser letztes Ritual am Abend.