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Bewertungen von Leser/innen

  • Umarmst du mich mal? von Eoin McLaughlin

    Als ich dieses kleine wunderschöne Kinderbuch ausgepackt und angeschaute habe, dachte ich: Upps, da steht ja die Rückseite auf dem Kopf. Was das zu bedeuten hat, habe ich dann beim näher anschauen gemerkt. Verraten wird es aber nicht.

    Die Geschichte erzählt von einem kleinen traurigen Igel, den niemand umarmen will. Denn Fuchs, Eichhörnchen und Elster haben anderes zu tun, haben einfach keine Zeit. Ob das mit seinen vielen Stacheln zu tun hat? Aber die Eule macht ihm Mut. Auf jeden Topf passt ein Deckel.
    Der kleinen Schildkröte geht es genauso. Dachs, Hase und Frosch haben angeblich keine Zeit. Ob das an der harten Schale des Panzers liegt? Auch hier macht die Eule mit ihrem Spruch „Auf jeden Topf passt ein Deckel“ der kleinen Schildi Mut.
    Und dann treffen Schild und Igel aufeinander...

    Eoin McLaughlin hat eine liebevolle kleine Geschichte in einer kindgerechten Sprache verfasst. Dazu die wunderschönen Illustrationen von Poly Dunbar.

    Unser Kleiner war zuerst recht traurig, dass den Igel niemanden haben wollte, genau so wie die kleine Schildkröte, die er sofort Schildi getauft hat. Aber dann, das Zusammentreffen der Beiden, einfach wunderschön und zum lachen. Und es gefällt ihm gut, dass irgendwo immer jemand ist, der zu einem passt.

    Wir werden das kleine Buch bestimmt noch viele Male zur Hand nehmen und uns mit dem kleinen Igel und Schildi freuen, dass sie sich gefunden haben.

  • Nacht überm Chiemgau von Ina May

    Juliane Leitermann, Kommissarin a.D., hat einen neuen Job angenommen. Während Verona und Maximilian Felder auf einer wunderschönen Insel urlauben, hütet sie deren Haus und den Minihund Gretel in ihrer Nachbargemeinde Marquartstein im wunderschönen Chiemgau. Hier wird seit einigen Tagen die junge Antonia Olberding vermisst. Ihr kleiner Bruder Stefan, den alle nur „Bazi“ nennen und ihre beste Freundin Tessa versuchen alles, um eine Spur zu finden. Und wie es nicht anders sein kann, schaltet sich natürlich auch Juliane zusammen mit ihrer Freundin Minerva „Mini“ Meierhofer ein. Hat das Verschwinden der jungen Frau etwas mit den Recherchen zu dem Heimatbuch zu tun, an dem sie zusammen mit Lehrer Konstantin Kohlschreiber arbeitet.


    In diesem Krimi bringt Ina May die ehemalige Kommissarin mit zwei, nein sogar drei Fällen zusammen. Zum einen versucht Juliane Spuren zu der vermissten Antonia zu finden. Zum anderen hat ihre Freundin Mini vor vielen Jahren, genau im Sommer 1959, geschworen, heraus zu finden, was damals mit Ferdi Weber passiert ist. Und dann wird auch noch Bruno Seitlein aus dem Gefängnis entlassen, der sich bestimmt an ihr Rächen will. Im Prozess gegen ihn hat Juliane ein Beweisstück unterschlagen.
    Die Spannung ist hier eher leise im Hintergrund, doch stetig da und hält sich auch bis zum Schluss. Mit ein paar Wendungen, auf die ich nicht gefasst war, hat mich die Autorin auch immer wieder von meinem eingeschlagenen Ermittlungsweg abgebracht.

    Nach „Tod am Chiemsee“ ist dies der 2. Krimi aus der Feder von Ina May, den ich gelesen habe. Ihre Figuren sind lebensecht, gut vorstellbar gezeichnet und haben so ihre Macken oder Geheimnisse. Ich fand es einfach amüsant, als Juliane, die mir von Anfang an ans Herz gewachsen ist, genau so wie ihre Freundin Mini, am Geburtstag ihres verstorbenen Gatten nachts auf den Friedhof schleicht und dort ein Picknick veranstaltet. Die beiden alten Damen sind immer noch neugierig auf Alles und auch ein wenig unangepasst, was mir sehr gut gefällt.

    Das Lokale kommt in diesem Krimi nicht durch die Sprache der Protagonisten zum tragen, sondern durch kleine Sprüche zu Beginn jeden Kapitels. Darunter die Übersetzung ins Hochdeutsche. Mal was anderes – hat mir sehr gut gefallen.

    Wieder ein Krimi, der mir gut gefallen hat, bei dem mir aber die vielen Anknüpfungspunkte und dauernden Wechsel an den verschiedenen Fällen fast schon ein bisserl viel waren. Trotzdem freue ich mich auf die neue Aufgabe, die Juliane ja schon erwartet.

  • Wer die Wahl hat, liebt die Qual von Rafael Fuchsgruber; Tanja Schönenborn

    Rafael Fuchsgruber, der schon seit vielen Jahren läuft, und Tanja Schönenborn, die Anfängerin, erzählen in ihrem gemeinsamen Buch „Wer die Wahl hat, liebt die Qual“ von ihrem gemeinsamen Leben als Paar und von ihren gemeinsamen Marathonläufen. In einem Gespräch wird erzählt, wie es zu dem Buch gekommen ist. Ich erfahre sehr viel Privates von diesem, wie es scheint, ungleichen Paar, dass aber durch das Laufen eine absolute Einheit bildet.

    Unterbrochen durch wunderschöne Farbaufnahmen begebe ich mich für 7 Tage mit den Beiden auf den Gobi Marsch 2018, bin beim 250km Jungle Lauf von Rafael in Sri Lanka dabei, genau so wie beim Ultra-Marathon im Iran. Er schreibt über seine Liebe zu Afrika. Tanja erzählt hier auch von einem sehr traurigen Kapitel ihres Lebens mit Rafael und wie sie es gemeinsam, auch wieder durch einen Ultra Marathon, verarbeitet haben.

    Obwohl ich keine begeisterte Läuferin bin, dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen und vor allem die phantastischen Fotos angeschaut. Ich bewundere diese beiden Menschen, die über die Liebe zum Laufen und zur Qual ihre Liebe zueinander entdeckt haben. Auf das es für immer so bleiben möge.

  • Wir gegen euch von Fredrik Backman

    Der kleine Ort Björnstadt, die Stadt im Wald ganz im Norden Schwedens, der sich ganz dem Eishockey verschrieben hat, droht auseinander zu brechen. Nachdem der junge Star des Vereines ein Mädchen vergewaltigt hat, ist nichts mehr wie es vorher war. Die Gewalt eskaliert, nachdem einige junge talentierte Eishockeyspieler zum Rivalen nach Hed wechseln.
    Wird es der ambitionierten Trainerin gelingen, die Mannschaft wieder aufzubauen. Werden es die Björnstädter schaffen, wie früher zusammen zu stehen, die Schwierigkeiten zu überwinden und die Wunden verheilen zu lassen?


    „Wir gegen euch“ ist der 2 Band, in dem es um Eishockey und den kleinen Ort Björnstadt geht. Ich habe den ersten Teil „Kleine Stadt der großen Träume“ nicht gelesen, hatte aber nicht das Gefühl etwas Entscheidendes verpasst zu haben. Auch weil Backman die Vorkommnisse des ersten Bandes gebündelt in die ersten Kapiteln mit einfließen lässt. Ich bin schnell in Björnstadt und der Eishalle angekommen und habe mich direkt in die Geschichte hinein ziehen lassen. Trotzdem werde ich den ersten Band noch lesen um auch wirklich alles mitzubekommen. Auch weil Fredrik Backman ein toller Erzähler ist, von dem ich gerne mehr lesen möchte.

    Obwohl ich den Eishockeysport sehr mag – ich bin hier und da bei den Spielen unseres EHC Red Bull dabei – waren es hier die menschlichen Aspekte, die mich noch mehr mitgerissen haben. Die vielen Emotionen, denen ich hier begegne, sei es Wut, Hass, Trauer, Überlebenswille, aber auch Hoffnung und Liebe, alles treibt mich zum einen himmelhoch jauchzend, andererseits zum Tode betrübt, durch die Seiten. Ich habe mitgelitten und mitgefiebert, habe gelacht und auch ein paar Tränen sind geflossen. Ich hätte aber auch ein paar Mal gerne zurückgeschlagen, wenn ich gekonnt hätte.

    Durch Fredrik Backmans Augen werde ich mit den verschiedensten Personen bekannt gemacht. Nicht alle sind mir sympathisch. Aber bei allen habe ich den Eindruck, dass es sie absolut menschlich gezeichnet sind und es sie genau so geben kann.

    Es ist so Vieles, was hier passiert. Alles greift irgendwie ineinander, baut aufeinander auf. Das eine gibt es kaum ohne das andere. Eine sehr komplexe Geschichte, bei der ich aufpassen muss, dass ich nicht einfach drüber lese. Ich habe öfters kleine Pausen eingelegt um über verschiedene Dinge nachzudenken und das Gelesene einfach noch mehr auf mich wirken zu lassen. Habe überlegt, ob es sein kann, dass Menschen wirklich nur das sehen, was sie sehen wollen und nur ihr eigener Blickwinkel zählt.

    Eine unterhaltsame Geschichte auf hohem Niveau mit facettenreichen Protagonisten und einem Sport, bei dem auch ich den Spielern vor allem beim Siegen sehr gerne zuschaue. Ein Autor, der mit mit seiner mitreißenden und ausdrucksstarken Erzählweise sofort gefesselt und nach Björnstadt mitgenommen hat.

  • Fettnäpfchenführer Ostfriesland von Sylvie Gühmann

    Zeitungsjournalistin Sonja Häberle zieht wegen einer neuen Volontariatsstelle von der Schwäbischen Alb nach Leer in Ostfriesland. So viel anders kann es hier ja nicht sein. Ist doch alles Deutschland. Schnell merkt sie, dass dem nicht ganz so ist und wie schnell man hier von einem Fettnäpfchen ins andere treten kann. In ihrer Kollegin Grietje hat sie eine junge Frau zur Seite, die ihr alles genau erklärt und die sie vor der ein oder anderen kleinen Falle bewahrt.


    Dies ist mal ein ganz anderer Reiseführer. In Romanform verpackt ziehe ich mit Sonja durch Ostfriesland, lerne Städte und kleine Dörfer kennen; finde die Landschaft genau so reizvoll wie Sonja und durch Grietje, die ihre Heimat wie ihre Westentasche kennt, erfahre ich in 45 kleinen Kapiteln sehr viel Wissenswertes und auch Skurriles aus der nordwestlichsten Gegend Deutschlands. Immer eingefügt der „Klookschieter“, der das Ganze noch etwas vertieft und die Rubrik „Wat´n Mallöör“ beschreibt, wie schnell ich in eine Fettnäpfchenfalle hinein tappen kann und wie ich sie gekonnt umschiffe.

    Ich lerne Einiges über die Entstehung der Ostfriesenwitze; über den Ostfriesen der Herzen Otto Waalkes und stehe vor dem schiefen Turm von Suurhusen, der noch um mehr als 1 Grad schiefer ist als der schiefe Turm von Pisa, und diesen daher aus dem Guinessbuch der Rekorde vertrieben hat. Ob es um den Friesennerz geht, oder das Plattdeutsch als Sprache – alles wird thematisiert. Ich erfahre, was es mit dem „Moin“ auf sich hat und das es für Nichtfriesen besser ist beim Hochdeutsch zu bleiben; lerne das ostfriesische Teezeremoniell kennen und was es mit dem kleinen Löffel auf sich hat und habe lachen müssen, als ich Sonja zu einer Misswahl begleitet habe. Ich lerne die Rasenmäher des Hesseparks und die Räuber der Lüfte kennen und erfahre Wissenswertes über die Gezeiten, die Milchkannenkanone und den Galliviehmarkt.

    Zum Schluss erklärt mir der Klookschieter mit 10 Gründen noch, warum ich unbedingt nach Ostfriesland ziehen sollte.
    Im Anhang bekomme ich von der Autorin noch 10 Dinge vorgelegt, die ich in Ostfriesland unbedingt tun sollte. Aber auch 10 Dinge, mit denen ich mich dort oben blamieren kann. Als letztes noch ein lüttjes Lexikon för Butenlanners. Was das ist, solltet ihr beim Lesen dieses interessantes Buches selbst heraus finden.

    Es müssen nicht immer trockene Reiseführer sein mit denen man sich auf Reisen begibt. Sylvie Gühmann zeigt hier einen Weg auf, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Dazu ein Lesezeichen mit den Do´s & Dont´s – was brauche ich mehr um in Ostfriesland einen wunderbaren Urlaub oder auch mehr zu verleben.

  • Rapunzel, mein von Lars Schütz

    Rabea Wyler ist 11 Jahre alt, als ihre kleine Schwester Marie spurlos verschwindet. Nur ihre linke Hand wird später tief in den Wäldern des Emmentals gefunden.
    Heute ist Rabea Profilerin beim LKA Rheinland-Pfalz in Mainz. Als im Galli-Theater in Essen die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, der man beide Hände abgeschnitten hat, denkt sie sofort an ihre Schwester, deren Suche sie nie aufgeben wird. Sie vermutet, dass der neue Fall in Essen etwas mit ihrer Schwester zu tun hat. Und dem muss sie unbedingt nachgehen.
    Jan Grall, ihr ehemaliger Chef beim LKA, hat sich nach seiner Suspendierung kiffend in einer Ferienwohnung in Cannobio am Lago Maggiore verkrochen. Er soll Rabea bei ihrer Suche, bei der sie meint, eine neue Spur gefunden zu haben, helfen.


    „Rapunzel mein“ ist für mich der erste Fall, den ich von dem mir bisher unbekannten Autor Lars Schütz gelesen habe. Da ich in kurzen Sequenzen immer wieder kleine Einblicke in den ersten Fall der beiden Fallanalytiker bekomme, habe ich nicht den Eindruck bisher etwas Entscheidendes verpasst zu haben. Meine Neugier auf den „Alphabetmörder“ wird allerdings stark angestachelt.

    In diesem Fall, der an das Märchen „Rapunzel“ der Gebrüder Grimm angelehnt ist, bin ich mit den beiden Profilern im Ruhrgebiet, in Essen, Duisburg und Düsseldorf unterwegs. Einige Kapitel spielen auch in Burgdorf in der Schweiz, wo Rabea aufgewachsen ist; in Cannobio am Lago Maggiore, wo Jan aus seiner selbst gewählten Abgeschiedenheit gerissen wird und ganz zum Schluss noch in Las Vegas, USA.

    Rabea Wyler und Jan Grall, die ich hier erst kennenlerne, wobei ich auch die Infos zum Privatleben der Beiden schätze, sind mir von Anfang an recht sympathisch. Beide haben ihr Packerl zu tragen, sind recht eigenwillig, haben Beide eine starke Persönlichkeit. Aber auch die anderen Charaktere, die hier handeln, z.B. Clanchef Ilias Quabbani, Moritz Beil, Boss der Satan´s Squad oder Kristijan Ivasic und Delilah Demirci, Vincent Hunger und die Familie Meyer, habe ich schnell ein klares Bild vor Augen um sie in meinem Kopfkinofilm mitspielen zu lassen.

    Die Spannung hält sich von Anfang an recht hoch, steigt weiter an um auf diesem hohen Niveau zu bleiben bis zum Schluss.
    Das Buch ist in 4 Teile unterteilt; die 74 Kapitel lassen sich sehr leicht und zügig lesen. Es gab allerdings auch Stellen, bei denen mir die Action einfach zu hoch und auch zu unglaubwürdig erschien. Aber gut, da hat es Lars Schütz meiner Meinung nach einfach zu gut gemeint und es etwas übertrieben. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Andere mögen das ganz anders sehen.

    Alles in allem ein actionreicher, packender, spannungsgeladener Thriller mit einer unerwarteten Wendung, den ich trotz kleiner Kritik sehr gerne gelesen habe.
    Da Wyler und Grall evtl. als selbständige Profiler zusammen arbeiten wollen, bahnt sich hier vielleicht auch schon der nächste Fall für die Beiden an. Zuerst aber nehme ich mit den „Alphabetmörder“ vor.

  • Das große Wimmelwissen (Riesenbuch) von Carola von Kessel

    Wieso, weshalb, warum? Meine Kinder und ich haben die Sesamstraße geliebt. Nun haben wir für unseren Jüngsten dieses Wimmelbuch gefunden. Und er ist absolut begeistert.

    Als erstes fällt dieses tolle Buch durch seine ungewöhnliche Größe auf. Deshalb müssen im Moment noch Oma und Opa beim Halten helfen. Auf 8 farbenfroh gestalteten Doppelseiten dreht sich alles um jeweils ein Thema: die Stadt; Einsatzkräfte im Notfall; Der Zoo; das Meer; die Baustelle; der Bauernhof; der Wald und zum Abschluss der Bahnhof. Es gibt auf jeder Seite so viel zu entdecken. Und bei jedem Mal, wenn wir es anschauen, fällt etwas Neues auf, auf das wir bisher nicht geachtet hatten.

    Die Texte findet man im oberen Viertel jeder Doppelseite, wobei jeweils eine Frage gestellt wird. Auf der rechten Seite eher allgemein; auf der linken Seite geht es in einem Thema etwas in Detail. Aufgelockert wird das Ganze durch kleine Mäuschen mit Sprechblasen, die dem jeweiligen Thema angepasst eine Bekleidung tragen. Auch in den Bildern selbst sind kleine Felder mit Erklärungen eingefügt. Kleine Klappen, hinter die unser kleiner Mann besonders gerne schaut, vertiefen das Wissen noch etwas weiter. Ganz besonders liebt er die Einsatzkräfte der Feuerwehr und den Hubschrauber.

    Carola von Kessel und Guido Wandrey ist ein tolles, informatives und lehrreiches XXL-Buch gelungen, das auch Omas und Opas bestimmt gefällt, mit farbenfrohen Bildern und kleinen Texten zum Vorlesen, selbst lesen und vor allem zum Suchen und Erklären.

  • Aus der Serie von Sandra Grimm und Agnese Baruzzi "Wie kleine Tiere groß werden" haben wir neben "Die kleinen Rotkehlchen" auch "Die kleine Raupe" für unseren kleinen Enkel gekauft. Er kennt die kleine Raupe schon als PopUp-Buch und ist auch von der neuen Raupe, die aus dem Cover durch das Guckloch schaut, ganz begeistert. Wunderschön den Werdegang der kleinen Raupe zu beobachten, wie sie sich langsam durch die Seiten knabbert, sich in einem Kokon verpuppt und schließlich zu einem wunderschönen Schmetterling wird.

    Kurze, knappe Texte zusammen mit wunderschönen Illustrationen bei denen man so Vieles und immer wieder Neues entdecken kann sind gerade richtig für dieses Alter. Die festen Pappseiten mit den abgerundeten Ecken halten, denke ich zumindest, auch häufiges Anschauen gut aus.

    Wir hoffen, dass es aus der Serie "Wie kleine Tiere groß werden" bald weitere Bilderbücher geben wird.

  • Das Haifischhaus von Rüdiger Barth

    Toto Berger hat alles, was man sich als Tenniscrack nur wünschen kann. Viel Geld, ist angesehen und beliebt, jeder in der Branche kennt ihn. Und dann kommt der Break und alles ist vorbei. Von Heute auf Morgen. Dazu Krankheit und Alkoholismus. Doch plötzlich ein Licht am Horizont. Ein letztes Spiel gegen die aktuelle Nr. 1 im Tennis auf Schalke.
    Wir er es noch einmal schaffen sich zu überwinden, über sich hinaus zu wachsen, sich zu Höchstleistungen zu pushen?

    Durch das Cover mit dem Tenniscourt und den Klappentext bin ich auf das Buch aufmerksam und vor allem neugierig geworden. Mit Tennis hatte ich bis hierher nicht viel am Hut. Trotzdem hat mich das Buch recht schnell in seinen Bann gezogen. An den außergewöhnlichen Schreibstil habe ich mich erst gewöhnen müssen, was aber recht flott ging.

    Auch wenn ich hier und da Frau Google bemühen musste, weil mir Begriffe nicht klar waren oder ich Sätze nicht verstanden habe, war ich schnell in der Welt des Tennis daheim. Mit Toto Berger erlebe ich den Aufstieg und den Fall eines großen Tennisasses. Ich lerne die Menschen aus seinem direkten Umfeld kennen und Viele, die er im Lauf seiner Karriere kennengelernt hat. Um ihn herum ergibt sich ein stimmiges Bild eines Ausnahmesportler mit seinen Stärken und Schwächen, seinen Freunden, seinen Sherpas und auch von Missgünstigen.
    Ich stehe mit ihm auf der Terrasse des Haifischhauses und schaue auf die Flensburger Förde hinaus. Der Autor hat eine so detailreiche ausdrucksstarke Schreibweise, dass sofort farbige Bilder in meinem Kopf entstehen und ich meine sogar den Wind an der Ostsee zu spüren und die Wellen rauschen zu hören.

    Zum Schluss hin, wo ich bei seinem letzten Spiel dabei bin, war es mir dann doch zu tennisdominant. Da habe ich etwas abgeschaltet, was den Unterhaltungswert aber in keinster Weise geschmälert hat.

    Ein tolles Buch mit vielseitigen und vielschichtigen Charakteren, über Erfolg, Rücksichtslosigkeit und den tiefen Fall, über neue Chancen, gute Freunde und Menschen, bei denen ich nicht weiß, ob sie es wirklich gut meinen. Ich erhalte tiefe Einblicke in den Tennissport, lerne Fachbegriffe und bin bei Totos letztem Spiel dabei.

    Ein ausdrucksstarker Roman über Höhen und Tiefen, den ich nicht nur Tennisfans ans Herz legen möchte. Ein packendes Debüt eines Autors, von dem ich gerne mehr lesen möchte.

  • Todesmal von Andreas Gruber

    Nach einer heftigen Diskussion mit seinem Chef Dirk van Nistelrooy hat Kriminalhauptkommissar Maarten S. Sneijder seinen Job an den Nagel gehängt. Das BKA will seine exaltierten Forderungen nicht erfüllen.
    Seine bisherige Kollegin Sabine Nemez hat gerade eine Nonne im Empfang genommen, die ihr Anliegen nur mit Sneijder besprechen will. Im Verhörraum spricht sie von 7 Morden, die in den nächsten 7 Tagen geschehen werden. Und obwohl Sabine eine der besten Profilerinnen beim LKA ist, kann sie den Tod des ersten Opfers nicht verhindern. Dieser Fall scheint so interessant, dass Sneijder sich doch wieder einschaltet. Außerdem will die Nonne nur mit ihm sprechen. Warum? Zusammen mit Sabine Nemez und Tina Martinelli bildet er ein Team. Der Pole Krzysztof und IT-Spezialist Marc Krüger komplettieren die Crew, die nun versucht 6 Menschenleben zu retten.


    Maarten Somerset Sneijder, polizeilicher Fallanalytiker, Entführungsspezialist und forensischer Kripopsychologe beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden, raucht Marihuana, trinkt Vanilletee und hat überall sein Akupunkturset dabei. Dieser Mann ist mir ab der ersten Seite mit seinen menschenverachtenden Sprüchen und Kommentaren dermaßen unsympathisch. Ein solcher Kotzbrocken, der aber bei seiner Arbeit einfach genial ist. Wofür ich ihn absolut bewundere.
    In menschlicher Hinsicht ganz der Gegenpol dazu die beiden Frauen im Team, Sabine Nemez und Tina Martinelli. Auch der Pole Krzysztof, den Sneijder aus dem Knast geholt hat, IT-Spezialist Marc Krüger und Horowitz, der im Rollstuhl sitzende das Team komplettiert, passen perfekt zusammen. Jeder hat seine speziellen Aufgaben und Fähigkeiten, die Sneijder mit seinem goldenes Händchen gekonnt einsetzt. Sie arbeiten toll zusammen und unterstützen sich gegenseitig, wo es nur geht.

    Sehr gut gefallen hat mir hier, dass ich zwar recht bald wusste, wer der oder die Täter sind, aber immer bangen musste, ob Sneijder´s Team das nächste fällige Menschenleben retten kann. Wie frustrierend muss es sein, immer nur ein paar Minuten zu spät zu kommen.
    Mit manchen Opfern habe ich schon sehr mit gelitten. Obwohl sie auch in meinen Augen eine Bestrafung verdient hatten. Was aber hier die Komplizen der Nonne mit den Opfern anstellen war schon heftig. Mein Kopfkino habe ich an ein paar Stellen ausschalten müssen.

    Aber warum müssen all die so unterschiedlichen Menschen hier sterben? Das ergeben nach und nach die Ermittlungen von Sneijder und seinem Team. Haarsträubend und erschreckend, wenn ich bedenke, dass es sich so auch im wahren Leben abgespielt haben könnte.

    Eingeschoben werden ein paar Mal kurze Kapitel über eine Gebirgsjägerin beim österreichischen Bundesheer und einen Soldaten der deutschen Bundeswehr, der z.B. in Afghanistan gedient hat. Was die Beiden hier zu tun haben, klärt sich im Laufe der Geschichte.

    Andreas Gruber hetzt mich zusammen mit seinen Akteuren von einem Tatort zum nächsten, schafft es zwischendurch immer wieder etwas Ruhe in die Geschichte zu bringen um die Landschaft oder die Umgebung auf mich wirken zu lassen und kreiert dabei eine Spannung, die ab der ersten Seite ein sehr hohes Level erreicht. Und dies auch hält, bis sich zum Ende hin alles schlüssig auflöst. Alle meine Fragen, die sich im Laufe der Geschichte angesammelt haben, und davon gab es Viele, lösen sich auf und ich bin erschüttert von dem, was die Ermittler hier alles zutage fördern.

    Dies war mein erster Thriller, den ich von Andreas Gruber gelesen habe. Ich habe Blut geleckt und werde mir auch die Vorgängerbände zulegen.

    Beste Unterhaltung, Nervenkitzel, Spannung, einem Fall, der mir an die Nieren gegangen ist und einem ganz besonderen Team, das ich ins Herz geschlossen habe. Meine Leseempfehlung hat sich der Thriller verdient!