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Bewertungen von Leser/innen

  • Malen ist eines der effektivsten Methoden um sich zu entspannen. Da das freie Zeichnen mir überhaupt nicht liegt, ist dieses Buch super für mich geeignet. Dieses Ausmalbuch für Erwachsene ist mit seinen 46 ganz zart vorgemalten Motiven eine absolute Augenweide. Die Autorin und Textilgestalterin Christine Rechl hat wunderschöne verspielte Motive und Muster aus der Natur, Tiere und Pflanzen, kreiert. Da macht schon jetzt das Anschauen riesigen Spaß.

    Durch die seitliche Perforation lassen sich die einzelnen Bilder, wenn sie ausgemalt sind, einfach herausnehmen und einrahmen. Ich denke, dass verschiedene Motive an meiner Zimmerwand sehr gut aussehen werden. An einige Ostermotive werde ich mich sofort machen und diese dann verschenken. Andere Seiten werde ich an meine Freundin weitergeben, die im Moment auch etwas Entspannung braucht.

    Ein wunderschönes Buch, bei dem ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Von dem ich ab der ersten Ausmalseite begeistert bin und das mir, da bin ich mir sicher, einige wundervoll entspannte Stunden schenken wird.

  • Karl Valentin ist tot von Sabine Vöhringer

    2017 hat sich der 17-jährige Schüler Fabian Brühl umgebracht. War es wirklich Selbstmord? Seine damalige Freundin glaubt bis heute nicht daran. Nun gibt es am Karl-Valentin-Gymnasium einen Brand und eine tote Lehrerin.
    Tom Perlinger und sein Team haben es nicht leicht. Immer mehr Verdächtige und immer mehr Motive kristallisieren sich heraus. Steckt vielleicht sogar Gangsterboss Maslow hinter all den Geschehnissen?


    Boah, war das wieder spannend. Ich bin noch ganz gefesselt von den sich am Schluss überschlagenden Ereignissen. Sabine Vöhringer hat wieder einen richtig guten Abschluss der Geschichte hingelegt. Was mir persönlich aber auch sehr gut gefällt: nachdem der Fall gelöst wird, fahren alle ein paar Gänge runter und ich kann zusammen mit den Protagonisten richtig auf- und durchatmen. So schön, dass es außer kriminell noch richtig heile Familie gibt.

    Dieser 3. Fall für Tom Perlinger und sein Team ist wieder so vielschichtig, dass ich erst mal sondieren musste, wie das alles vielleicht zusammenhängt – oder auch nicht. Man kann auch diesen Fall gut lesen, ohne die ersten beiden Bücher von Sabine Vöhringer zu kennen. Aber ich rate jedem, lest sie noch. Zum einen lohnt es sich wirklich und zum anderen lernt man die Figuren, die immer wieder vorkommen, viel besser kennen.

    In diesem Fall geht es vor allem um den Leistungsdruck an unseren Schulen, hier im besonderen am Karl-Valentin-Gymnasium, und z.T. unfähige und empathielosen Pädagogen bzw. einem diktatorischen Direktor. Am Beispiel von 2 Familien wird schnell klar, welchem Druck nicht nur die Schüler, sondern auch die Eltern standhalten müssen.

    Dass unser Komiker Karl Valentin immer wieder mit seinen humorigen Sprüchen hier vorkommt, gefällt mir auch sehr gut. Die sind wie nebenbei immer wieder in die Geschichte eingeflochten und lockern den Kriminalfall etwas auf. Den Spagat zwischen Humor und Spannung bekommt die Autorin mit ihrem lockeren und leichten Schreibstil sehr gut hin. Das ich recht schnell raus hatte, worum es geht, wer welche Beweggründe für sein Tun hatte, hat meinem mitfiebern und mit ermitteln nicht geschadet. Die Spannung bleibt und es ist aufregend bis zum Schluss.

    Sehr gut nicht nur für Neueinsteiger das an die Geschichte anschließende Personenregister und das „Willkommen in der Altstadt“, wo ich mit den wichtigsten Menschen und ihren Zusammenhängen bekannt gemacht werde. Bei München „erleben“ bekomme ich eine Ansicht von Münchens Innenstadt mit den Konditoreien der Firma Rischart. Im vorderen Klappenumschlag finde ich eine Rückansicht auf Karl Valentin auf seinem Brunnen und in der hinteren Klappe eine Innenstadtansicht von München, wo alle Plätze und Orte eingezeichnet sind, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen.

    Ein paar klitzekleinen Andeutungen entnehme ich, dass es weitergehen wird mit Tom, seinem Team und der Mannschaft im Hackerhaus in der Sendlinger Straße. Darauf freue ich mich jetzt schon.

    Ein spannender, vielschichtiger, unterhaltsamer Krimi mit einem guten Schuss Humor, der mich in die Münchner Altstadt bringt und den ich gerne weiter empfehle.

  • Verkauft von Constanze Dennig

    MNoch halb in Narkose nach einer OP ist Psychiaterin Alma Liebekind überzeugt, eine Tote auf einer Bahre an sich vorbei fahren gesehen zu haben. Auch Mutter Martha hat aus einem Fenster die abgedeckte Bahre beobachtet. Nur bei ihren Nachfragen beim Klinikhauspersonal will niemand etwas von einer Leiche wissen. Der Spürsinn von Alma und Martha ist geweckt. Als dann in einem Flüchtlingsheim eine junge Frau ermordet wird, hält die beiden Spürnasen nichts mehr.


    Noch vor der eigentlichen Geschichte lerne ich einige der Protagonisten ausführlich kennen, was für mich beim Lesen sehr hilfreich war. Ich konnte mir von Anfang an die Personen recht gut vorstellen.
    Die neugierige und selbstbewusste Alma mochte ich von Anfang an, ihre Mutter hat etwas gebraucht um sich meine Sympathien zu verdienen. Toyboy Michael, auch Michelangelo genannt, der meint, er wäre ein Autor, ist in meinen Augen ein Lebenskünstler, der es geschafft hat, sich von einer gut situierten Dame aushalten zu lassen. Mein Fall ist er nicht. So haben alle Mitwirkenden ihre guten und weniger guten Seiten, ihre Ecken und Kanten.

    Für mich war es der erste Fall, den ich mit Alma und ihrer Mutter zusammen gelöst habe. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl etwas Gravierendes nicht zu wissen. Konnte der Handlung ab der ersten Seite sehr gut folgen. Ob ich die ersten 3 Fälle auch noch lösen will, werde ich mir noch überlegen.

    Sehr gut gefallen haben mir die Dialoge zwischen Alma und ihrer Mama, Alma und ihrer Freundin, Alma und Michael usw. Sie machen die ganze Geschichte lebensecht und nachvollziehbar. Ich erfahre sehr Vieles aus Almas Privatheben, was sie für mich noch greifbarer macht. Was dabei etwas zu kurz kommt bzw. auf der Strecke bleibt, ist die Spannung.

    Ich mag es, wenn in einer Geschichte heraus zu lesen ist, wo ich mich befinde. Hätte ich es nicht vorher gewusst, stelle ich schon sehr bald fest, dass ich hier in Wien bin. Worte aus dem wienerischen, dem Latein, das Martha gerne verwendet und aus dem Jiddischen werden für Unkundige als Fußnoten erklärt. Die Handlungsorte sind gut beschrieben und machen Lust auf die Stadt Sigmund Freuds.

    Zum Schluss bekomme ich noch ein Kurzinterview von Constanze Denning zum Buch.

    Ein leichter Krimi mit aktueller Brisanz, lebensnahen Personen in der Stadt Wien. Launige Unterhaltung ist garantiert.

  • Heute nicht von Julian Meyer; Timon Meyer

    Der Bär, der Löwe, das Krokodil, der Koala, der Lurch, das Lama und der Panda – alle Tiere sind traurig, haben Kummer oder Sorgen. Aber dann kommt der nächste Tag – und alles ist wieder gut.

    Julian Meyer hat in diesem Buch wundervolle Illustrationen gezaubert, die unserem Kleinen sehr gut gefallen. Die Mimik der Tiere drückt aus, wie sie sich gerade fühlen. Immer wieder holt er das Buch aus seiner Bücherkiste und will es anschauen. Es gibt so vieles auf den farbenfrohen Bildern zu entdecken, immer wieder Neues anzuschauen und dazu kleine eigene Geschichten zu erfinden.
    Timon Meyer hat zu den einzelnen Bildern kleine, kindgerechte Texte in Reimform geschrieben.

    Die Nachricht des Buches hat unser kleiner Mann auch schon verstanden. Es ist nicht ein Tag wie der andere. Es gibt gute und es gibt nicht so gute Tage. Und man kann sich immer auf morgen freuen.

    Ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes Kinderbuch mit kleinen Reimen. Nicht nur für kleine Kinder.

  • Das Dünenhaus von Ann-Kristin Vinterberg

    Wann ist bei uns die Liebe verlorengegangen? Diese Frage stellt sich Vivien Sangild, nachdem sie von einer Geschäftsreise früher nach Berlin zurückkommt und ihren Freund Morton mit seiner Galeristin Katarina in der Badewanne erwischt hat. Außer sich vor Wut und vor allem Enttäuschung flieht sie in ihr Dünenhaus nach Dänemark an den Kattegat. Hier trifft sie Mona, ihre beste Freundin aus Kinder- und Jugendtagen, und ihre erste große Liebe Gian wieder. Aber es scheint hier jemanden zu geben, der nicht mag, dass Vivi hier bleibt.


    Es ist ein leichtes und lockeres Lesen und ich hatte mich auf eine entspannte Liebesgeschichte eingestellt. Doch schon bald merke ich, dass merkwürdige Dinge passieren, wie langsam Spannung in die Geschichte kommt und sich kriminelle Energien breit machen. Doch erst ganz zum Schluss kommt es zum Crash.

    Ich als Leserin bin immer über fast alles bestens informiert, da ich die Geschichte nicht nur aus Vivis Sicht lese. Auch die Sicht auf die Dinge von Morton, Mona und Gian lerne ich kennen. Dadurch komme ich den Protagonisten noch ein Stück näher und kann ihr Handeln besser verstehen. Es ist auch ein großes Stück Aufarbeitung der Vergangenheit dabei.

    Die kurzen Kapitel machen die Geschichte sehr schnell. Die Ereignisse überschlagen sich. Es treten Wendungen auf, mit denen ich nicht gerechnet habe und die mich schockieren. Doch zum Schluss kann ich mich entspannt und zufrieden zurück lehnen.

    Die bildreichen Beschreibungen der wunderschönen Umgebung des Dünenhauses haben meine Fantasie reisen lassen.
    Eine interessante Geschichte mit Spannung, Drama, Familien- und Alltagsgeschichten und ganz viel Liebe, die mich gut unterhalten hat.

  • Turmschatten von Peter Grandl

    Eine neue Synagoge soll gebaut werden, was der Neonaziszene gar nicht gefällt. Der Geldgeber soll ein reicher Jude sein, der im „Turm“ lebt. Bei einem Überfall auf Ephraim Zamir, der zu der Zeit aber nicht im Turm ist, wird seine junge Haushälterin Esther von einem 13-jährigen Jungen erschossen. Ephraim gelingt es bei seiner Heimkehr, die drei Neonazis zu überwältigen und im Keller seines Turmes als Geiseln festzuhalten. In einer Videoschaltung werden die Zuschauer gebeten zu voten: Sollen die drei leben oder sterben?


    In diesem Triller ist es kein Kommissar oder die Polizei, die hier Verbrecher jagen. Nein, ein alter jüdischer Mann bringt Udo Reinicke, Gottfried Wegener „Steiner“ und Karl Rieger in seine Gewalt und dazu, ihre Lebensgeschichte und ihre Ansichten per Liveschaltung vor einem breiten Publikum auszubreiten.

    Es scheint so realitätsnah, dass dies alles vor meiner Haustüre passieren könnte. Die Menschen, die hier agieren wirken so menschlich und echt. Es ist so verstörend, den drei Männern zuzuhören bzw. in Rückblenden deren Lebensgeschichte zu erfahren. Es ist so interessant zu erfahren, was dazu geführt hat, dass sie zu dem wurden, was sie heute sind – Neonazis.
    Die Rückblenden zu den einzelnen Lebensstationen zeichnen sehr genaue Bilder verknüpft mit Geschehnissen von damals. Ganz besonders im Gedächtnis von damals ist mir die Geiselnahme von Gladbeck aus dem August 1988 geblieben, die hier auch thematisiert wird.
    Besonders schockiert hat mich in dieser Geschichte hier das Schicksal der jungen Esther Goldmann, die bei Ephraim Zamir ein neues Zuhause gefunden hat.

    Das ganze drumherum um diesen Fall, die Geschichte von Architekt Jonas Behrens, der genau die Struktur und Bauweise des Turmes erklärt; die Geschichte von der jungen Bewährungshelferin Marie Stresemann; die Geschichte um den 13-jährigen Thomas Worch – alles gehört zusammen und alles macht den Roman zu einem für mich kaum zu glaubenden Konstrukt.

    Peter Grandl beherrscht es grandios, Realität und Fiktion zu verbinden. Er lässt in meinem Kopf schaurige Bilder entstehen. Gerade in der heutigen Zeit, wo die AfD auf dem Vormarsch scheint und immer mehr Anhänger bekommt, sich die Anschläge häufen, wird auch die Person des Wilhelm Thielen sehr real.

    Nach dem Ende der Geschichte, die so ganz anders daher kommt, als ich es mir die ganze Zeit vorgestellt habe, bleibe ich erst mal sprachlos zurück.

    Für mich ist „Turmschatten“ eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Ein Buch, bei dem ich ein Kapitel nach dem anderen verschlungen habe. Ein Buch, dessen Einblicke in die menschliche Psyche mich teilweise verstört haben. Ein Buch, dessen Aktualität greifbar ist. Ein Buch, dass mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

  • Falsche Fäter von Margot Jung

    Francesca Carlottis Tochter Clara stellt ihrer Mama ihren neuen Freund Aron, einen jungen Isländer, vor. Francesca glaubt ihren Augen nicht zu trauen. Vor sich sieht sie Magnus, den jungen Mann, mit dem sie vor vielen Jahren eine traumhafte Nacht in ihrem Griechenlandurlaub verbracht hat. Am nächsten Morgen war Magnus weg und nach 9 Monaten kam Clara zur Welt. Ist Clara vielleicht sogar die Tochter von Magnus? Und wenn ja, wie macht sie das Clara und ihrem Noch-Ehemann Gianluca klar?
    Wie der Zufall es will, wird beim Food-Festival in Reykjavik ein Platz im Jurorenteam frei und Francesca springt ein. Zusammen mit ihrer Freundin und Managerin Benita reist sie per Fähre nach Island. Hier überschlagen sich die Ereignisse und es gibt sogar einen Toten. Hat Aron etwas damit zu tun? Oder doch eher die Umweltaktivisten und Walretter?


    Nach „Liebe, Tod und Tofu“ und „Erfolgreich tot“ ist dies der 3. Fall bei der ich mit der sympathischen Fernsehköchin Francesca Carlotti auf Spurensuche gehe. Es sind keine Krimis im ursprünglichen Sinne, die Margot Jung hier schreibt. Ich würde sie eher als Roman mit kriminellem Touch beschreiben. Aber ich mag ihre leichte, locker Schreibweise und die Art, wie sie mir Land, Leute und ein interessantes Thema damit näher bringt. Der Kriminalfall spielt in ihren Geschichten einer eher untergeordnete Rolle.

    Hier hat sie sich dem Thema Walfang und Umweltaktionismus verschrieben. Ich finde es sehr interessant, einen Einblick in die Geschichte des Walfanges zu bekommen.
    So wie die Autorin hier Land und Leute beschreibt, mich mit den Akteuren zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten fahren lässt und mit mir durch die Straßen von Reykjavik wandert, macht Lust, diese Insel auch einmal zu besuchen.

    Außerdem ist es schön, die Menschen, die ich in den ersten beiden Geschichten kennengelernt habe, wiederzulesen. Egal ob Benita, ihre Tochter Clara oder Ehemann Gianluca, den Francesca schon vor 10 Jahren verlassen hat, der aber sehr gerne die baldige Silberhochzeit noch feiern möchte. Bei ihnen ist es wie Freunde besuchen und mit ihnen unterwegs zu sein.
    Nicht alle Personen, die ich hier neu kennenlerne, sind mir sympathisch. Aber das ist wie im richtigen Leben.

    Da Francesca diesmal auf einem Food-Festival dabei ist, darf auch die Kulinarik nicht fehlen. Im Anhang bekomme ich zwei Kuchenrezepte, von denen mich der Hjónabandssacla – Islands Kuchen für eine glückliche Ehe – Rhabarber-Haferflocken-Tarte besonders anspricht.

    Zwei schwarz-weiß Zeichnungen lockern die Geschichte zusätzlich auf. Davon hätte ich gerne zukünftig noch ein paar mehr.

    Auch wenn dies schon der 3. Fall für Francesca Carlotti ist, muss man die ersten beiden Bücher nicht unbedingt kennen. Aber mir z.B. macht es einfach mehr Spaß, die Figuren von Anfang an in ihrer Entwicklung begleiten zu können.

    Auf der vorderen Innenklappe finde ich eine Karte von Island, auf der die Orte, die ich hier besucht habe, eingezeichnet sind. Bei dem Titel „Falsche Fäter“ denke ich, handelt es sich um eine Schreibweise, die der Analphabet der Geschichte anwenden würde.

    Ein eher sanfter Krimi, der trotzdem spannend ist, mit wunderschönen Einblicken in das isländische Leben. Ich habe die unterhaltsamen Stunden sehr genossen.

  • Beute von Deon Meyer

    Zuletzt war er für die Sicherheit einer betuchten Holländerin zuständig. Johnson Johnson, genannt JJ, wird an den Gleisen der Bahnstrecke gefunden, auf denen regelmäßig ein Luxuszug von Kapstadt nach Pretoria verkehrt. Ist er gesprungen? Wurde er gestoßen?

    Als Mbali Kaleni, Bennie Griessel und Vaughn Cupido das Docket, eine Fallakte der Abteilung Kapitalverbrechen der Kripo Kapstadt bekommen, ahnen sie nichts Gutes. Ein Cold Case, ein Fall, bei dem die wichtigen 72 Stunden schon längst verstrichen sind. Die Aufklärung wird nicht leicht werden. Warum wird dem Mann, der augenscheinlich erstochen wurde, ein Selbstmord seitens der Sicherheitsbehörden angehängt? Was soll hier vertuscht werden?

    Tobela jetzt Daniel Darret, ehemaliger Freiheitskämpfer in Südafrika, hat sich in Bordeaux zur Ruhe gesetzt und arbeitet als Hilfskraft bei einem Restaurator, als ihn seine Vergangenheit einholt. Ein letztes Mal soll er für die Freiheit Südafrikas kämpfen – in Paris.


    Dies ist mein erster Thriller, den ich von dem südafrikanischen Autor Don Meyer lese. Aber auch, wenn ich die vorhergehenden Romane mit Bennie Griessel nicht kenne, hatte ich beim Lesen nie das Gefühl etwas Grundlegendes verpasst zu haben. Nach dem Lesen bin ich mir sicher: Ich habe was verpasst. Aber das lässt sich ja nachholen.

    Bennie Griessel und Vaughn Cupido sind zwar zwei sehr unterschiedliche Typen. Aber ich mag sie mit ihren Ecken und Kanten beide. Auch das ich Privates von ihnen erfahre gefällt mir gut. Das macht für mich die Personen erst richtig glaubwürdig.
    Mit Daniel Darret alias Tobela hingegen habe ich mich schwer getan und bin mit ihm nicht ganz warm geworden.

    Die Geschichte wechselt zwischen Südafrika und Bordeaux hin und her. Neben dem Kriminalfall gefallen mir hier die Beschreibungen von Südafrika bzw. die Geschichte von Bordeaux sehr gut.

    Innerhalb von 4 Wochen bewegen sich die Geschichten aus Südafrika um den Toten neben den Gleisen und „Tobela“ Daniel Darret in Frankreich ganz langsam aufeinander zu. Ohne Ansehen von Macht und Persönlichkeit werden Morde aufgeklärt, auch wenn es an die eigene Existenz und Substanz geht.

    Deon Meyer versteht es, mich in die Geschichte hinein zu ziehen und er lässt mich bis zum unerwarteten Schluss nicht mehr los. Die Spannung ist, wenn auch manchmal nur unterschwellig, immer da. Es gibt aber ein paar Längen, gerade wenn es um das Private geht, worunter die Spannung schon etwas leidet. Viele kleine Geschichten nebenbei machen den Thriller komplett und rund.

    Zum Schluss noch ein Glossar mit Erklärungen der afrikaassprachigen Worte, Abkürzungen und anderer Begriffe. Die meisten ergeben sich zwar aus dem Sinn des gelesenen. Aber bei anderen war ich froh, hier schnell nachschauen zu können.

    Alles in allem ein interessanter, sehr gut inszenierter Polit-Thriller voller Korruption und Intrigen, der manchmal erschreckend real daher kommt. Gute Unterhaltung mit Brisanz und Spannung.

  • In München wartet der Tod von Stefanie Gregg; Paul Schenke

    In Kiel bekommt Hauptkommissar Sven Fricke die Nachricht, dass er in München einen Fall von Organhandel aufdecken soll. Hier wurden innerhalb kurzer Zeit zwei osteuropäisch aussehende Jugendliche gefunden, denen fachmännisch je ein Organ entnommen wurde. Fricke schafft es, dass Staatsanwältin Elena Karinoglous ebenfalls in den Fall involviert wird. Gemeinsam macht sich die 2-Mann-Soko auf in Richtung Süden.
    Von seinem Onkel wird Adnan Tahiraj von Tirana nach Deutschland geschickt um seine Nichte Majlinda, Adnans Schwester, zu suchen und nach Albanien zurück zu bringen. Adnan ist sich sicher, wenn er diesen Auftrag erfüllt, wird er der nächste Clanchef. Zusammen mit seiner Frau Larijeta und seiner Tochter Rabishe macht er sich auf die Flucht über das Meer.
    Schnell merken Fricke und Elena, dass in München und dem Umland noch jemand an diesem Fall interessiert zu sein scheint. Dieser Jemand ist ihnen allerdings immer einen Schritt voraus. Als eine weibliche Tote gefunden wird, der keine Organe fehlen, tun sich neue Fragen auf.


    Nach „Blutvilla“ und „Schwarze Roben“ ist dies der 3. Fall bei dem ich Hauptkommissar Sven Fricke und Staatsanwältin Elena Karinoglous, die nun endlich auch privat näher zueinander gefunden haben, beim ermitteln über die Schulter schaue. Ich liebe ihre Dialoge, die sehr viel von ihnen selbst erzählen. Aber auch ohne Vorkenntnisse kann man diesem Fall hier sehr gut folgen. Ich lerne die Beiden nur noch ein Stück besser kennen, was mir persönlich sehr gut gefällt.

    Der Fall an sich ist logisch und gut nachvollziehbar aufgebaut, hat mich immer wieder schockiert und zum Schluss sehr nachdenklich zurückgelassen. Die Spannung steigert sich ab der ersten Seite und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

    Neben dem Kriminalfall bekomme ich Einblicke auf die Zustände in Asylantenheime. Es ist für mich sehr spannend und aufschlussreich durch Larijetas Augen die Welt im und rund um das Lager in Manching zu sehen. Das Benehmen deutscher Frauen und Männer. Ihr Verhalten untereinander. Ein richtiger Kulturschock für die junge Frau aus Albanien.

    Durch die kurzen knappen Artikel und die dauernden Schauplatzwechsel wird die Geschichte sehr schnell. Wer gerade wann und wo aus seiner Sicht auf die Geschehnisse erzählt, bekomme ich vor jedem neuen Kapitel angezeigt, was die Orientierung sehr verbessert.

    Fragen bleiben bis auf eine bei mir keine offen. Die Erkenntnis, dass es genau so auch im realen Leben zugehen kann, hat mich erschüttert. Möge es bald viele Menschen geben, die ihre Organe nach dem Tod weitergeben wollen und die dies in einem Organspendeausweis bekunden.

    Mir gefällt im Anhang das „Making of“ sehr gut. Hier gibt Stefanie Gregg preis, wie es in der gemeinsamen Schreibwerkstatt zwischen den beiden Autoren so zugeht. Das hat mir nach dem wirklich krassen Fall immer wieder ein Lächeln entlockt.

    Ein spannender und in vieler Hinsicht sehr interessanter Krimi mit einem sympathischen Ermittlerpaar.
    Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit zwischen Stefanie Gregg und Paul Schenke noch lange andauert und ich mich bald auf einen neuen Fall für Fricke und Elena freuen kann.
    4,5 von 5 Sternen

  • Krabbenkuss mit Schuss von Christiane Franke; Cornelia Kuhnert

    Durch einen Flyer erfährt Rosa Moll von einem Alpaka-Gestüt ganz in der Nähe von Neuharlingersiel. Als die Besitzerin der Alpakas schnell einige Unterlagen holen will, stößt sie auf ihren Mann, der im Haus am Fuße der Treppe liegt. Alle Wiederbelebungsversuche seitens Rosa scheitern. Der Mann ist tot.
    Kriminalobermeister Helmut Schnepel von der Kripo in Wittmund und Dorf-Polizist Rudi Bakker übernehmen den Fall. Außerdem müssen sie sich um den Diebstahl der Teekannen vom Teemuseum bei der Firma Olsen in Carolinensiel kümmern. Der Tote, Fridjoff Ewenberg, hat bei der Firma Olsen gearbeitet. Ob es da einen Zusammenhang gibt?


    Es ist wieder so toll meine Bekannten aus Neuharlingersiel wiederzulesen. Rosa, Rudi mit Sven und seinem Vater Hoyko Manninga, Henner mit Vadder, Mudder und seinen vielen Schwestern, Dörte von der Versicherung, Ludwig von der Mitmach-Zeitung und die Damen aus dem Frisiersalon – alle sind mir in den letzten Jahren richtig ans Herz gewachsen. Der Einzige, mit dem ich absolut nicht warmwerde ist Helmut Schnepel. Wenn ich von seinen verbalen Verdächtigungen lese, stellen sich mir die Haare auf. Aber naja, auch solche Menschen gibt´s halt überall.

    Rudi hat es im Moment wirklich nicht leicht. Er soll zum einen Denjenigen finden, der die Teekanne, das Wahrzeichen der Teefirma Olsen, geklaut hat. Dann kommt noch ein Toter dazu. Zu allem Ungemach wohnt auch sein Vater immer noch bei ihm. Und Sohnemann Sven – der sorgt auch noch für Ärger und Sorgen.
    Natürlich lässt es sich Rosa nicht nehmen, auch hier ihre Nase reinzustecken. Den ein oder anderen nützlichen Tipp kann Rudi gut gebrauchen. Verdächtige gibt es viele. Aber keinem kann man den Mord, oder war´s doch ein Unfall, anhängen. Immer neue Spuren, die dann doch wieder verworfen werden müssen. Die Polizei hat´s nicht leicht. Vor allem Rudi, der deinige der Verdächtigen seit Jahren kennt.
    Als ich gelesen habe, wer die Teekannen geklaut hat bzw. wer die „Omas für Gerechtigkeit“ sind, war ich erst mal baff. Wäre ich nie im Leben drauf gekommen. Genau so erging es mir mit dem Mörder vom Alpakahof. Was Habgier doch alles anrichten kann.

    Der Schreib- und Erzählstil von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert ist wie immer sehr leicht und locker zu lesen. Sie lassen ihre Protagonisten so lebendig und menschlich erscheinen und ich bin sofort mitten drin in der Handlung. Besonders gut gefallen haben mir diesmal die Alpakas auf dem Ewenberg-Hof. Gerade die Neugeborenen sind so putzig und ich hatte sie während des Lesens dauernd vor Augen. Auch über das Sondeln habe ich einiges gelernt und finde es sehr spannend.

    Dies ist nun schon der 7. Fall, den ich mit Rudi und Rosa gelöst habe. Man kann diesen Krimi sehr gut auch ohne Vorkenntnisse lesen. Es ist natürlich immer schöner, wenn man die Protagonisten ab ihrem ersten Erscheinen kennenlernen kann. Man kann das ja noch nachholen.

    Die einzelnen Kapitel werden von schwarzen Vögeln flankiert. Innerhalb der Kapitel trennen kleine schwarze Krabben die einzelnen Abschnitte.

    Unter dem Titel „Das Stammpersonal der Serie“ werden alle handelnden Personen vorgestellt, was dem ein oder anderen Leser bestimmt hilft sich bei der Vielzahl der Personen besser zurecht zu finden. Zum Schluss findet man auch noch die Rezepte der Gerichte, die im Buch gekocht und gebacken werden. Sehr Lecker!

    Auch der 7. Fall von Rudi, Rosa und Henner hat mir wieder einige spannende und sehr unterhaltsame Stunden beschert. Dafür bekommt er von mir 5 Sterne.