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Bewertungen von Leser/innen

  • Abenteuer Geschmack! von Sebastian Lege

    Unterhaltsam und leicht verständlich erfährt man in diesem Buch, wie Geschmack und Aromen entstehen, wie die unterschiedlichen Sinne an deren Wahrnehmung beteiligt sind und durch welche Zubereitungsarten besondere aromatische Erlebnisse aus verschiedenen Gemüsesorten herausgeholt werden können. Neben Hintergrundwissen und ein wenig Warenkunde zu den 15 im Buch gewählten Gemüsesorten wie Karotte, Kürbis, Rote Bete oder Fenchel gibt es zu jedem Gemüse Rezeptbeispiele für unterschiedliche Aroma- und Texturerlebnisse. Dabei sind die Rezepte für mein Empfinden verständlich formuliert und regen zum Nachkochen an. Zu jedem Rezept gibt es ein entsprechendes Bild mit dem fertigen Gericht und auch ansonsten ist das Buch voller Bilder, welche dem theoretischen Teil den Sachbuch-Charakter etwas nehmen und bereits das Lesen zu einem kleinen Erlebnis machen. Da wurde sich wirklich Mühe gegeben, die Texte mit dem Wissen über Geschmack und Gemüse so zu gestalten, dass man nicht die Lust verliert durch zu lange oder komplizierte Texte. Ebenso hat die Autorin auf eine in meinen Augen unnötige Selbstdarstellung verzichtet, wie es viele andere Kochbuchautoren momentan leider handhaben. Ich muss sagen, das Buch ist sehr interessant und es gibt tatsächlich so einiges darin zu entdecken. So wär ich nie darauf gekommen, grüne Bohnen in Kaffee zu blanchieren.

  • Durch Eiswüsten und Flammenmeere von Christian Handel

    Es war einmal... ein fantastischer kleiner Verlag, für den viele tolle Autoren eine Kurzgeschichte schrieben, welche dann gemeinsam als Anthologie das Licht der Welt erblickten. Und weil diese so erfolgreich war, leuchtete bald darauf eine weitere Anthologie am Himmel der fantastischen Geschichten. Doch gingen den Autoren auf unerklärliche Weise die Ideen nicht aus und sie gaben in der nun bereits vierten Anthologie auch denjenigen eine Chance, die sonst meist im Schatten der vielgeliebten Helden und Hauptfiguren stehen: Die bösen Charaktere aus Märchen und Sagen. Und eines kann ich dir versprechen: Manchmal sind die Bösen gar nicht so böse, wie immer behauptet wird. Manchmal sind die anderen noch viel, viel schlimmer...
    Die vierte Anthologie aus dem Drachenmondverlag vereint 16 wunderschöne Kurzgeschichten verschiedener Autoren. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Thema Bösewichte aus Märchen und Sagen wie die Schneekönigin, Rotkäppchens böser Wolf, die 13. Fee oder die Herzkönigin. Dabei überzeugt die Sammlung durch eine wunderschöne Vielfalt, da jede/r der AutorInnen einen ganz eigenen Stil hat. Einige Erzählungen sind düster oder gruselig, während andere bittersüß oder humorvoll daherkommen. Bei jeder der 16 Kurzgeschichten habe ich mich aufs Neue überraschen lassen und wurde von keiner enttäuscht.
    Wie heißt es doch so schön: Hier ist wirklich für jeden was dabei. Enttäuscht wurde ich von keiner der vielen Geschichten, jede hat ihren Charme. Eine sehr schöne Sammlung!

  • In dieser düsteren Urban Fantasy Serie machen die Geister Verstorbener die Nächte unsicher. Verborgen in Dunkel und Zwielicht versuchen sie, an die Lebensenergie der Menschen zu gelangen, welche sich aufwendig zu schützen versuchen. Zur Jagd auf diese gefährlichen Wesen haben sich die Totenbändiger spezialisiert, von Geburt an ausgestattet mit besonderen Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten sorgen jedoch in vielen Bürgern für große Angst, dass die Totenbändiger sich auch gegen die Menschen richten könnten, weswegen sie von vielen gefürchtet und diskriminiert werden.
    Camren Hunt ist einer dieser Totenbändiger Londons. Vor 13 Jahren fand man ihn als kleines Kind inmitten eines Haufens hingerichteter Leichen. Bis heute weiß keiner, was damals wirklich geschah. Plötzlich wiederholen sich die Leichenfunde, welche dem damaligen Fund erschreckend ähneln…
    Mir gefällt die Idee eines alternativen, düsteren Londons, wo diese neue Serie angesiedelt ist. Ein wenig hat es mich an eine Mischung aus Ghostbusters und Sherlock Holmes erinnert, die Serie spielt aber in der heutigen Zeit. Thematisch werden hier verschiedene Themen angesprochen, was die Serie recht vielfältig macht. So kommen gruselige Szenen, gefährliche Abenteuer und ein mysteriöser Kriminalfall ebenso vor wie die tägliche Diskriminierung der Totenbändiger oder eine queere Einstellung einiger Protagonisten. Zusätzlich sind die Hauptpersonen in verschiedene Altersgruppen unterteilt: Neben den Erwachsenen gibt es einmal die junge Generation Anfang 20 sowie Schüler um die 16-17 Jahre. Dadurch ergeben sich entsprechend unterschiedliche Handlungsschauplätze. Man könnte sagen, bei dieser Serie ist für jeden was dabei.
    Zu Beginn habe ich ein wenig Zeit benötigt, um mich in dieser neuen Welt zurecht zu finden, da Namen und Informationen regelrecht auf mich einprasselten. Nachdem ich einen ersten Überblick erhalten hatte, zog die Spannung dann an und hielt sich bis zum Ende von Band 1. Da es eine Serie ist, ist die Handlung natürlich nicht abgeschlossen, die Geheimnisse um Camren und die Leichenfunde bleiben weiterhin ungelöst. Vielmehr habe ich das Gefühl, die Geheimnisse wurden hier erstmal nur stückchenweise angerissen, dass da noch einiges mehr kommen wird. Die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die Handlung erzählt wird, gefallen mir, da sie dadurch mehr Einblicke in die verschiedenen Charaktere ermöglichen. Ebenso der Schreibstil der Autorin, welcher sich angenehm lesen lässt und sehr unterhaltsam ist.
    Ein solider Start in eine gruselig-spannende Urban Fantasy Serie mit interessanten Ideen und vielfältigen Charakteren.

  • Die Ruhe vor dem Sturm verursacht den Bewohnern des Castillo arge Kopfzerbrechen: Wer ist der Verräter unter ihnen? Und wenn sie die Person gefunden haben - werden sie es noch rechtzeitig schafffen, alle in Sicherheit zu bringen? Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Sandkorn für Sandkorn rieseln die letzten Minuten in der Sanduhr des Schicksals herab, während der Feind vor den Toren zum Angriff bereit steht.
    Passend zur Atmosphäre wirkt auch diese Folge etwas ruhiger, fast wie eine Verschnaufpause, wenn auch nur auf den ersten Blick. Während Max im Castillo seine Hauptverdächtigen ins Visier nimmt, um herauszufinden, wer der Verräter sein könnte, macht sich eine Gruppe auf, um die letzten Erledigungen für die Rettung vor dem Feind zu koordinieren. Es gibt wieder spannende und gefährliche Momente, aber auch ein paar schöne sowie weniger schöne Überraschungen. Und natürlich gefällt längst nicht allen die Aufhebung der Trennung zwischen Licht- und Schattenmagiern.
    Es bleibt weiterhin spannend, der Kampf gegen den großen Feind ist zwar noch nicht verloren, ein Sieg jedoch noch längst nicht in Sicht.
    Auch Folge 21 der Serie hat mich wieder begeistern können mit neuen fantastischen Ideen, Überraschungen und Intrigen. Nicht umsonst hat diese Serie grad den Deutschen Phantastik Preis 2019 in der Kategorie "Beste Serie" gewonnen.

  • Knochendiebin von Margaret Owen

    In einer Welt, in der die Menschen in 12 Kasten eingeteilt sind, gehören Stur und ihre Leute der untersten Stufe an. Als wanderndes Volk ziehen sie von Ort zu Ort und kümmern sich um die Toten und von der Seuche Gezeichneten. Im Gegensatz zu den anderen nach Vogelarten benannten Kasten sind die Krähen vogelfrei, leben in ständiger Gefahr, werden bespuckt und verachtet. Doch Sturs Leben ändert sich schlagartig, als sie zwei Leichen aus dem Palast entsorgen sollen. Eine aufregende Zeit beginnt, welche nicht nur für das Königshaus, sondern auch für die Krähen weitreichende Folgen haben könnte.
    Zum Glück hatte ich den Hype um diese Dilogie vorher nicht so mitbekommen, entsprechend neutral konnte ich an dieses Buch herangehen. Zugegeben, die Welt, welche Margaret Owen hier gezeichnet hat, ist eine komplett andere - doch gerade, weil ich mich in dieser so völlig neuen Welt erstmal wie eine Verirrte zurecht finden musste, gefiel mir das Buch im Nachhinein doch sehr. Neben Abenteuern, Vorurteilen, Gewalt und politischen Intrigen lebt die Erzählung von ihrer ganz besonderen Art von Magie, welche den Kasten innewohnt und die von den Krähen auf beeindruckende Weise genutzt werden kann. Sowohl Stur als auch ihre Begleiter machen bei ihrem Abenteuer Charakterentwicklungen durch, welche man wunderbar mitverfolgen kann. Ebenso kann man Sturs Weg auf der sehr schön gezeichneten Landkarte im Buch begleiten.
    Ich möchte eigentlich gar nicht zuviel verraten, um niemandem etwas vorweg zu nehmen. Außer vielleicht, dass Sturs Leben teilweise recht hart ist und alles andere als romantisch verklärt. Auch wenn einem die Welt vielleicht zu Beginn etwas fremd vorkommen mag - es lohnt sich wirklich, in die Welt Sabors einzutauchen und die toughe Junghexe Stur bei ihrem Abenteuer zu begleiten.

  • Kissing Lessons, 2 MP3-CDs von Helen Hoang

    Stella ist mit dem Asperger Syndrom geboren, wodurch sie Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten hat. Stattdessen hat sich die gutaussehende 30jährige bisher voll auf ihre Karriere konzentriert. Nachdem ihre Mutter sie ein wenig anstupst, endlich auch in Sachen Beziehung aktiv zu werden, will Stella ihre wenigen Fähigkeiten in Sachen Küssen und Sex erstmal perfektionieren, bevor sie sich an entsprechende Kandidaten heranwagt, und bucht sich hierfür den Escort Michael Phan für ein paar Übungseinheiten. Wie sich bald herausstellt, bleibt es trotz anfänglicher Startschwierigkeiten nicht lange nur beim Küssen und Stella lernt eine Welt der Zärtlichkeiten kennen, von der sie vorher keine Ahnung hatte. Und auch Michael beginnt, mehr für Stella zu empfinden und würde am liebsten ganz für sie da sein. Ob die beiden eine Chance haben könnten?
    Mich hatte vor allem der Umstand interessiert, dass Stella mit dem Asperger Syndrom lebt, zumal die Autorin selbst diesem Autismus-Spektrum angehört. So zeigt sich dies immer wieder darin, welche Denkweise Stella zu verschiedenen Themen hat. Überrascht war ich, dass sich das Buch nicht nur auf zwischenmenschliche Hemmungen und den Mut zu mehr dreht, sondern Stella und Michael so einige erotische Szenen im Buch erleben, welche der Erzählung ein gewisses heißes Etwas verpassen. Die alltäglichen Probleme der Asperger Autistin werden anhand einiger Beispiele deutlich, hauptsächlich dreht sich die Story jedoch um Stella und Michael.
    Das Hörbuch wurde sehr schön eingelesen von Christiane Marx. Okay, machmal hörte sich Stella in ihrer Interpretation zu jungmädchenhaft an, im Großen und Ganzen hat die Sprecherin jedoch einen guten Job gemacht, auch, wenn es etwas heißer wird.

  • Das Imperium aus Asche von Anthony Ryan

    Mit großen Erwartungen ging in an den letzten Band dieser Trilogie heran. Leider konnte mich das Ende nicht ganz so überzeugen. Natürlich stehen auch diesmal wieder bekannte Charaktere im Vordergrund wie der ehemalige Dieb und Blutgesegnete Claydon Torcreek, der gemeinsam mit Kapitän Corrick Hilemore seit Band 2 im Ewigen Eis unterwegs ist, sowie Agentin Lizanne "Miss Blut" Lethridge, die nach den Erinnerungen des Tüftlers sucht. Abwechslung bringt der Verderbte Sirus, der seit kurzem zum Heer des Weißen Drachen gehört und die Dinge aus seiner ganz besonderen Sicht schildert. Dadurch hatte das Buch starken Wiedererkennungswert und zudem Einblick in beide verfeindete Seiten. Was mir jedoch zu kurz kam war der Abenteuer-Charme, welcher vor allem im zweiten Band sehr präsent war und für Spannung und Abwechslung sorgte. Ebenso litt diesmal die Charakterentwicklung. Stattdessen glänzt der Abschluss durch viele Schlachten und Gemetzel, was sich in Kombination mit der Vorliebe des Autors für detailreiche Beschreibungen das ein oder andere mal als mir zu zäh in die Länge zog. Klar, das Worldbuilding ist angenehm komplex und wurde in den ersten beiden Bänden auch stark ausgereizt. Jetzt lag der Schwerpunkt auf Mensch gegen Drachen, und das auf knapp über 700 Seiten verteilt.
    Dass der Autor gerne Dinge in die Länge zieht machte sich diesmal gleich zu Beginn bemerkbar, wo ein angeblicher Tagebucheintrag diesmal als Einleitung abgedruckt ist. Ein Tagebucheintrag, welcher im Buch über 9 Seiten geht (!) und entsprechend wahrscheinlich ein komplettes Tagebuch in handgeschriebener Form füllen würde. Diese völlig überzogene Länge ließ mich gleich zu Beginn genervt die Augen rollen - selbst in Fantasy kann ich ein wenig mehr Realitätsnähe erwarten, einen derartigen Quatsch würde keine Frau schreiben. Kein guter Start für ein Buch. Ebenso blieben die Charaktere weiterhin recht distanziert, eine Nähe konnte ich zu keiner Person so wirklich aufbauen, was mich auch bereits bei den ersten beiden Bänden störte. Auch der Stil wirkte oftmals eher berichtend statt mich wirklich mitzureißen.
    Ein in meinen Augen etwas unrunder Abschluss der Trilogie, eher was für Liebhaber von Kriegsszenen, da der Abenteuer-Charme diesmal deutlich zu kurz kam.

  • Nachdem Ludmilla im ersten Band herausgefunden hat, dass Godal, der selbständig gewordene Schatten ihrer Oma, mitverantwortlich ist für die drohende Dunkelheit über Eldrid, macht sie sich gemeinsam mit Formwandler Lando und dem Unsichtbaren Eneas auf, um herauszufinden, wie sie Godal an sich binden und zu ihrer Oma Mina zurück bringen kann. Währenddessen versucht der böse Spiegelwächter Zamir, erneut zu alter Macht zu gelangen. Zusätzlich droht unter den Naturgeistern ein Aufstand. Und in unserer Welt macht nicht nur Ludmillas aufmüpfiges Spiegelbild der armen Mina Sorgen, denn Edmund Taranee, ein Mitglied einer weiteren Spiegelfamilie, drängt Mina, ihm zu helfen, seinen Familienspiegel erneut zu aktivieren.
    Der zweite Band knüpft nahtlos an Band eins an. Bereits die nun erweiterte Karte Eldrids im Buch lässt erahnen, dass man als Leser weitere Bereiche der Welt hinter dem Spiegel kennenlernen wird. Das zusätzliche Verzeichnis über Personen und Wesen ist zudem hilfreich, sich in Eldrid zurecht zu finden.
    Sehr schön gefiel mir, wie Ludmilla im Vergleich zu Band eins eine charakterliche Entwicklung vollzogen hat und aktiv helfen möchte, Eldrid vor der drohenden Dunkelheit zu retten. Denn im Gegensatz zu den Menschen benötigen die Bewohner Eldrids das Licht als Lebenselixier. Pixi, Uris kleine Fee, hat nun deutlich mehr Auftritte und überrascht mit erstaunlichen Fähigkeiten. Verglichen mit dem ersten Band geht es hier ein wenig ruhiger zu, der Schwerpunkt liegt auf Informationen über die Spiegelwächter und -familien, deren Vergangenheit sowie eine alte Legende, welche noch wichtig werden könnte. Neben weiteren Spiegelfamilien, wie z. B. Familie Taranee, deren Spiegel auf dem Cover abgebildet ist, kommt nun sogar Ludmillas Schatten zu Wort. Positiv möchte ich erwähnen, dass man als Leser von ausschweifenden Wiederholungen verschont bleibt, wenn Figuren von bisherigen Erlebnissen berichten, welche man als Leser bereits erlebt hat. Da die spannenden Momente, wie sie in Band eins vorkamen, hier zugunsten vieler neuer Informationen und weiterer Charaktere etwas in den Hintergrund treten, wirkt Band zwei ein wenig wie ein vorbereitender Band zu neuen Abenteuern, welche uns in Band 3 erwarten.
    Auch wenn dieser Band ein wenig ruhiger ist als sein Vorgänger, fasziniert das Buch durch die vielen fantastischen Ideen und Informationen sowie vielseitige Charaktere.

  • Hamburgs starke Frauen von Tanja Breukelchen

    Die Autorin portraitiert in ihrem Buch sehr anschaulich 30 Hamburgerinnen, welche in ihrem Leben Beachtliches leisteten. Die Zeitspanne reicht von 1645 bis in die Gegenwart und bietet eine angenehme Mischung gebürtiger Hamburgerinnen sowie einiger Wahlhamburgerinnen, welche in unterschiedlichen Bereichen Stärke zeigten oder noch immer zeigen.
    Hanseatisch in blau gehalten überzeugte mich die Sammlung bereits von der ersten Seite an: Die Kapitelübersicht bietet zu jeder Frau ein Portraitbild, welches sich im jeweilgen Kapitel wiederholt. Ebenfalls gibt es zu jeder Person, soweit möglich, eine Übersicht zu Name, Lebenszeit, Wohnort und Beruf. Die Portraits sind chronologisch sortiert und bieten in entsprechender Reihenfolge gelesen eine spannende Zeitreise durch Hamburg, da die Autorin es sich nicht hat nehmen lassen, ein wenig geschichtlichen Hintergrund mit einfließen zu lassen, um dem Leser den Zeitgeist näher zu bringen. Und auch die portraitierten Frauen selbst bieten eine wunderschöne Vielfalt quer durch Kunst, Bildung, Politik, Wirtschaft und Sport. Wobei die Autorin mit vielen der noch lebenden Frauen persönliche Interviews führte, was deren Kapitel noch umso interessanter macht. Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten, bieten dabei jedoch viel Wissenswertes, welches mit einer wohldosierten Portion Emotionalität geschrieben wurde. Zusätzliche Zitate ergänzen die Kapitel zudem perfekt.
    Eine wunderschöne und sehr zu empfehlende Zeitreise durch die Leben starker Hamburger Frauen, von denen einige mehr, einige weniger bekannt sein dürften. Und vielleicht auch ein kleines Mutmachbuch für Frauen, Stärke zu zeigen. Diese 30 Frauen haben es uns bereits vorgemacht.

  • Die vergiftete Königin von Laura Labas

    Im dritten Band der Tetralogie „Von Göttern und Hexen“ kommen neben den Hexen endlich auch die Götter zu Wort und nehmen an der Erzählung teil. Nahtlos an Band 2 anschließend erleben wir mit, wie Cáel seine Pläne verfolgt, die Alten Götter zu erwecken, während die Neuen Götter versuchen, ihre Stellung zu halten. An dieser Stelle darf mit spannenden Überraschungen gerechnet werden. Gleichzeitig versucht Morgan weiterhin, mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden, was sich als schwieriger und gefährlicher gestaltet, als erwartet. Da wird ihr mehr als einmal übel mitgespielt – dafür wird sie jedoch mit interessanten Informationen belohnt, welche für so einige Überraschungen sorgen. Und auch Aithan ist fleißig dabei, seine Pläne der Machtübernahme Atheiras zu perfektionieren. Und wem das noch nicht reicht, der darf sich über einen Auftritt von Blaubart freuen.
    Ich empfand den dritten Band als nicht ganz so actionlastig wie Band zwei, dafür geht die Handlung in sich mit großen Schritten voran, sowohl auf der göttlichen Ebene wie auch auf dem politischen Spielfeld. Es gibt einige überraschende Wendungen, wobei teilweise auf Details der vorherigen Bände zurück gegriffen wird. Die ganze Geschichte wird in sich stimmiger, die verschiedenen Handlungsstränge laufen stark zusammen und ergeben ein spannendes Gesamtbild.
    Weiterhin tu ich mich mit Morgan etwas schwer, da sie oftmals sehr trotzig und unüberlegt handelt und sich vor fairen Aussprachen drückt. Damit ging sie mir mehr als einmal auf den Keks. Ebenfalls gefiel mir nicht, dass sich diesmal einige Frauen von Schmeicheleien der Männer einlullen lassen und ihr Verstand aussetzt, obwohl sie vorher noch als starke Charaktere beschrieben wurden. Da war ich jedesmal enttäuscht.
    Alles in allem würd ich sagen, Band drei ist von starken Veränderungen und Überraschungen geprägt und macht regelrecht neugierig auf den letzten Band.