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Gerade für Sie gelesen

  • Florian aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

    Florian stürzt sich als leidenschaftlicher Leser in die Lektüre aller Formen von Unterhaltungsliteratur - vom Historischen Roman über den Krimi bis hin zum Thriller. Er berät sie gerne in allen Fragen rund um aktuelle Neuerscheinungen, aber auch Klassiker des Unterhaltungsgenres.

  • Schutzzone von Nora Bossong

    New York, Burundi, Genf, Den Haag - die Protagonistin in Nora Bossongs neuem Roman ist als UN Mitarbeiterin viel herum gekommen und macht sich nach dem Scheitern der von ihr geleiteten Zypern Verhandlungen Gedanken über Sinn und Unsinn internationaler Einsätze und Verhandlungen. Sie analysiert die Blase, in der sich die internationale Topdiplomatie bewegt, und hadert mit der Verquickung von Öffentlichem und Privatem, dem Verlust der Unschuld und der Absurdität mancher Einsätze.
    Ein engagierter Roman, der viel Stoff zum Nachdenken liefert!

  • Im Licht der Zeit von Edgar Rai

    Edgar Rai entführt uns in seinem neuen Roman in die Entstehungszeit des Films "Der blaue Engel", der einen Wendepunkt nicht nur in der Filmgeschichte darstellte. Für diese Produktion wurde in Babelsberg das modernste und größte Tonfilmstudio errichtet, das technische Maßstäbe setzte. Der damalige Leiter der UFA war jedoch bereits Ende der 20er Jahre ein Unterstützer der Nazis und war eng mit Goebbels befreundet. Vor diesem Hintergrund war es nicht einfach, einen Film wie den Blauen Engel zu rechtfertigen, und das Produktionsteam musste zu allen möglichen Tricks greifen, um das Projekt nicht zu gefährden. Edgar Rai beherrscht sämtliche dramaturgischen Tricks und erzählt die packende Geschichte des kometenhaften Aufstiegs von Marlene Dietrich als zeitgeschichtlich unterfütterte Achterbahnfahrt. Ganz großes Kino nicht nur für Filmfreunde!

  • Lebensfuge von Zuzana Ruzickova

    Der Journalistin Wendy Holden verdanken wir diese hervorragende Autobiographie einer außergewöhnlichen Zeitzeugin und herausragenden Künstlerin des 20.Jahrhunderts. Knapp bevor die Cembalistin Zuzana Ruzickova im Alter von 90 Jahren verstarb, arbeitete sie mit Wendy Holden an der Überarbeitung zahlreicher Interviews und Biographien und erzählte ihre Lebensgeschichte nochmals neu. Als Tochter einer bürgerlichen jüdischen Familie in Pilsen führte sie ein sorgenfreies Leben, erhielt Klavierunterricht und entdeckte das Cembalo für sich. Man nahm mit der legendären Wanda Landowska Kontakt auf und bereitete den Umzug nach Paris vor, wo sie von der damaligen Grand Dame des Cembalo unterrichtet werden sollte. Der Einmarsch der Nazis in der Tschechoslowakei beendete diese Träume abrupt. Die Familie kam zunächst nach Theresienstadt, von wo aus sie weiter nach Auschwitz deportiert wurde, um schließlich nach Bergen-Belsen verfrachtet zu werden. Während Zuzanas Vater und der gesamte Rest der Familie in den KZs ums Leben kamen, gelang es Mutter und Tochter wie durch ein Wunder, immer zusammen zu bleiben und zu überleben. Nach Kriegsende nahm sie ihre Studien wieder auf, was sich als äußerst mühsam herausstellte, da ihre Hände durch die Zwangsarbeit in den Lagern ruiniert waren. Die Schwierigkeiten ließen auch unter kommunistischen Diktatur nicht nach, der Antisemitismus war gleich stark wie zuvor, und die Lebensbedingungen wurden nicht einfacher. Da Zuzana und ihr Mann für die Musik brannten, überstanden sie auch diese schwierigen Zeiten und wurden nach der Wende zu gefeierten Stars auf den internationalen Konzertpodien. Zu ihren Schülern zählte unter anderem Christopher Hogwood, ihre Duopartner waren Josef Suk, Pierre Fournier und Jean Pierre Rampal. Ein bewegendes Lebenszeugnis und eine berührende Lektüre. (Die Aufnahmen der tschechischen Supraphon sind alle erhältlich und hörenswert!)

  • Kaltes Licht von Garry Disher

    Eine Schlange im Garten einer jungen Familie. Der Vater alarmiert den Schlangenfänger, der das Versteck schließlich unter einer Betonplatte im Garten ausmacht; darunter verbirgt sich allerdings noch etwas Anderes, Menschliches. Inspector Alan Auhl, der nach einer Auszeit bei der Mordkommission nun für Cold Cases zuständig ist, beginnt seine Ermittlungen. Doch nicht nur dieser Fall beschäftigt ihn. In seinem Haus beherbergt er vorübergehend gestrandete Existenzen, darunter auch eine junge Frau mit ihrer Tochter, die in einen Sorgerechtsstreit verwickelt ist. Auhl engagiert sich auch hier über die Maßen und wendet zum Teil unorthodoxe Methoden an. Garry Disher konfrontiert seine Protagonisten mit oftmals grenzwertigen Situationen, die zum Teil auf fragwürdige Weise gelöst werden - ein nachdenklicher Krimi mit stark gezeichneten Typen und kernigen Dialogen.

  • Legenden von Sylvain Prudhomme

    Matt und Nel leben in der Crau, einer Schottersteppe nördlich d e r Camargue. Der eine ist Fotograf, der andere Filmemacher. Als gemeinsames Projekt wollen sie einem einst legendären Nachtclub, d e r versteckt in einem Pinienhain Anziehungspunkt für die Jugend der gesamten Gegend aber auch die Prominenz aus Paris war, ein filmisches Denkmal setzen. Bei den Recherchen stoßen sie unter anderem auf das ungleiche Brüderpaar Fabien und Christian. Schillernder Paradiesvogel der eine, düsterer Nachtfalter der andere, prägten sie mit ihren Cliquen das Nachtleben der 70er und 80er Jahre, bis beide von AIDS dahingerafft wurden. Sylvain Prudhomme setzt der kargen Landschaft und ihren Bewohnern ein Denkmal voll französischer Eleganz und Leichtigkeit - mein Tipp für diesen Sommer!

  • Ein richtig falsches Leben von Jakob Bodan

    Sommer in der Haute Provence; Constanze, Tochter eines von der RAF ermordeten Wahlkampfmanagers, fährt auf einer kurvigen Bergstraße, als ihr ein Radfahrer entgegen kommt. Sie kann nicht mehr ausweichen, und das Unglück nimmt seinen Lauf. Frederic, der Radfahrer, bittet sie, weder Polizei noch Rettung zu alarmieren. Wer ist dieser Mann, der in der Gegend einen Laden betreibt, in dem er seine exklusiven Marmeladenkreationen verkauft? Beim Versuch, dieses Rätsel zu lösen, kommt Constanze auf die Spur der Mörder ihres Vaters, doch muss sie ernüchtert feststellen, dass sie alle bisherigen Wahrheiten über Bord werfen und sich mit erschütternden Fakten abfinden muss. Jakob Bodan verpackt ein Stück deutsche Zeitgeschichte in einen mitreißenden Thriller, in dem die Strukturen der dritten RAF Generation und deren Verbindungen zu diversen Geheimdiensten genauestens ausgeleuchtet werden. Über den Autor ist nicht viel zu erfahren, doch dürfte er recht dicht an der Organisation dran gewesen sein, denn alles, was hier zur Sprache kommt, klingt sehr authentisch. Eine brisante und hochspannende Lektüre.

  • Die stille Tochter von Gard Sveen

    Alles beginnt mit einem Doppelmord an einem Ehepaar, und bald taucht auch noch eine stark mitgenommene Wasserleiche auf. Genug Arbeit also für Tommy Bergmann, der nach seiner Therapie in der norwegischen Provinz Dienst tut. Die Wasserleiche gibt Rätsel auf - wer ist diese Frau? Kann es sich um Christel Heinze, eine ehemalige Sowjetspionin handeln? Und wie hängt sie mit dem ermordeten Ehepaar zusammen? Sveen entführt uns mit seinem Roman in die Zeit des Kalten Krieges und erzählt eine höchst spannende Geschichte über Flucht Verrat und Doppelbödigkeiten, die den Ermittler in größte Bedrängnis bringt und hochdramatische endet. Tolle Krimikost mit zeithistorischen Bezügen.

  • Wo die Geschichte endet von Alessandro Piperno

    Matteo Zevi kehrt nach Jahren der Flucht nach Rom zurück. Er musste die Stadt verlassen, weil ihm ein Gläubiger zu sehr auf den Leib rückte. Auch seine zahlreichen Ehefrauen machten ihm das Leben nicht gerade leicht, doch nun ist der Gläubiger tot, und seine aktuelle italienische Frau scheint sich über eine Rückkehr zu freuen. Seine Tochter Martina hat in eine der besten römischen Familien eingeheiratet, und sein Sohn Giorgio betreibt ein angesagtes Lokal, doch beide haben mit dem turbulenten Alltag zu kämpfen und reagieren ambivalent auf die Rückkehr. Bei einer Weihnachtsfeier in Giorgios Lokal kommt es schließlich zum Eklat, und die Geschichte endet im Chaos. Der Autor seziert in seinem bitterbösen Familienroman die italienische Gesellschaft auf höchst unterhaltsame Weise - wer Satire mag, die nicht mit dem Holzhammer arbeitet, ist hier gut aufgehoben!

  • Berlin Prepper von Johannes Groschupf

    Noack ist ein Prepper. Unermüdlich legt er Überlebensvorräte an und verstaut sie nicht nur in der Wohnung, sondern er vergräbt sie auch an strategisch günstigen Punkten in der näheren Umgebung. Sein Überlebenstraining umfasst ausgedehnte Läufe entlang und Schwimmen in der Spree. Sein Arbeitsplatz ist die Online Redaktion einer großen Tageszeitung, wo er Hasspostings löschen muss. Eines Nachts wird er Opfer eines Überfalls. Als etwas später auch noch seine Kollegin zusammengeschlagen wird, beginnt er gemeinsam mit seinem Sohn zu ermitteln. Dabei stößt er auf rechte Netzwerke, Reichsbürger und Nazischläger, die vor nichts zurückschrecken. Der Autor zeichnet ein erschreckendes Bild der rechten Szene in Ostdeutschland, das einem kalte Schauer über den Rücken jagt - sehr spannend und aktuell!

  • Ein junger Mann schreibt einen Brief an seine Mutter, die nicht lesen kann. Er erzählt seine Geschichte und die Geschichte seiner Familie, die aus Vietnam nach Amerika eingewandert ist. Seine Herkunft macht ihn zum Außenseiter, der in der Schule und Nachbarschaft gemobbt wird. Seine Mutter und Großmutter sind vom Vietnamkrieg traumatisiert, sprechen nur schlecht Englisch und sind somit keine große Hilfe. Später beginnt er auf einer Tabakfarm zu arbeiten und verliebt sich in Trevor, den Sohn eines cholerischen Alkoholikers. Eine leidenschaftliche Beziehung beginnt. Vuong erzählt in kurzen Sequenzen, mit wenigen Strichen gelingt es ihm, seine Charaktere lebendig werden zu lassen und großes Mitgefühl zu erzeugen. Starke Bilder, lyrische Sequenzen und Farbreichtum zeichnen Vuongs Sprache aus, der sich bis jetzt als Lyriker einen Namen machen konnte. Er entwickelt eine starke Sogwirkung, die einen dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt, bevor der letzte Satz verklungen ist. ein ungemein dichtes Prosa Debut - von diesem Autor wird man noch hören!