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Gerade für Sie gelesen

  • Florian aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

    Florian stürzt sich als leidenschaftlicher Leser in die Lektüre aller Formen von Unterhaltungsliteratur - vom Historischen Roman über den Krimi bis hin zum Thriller. Er berät sie gerne in allen Fragen rund um aktuelle Neuerscheinungen, aber auch Klassiker des Unterhaltungsgenres.

  • Palast der Miserablen von Abbas Khider

    Shams wächst zur Zeit des Irakkriegs im hauptsächlich von Schiiten bewohnten Südirak auf. Als die Repressalien des Saddam Regimes zunehmen, entscheidet sich die Familie, in Bagdad unterzutauchen. Dort bauen sie sich eine Blechhütte in einem neuen Slumviertel und kämpfen sich durch den Alltag. Shams hat das Glück, ein guter Schüler zu sein, und so muss er nicht zum Militär. Bald entdeckt er die Faszination der Bücher und wird in einen Zirkel von Literaturenthusiasten aufgenommen - man trifft sich wöchentlich im Palast der Miserablen, und Shams übernimmt bald einen Bücherstand am Straßenmarkt des Bücherviertels. Dass dies auch mit erheblichen Gefahren verbunden ist, muss er bald am eigenen Leib erfahren. Abbas Khider erzählt feinfühlig und humorvoll eine Alltagsgeschichte unter erschwerten Bedingungen. Man lacht und weint mit den ProtagonistInnen und hofft auf ein gutes Ende, doch bald muss man einsehen, dass unter den gegebenen Bedingungen der Optimismus fehl am Platz ist. Ein großartig erzählter Roman voll lebendiger Charaktere - unbedingte Empfehlung!

  • Gott der Barbaren von Stephan Thome

    Ich muss gestehen, dass ich noch nie von der Taiping Rebellion gehört habe, die dem neuen Roman von Stephan Thome zugrunde liegt. Mitte des 19.Jahrhunderts kam es in China zu einer religiös motivierten Revolte, in deren Verlauf ca.30 Millionen Menschen ums Leben kamen. Stephan Thome erzählt die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven: Lord Elgin, der als Gesandter der englischen Krone über die Handelsbeziehungen verhandeln sollte, beschreibt die Sichtweise der Kolonialmächte. Philipp Johann Neukamp, der in Deutschland nach der Niederschlagung der Revolution von 1848 keine Perspektive mehr sah, kam als Missionar nach China. Alonzo Potter versucht sein Glück in diesem Land, nachdem er als Sklavenhändler gescheitert war, doch leiten ihn noch andere, dunklere Motive. Dazu gesellen sich die Aufständischen und die Generäle der Hunan Armee, die ihre Sicht der Dinge ausbreiten. Stephan Thome beschreibt in diesem vielstimmigen und detailreichen Werk, welch fatale Folgen religiöse und kulturelle Missverständnisse haben können. Ein Buch, dessen Grundaussage man ohne Weiteres auf alle möglichen Konflikte umlegen kann und somit an keine bestimmte Zeit gebunden ist!

  • Ida von Katharina Adler

    Ida Adler wurde unter dem Namen Dora weltberühmt. So nannte Freud seine Patientin in seinen Studien zur Hysterie. Ihre Urenkelin Katharina hat sich nun daran gemacht, ihre Biografie zu schreiben. Sie hat nicht nur ein berührendes Frauenportrait geschaffen, sondern gleichzeitig eine ganze Epoche in unser Bewusstsein gerückt. Die Lebensdaten der Ida Adler reichen schließlich von der Kaiserzeit bis über den 2.Weltkrieg hinaus, und so gelingt es der Autorin, die Lebenswelt der Wiener Juden jener Epoche anschaulich zu machen. Idas Bruder Otto Bauer war einer der prominentesten Sozialdemokraten jener Zeit, und so sind auch diesem Thema etliche Kapitel gewidmet. Katharina Adler gelingt es, ein lebendiges Sittenbild der besseren Gesellschaft in einer Zeit des Umbruchs zu zeichnen, das gleichzeitig informativ und unterhaltsam ist. Sicherlich eine der interessantesten Neuerscheinungen dieses Sommers!

  • Long Bright River von Liz Moore

    Mickey arbeitet als Streifenpolizistin in einem Problemviertel Philadelphias, das geprägt ist durch Drogenkriminalität und Prostitution. Sie hat ständig ein Auge auf ihre Schwester Kacey, die sich in diesem Milieu bewegt, doch eines Tages verschwindet sie von der Bildfläche. Mickey ist alarmiert. Als dann auch noch die Leiche einer Prostituierten auftaucht, macht sie sich auf eine panische Suche, in deren Verlauf sie immer wieder mit ihrer schwierigen Familiensituation konfrontiert wird. Der Druck steigt, als noch weitere Leichen gefunden werden.
    Liz Moore liefert in ihrem Erstling eine einfühlsame Milieustudie, die mit dramatischen Spannungselementen und überraschenden Wendungen durchsetzt ist. Eine interessante neue Autorin, deren Debut Lust auf mehr macht.

  • Haus der Namen von Colm Tóibín

    Der große irische Autor Colm Toibin erzählt eine uralte Geschichte neu. Agamemnon lässt seine Tochter Iphigenie opfern und löst damit eine der großen Tragödien der Menschheitsgeschichte aus. Klytemnästra ermordet ihren Gatten Agamemnon, um die Tochter zu rächen. Daraufhin sinnt die zweite Tochter Elektra auf Vergeltung und treibt ihren Bruder Orest dazu, die Mutter zu töten. Colm Toibin lässt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive Klytemnästras, Elektras und Orests erzählen und beleuchtet so das Geschehen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. So wird der Mythos lebendig und aktuell, man ergreift Partei, um seine Meinung im nächsten Kapitel wieder zu revidieren. Letztlich ist man nur noch sprachlos ob der Grausamkeit und Verschlagenheit der handelnden Personen. Der Autor verwendet eine klare und elegante Sprache, die beim Leser eine gewisse Distanz erzeugt, aus der er gefahrlos die Ereignisse beobachten kann. Schlicht atemberaubend!

  • Rivenports Freund von Damiano Femfert

    Eine Kleinstadt im Norden Argentiniens. Doktor Rivenport ist gerade dabei, seine Schmetterlingssammlung neu zu ordnen, als er durch einen Notfall in seiner Klinik gestört wird: Ein junger Mann wurde in den Bergen schwer verletzt gefunden. Keiner weiß, wer er ist bzw. was passiert sein könnte. Zunächst schaltet Rivenport die Polizei ein, um die Identität des Unbekannten zu klären, doch die scheint nicht allzu interessiert zu sein. Als der Verletzte aus dem Koma erwacht, kann er sich nicht mitteilen. Die Nonnen, die ihn pflegen, sind ganz entzückt von der unschuldigen Art des Mannes, und so nehmen sie ihn im Kloster auf, sobald er sich ausreichend erholt hat. Bald tritt sein außergewöhnliches Talent an der Orgel zu Tage, doch sprechen kann er weiterhin nicht. Das Rätsel, das ihn umgibt, beschäftigt die Einwohner der Stadt, und Rivenport macht sich auf Spurensuche. Damiano Femfert legt mit Rivenports Freund eine wunderschön geschriebene Geschichte voller Poesie und psychologischer Raffinesse vor, die die Leser sofort in ihren Bann zieht. Ein großartiges Lesevergnügen!

  • Der Hund von Akiz

    Eines Tages taucht ein verwahrloster Junge an einem Imbissstand auf und beginnt dort zu arbeiten. Alle nennen ihn den Hund.
    Gegenüber öffnet ein Luxusrestaurant seine Pforten, das von einem legendären Sternekoch geführt wird. Der Hund überredet einen Kollegen dazu, dort anzuheuern. Das Abenteuer beginnt. Akiz führt uns in die brutale Welt der Spitzengastronomie und bedient sich dabei einer harten, geradezu ordinären Sprache. Seine Bilder sind stark und aussagekräftig wie die Aromen, die er beschreibt. Ein deftiges Lesevergnügen, das nichts mit vergeistigter Feinschmeckerästhetik zu tun hat, sondern in die Abgründe der Genüsse führt.

  • Zweiter Fall für den mongolischen Ermittler Yeruldelgger und sein Team. Alles beginnt mit einem gefrorenen Leichenhaufen mitten in der Steppe. Oyun beginnt die Ermittlungen, doch gestaltet sich die Arbeit sehr schwierig. dazu kommt, dass Yeruldelgger in Verdacht gerät, eine Frau ermordet zu haben. wer spielt hier welches Spiel? Und was hat es mit dem Verschwinden seines Schützlings Gantulga auf sich? Die Spur führt nach Frankreich, wo Zarza ermittelt. Bald stellt sich heraus, dass der Fall weitaus komplexer ist und bis in höchste Kreise reicht. Mit seinem zweiten Mongolei Krimi legt Manook einen vielschichtigen Thriller vor, der für die Leser neben spannender Action auch einen Schuss Erotik, Kulinarik und Gesellschaftskritik bereithält - richtig gutes Lesefutter!

  • House of Names von Colm Tóibín

    Der große irische Autor Colm Toibin erzählt eine uralte Geschichte neu. Agamemnon lässt seine Tochter Iphigenie opfern und löst damit eine der großen Tragödien der Menschheitsgeschichte aus. Klytemnästra ermordet ihren Gatten Agamemnon, um die Tochter zu rächen. Daraufhin sinnt die zweite Tochter Elektra auf Vergeltung und treibt ihren Bruder Orest dazu, die Mutter zu töten. Colm Toibin lässt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive Klytemnästras, Elektras und Orests erzählen und beleuchtet so das Geschehen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. So wird der Mythos lebendig und aktuell, man ergreift Partei, um seine Meinung im nächsten Kapitel wieder zu revidieren. Letztlich ist man nur noch sprachlos ob der Grausamkeit und Verschlagenheit der handelnden Personen. Der Autor verwendet eine klare und elegante Sprache, die beim Leser eine gewisse Distanz erzeugt, aus der er gefahrlos die Ereignisse beobachten kann. Schlicht atemberaubend!

  • Der Goldene Pavillon von Yukio Mishima

    Der Kein und Aber Verlag bringt zur Zeit die Werke des japanischen Klassikers Yukio Mishima in neuer Übersetzung heraus. Aktuell erschienen ist nun der Roman Der Goldene Pavillon, der sich mit dem historischen Tempelbrand 1950 in Kyoto auseinandersetzt. Inspiriert von den Geschehnissen erzählt Mishima die Geschichte eines Tempelschülers, der durch sein Stottern zum Außenseiter wird und mit der Zeit eine wahnhafte Fixierung auf alles Schöne entwickelt, die ihn dann letztendlich zu einer Brandstiftung treibt. Er wirft einen kritischen Blick auf den Alltag in einem buddhistischen Zenkloster und spart nicht mit harscher Kritik am moralisch geistigen Verfall innerhalb der Institution.
    Ein guter Einstieg in Mishimas schillernden Kosmos und eine große Bereicherung für den Buchmarkt!