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Gerade für Sie gelesen

  • Florian aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

    Florian stürzt sich als leidenschaftlicher Leser in die Lektüre aller Formen von Unterhaltungsliteratur - vom Historischen Roman über den Krimi bis hin zum Thriller. Er berät sie gerne in allen Fragen rund um aktuelle Neuerscheinungen, aber auch Klassiker des Unterhaltungsgenres.

  • Ein richtig falsches Leben von Jakob Bodan

    Sommer in der Haute Provence; Constanze, Tochter eines von der RAF ermordeten Wahlkampfmanagers, fährt auf einer kurvigen Bergstraße, als ihr ein Radfahrer entgegen kommt. Sie kann nicht mehr ausweichen, und das Unglück nimmt seinen Lauf. Frederic, der Radfahrer, bittet sie, weder Polizei noch Rettung zu alarmieren. Wer ist dieser Mann, der in der Gegend einen Laden betreibt, in dem er seine exklusiven Marmeladenkreationen verkauft? Beim Versuch, dieses Rätsel zu lösen, kommt Constanze auf die Spur der Mörder ihres Vaters, doch muss sie ernüchtert feststellen, dass sie alle bisherigen Wahrheiten über Bord werfen und sich mit erschütternden Fakten abfinden muss. Jakob Bodan verpackt ein Stück deutsche Zeitgeschichte in einen mitreißenden Thriller, in dem die Strukturen der dritten RAF Generation und deren Verbindungen zu diversen Geheimdiensten genauestens ausgeleuchtet werden. Über den Autor ist nicht viel zu erfahren, doch dürfte er recht dicht an der Organisation dran gewesen sein, denn alles, was hier zur Sprache kommt, klingt sehr authentisch. Eine brisante und hochspannende Lektüre.

  • Die stille Tochter von Gard Sveen

    Alles beginnt mit einem Doppelmord an einem Ehepaar, und bald taucht auch noch eine stark mitgenommene Wasserleiche auf. Genug Arbeit also für Tommy Bergmann, der nach seiner Therapie in der norwegischen Provinz Dienst tut. Die Wasserleiche gibt Rätsel auf - wer ist diese Frau? Kann es sich um Christel Heinze, eine ehemalige Sowjetspionin handeln? Und wie hängt sie mit dem ermordeten Ehepaar zusammen? Sveen entführt uns mit seinem Roman in die Zeit des Kalten Krieges und erzählt eine höchst spannende Geschichte über Flucht Verrat und Doppelbödigkeiten, die den Ermittler in größte Bedrängnis bringt und hochdramatische endet. Tolle Krimikost mit zeithistorischen Bezügen.

  • Wo die Geschichte endet von Alessandro Piperno

    Matteo Zevi kehrt nach Jahren der Flucht nach Rom zurück. Er musste die Stadt verlassen, weil ihm ein Gläubiger zu sehr auf den Leib rückte. Auch seine zahlreichen Ehefrauen machten ihm das Leben nicht gerade leicht, doch nun ist der Gläubiger tot, und seine aktuelle italienische Frau scheint sich über eine Rückkehr zu freuen. Seine Tochter Martina hat in eine der besten römischen Familien eingeheiratet, und sein Sohn Giorgio betreibt ein angesagtes Lokal, doch beide haben mit dem turbulenten Alltag zu kämpfen und reagieren ambivalent auf die Rückkehr. Bei einer Weihnachtsfeier in Giorgios Lokal kommt es schließlich zum Eklat, und die Geschichte endet im Chaos. Der Autor seziert in seinem bitterbösen Familienroman die italienische Gesellschaft auf höchst unterhaltsame Weise - wer Satire mag, die nicht mit dem Holzhammer arbeitet, ist hier gut aufgehoben!

  • Berlin Prepper von Johannes Groschupf

    Noack ist ein Prepper. Unermüdlich legt er Überlebensvorräte an und verstaut sie nicht nur in der Wohnung, sondern er vergräbt sie auch an strategisch günstigen Punkten in der näheren Umgebung. Sein Überlebenstraining umfasst ausgedehnte Läufe entlang und Schwimmen in der Spree. Sein Arbeitsplatz ist die Online Redaktion einer großen Tageszeitung, wo er Hasspostings löschen muss. Eines Nachts wird er Opfer eines Überfalls. Als etwas später auch noch seine Kollegin zusammengeschlagen wird, beginnt er gemeinsam mit seinem Sohn zu ermitteln. Dabei stößt er auf rechte Netzwerke, Reichsbürger und Nazischläger, die vor nichts zurückschrecken. Der Autor zeichnet ein erschreckendes Bild der rechten Szene in Ostdeutschland, das einem kalte Schauer über den Rücken jagt - sehr spannend und aktuell!

  • Ein junger Mann schreibt einen Brief an seine Mutter, die nicht lesen kann. Er erzählt seine Geschichte und die Geschichte seiner Familie, die aus Vietnam nach Amerika eingewandert ist. Seine Herkunft macht ihn zum Außenseiter, der in der Schule und Nachbarschaft gemobbt wird. Seine Mutter und Großmutter sind vom Vietnamkrieg traumatisiert, sprechen nur schlecht Englisch und sind somit keine große Hilfe. Später beginnt er auf einer Tabakfarm zu arbeiten und verliebt sich in Trevor, den Sohn eines cholerischen Alkoholikers. Eine leidenschaftliche Beziehung beginnt. Vuong erzählt in kurzen Sequenzen, mit wenigen Strichen gelingt es ihm, seine Charaktere lebendig werden zu lassen und großes Mitgefühl zu erzeugen. Starke Bilder, lyrische Sequenzen und Farbreichtum zeichnen Vuongs Sprache aus, der sich bis jetzt als Lyriker einen Namen machen konnte. Er entwickelt eine starke Sogwirkung, die einen dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt, bevor der letzte Satz verklungen ist. ein ungemein dichtes Prosa Debut - von diesem Autor wird man noch hören!

  • Langsame Jahre von Fernando Aramburu

    Nach dem umfangreichen Roman "Patria", der den ETA Terror in Spanien auf unnachahmliche Weise aufarbeitet, folgt nun eine kleine Familiengeschichte, die wieder im Baskenland angesiedelt ist. Ein alternder Mann erzählt dem Autor Geschichten aus seiner Kindheit, die er bei der Familie seiner Tante verbrachte. Eingeflochten werden Notizen des Autors, die er sich zum geplanten Aufbau der Geschichte, zur Figurenzeichnung und zum passenden Stil macht. Höchst unterhaltsam und lebendig erzählt Aramburu aus der Perspektive eines Kindes den Alltag einer baskischen Familie zwischen katholischen Zwängen, nationalistischen Extremismen und totalitärer Herrschaft. Großartig, wie auf wenigen Seiten das Panorama einer ganzen Epoche entsteht - ein kleines Meisterstück! (fünf Sterne)

  • Cold Water von Adrian McKinty

    Nachdem Sean Duffy und seine Familie im vorhergehenden Band nur knapp einem Mordanschlag entgangen sind, steht nun ein Umzug nach Schottland bevor. Die Kisten sind gepackt, der Plan, nur noch als Teilzeitbulle zu arbeiten ist abgesegnet, und alles könnte den geplanten Lauf nehmen. Wenn da nicht plötzlich der Fall eines vermissten Traveller Mädchens auf seinem Schreibtisch gelandet wäre. Duffy folgt seinem Instinkt und beginnt eine Mordermittlung in seinem letzten Fall. Es wäre nicht der katholische Bulle, wenn er mit seinen unkonventionellen Methoden und seinem losen Mundwerk nicht überall anecken und in ungeahnte Gefahren geraten würde. Höchst unterhaltsam und rasant nimmt die Reihe um den katholischen Bullen Sean Duffy ihr angebliches Ende - oder hoffentlich doch nicht?

  • Flammenwand. von Marlene Streeruwitz

    Stockholm im Spätwinter. Eine Frau folgt heimlich ihrem Liebhaber und macht eine Entdeckung, die sie sich wohl lieber erspart hätte. Verstört irrt sie durch die Stadt, Szenen aus ihrem bisherigen Leben tauchen auf, ziehen vorüber, nehmen surreale Züge an. Am Ende bleibt ein Notruf. Eingehüllt in ein kunstvolles Wortgespinst taumelt der Leser mit der Protagonistin von Station zu Station, erlebt verschiedene Varianten des Erzählten und hofft auf ein erträgliches Ende. Als Einleitung jedes Kapitels sind die Aktionen der türkis-blauen Bundesregierung akribisch dokumentiert, die Außenwelt dringt in die Innenwelt ein. Ein sprach- und bildgewaltiger Roman mit klarer politischer Aussage. (5 Sterne)

  • The Mars Room von Rachel Kushner

    Lassen Sie sich nicht vom rosa Cover täuschen - dies ist ein eher schwer verdauliches Buch! Rachel Kushner sucht immer besondere Themen, und diesmal siedelt sie ihren Roman in einem Frauengefängnis an. Sie beschreibt den Alltag der Insassinnen sehr anschaulich und erzählt ihre Geschichten. Die Hauptfigur ist Romy, die sich und ihren kleinen Sohn mit Auftritten in einem Striplokal namens The Mars Room über Wasser hält. Ihr Leben ist geprägt durch Drogen, sexuelle Ausbeutung und Gewalt. Weitere Figuren sind ein korrupter Polizist, der zum Mörder wird, ein Lehrer, der im Gefängnis Kurse hält, Kindsmörderinnen, Transsexuelle und andere traurige Gestalten, die am Rand der Gesellschaft leben. Das große Verdienst der Autorin ist es, dass sie ihre Figuren sehr vielschichtig zeichnet und somit Klischees vermeidet. Man taucht in die persönlichen Abgründe und Tragödien der Protagonisten ein und fühlt mit ihnen. Eine außergewöhnliche Lektüre, die einen so schnell nicht loslässt!

  • Eine Handvoll Asche von Abir Mukherjee

    Kalkutta im Jahr 1921: Der Prince of Wales soll die Stadt über die Weihnachtsfeiertage mit seinem Besuch beehren, was angesichts der anhaltenden Proteste durch Gandhis Anhänger zum Problem wird. Sam Wyndham und sein Kollege Surrender-not sollen für Ordnung sorgen, doch sind sie mit einer grausamen Mordserie konfrontiert, bei deren Aufklärung das Militär Probleme bereitet. Auch Wyndhams Opiumsucht ist nicht gerade förderlich, und so gestalten sich die Ermittlungen äußerst schwierig. Doch auch in seinem dritten Fall gelangt das ungewöhnliche Ermittlerduo letztendlich ans Ziel. Spannende Unterhaltung vor gut recherchierter historischer Kulisse - absolut empfehlenswert!