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Gerade für Sie gelesen

  • Florian aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

    Florian stürzt sich als leidenschaftlicher Leser in die Lektüre aller Formen von Unterhaltungsliteratur - vom Historischen Roman über den Krimi bis hin zum Thriller. Er berät sie gerne in allen Fragen rund um aktuelle Neuerscheinungen, aber auch Klassiker des Unterhaltungsgenres.

  • Der erste Mensch von Xavier-Marie Bonnot

    Der mittlerweile dritte Fall um Kommissar DePalma und sein Team führt uns wieder nach Südfrankreich. Diesmal bilden die Höhlen von Calanques mit ihren Felszeichnungen die spektakuläre Kulisse für eine Mordserie, deren Lösung in den Untiefen der Psyche und der Urgeschichte liegt. Ein spannender Thriller, der uns in eine faszinierende Vergangenheit entführt- lesenswert!

  • Rote Kreuze von Sasha Filipenko

    Nach einer persönlichen Katastrophe beschließt Sasha, sich in Minsk niederzulassen und ein neues Leben zu beginnen. Eines Tages entdeckt er ein rotes Kreuz an seiner Tür. Wie sich herausstellt, dient es seiner an Alzheimer erkrankten Nachbarin als Orientierungshilfe. Widerwillig nimmt er ihre Einladung auf einen Tee an, doch schon bald hört er gebannt der tragischen Lebensgeschichte Tatjanas zu, die von den unfassbaren Grausamkeiten des Stalin Regimes geprägt ist. Immer wieder tauchen rote Kreuze auf, sei es als Markierungen in Listen, als Internationales Rotes Kreuz oder als Grabstein. Durch die Verwendung historischer Dokumente und Gedichte aus der Zeit verleiht Filipenko seinem Text größtmögliche Authentizität. Ein erschütternder Roman über den Sinn des Lebens in wirklich schweren Zeiten.

  • Sommer bei Nacht von Jan Costin Wagner

    Jan Costin Wagners Romane zählen zu meinen liebsten Krimis, weil sie so untypisch für das Genre sind. Das neue Buch spielt ausnahmsweise nicht in Finnland, sondern in Wiesbaden und Innsbruck. In einer Abfolge kurzer Gedankenströme und Assoziationsketten der Protagonisten, die durch Abschnitte, die die Handlung vorantreiben, verbunden sind, erzählt der Autor einen Fall von Kindesmissbrauch.
    Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf den Gefühlen, die der Fall bei den Beteiligten auslöst. So entsteht eine ganz besondere Spannung, die einen auf ein positives Ende hoffen lässt. Außergewöhnlich!

  • Beethoven von Jan Caeyers

    Zum Beethovenjahr legt der Beck-Verlag eine vollkommen neu bearbeitete Ausgabe der Biografie des Musikwissenschaftlers und Musikers Jan Caeyers vor. Das umfangreiche Buch bietet detaillierte Einblicke in Leben und Werk des Komponisten sowie das historische Umfeld und die damals aktuellen kulturellen Strömungen. Besondere Beachtung finden das Rätsel um die "unsterbliche Geliebte" und die Beziehung zum Neffen Karl. Einzelne Werkgruppen werden besonders beleuchtet und auf ihren revolutionären Gehalt hin untersucht. Die zahlreichen Abbildungen, Notenbeispiele sowie der umfangreiche Fußnotenapparat dienen zur Veranschaulichung des Texts. Dabei ist das Buch flüssig zu lesen und wird so zur anregenden Lektüre, die mit Leben und Werk eines der großen Genies der Musikgeschichte vertraut macht.

  • Jessup, 17 Jahre alt, lebt in einer amerikanischen Provinzstadt, hat gute Noten und ist ein begabter Footballer. So weit, so durchschnittlich. Doch Jessups Familie erschwert sein Aufwachsen. Der Stiefvater und der Bruder sitzen wegen eines rassistisch motivierten Verbrechens im Gefängnis. Als Mitglieder einer faschistoiden Freikirche haben sie das gesamte Sozialleben der Vormachtstellung der weißen Rasse untergeordnet. Jessups Leistungen werden daher oft nicht richtig gewürdigt. Dass er sich in ein farbiges Mädchen verliebt, verkompliziert die Lage zusätzlich. Eines Tages geschieht etwas Einschneidendes,das Jessups Leben vollkommen aus der Bahn wirft und das Zusammenleben in der Stadt auf eine harte Probe stellt. Alexi Zentner gibt uns einen Einblick in die moderne amerikanische Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen. Nach der Lektüre versteht man ein klein wenig mehr, wie ein Mann wie Donald Trump sich an der Macht halten kann.

  • Tschudi von Mariam Kühsel-Hussaini

    Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welche Emotionen, Skandale und politischen Intrigen durch die impressionistische Malerei ausgelöst wurden. Mariam Kühsel-Hussaini beschreibt in ihrem neuen Roman den Kampf Hugo von Tschudis, den er als Direktor der Berliner Nationalgalerie für die damalige Moderne ausfocht. Der Schweizer setzte sich nicht nur für Manet, Renoir und Cezanne ein, sondern auch für seine Freunde Max Liebermann (wunderbar im Berliner Idiom), Max Slevogt und Walter von Leistikow. Der Gegenwind der starken Nationalisten und des schwachen Kaisers ließ nicht lange auf sich warten, doch Tschudi kämpfte unermüdlich weiter, bis ihn seine Krankheit (Lupus) zum Aufgeben zwang. Nach einer Pause folgte er schließlich dem Ruf nach München, wo er die Pinakothek übernahm. Sein Erbe ist heute noch in den genannten Sammlungen zu bewundern. Wenn man sich erst einmal an die sprachlichen Manierismen der Autorin gewöhnt hat, taucht man in eine faszinierende Epoche des Umbruchs ein - wunderbare Lektüre für Kunstfreunde und Liebhaber historisch fundierter Literatur.

  • Das Paradies meines Nachbarn von Nava Ebrahimi

    Der neue Roman von Nava Ebrahimi basiert auf einem Zitat, demzufolge das Paradies meines Nachbarn für mich die Hölle bedeuten kann. Die in Teheran geborene und jetzt in Graz wohnhafte Autorin beschreibt die Lebenswege dreier Männer, die in unterschiedlicher Beziehung zum Iran stehen, deren Schicksale jedoch miteinander verknüpft sind. Der eine wurde in seiner Jugend aus dem Iran herausgeschmuggelt und lebt nun als gefeierter Designer in Deutschland. Er wird Chef in einer Agentur, in der unser zweiter Held als Produktdesigner arbeitet. Sein Vater stammt aus dem Iran und floh nach dem Sturz des Schah nach Deutschland. Der dritte im Bunde war als Kindersoldat an der Front und sitzt nun querschnittgelähmt im Iran fest. Als die drei aufeinandertreffen, geraten ihre Lebensrealitäten ordentlich durcheinander. Nava Ebrahimi erfreut uns mit feinfühligen Charakterportraits und einer vielschichtigen Beschreibung komplexer Zusammenhänge - absolute Empfehlung!

  • Über Musik von Nikolaus Harnoncourt

    In diesem schmalen Band versammelt Alice Harnoncourt bisher unveröffentlichte Reden und Aufsätze ihres verstorbenen Mannes. Es handelt sich um Texte, die zu besonderen Anlässen entstanden sind, z.B. ein Jubiläum der Salzburger Festspiele oder Mozarts runde Todes- und Geburtstage, aber auch grundsätzliche Gedanken zur Rolle der Musik im täglichen Leben. Besondern Raum nehmen selbstverständlich Texte zur Aufführungspraxis ein, die für Interessierte höchst aufschlussreich sind. Aus all seinen Texten spricht ein umfassend gebildeter Mensch zu uns, der über viele Fragen der Musik und Kunst reflektierte. Dieses Buch atmet den Geist eines allumfassenden Humanismus, wie er nur in Ausnahmefällen anzutreffen ist.

  • Jacques Koskas durchlebt eine behütete Kindheit in einer aufgeklärten jüdischen Familie im Elsass. Während seine Freunde vor sich hin pubertieren, spielt er noch mit Playmobilfiguren. Bei einem Strandurlaub ändert sich die Lage jedoch dramatisch, und Jacques wird zu einem extremen Erotomanen. Seine Affären entwickeln sich genauso durchwachsen wie seine Journalistenkarriere, doch mit viel Charme und Überredungskunst hangelt er sich von Bett zu Bett und von Auftrag zu Auftrag. Nach einigen desaströsen Amouren und seinem endgültigen beruflichen Aus beschließt er, nach Berlin zu übersiedeln. Dort verliebt er sich unsterblich in eine Pianistin, doch diese Liebe entwickelt sich fatal. Olivier Guez beschreibt mit viel Witz die amourösen und beruflichen Entwicklungen seines Helden, die stark von seinem Elternhaus dominiert werden. Eine höchst amüsante Lektüre mit einem ordentlichen Schuss Erotik.

  • Hundechristus von Carlo Lucarelli

    Bologna 1943: Bei einer Razzia in einem Schwarzhändlerlager stolpert Commissario De Luca über eine Leiche ohne Kopf. Im Laufe seiner Ermittlungen taucht zwar ein Kopf auf, doch der gehört offensichtlich nicht zum gefundenen Körper. De Lucas Jagdinstinkt ist geweckt, doch die Politik meint es nicht gut mit ihm. Mussolini wird gestürzt, die Verunsicherung ist groß, keiner weiß, wie es weitergehen soll. Interne Machtkämpfe erschweren die Ermittlungstätigkeit, doch es wäre nicht De Luca, wenn er klein beigeben würde. Carlo Lucarelli verwebt in seinem neuen Roman gekonnt Zeitgeschichte und spannende Krimihandlung - eine interessante Bereicherung für den Buchmarkt.