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Gerade für Sie gelesen

  • Florian aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

    Florian stürzt sich als leidenschaftlicher Leser in die Lektüre aller Formen von Unterhaltungsliteratur - vom Historischen Roman über den Krimi bis hin zum Thriller. Er berät sie gerne in allen Fragen rund um aktuelle Neuerscheinungen, aber auch Klassiker des Unterhaltungsgenres.

  • Der Hund von Akiz

    Eines Tages taucht ein verwahrloster Junge an einem Imbissstand auf und beginnt dort zu arbeiten. Alle nennen ihn den Hund.
    Gegenüber öffnet ein Luxusrestaurant seine Pforten, das von einem legendären Sternekoch geführt wird. Der Hund überredet einen Kollegen dazu, dort anzuheuern. Das Abenteuer beginnt. Akiz führt uns in die brutale Welt der Spitzengastronomie und bedient sich dabei einer harten, geradezu ordinären Sprache. Seine Bilder sind stark und aussagekräftig wie die Aromen, die er beschreibt. Ein deftiges Lesevergnügen, das nichts mit vergeistigter Feinschmeckerästhetik zu tun hat, sondern in die Abgründe der Genüsse führt.

  • Zweiter Fall für den mongolischen Ermittler Yeruldelgger und sein Team. Alles beginnt mit einem gefrorenen Leichenhaufen mitten in der Steppe. Oyun beginnt die Ermittlungen, doch gestaltet sich die Arbeit sehr schwierig. dazu kommt, dass Yeruldelgger in Verdacht gerät, eine Frau ermordet zu haben. wer spielt hier welches Spiel? Und was hat es mit dem Verschwinden seines Schützlings Gantulga auf sich? Die Spur führt nach Frankreich, wo Zarza ermittelt. Bald stellt sich heraus, dass der Fall weitaus komplexer ist und bis in höchste Kreise reicht. Mit seinem zweiten Mongolei Krimi legt Manook einen vielschichtigen Thriller vor, der für die Leser neben spannender Action auch einen Schuss Erotik, Kulinarik und Gesellschaftskritik bereithält - richtig gutes Lesefutter!

  • House of Names von Colm Tóibín

    Der große irische Autor Colm Toibin erzählt eine uralte Geschichte neu. Agamemnon lässt seine Tochter Iphigenie opfern und löst damit eine der großen Tragödien der Menschheitsgeschichte aus. Klytemnästra ermordet ihren Gatten Agamemnon, um die Tochter zu rächen. Daraufhin sinnt die zweite Tochter Elektra auf Vergeltung und treibt ihren Bruder Orest dazu, die Mutter zu töten. Colm Toibin lässt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive Klytemnästras, Elektras und Orests erzählen und beleuchtet so das Geschehen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. So wird der Mythos lebendig und aktuell, man ergreift Partei, um seine Meinung im nächsten Kapitel wieder zu revidieren. Letztlich ist man nur noch sprachlos ob der Grausamkeit und Verschlagenheit der handelnden Personen. Der Autor verwendet eine klare und elegante Sprache, die beim Leser eine gewisse Distanz erzeugt, aus der er gefahrlos die Ereignisse beobachten kann. Schlicht atemberaubend!

  • Der Goldene Pavillon von Yukio Mishima

    Der Kein und Aber Verlag bringt zur Zeit die Werke des japanischen Klassikers Yukio Mishima in neuer Übersetzung heraus. Aktuell erschienen ist nun der Roman Der Goldene Pavillon, der sich mit dem historischen Tempelbrand 1950 in Kyoto auseinandersetzt. Inspiriert von den Geschehnissen erzählt Mishima die Geschichte eines Tempelschülers, der durch sein Stottern zum Außenseiter wird und mit der Zeit eine wahnhafte Fixierung auf alles Schöne entwickelt, die ihn dann letztendlich zu einer Brandstiftung treibt. Er wirft einen kritischen Blick auf den Alltag in einem buddhistischen Zenkloster und spart nicht mit harscher Kritik am moralisch geistigen Verfall innerhalb der Institution.
    Ein guter Einstieg in Mishimas schillernden Kosmos und eine große Bereicherung für den Buchmarkt!

  • Die Fremde von Stefan Hertmans

    In seinem neuen Roman begibt sich Stefan Hertmans auf Spurensuche ins Mittelalter. Angeregt durch einige jüdische Manuskripte, die sich im Besitz der Cambridge University befinden, erforscht er die Lebensgeschichte der Vigdis Adelais, die als Tochter eines normannischen Fürsten in Rouen zur Welt kommt. Sie verliebt sich ausgerechnet in den Sohn eines Rabbis und flieht mit ihm nach Narbonne. Die Verbindung der beiden war zur damaligen Zeit praktisch unmöglich, der Vater setzt ein Kopfgeld auf seine Tochter aus, und das Paar schwebt in ständiger Lebensgefahr. In einem kleinen provenzalischen Nest finden sie endlich einen halbwegs sicheren Unterschlupf. Das Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn die normannischen Schergen sind der jungen Frau bereits auf der Spur. Außerdem ziehen die Kreuzritter vergewaltigend, mordend und brandschatzend durch die Lande und zetteln ein verheerendes Pogrom an, in dessen Verlauf der junge Rabbi getötet wird, und die Kinder des jungen Paares verschleppt werden. Verzweifelt begibt sich Hamutal, wie sich Vigdis inzwischen nennt, auf den Weg nach Jerusalem, um ihre Kinder zurückzugewinnen.
    Anschaulich schildert der Autor die Lebensumstände im Mittelalter. Ungeschönt werden die Gräueltaten der Kreuzritter und des mitziehenden Pöbels beschrieben, und man erhält einen kleinen Einblick in die Geschichte des Antisemitismus. Keine leichte Kost, jedoch sehr informativ und exzellent recherchiert.

  • Verborgen im Gletscher von Arnaldur Indridason

    Eigentlich ist Kommissar Konrad ja schon längst in Pension, doch als am Langjökull Gletscher eine Leiche vom Eis freigegeben wird, beginnt er privat zu ermitteln. Bei dem Toten handelt es sich um einen Mann, dessen Verschwinden Konrad 30 Jahre zuvor bearbeitet hatte aber nicht aufklären konnte. Je tiefer er gräbt, desto unangenehmer stellt sich die Wahrheit dar, und auch seine eigene Vergangenheit macht ihm zunehmend zu schaffen. Indridasons neuer Roman ist der verheißungsvolle Auftakt einer neuen Serie, die uns gewiss noch viele spannende Lesestunden bescheren wird!

  • Girl, Woman, Other von Evaristo, Bernardine

    Neben der hoch favorisierten Margaret Atwood hat heuer eine noch relativ neue Autorin den renommierten Booker Prize gewonnen, und das vollkommen zu Recht. Bernardine Evaristo legt mit ihrem Roman Girl, Woman, Other ein topaktuelles Buch vor, das auch hohen literarischen Ansprüchen genügt. Am Beispiel von zwölf verschiedenen Schicksalen farbiger Frauen in Großbritannien werden in erster Linie die Themen Rasse, Gender und Generationen in verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten (Großstadt/Kleinstadt/Dorf) dargestellt. Kunstvoll verbindet sie die einzelnen Geschichten miteinander und schafft damit ein großartiges Panorama weiblicher Selbstfindung in den verschiedensten Schattierungen. Ein großartiger Roman, der in seiner Vielschichtigkeit niemals flach oder klischeehaft wirkt.

  • Vivaldi und seine Töchter von Peter Schneider

    Gleich vorweg sei bemerkt, dass es sich bei diesem Buch laut Bezeichnung um einen Roman handelt, es liest sich allerdings eher wie ein flüssig geschriebenes Sachbuch. Wer sich Hoffnungen auf schillernde Ausschmückungen und vielfältige Nebenhandlungen gemacht hat, muss sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Wer allerdings so viel wie möglich über Vivaldi und das Leben in Venedig in kompakter Form erfahren möchte, wird bestens bedient. Fundiert und stringent beschreibt der Autor den wechselvollen Werdegang des Komponisten von seiner Geburt bis zum Armenbegräbnis in Wien. Nebenbei erfährt man viel über das tägliche Leben und insbesondere den Musik- und Opernbetrieb im damaligen Venedig und im Rest Europas. Besonders interessant ist auch das Kapitel über die Wiederentdeckung des Komponisten im 19. und 20.Jahrhundert. Eine informative Lektüre nicht nur für Musikfreunde.

  • Ein Haus voller Lügen von Ian Rankin

    Eigentlich ist John Rebus ja schon seit einiger Zeit im Ruhestand, doch eines Tages taucht in einem Wald bei Edinburgh die Leiche eines Privatermittlers auf, der vor etlichen Jahren als vermisst gemeldet wurde. Rebus war damals im Ermittlerteam, der Fall wurde jedoch nie geklärt. Wurden damals Fehler gemacht? Was wurde vertuscht? Fragen, die die Mutter des Opfers medial auszuschlachten versucht. Rebus kommt in Zugzwang und bietet seiner ehemaligen Kollegin Siobhan Clarke, die jetzt mit ermittelt, seine Hilfe an. Gemeinsam decken sie die Hintergründe des Falls auf, wobei Rebus zu seinen gewohnt unorthodoxen Methoden greift, um an Ergebnisse zu kommen. Ein spannender whodunnit in bester klassischer Rankin- Manier, ein Fest für Krimifreunde!

  • Leider kann ich kein Polnisch, doch die englische Übersetzung dieses Romans der Literaturnobelpreisträgerin wurde immerhin mit dem Booker International ausgezeichnet und dürfte demnach adäquat gelungen sein. Eine abgelegene Waldgegend an der polnisch tschechischen Grenze. Hier haben die Städter ihre Sommerhäuser, doch im Winter leben nur ein paar wenige Menschen hier. Eine davon ist Janina, die sich um die Häuser der Städter kümmert und auch sonst im Wald nach dem Rechten sieht. Ihre innige Beziehung zur Natur und den in ihr lebenden Geistern macht sie zu einer Außenseiterin, und auch ihre Freunde zählen nicht gerade zum Mainstream. Eines Tages wird ihr Nachbar tot aufgefunden, und Janina hegt einen konkreten Verdacht. Als noch mehr Leichen im Wald auftauchen, ist es mit der Ruhe vorbei. Voller Poesie beschreibt die Autorin die Landschaft, mit bösem und hintergründigem Witz die Menschen, die in ihr leben. Eine bemerkenswerte Lektüre, die noch lange nachhallt.