Erweiterte Suche
Logo Tyrolia Verlag

Jetzt

anmelden!

News letter

Unser

Service

Service

Aktuelle

Events

Events

Bewertungen von Leser/innen

  • Leicht zu lesen jedoch keine leichte Kost!
    Eine Geschichte, deren Szenen in grellen Farben die Entwicklung eines Jungen schildert. Der Bogen spannt sich von berührenden Momenten, über sämtliche Facetten des Missbrauchs, menschliches Streben und Scheitern, hin bis zur Einsicht oder sogar Erkenntnis. Die unglaublich dichte Sprache der Autorin lässt unmittelbar Bilder im Kopf des Lesers entstehen, die ihn bei der Lektüre nicht mehr loslassen.

  • Ein Buch, eine Geschichte, die komischer und zugleich trauriger nicht sein könnte.
    Ein Buch, das anrührt, tief geht und bewegt.
    Ein Buch, über die Liebe, die oft aussichtslos und unerreichbar ist, über Rache und Enttäuschung und über die großen Träume, die wie Seifenblasen zerplatzen.

    Eine Mutter, die in den Tod springt, weil ihre grüne Mütze, die sie Sommer wie Winter als Talisman auf ihrem Haupt trägt, plötzlich verschwindet, so beginnt der Roman und somit auch die Traurigkeit, die sich vom Anfang bis zum Ende durchzieht. Ein untröstlicher Vater, der Vergessen im Alkohol sucht, zwei Brüder, Karl und Lorenz, acht und elf Jahre alt, und Elsa. Elsa, das Mädchen mit den Streichholzarmen und dem Wunsch nach adeligen Waden und Fesseln. Glücklicherweise gibt es Herrn Murmelstein, von den Kindern liebevoll Murmeltier genannt, der wie ein guter Geist die Kinder zu beschützen versucht und erotische Gutenacht-Geschichten zum Besten gibt. Aber das Schicksal der drei Kinder kann auch er nicht aufhalten.

    „Kommt, ihr herrlichen Kinder, ich bringe euch nach Hause.“ Sie umarmte mich. Flüchtig, vielleicht nicht einmal mit Absicht, streiften ihre Lippen meine Wangen. Eine Berührung, von der ich mich nie wieder erholen sollte.
    …, zwei Kinder, und mindestens eines von ihnen hatte in dieser Nacht das Ende der Welt erreicht.
    Man kann über die Liebe eines kleinen, dicken Jungen lachen. Aber man sollte nicht.
    Ich bin hier, weil ich dir immer gefolgt bin.
    Ich bin hier, weil deine Lippen einmal meine Wangen gestreift haben und ich mich von dieser Berührung nie wieder erholt habe.
    Ich bin hier, weil ich den Schatten eines Wolfes nicht von dem eines Hundes unterscheiden kann.
    Es sind diese geschriebenen Wörter, die den Zauber des Buches ausmachen!

  • Am Ende der Geschichte lebt die Prinzessin des Murmeltiers mit einem Schweineschlachter auf einer texanischen Rinderfarm, Lorenz malt in 86 Schichten die Ewigkeit, Mrs. Graham ist tot und Karl steht wie immer daneben. Skurrile Figuren, aberwitzige Handlungselemente, Dorfleben und Kunstleben um eine Schraubendrehung aus der Normalität ‚verrückt‘, um Haaresbreite an Klischee und Kitsch vorbei, meistens jedenfalls. Und jedenfalls gut geschrieben. Was man sich nicht erwarten sollte: dass die Story mit den Figuren mithalten kann, dass man den Figuren irgendwie nahe käme, dass die Geschichte eine Moral hat. Macht nichts, macht Spaß!

  • Astrid Rosenfelds Romandebüt "Adams Erbe" war für mich eines der besten Bücher der letzten Jahre. Ich stellte mir daher die Frage: Kann die Autorin mit "Elsa ungeheuer" an diese Glanzleistung anschließen? Meine Antwort vorweg: Sie kann. Und wie! Im Mittelpunkt stehen mit Karl "Fetti" Brauer, seinem Bruder Lorenz und Elsa Gröhler, die Königin des Murmeltiers, drei Menschen, die schon als Kinder das Ende der Welt erreicht haben. Als Erwachsene versuchen sie, sich in den Stürmen des Lebens einen Rest von Unschuld zu bewahren. "Die wenigsten schaffen es da draußen, wo die Schatten eines Hundes kaum von dem eines Wolfes zu unterscheiden sind." Wer ist Hund und wer Wolf, wer Ungeheuer und wer guter Mensch? Astrid Rosenfeld spielt mit diesem zentralen Thema ihres Buches sowohl inhaltlich als auch sprachlich ungemein geschickt. Letztlich obsiegt in all dem Untröstlichen die Gnade. Als Leser lerne ich: Wer überleben will, muss unterscheiden lernen. Und dabei hilft es, die Augen aufzumachen. Persönlicher Tipp: Mindestens ein zweites Mal lesen, um alle Details und Verknüpfungen genießen zu können.

  • Astrid Rosenfelds Roman ist ein wahres Kunststück. Es ist ein Vergnügen für den Leser, den Fäden der Geschichte wie denen eines unsichtbaren Seidenteppichs zu folgen, um zu entdecken wie alles miteinander verknüpft ist. Es gelingt der Autorin von der ersten bis zur letzten Seite den Spannungsbogen mit vielschichtigen Charakteren aufzubauen und zu halten. Unverblümt werden die Auswirkungen einer lieblosen Kindheit und einer tiefen, aber unglücklichen Liebe geschildert. Letztlich siegt aber die Hoffnung und Vieles darf gut werden. Mich hat das Buch dazu angeregt, hinter die Kulissen "ungeheuerlicher Menschen zu blicken.

  • Das Buch hat mir sehr gefallen! Es hängt ein bisserl in der Mitte. Das dürfte aber vielleicht mit dem eigenen Erfahrungsspektrum zusammenhängen, da mir der Abfall des armen Karl nicht ganz schlüssig abläuft. Es ist sehr lustig zu lesen und man spürt das "Fast-Hotel". Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und auch das Ende passt super. Ich werde es jedenfalls weiterempfehlen, obwohl ich nicht sicher bin, ob der Präriehund nicht dreibeinig statt einbeinig sein sollte. (Die Fortbewegung eines einbeinigen Tieres erscheint mir nicht ganz nachvollziehbar.)

  • Warum schmückt ein Mädchen mit spindeldürren Armen und etwas kräftigeren Wadeln und Fesseln ihre Beine mit bunten Tüchern, vorzugsweise Krawatten? Und dies in der guten alten Zeit, in der alles so „normal“ war. Diese – für den Lauf der Weltgeschichte sicherlich unbeachtliche – Frage hat mich durch das Buch „Elsa ungeheuer“ von Astrid Rosenfeld begleitet. Astrid Rosenfeld zeichnet in diesem Buch Charaktere, die auf den ersten Blick schräg und ausgefallen erscheinen, auf den zweiten Blick aber – im Kontext des beschriebenen Umfeldes – als durchaus verständlich und nachvollziehbar. Mit einem Sprachwitz, wie aus „Adams Erbe“ bekannt, zieht Astrid Rosenfeld eine rasante Linie von der scheinbaren „Normalität“ eines deutschen Dorfes auf dem Lande über die Absurdität vieler Aspekte der internationalen Kunstszene und nach einem Zwischenstopp auf eine einsam gelegene Farm in den USA wiederum zurück auf das Dorf auf dem (deutschen) Lande. Die Story ist teilweise skurril, oder besser: zeigt Aspekte aus der „guten alten Zeit“, an die wir uns besser nicht mehr erinnern wollen. Oder gibt es diese Aspekte in unserer Gesellschaft noch immer? Eine Geschichte, aus der (Un)tiefe des bürgerlichen Lebens gegriffen, präsentiert mit Sprachwitz und einer Leichtigkeit, die bei mir einige Zeit gebraucht hat, um die darunter liegende Ebene wahrzunehmen. Absolut empfehlenswert.

  • Für mich ein sehr berührendes Buch, poetisch, verrückt und eigentlich tieftraurig. Es sind drei einsame Kinder, denen wir hier begegnen: Karl und Lorenz, deren Mutter sich umgebracht hat, und Elsa, wild und anmaßend, von ihrer Mutter abgeschoben und vergessen in dem kleinen Dorf in der Oberpfalz. Astrid Rosenfeld schildert uns das Leben dort aus der Sicht von Karl, und diese kindliche Sicht hat ihren eigenen Reiz. Wer selber eng mit Geschwistern aufgewachsen ist, wird vieles wiedererkennen: die selbstverständlichen Gemeinsamkeiten, den Zusammenhalt - und die Erkenntnis, dass man doch nicht alles teilen kann.
    Elsa, von der nicht nur Karl fasziniert ist, verschwindet dann bald ins ferne Ausland, Karl und Lorenz tauchen ein in die verrückte Welt einer Kunstszene, in der es nicht um Kunst, sondern vor allem um Machtspiele und irrationale Geldflüsse geht. Erst nach und nach wird klar, wie die Ereignisse von Anfang an miteinander in Verbindung stehen und alles doch wieder mit Elsa zu tun hat.
    Eine Geschichte voller Entdeckungen, sehr poetisch in der Sprache und so dicht gewebt, dass man das Buch mindestens noch ein zweites Mal lesen muss, wenn man alle Verknüpfungen erkennen will.

  • Im ersten Teil des Buches fand ich mich - bei nicht zu genauem Hinsehen - fast wie in einer Variante von Pippi Langstrumpf gelandet. Bei genauerem Hinsehen und Hinlesen spielt sich da für die drei beteiligten Kinder eine traurige Geschichte ab: Die beiden Buben verlieren ihre geliebte Mutter, die für dieses Leben nicht ausreichend ausgestattet zu sein scheint – und es verlässt. Der Vater geht vor Kummer fast zugrunde und trinkt. Die beiden Buben sind alleine. Dazu kommt Elsa, widerborstig, ekelhaft und wunderbar. Auch von der Mutter zurückgelassen bei zwei Männern, dem Vater und dessen Bruder, der das Kind missbraucht. Der jüngere der Brüder, Karl, der Erzähler, liebt sie – das ganze Buch hindurch ohne Bruch – nur wird diese Liebe nicht erwidert. Dennoch schaffen sich die Kinder miteinander und mit Hilfe einiger skurriler Personen in ihrer Umgebung, der Haushälterin und einem schrulligen Mitbewohner, eine einigermaßen gute Kindheit und Jugend.
    Die wird plötzlich beendet, Elsa geht mit einem Mann nach Amerika, der Erzähler weiß nicht, warum, er spürt nur, dass er etwas nicht erklären kann.
    Im zweiten Teil – und da scheint mir der Szenenwechsel nicht wirklich konsistent – wird der ältere Bruder Lorenz für kurze Zeit zum Star einer fragwürdigen Kunstszene, bis er wieder von den Mäzenen fallengelassen wird. Karl kann bei einem Besuch bei Elsa in Amerika die Rätsel der Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reichen, lösen – eine für alle Beteiligten traurige, tragische Geschichte.
    Und das alles erzählt in einer Einfachheit, fast Leichtigkeit, ohne Pathos, sodass erst über Nachdenken die ganze Schwere der Schicksale der Protagonisten wahrnehmbar wird. Teilweise wirkt dieser zweite Teil doch sehr konstruiert – zu viel hineingepackt, um die Entwicklung glaubhaft zu machen. Dennoch, ein gut zu lesendes Buch, leicht und in der Sprache unbeschwert, werden sehr bedrückende Schicksale entwickelt – fast scheint es nicht anders möglich bei den problematischen Voraussetzungen. Der Kreis schließt sich, als Karl nach Hause zurückkehrt in ein einfaches, einsames Leben – mehr war nicht drinnen.

  • Schon der Titel kündigt den Inhalt an. Ungeheuer ist die Verworrenheit der Lebensgeschichten der Protagonisten, ungeheuer sind die Tragik und der Sprachwitz in diesem Buch.

    Mit Leichtigkeit und Unaufdringlichkeit, beinahe spielerisch gelingt es der Autorin, eine Geschichte aufzubauen, die vollgestopft mit schwierigen Schicksalen, negativen Prägungen und biographischen Stolpersteinen ist. Sie verknüpft schier unglaubliche Geschichten miteinander und webt daraus ein Ganzes, das die Leserin in einer Mischung aus Unglauben, Heiterkeit und Betroffenheit zurücklässt. Die Schicksale sind so grandios entwickelt, dass für die einzelnen Protagonisten, wenn nicht Sympathie, so doch wenigstens Verständnis entstehen kann. Die Charaktere verfestigen sich aus der Notwendigkeit des Überlebens heraus, Aufbegehren verläuft in Sprachlosigkeit und findet sich in Handlungen wieder, die lebensfeindlich bis tödlich enden.
    Die Erzählperson in der benachteiligten Rolle, wird zum „Gutmensch“, bleibt in der beobachtenden Position und im Mittelmaß gefangen und hoffnungslos liebend.

    Elsa, die in den Vordergrund geschobene Hauptperson, ist Symbol für Unschuld, Elend und Hoffnungslosigkeit. Ihr gelingt der Sprung in eine Form von Freiheit - jedoch ebenso hoffnungslos liebend, wie auch der Dritte im Bunde. Dieser scheitert auch am Versuch, Prägendes übereinander zu schieben - die Ewigkeit malerisch darzustellen - scheitert an der Unumkehrbarkeit falsch getroffener Entscheidungen.
    Ein ungeheuer ausgeklügeltes Buch!

  • Das zweite Buch „Elsa ungeheuer“ von Astrid Rosenfeld erreicht keinesfalls das hohe Niveau ihres ersten Buches.
    Die Geschichte zweier Brüder, Karl, 8 und Lorenz, 10, die vor kurzem ihre Mutter verloren haben und Elsa, 11, die von der Mutter verlassen, zurückgewiesen wurde und der Einfluss ihrer Kindheit auf ihrem Lebensweg, überzeugt mich nicht. Das Buch betrachtet oberflächlich und billig die sehr wichtigen Themen wie Kindheit ohne Liebe, sexualisierte Gewalt, Pädophilie. Viele zu bunte Figuren mit skurrilen Charakteren ohne Überzeugungskraft, ständig brechende Handlungen, schlecht recherchierte Emotionen, zwei Teile des Romans passen nicht vollends zusammen. Die Oberflächlichkeit der Geschichte sollte mit gezwungenermaßen eingebauten Sätzen mit tiefer Aussagekraft (sog. Weisheiten) ausgeglichen werden und zusätzlich das Buch lesenswert machen, leider wirkt das künstlich.
    Schade, der Anfang war nicht schlecht.
    PS. Bibliotherapie (Lesen ist gesund) für einen Fleischesser, Vegetarier oder Tierschützer (Seite 86-91).

  • Astrid Rosenfeld ist es gelungen, mit der Geschichte von Elsa, Karl und Lorenz bei mir ein Wechselbad der Gefühle auszulösen, denn Tragik und Komik liegen sehr eng beieinander.
    Der Roman erzählt die Geschichte einer Kindheit, die geprägt ist von narbenübersäten Kinderseelen, einer tiefen Freundschaft und Familiengeheimnissen.
    Im ersten Teil erleben Karl und Lorenz einen oft sehr skurrilen, verrückten, aber auch traurigen Alltag, in den Elsa wie ein Wirbelwind einbricht. Die Charaktere werden sehr plastisch und messerscharf beschrieben. Besonders Elsa, mit ihrer entschlossenen Art, den widerspenstigen Haaren und den mit Krawatten umwickelten Beinen, beeindruckt Karl enorm.
    Im zweiten Teil, in dem Elsa nur mehr wie ein Geist über der Geschichte schwebt, schildert Astrid Rosenfeld den Werdegang von Lorenz und Karl in der Kunstszene und man erlebt die Zerreißproben und das systematische Zerstören von Menschen.
    Meiner Meinung nach, ist dieses Buch von seiner sprachlichen Gewalt her ein Wucht und hat mich ganz schwer losgelassen. Astrid Rosenfeld hat mich auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen.