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  • Ihren Spuren folgen von Franz Troyer

    In 19 Kapiteln begibt sich der Innsbrucker Pfarrer auf Spurensuche. Er sucht nach den Spuren, die bekannte und weniger bekannte Gestalten in der Bibel hinterlassen haben und fragt nach deren Bedeutung für Menschen der Gegenwart. Die zentrale Frage lautet: Inwieweit können uns die Wege dieser biblischen Figuren konkret in bestimmten Situationen zu einem helfenden Begleiter werden?
    Die Auswahl der Figuren ist fast durchgängig nachvollziehbar. V.a. die alttestamentlichen Gestalten (von Adam und Eva über Mose bis hin zu Rafael) sind allesamt bekannt. Die neutestamentlichen Charaktere sind nicht ganz einheitlich, mischen sich doch mit den Korinthern und den Philippern ganze Gruppen, mit Markus ein möglicher Verfasser und mit der Bergpredigt ein Text unter Personen wie Maria, Jesus, Petrus oder Andreas.
    So vielseitig die Figuren, so verschieden auch die Bereiche, in denen uns diese Hilfestellungen geben sollen: sich dem Burnout stellen, Hoffnung verkünden, beten und arbeiten, oder auch Freude teilen, um nur einige zu nennen. Die Beziehungen, die Troyer zwischen biblischer Figur und dem, was man von dieser lernen kann, herstellt, sind allesamt schlüssig. Ist der Autor zwar promovierter Theologe, beschränkt er wissenschaftliche Fragestellungen auf das Nötigste. Nur dort, wo formale oder historisch-kritische Beobachtungen etwas zur spezifischen Thematik beitragen, werden sie in verständlicher Sprache vorgestellt.
    Im Bereich der neutestamentlichen Gestalten entsteht vermehrt der Eindruck, dass die Ausführungen sehr stark von Bibelkursen (von denen viele Eindrücke geschildert werden) beeinflusst wurden. Dies zeigt sich an einer zunehmenden Zahl von Impuls-Fragen, die die Leser des Buches zum Nachdenken anregen können. Dieser Eindruck wird bestätigt durch manche Punkte, die nur angerissen werden. Hier würde man sich eine weitere Vertiefung wünschen, die in den Bibelkursen vermutlich gegeben worden ist (z.B. die Ausführungen zur lectio divina innerhalb der Ausführungen zu Mk 9,2-10).
    Das Buch ist wohl in erster Linie im persönlich-spirituellen Bereich zu empfehlen. Schließlich bringt sich der Autor auch sehr häufig mit eigenen Gedanken, Wünschen und Eindrücken ein (?Ich denke??; ?Ich bin überzeugt??; ?Ich frage mich manchmal??; ?Mich fasziniert?? uvm.), was dem Ganzen eine sehr persönliche Note verleiht. Die Thematik legt auch eine gut portionierte Lektüre nahe - ein Buch, das man von vorne bis hinten in einem durchliest, ist es sicher nicht.
    Das Vorhaben, biblische Gestalten und ihre Eigenheiten für die Menschen des 21. Jahrhunderts zum Sprechen zu bringen, ist Franz Troyer zweifelsohne geglückt. Wer ihn kennt, entdeckt seine Handschrift auf jeder Seite. Als Meditations-Buch für den eigenen Gebrauch, wie auch als Fundgrube für bibelpastorale Aufgaben, ist der besprochene Band sicher eine Bereicherung.

  • Ihren Spuren folgen von Franz Troyer

    Es ist schwierig zu sagen, was dieses Buch so außergewöhnlich macht. Es umspannt einen großen Bogen, welcher von einer besonderen Pädagogik begleitet wird. Dieses Buch ist kein wissensch. theol. Buch,sondern ein leicht leserliches für Alle. Diese biblischen Gestalten zeigen uns auf wie wir heute das Leben wagen können, weiterhin nicht die Hoffnung verlieren sollen, große Lasten tragen können ohne dabei zugrunde zu gehen, konsequent zu sein und bei allem Kummer nicht die Freude verlieren !!

  • Der Autor beschreibt Situationen im Lebensweg verschiedener Personen des Alten und Neuen Testamentes und fügt in jede Darstellung spezifische Abschnitte aus der Hl. Schrift ein. Dabei geht es um die Frage, ob das jeweilige Verhalten dieser biblischen Gestalten für den Menschen von heute beispielhaft sein kann?
    Teil I beginnt mit der Parabel von Adam und Eva. Gott ergreift die Initiative, er formt den Menschen und tritt mit Adam in den Dialog. In der Mose-Erzählung wird der noch namentlich unbekannte Gott erneut aktiv, er stellt sich diesem vor und sagt über sich: ich bin der ?Ich-bin-da.? Weil Mose auf Gottes Wort hört und danach handelt, gelingt es ihm, sein Volk aus Ägypten zu führen, von der Knechtschaft des Pharao zu befreien. Gleich Mose hören einige im Dialog mit Gott stehende Propheten seine Weisungen, erleben so seine Gegenwart und Hilfe.
    An den Anfang von Teil II stellt der Autor den Dialog des Engels mit Maria und dieser prophezeit, sie würde durch ihr Ja die Mutter des Erlösers werden. Wegen dieser Zustimmung wird sie die zweite Eva genannt. Gott wird Mensch und spricht nun direkt durch seinen Sohn. So wie Gott sich im AT als der ?Ich-bin-da? kundtut, so zeigt er sich jetzt in Jesus als derjenige, der die Initiative ergreift und auf die Menschen zugeht, ihnen nicht nur Trost und Hilfe anbietet, sondern sie an Leib und Seele heilt.
    Der aufgeklärte Mensch von heute bemüht sich täglich, die Gestaltung seines Lebens selbst zu übernehmen. Bei schwierigen Entscheidungen werden Fachleute zu Rate gezogen. Solche Fachleute finden sich auch in der Hl. Schrift. Ihre Entscheidungen zu bedenken und zu beherzigen, ist sogar kostenlos.
    Mit seinem Buch gelang es dem Autor hervorragend, eine zeitgemäße Lebenshilfe anzubieten. Das breite Spektrum seiner Anregungen gilt für alle Menschen, unabhängig, ob sie in sog. höheren Positionen stehen oder nicht.