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  • Das Leben vor uns von Kristina Gorcheva-Newberry

    Der Apfelgarten der Datscha
    „Das Leben vor uns“ von Kristina Gorcheva-Newberry erzählt eine Familiengeschichte aus der Zeit vor dem Zerfall der Sowjetunion und ist erschienen im August 2022 im C.H. Beck Verlag, München.
    Im Mittelpunkt des Romans steht die Ich-Erzählerin Anja Raneva und ihre Schilderung der Kindheit und Jugendzeit in der Sowjetunion in den 70er und 80er Jahren.
    Sie berichtet von ihrer Freundin Milka, deren schwierigen Familienverhältnissen und tragischen Geschehnissen.
    Viel Raum widmet sie ihrer Pubertätszeit, bei der sie sich und ihre Clique intensiv darstellt und dabei die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die sich in den Jugendlichen widerspiegeln, aufzeigt.
    Bei aller Gesellschaftskritik und den hier beschriebenen Erfahrungen und Erlebnissen aus der Jugendzeit, tauchen zugleich die Gedanken von Anton Tschechows „Kirchgarten“ immer wieder in den Gesprächen der vier Freunde auf und bringen in den oft sehr vulgären Sprachstil kontrastreiche Poesie.
    Mein Leseeindruck:
    Ein Buch, das so ganz anders war, wie ich erwartet hatte und das mich mit seinem kontrastreichen Sprachstil zwischen Gosse und Pathos herausgefordert hat.
    Während Anjas Eltern Akademiker sind, sich über Politik streiten aber letztendlich zusammenhalten und Anja eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen, erlebt Milka katastrophale Familienverhältnisse, die ihre Lebenseinstellung und ihre Sehnsüchte prägen.
    Ein wunderbarer Ruhepol auf dem Lande, bei dem Anja und Milkas Welten entspannen können bietet die Datscha von Anjas Familie, fernab der Großstadt. Dort wird das Leben gefeiert.
    Doch Milka trägt eine große Last mit sich, die weder die Freundschaft mit Anja noch die Idylle der Datscha aufwiegen kann. So nimmt die Tragödie ihren Lauf.
    Mein Fazit:
    Der zweite Teil des Buches, der die Emigration in die USA auch wieder aus der Sicht der Hauptprotagonistin erzählt und bei dem die Verarbeitung der vorherigen Jahre im Rückblick beginnt, ist sprachlich ausgewogener dargestellt.
    Eine Reise zurück in die Heimat im Jahre 2007 konfrontiert Anja mit der Vergangenheit und zugleich den veränderten Gesellschafts- und Besitzverhältnissen des neuen Russlands.
    Eine sehr intensive Lektüre mit detailreichem und oft nicht gerade ästhetischem Sprachstil, die den Zerfall der Sowjetunion und die Politik des heutigen Russlands am Beispiel einer Familien- und Freundschaftsgeschichte thematisiert.





  • Das Leben vor uns von Kristina Gorcheva-Newberry

    Großartiger Roman über eine Mädchenfreundschaft in den letzten Jahren der Sowjetunion, herzzereißend!