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Zwar kenne ich den ersten Teil dieser Reihe nicht, aber ich hatte trotzdem Lust, dieses Buch zu lesen. Vor allem das Thema rund um die Mafia hat mich sehr neugierig gemacht, denn damit habe ich mich schon während meines Studiums auseinander gesetzt. Ein unglaublich packendes Themenfeld, das so viele Facetten hat und viele Dinge, die für alle, die außerhalb dieser Systeme sind, auch nur schwer nachvollziehbar sind. Hier ist es also die Camorra und zwei rivalisierende Clans. Und auf der anderen Seite die Justizvollzugsbeamtin Maria Saletti, die selbst aus Neapel stammt und deren Cousine vor vielen Jahren ungeklärt zu Tode kam. Sie erhofft sich auch darüber eine Auflärung während sie einem Boss helfen will, seine Frau und die beiden Mädchen zu finden.
Also eine bunte Gemengelage von Themen und Problemen, die ziemlich explosiv wirken können. Maria weiß um die Gefahr, in die sie sich begibt und unterschätzt sie trotzdem. Wird das wirklich gutgehen?
Ich mochte die vielen detailreichen Beschreibungen, gerade während der Italienreise. Aber auch sonst, denn so wirkt das Geschehen sehr lebendig und authentisch. Etwas gestört hat mich, wie schnell Maria bereit ist, absolut unvernünftig zu handeln und nicht nur ihren Job, sondern möglicherweise auch ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Klar, der Tod ihrer Cousine war für sie als Teenie schlimm und sie fühlte sich schuldig, aber trotzdem wirkte das auf mich zu leichtfertig.
Insgesamt ein tolles Buch, von dem ich gerne eine Fortsetzung lesen würde!
In Darmstadt werden zwei junge Männer, Alberto, 28, und Tomaso Vasile, 27, auf offener Straße erschossen. Hat da die Mafia ihre Hand im Spiel? Schnell wird klar, dass die Schüsse dem Capo Luigi Esposito galten, der nun, wenn seine Frau und seine beiden kleinen Töchter in Sicherheit sind, umfangreiche Aussagen machen will.
Justizvollzugsbeamtin Maria Saletti wird durch Esposito an den Mord an ihrer geliebten Cousine Anna von vor 20 Jahren erinnert. Und sie lässt sich auf einen unglaublichen Deal ein. Nicht ahnend, dass sie Mitglieder der Camorra schon beobachten.
Autorin Esther Copia lässt mich in den Gefängnisalltag der JVA Dieburg eintauchen mit schlechtem Essen; Frauen, die es spannend finden, Kontakt mit einem Strafgefangenen aufzunehmen; Strafgefangene, die sich an weibliche Bedienstete ran machen. Ich lerne verschiedene Arbeitsplätze in den Werkbetrieben der JVA kennen und werde mit Drogenverkäufe an Häftlinge konfrontiert. Schlimm finde ich auch, wie die Häftlinge z.T. miteinander umgehen.
Einerseits kann ich Maria Saletti sehr gut verstehen, die die Chance sieht, den Mord an ihrer Cousine, für den sie ihr Onkel immer noch verantwortlich macht, endlich aufzuklären. Andererseits begibt sie sich hier aber auch ganz schön in Gefahr.
Was sie aber dann heraus findet, hat mir schier den Atem verschlagen. Mehr wird aber nicht verraten.
Karl-Heinz Burger und Rechtsanwalt Frank Wilk sind zwei Männer, die ich hier kennengelernt habe, denen ich in meinem Leben nicht begegnen möchte. Warum? Auch das solltet ihr beim Lesen des spannenden Krimis selbst herausfinden.
Sehr gelungen finde ich, wie ich ins Privatleben von Maria Saletti und Alexander Neubert eingebunden werde. Ich mag die disziplinierte, kontrollierte, aber auch schwache und verletzliche Frau mit ihrem italienischen Temperament sehr gerne. Und auch Alexander ist mit sehr sympathisch. Ich bin schon sehr gespannt, welche Strafe Maria für ihr eigenmächtiges Handeln nun droht.
Durch die kurzen Kapitel und die dauernden Perspektivwechsel wird die Geschichte sehr schnell und es ist mir richtig schwer gefallen, das Buch mal aus der Hand zu legen. Es ist so spannend, von einem Schauplatz zum anderen zu switschen und ganz langsam heraus zu bekommen, wie die einzelnen Erzählstränge sich annähern und schließlich ein großes Ganzes ergeben.
Ich habe diesen Ausflug in die JVA Dieburg und nach Darmstadt mit all den Betrügereien, der Geldwäsche, den Drogen und dem schändlichen Menschenhandel trotz aller Brutalität und Abscheulichkeiten sehr genossen.