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  • Ele empfiehlt:

  • Johannifeuer von Susanne Betz

    Johannifeuer, Heimatroman aus dem Werdenfelser Land von Susanne Betz, 304 Seiten C. Bertelsmann Verlag
    Wie es mit Vroni und dem Rosl weitergeht.
    Vroni hat Anton geheiratet, den Sohn der reichen Huberbauerin. Obwohl jetzt Geld und zusätzliche helfende Männerhände auf den Hof kommen ist es noch immer ein hartes und schweres Auskommen auf dem Grasegger Berghof. Vroni schuftet noch immer bis zum Umfallen. Als sie ihre Schwiegermutter nach München zu einem Arzttermin begleitet, kommt es zu einer folgenschweren Begegnung. Und als in der Johannisnacht die Feuer brennen, gibt es auch für Vroni ein Wunder.
    Der Roman besteht aus 13 ausführlichen Kapiteln. Susanne Betz erzählt wortgewaltig und unglaublich bildhaft im auktorialen Schreibstil. Diese karge und raue Landschaft prägt die Figuren, die auch rau, ja fast grob sind. Lesefluss hat sich unmittelbar eingestellt, Johannifeuer schließt sich nahtlos an Heumahd an. Ich hatte den Roman an knapp zwei Nachmittagen gelesen, denn ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Eine hervorragende Recherchearbeit liegt dem Werk zugrunde, das merkt man in jeder Zeile.
    Die gerade hier beschriebene brutal harte Knochenarbeit, auch für die Frauen, erschütterte mich, wie auch im ersten Band schon. Niemand hat hier in die Möglichkeit sich zu schonen, besonders beim Heumachen ist es offensichtlich was diese Gegend den Bewohnern abverlangt. Mich hat erschüttert, dass selbst die Bäuerin nach der Entbindung noch am selbigen Tag ihre Arbeit verrichtet, so wie jeden Tag, kein Wochenbett kein Mutterschutz, dazu kommt auch noch die hohe Kindersterblichkeit.
    Knochenarbeit bei der Ernte, im Stall, beim Holzmachen und auch bei der Hausarbeit, den Jahreszeiten ausgesetzt, was mussten die Menschen damals zur Zeit des Prinzregenten aushalten und es rentiert sich immer weniger. Doch auch im Gebiet um Mittenwald etabliert sich ganz langsam der Tourismus, nicht nur die Sommerfrischler, sogar von den ersten Skifahrern habe ich voller Freude gelesen. Vergnügungen sind selten, die Kirchenfeste bestimmen den Jahresablauf. Deshalb habe ich mich auch so sehr für Vroni gefreut, dass sie sich auch mal ein wenig Glück stehlen konnte.
    Die Figuren sind wie aus Holz geschnitzt oder aus Stein gemeißelt, mit Anton konnte ich leider nicht so richtig warm werden. Vroni ist zumeist auch hart und verbittert. Meine Lieblingsfigur war die „Huberin“ Vronis Schwiegermutter, die mit dem Geld wie keine andere umzugehen weiß, geschäftstüchtig und resolut. Sie meint es wirklich gut mit Vroni und mag sie sehr, das hat man gemerkt.
    Die Geschichte vom Rosl hätte ich gerne noch etwas genauer beschrieben gehabt. Sie war mir im ersten Band so lieb geworden. Da hoffe ich, dass es noch eine Fortsetzung geben wird, die Geschichte finde ich, ist noch lang nicht zu Ende erzählt. Was ist mit Anton, wie geht es auf dem Hof weiter? Was wird mit Rosl und wird Vroni letztendlich so richtig glücklich und zufrieden? Fragen die mir keine Ruhe mehr lassen.
    Wer Geschichten aus dem ausgehenden 19 Jahrhundert mag und Heumahd gerne gelesen hat, der sollte unbedingt hier zugreifen. Ich bin begeistert. Von mir gibt es 5 Sterne

  • Convent Wisdom von Carmen Urbita; Ana Garriga

    Convent Wisdom, Ratgeber von Carmen Urbita und Ana Garriga 272 Seiten im Gutkind-Verlag.
    Wie Nonnen aus dem 16. Jahrhundert dein Leben verändern können.
    Hinter den Klostermauern des 16. Jahrhunderts lebten nicht nur fromme Ordensfrauen und Märtyrerinnen. Ich persönliche kenne viele Ordensfrauen, da meine Lieblingstante katholische Ordensfrau war, ich war oft und gerne bei den Schwestern, als willkommener Gast. Und habe bei meiner Tante und den Schwestern, öfter gewohnt. Deshalb habe ich mir von diesem Buch sehr viel versprochen. Ich habe dort Schwestern kennengelernt, die nicht heilig waren, sondern sehr weltlich. Ärztinnen, Krankenschwestern, Managerinnen sogar eine ehemalige Tänzerin war dabei. Ganz viel Lebensweisheit und absolut keine Weltfremdheit gab es da. Denn wer im Leben draußen nicht fertig wird, kann auch im Kloster nicht bestehen. Zusätzliche gute Ratschläge und Tipps habe ich mir aus der Lektüre erhofft.
    Leider bin ich von der Lektüre enttäuscht, mit diesen angeblichen Ratschlägen konnte ich nichts anfangen. Tipps die mein Leben verändern, habe ich keine entdeckt. Ich hatte sogar Probleme damit zu verstehen, was mir die Autorinnen mit diesem Buch eigentlich vermitteln wollen. So richtig habe ich gar nicht verstanden, was der Vergleich mit den historischen Schwestern im Leben der Autorinnen verändert hat.
    Das einzig Informative waren die einzelnen im Buch beschriebenen Nonnen, die im Anhang einzeln aufgeführt sind. Ich habe außerdem nirgendwo eine Rezension oder Meinung zu diesem Buch gefunden, wurde es überhaupt gelesen und beurteilt? Witz und Tiefgang war m. M. nach nicht vorhanden. Antworten auf moderne Fragen von Frauen die vor 400 Jahren lebten auch nicht.
    Für mich war es ein Fehlgriff, und ich kann mir nicht vorstellen, wer einen Nutzen aus der Lektüre ziehen sollte. Es hat mich nicht erreicht. Schade.
    Die Botschaft habe ich wohl nicht verstanden. Deshalb 1 Stern

  • Ihr habt es gut, ihr habt ja mich von Renate Bergmann

    Ihr habt es gut, ihr habt ja mich. Humoristischer Roman von Renate Bergmann alias Torsten Rhode, 254 Seiten, ein Ullstein-Taschenbuch.
    Die Online-Omi lässt sich wählen.
    Im 21. Buch erzählt Renate Bergmann von ihrer Kandidatur zur Gemeinderätin. Stefans Schwiegermutter hat sich beide Arme gebrochen, deshalb muss Ariane im Sanitärgeschäft und auch im Haushalt ihres Vaters einspringen, tatkräftig wie die Leser die Online-Omi kennen, kümmert sie sich um ihren Neffen Stefan und die beiden Mädchen. Dazu zieht sie ins Brandenburgische, sie entdeckt, dass es auf dem Lande, nicht nur Friede Freude Eierkuchen gibt. Ein Dorn im Auge ist ihr besonders Bürgermeister Brummer, nach dessen Pfeife in Spreeweide schon jahrelang getanzt wird. Renate merkt, dass es für den Ort und die Bewohner Einiges zu verbessern gibt, das will sie als Gemeinderätin anpacken und stellt sich zur Wahl.
    Das Buch teilt sich in übersichtliche Kapitel in idealer Leselänge, die mit einem, den Inhalt zusammenfassenden Titel versehen sind. Die Story ist flüssig, voller Humor und ist im Ich-Stil aus der Sicht der Protagonistin geschrieben. Besonders gut gefallen haben mir wie in jedem Band, die Wortneuschöpfungen von Renate. Mit Fäßbock, Finstergramm und Wickipeter kennt sie sich aus. Auf ihrem Läptop ein Abdät machen kein Problem, den Renate ist „muttitaskingfähig“. Da ich alle Renate Bücher kenne, benutze ich gerne mal aus Spaß die Wortneuschöpfungen der Protagonistin. Immer wieder musste ich schmunzeln oder habe laut gelacht. Die Situationskomik war manchmal nicht zu überbieten. Renate ist wirklich eine Nummer. Die gutgemeinten Ratschläge aus ihrem Erfahrungsschatz, sind manchmal sogar hilfreich.
    Ich wohne auch auf dem Land und auch in unserer Gemeinde gibt es politische Seilschaften, Vetternwirtschaft und langjährige Bürgermeister, die nicht angezweifelt werden. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert und viele Parallelen ziehen können. Aber Renate lässt sich nicht unterkriegen, macht seriösen Wahlkampf und verbessert, die Situation der Dorfgemeinschaft mit guten Ideen und tatkräftigen Aktionen, schon im Vorfeld. In diesem Band ist auch Spannung vorhanden, denn ob es Renate geschafft hat, das erfährt der Leser erst ganz am Ende.
    Die Charaktere sind hauptsächlich stark überzeichnet. Das macht sie aber hier charmant, keiner mag auf Ilse und Kurt mit dem Koyota oder auf Gertrud und Gunter mit Norbert verzichten. Tatkräftig unterstützen sie die Kandidatin, und Renate lächelt bald von den Plakaten, im schicken Blazer aber ohne Raute, denn Renate weiß, wie der Hase läuft.
    Es war wieder ganz toll mit der resoluten Oma und ich hoffe, dass es bald wieder etwas Neues von Renate zu lesen gibt. Ein rundherum gelungener neuer Band, ich werde nicht müde immer weiter zu lesen. Das Schöne daran ist, die Bücher müssen nicht in Reihenfolge gelesen werden.
    Eine Leseempfehlung an alle die gerne beim Lesen schmunzeln, oder sogar lachen. Ich vergebe 5 Sterne.

  • Hase und ich von Chloe Dalton

    Hase und ich, Sachbuch von Chloe Dalton, EBook von Klett-Cotta.
    Eine berührende, wahre Geschichte.
    Eine Politikberaterin findet während der Coronaepidemie bei einem Spaziergang eine Handvoll Leben, ein neugeborenes Hasenbaby und zieht es mit der Flasche auf. Sie füttert es mit Milchersatz für Katzenbabys, baut ihm ein Nest und liest sich in die entsprechende „Hasenliteratur“ ein. In ihrem Buch beschreibt sie das Heranwachsen, des Hasen der sich als Häsin entpuppt. Selbst als Hase eines Tages die Trockenmauer überspringt, kommt sie immer wieder zu ihr zurück. Sie beschreibt wie Hase sozusagen als Vertrauensbeweis, in ihrem Wohnzimmer Junge zur Welt bringt. So verändert Hase ihr Leben und ihre Sicht auf die Natur.
    Das Buch besteht aus zwei Teilen, die sich in 15 Kapitel gliedern. Am Ende des Buches ist eine Skizze als Karte eingefügt, durch die der Leser sich das Setting sehr gut vorstellen kann. Ganz besonders schön fand ich die Zeichnungen von Hasen, die das Buch zum Kapitelanfang schmücken. Mit dabei vor jedem Kapitel Zitate aus verschiedenen Büchern über das Leben von Feldhasen. Jedes Kapitel trägt einen zum Inhalt passenden Titel. Die latinischen Namen, der verschiedenen Hasen-Arten sind kursiv hervorgehoben.
    Mich hat das Buch fasziniert, meinen Blick auf die Natur geradezu verändert. Über das Leben und die Art des Feldhasen habe ich sehr viel gelernt. Die liebevolle Art, wie das Buch geschrieben ist hat mich ganz tief berührt. Besonders bemerkenswert, der Umgang der Autorin mit diesen Wildtieren, stets respektvoll und vorsichtig um sie ja nicht zu erschrecken oder zu stören. Die verhältnismäßige Zutraulichkeit hat mich überwältigt. Und doch ist Hase stets ein Wildtier geblieben. Nebenbei hat sich das Leben der Autorin komplett verändert, dies Veränderung ist im Buch eindrucksvoll beschrieben. Immer wieder interessant und hochspannend wenn es schwierige Situationen zu bewältigen galt.
    Die Tierbeobachtungen, auch von anderen Wildtieren und die Einarbeitung in die Flora des zugrundeliegenden Landstrichs genauso, wie die Ansichten über das Verhalten des Menschen gegenüber der Natur, haben mir die Verfasserin sehr sympathisch gemacht. Ich mag dieses Buch und werde es gerne weiterempfehlen, sowie auch verschenken. Das Buch ist nicht nur in Großbritannien ein Bestseller sondern mittlerweile auch in Deutschland.
    Nicht nur für Tierliebhaber zu empfehlen. „Hase und ich“ sollte jeder gelesen haben.
    Von mir volle Punktpunktzahl, 5 Sterne

  • Stromlinien von Rebekka Frank


    Stromlinien, Roman von Rebekka Frank, Fischer Verlag, 512 Seiten.
    Ein Familiendrama die sich über drei Generationen zieht, sehr sensibel erzählt.
    Enna und Jale sind Zwillinge, sie sind sich selbst genug. Sie leben in den Elbmarschen, wo sie die Tiere und die Natur beobachten, mit ihrem Boot Sturmhöhe sind sie gemeinsam unterwegs und sich selbst genug. Die Zwillinge leben bei ihrer Oma, denn ihre Mutter Alea ist im Gefängnis, sehr lange, doch bald soll sie entlassen werden. Voller Vorfreude zählen sie die tage bis dahin, doch als endlich der große Tag gekommen ist, ist Jale verschwunden, dabei wollten die beiden ihre Mutter gemeinsam abholen. Als Enna alleine vor dem Gefängnis wartet, erfährt sie, dass auch die Mutter schon früher freikam und seither verschwunden ist.
    Das Buch teilt sich in 57 Kapitel, die jeweils mit Datum versehen sind. Das ist hilfreich, denn dass Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen, in unterschiedlichen Perspektiven. Einzig die Kapitel, aus der Sicht der Protagonistin Enna, erscheinen in der Ich-Form. Am meisten beindruckt hat mich der bildhafte Erzählstil. Ich hatte als Leser das Gefühl, zusammen mit den Figuren auf dem Boot unterwegs zu sein. Die Landschaft und die Tierwelt sind überaus stark beschrieben. Der Roman entwickelte einen Sog, der mich immer tiefer in die Geschichte gezogen hat.
    Durch die diversen Zeitebenen und die verschiedenen Ansichten hatte ich anfangs, etwas Probleme ins Buch und in Lesefluss zu kommen. Doch das hat sich schnell gelegt, als die Geschichte fortschreitet. Die Spannung ist hoch und zieht sich durchs gesamte Buch. Die vollständige Aufklärung, der Zusammenhänge geschieht erst am Ende. Die Ereignisse, die das Erleben von drei Generation umfassen, sind so gewaltig, ich war beeindruckt. Dabei haben sich tiefgreifende Verwicklungen ergeben, die mich bestens unterhalten haben. Des Öfteren habe ich die Luft angehalten und weitergelesen, ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin hat einige wahre Begebenheiten sehr geschickt in die Geschichte integriert.
    Die Figuren waren überwiegend gut charakterisiert. Vor allem Enna. Meine Lieblingsfiguren waren jedoch Lucas, der Enna unterstützt und Greetje, selbstlos und aufopfernd.
    Wer Familiengeschichten mag, die mit vielen Wendungen immer spannender werden, die sich über mehrere Generationen, mit etlichen Schicksalsschlägen präsentieren, der ist hier genau richtig. Mir hat das Buch gut gefallen, eine Empfehlung und 5 Sterne.

  • Der Pinguin, der fliegen lernte von Eckart von Hirschhausen

    Der Pinguin der fliegen lernte, Dr. med. Eckart von Hirschhausen, 168 Seiten, dtv-Verlag
    Eine Geschichte über das Leben, die Liebe und das Glück-
    v. Hirschhausen beobachtet eines Tages einen Pinguin, zuerst bemitleidet er das Tier als ob es sich um eine Fehlkonstruktion handelt. Er kann nicht fliegen, hat einen dicken Bauch, Watschelfüße, ja noch nicht einmal Knie, unbeholfen bewegt er sich auf dem Eis. Der Pinguin springt ins Wasser und plötzlich ist er in seinem Element, zuvor unbeholfen und nun durch seine Köperformen, bewegt er sich pfeilschnell im Wasser. Einmal in seinem Element zeigt der Pinguin was er kann.
    Aufgrund dieser Geschichte basiert dieser Ratgeber. Die Perspektive auf das Leben ändern, den Umgang mit den eigenen Unzulänglichkeiten meistern, dieses Buch ist voller hilfreicher Ideen dazu.
    Schon zu Beginn erhält der Leser eine Gebrauchsanweisung und Dosierungstipps, damit die Botschaft eindringen und wirken kann. Auch die Pinguingeschichte wird nochmal erzählt, ich muss gestehen ich kannte sie noch nicht, obwohl sie scheinbar weltweit bekannt ist. Auch mich hat sie zum Nachdenken animiert. Das restliche Buch teilt sich in acht Lektionen voller heilsamer Ideen und Ratschläge. Besonders bemerkenswert die achte Lektion „Was du für Pinguine tun kannst“. Hier appelliert Hirschhausen an die globale Zusammenarbeit der Menschheit und den Anteil, den jeder Einzelne als Teil der Gruppe (Hubble-Effekt) dazu tun kann um das Schmelzen der Pole zu verhindern und den Lebensraum der Pinguine nicht zu zerstören. Das Papier ist sehr kräftig und hochwertig, das Buch schwer und massiv, deshalb ist es auch möglich, das Buch als Nachschlagwerk zu benutzen, immer wieder einzelne Kapitel nachzuschlagen und zu verinnerlichen ohne, dass es alsbald zerfleddert erscheint. Am besten haben mir die wunderschönen Aufnahmen des renommierten deutschen Naturfotografen und Filmemachers Stefan Christmann gefallen, unglaublich beeindruckende ausdrucksstarke Fotografien, die mich extrem verzauberten. Die Fakten über Pinguine und ihre Lebensgewohnheiten waren hochinteressant.
    Die Ratschläge im Buch muss ich erst einmal sacken lassen, ich werde das Büchlein ganz sicher immer wieder hervorholen und einzelne Abschnitte durchlesen. Es sind eindringliche kurze Botschaften, die dem Leser helfen sollen, sein Element zu finden und sich darauf einzulassen sich darin zu bewegen. Dazwischen immer wieder Motivationssprüche, Zitate und Aphorismen, die man schon aus anderen Lebenshilfebüchern kennt, hier konnte ich zu keiner neuen Erkenntnis kommen. Insgesamt hat es mich gut unterhalten, Hirschhausen kann den Leser fesseln mit seinem heiteren flüssigen Schreibstil.
    Mir hat es gefallen, immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Ob ich in meinem Element bin, wie ich es finde oder hinein komme, konnte ich anhand des Buches nicht ausmachen. Geeignet ist es für Personen die eine Bestätigung zu diesem Schritt benötigen. Menschen die Pinguine mögen werden dank der schönen Aufnahmen und der lehrreichen Fakten, Freude am Buch haben Das letzte Kapitel hat mich jedoch wirklich berührt Als Geschenk finde ich das hübsche Buch auch hervorragend geeignet.
    Von mir 4 Sterne und eine Kauf- und Leseempfehlung.

  • Dunkle Asche von Jona Thomsen

    Dunkle Asche, Thriller von Jona Thomsen, Harper Collins Ebook
    Ein spannender, atmosphärischer Krimi an der rauen Ostsee
    Eine Sommernacht in einem Party-Ort an der Ostsee endet für die 18jährige Sanna Hansen tödlich. Nach ihrem bestandenen Abitur wollte sie zu einer Freundin nach Kanada auswandern. Sie wurde in ihrem Ferienhaus erstochen und das Haus anschließend in Brand gesetzt. In dieser Nacht feierten ihre Mitschüler und Freunde ausgelassen. Viele sind verdächtig, Hauptverdächtiger ihr damaliger Freund Manni, doch die Tat konnte ihm niemals nachgewiesen werden.
    30 Jahre später, gibt es neue Erkenntnisse – das Verbrechen gelangt in die Cold Case Abteilung der Kripo Kiel, dort ermitteln mit neuen Untersuchungsmethoden Gudrun Möller und Judith Engster, zwei neue Kolleginnen. Auch für die beiden wird es letztendlich eng.
    Das Buch besteht aus hochbrisanten Kapiteln in angenehmer Leselänge, J. Thomsen schreibt bildhaft und flüssig. Schon ab dem ersten Kapitel war ich ganz in der Geschichte angekommen. Von da ab steigert sich die Spannungskurve stetig und endet in einem finalen und nervenzerreißenden Showdown. Bis ganz zum Schluss war es megaspannend, die letzten 20 Seiten habe ich nur noch die Luft angehalten. Die Erzählung geschieht in zwei Zeitebenen, was damals geschah und das ohne die Spannung zu nehmen und die aktuelle Lage. Zum besseren Überblick sind die Kapitel aus der Vergangenheit mit Ort, Datum und Uhrzeit versehen und kursiv hervorgehoben. Dramatische und schlagfertige Dialoge beleben den Plot, sämtliche Figuren habe ich der Reihe nach für verdächtig gehalten. Ich habe den Krimi in kürzester Zeit gelesen und mich von dieser dramatischen Geschichte hervorragend unterhalten gefühlt.
    Der Plot ist authentisch und alle Punkte logisch und nachvollziehbar, die Figuren sind charaktertief und authentisch. Besonders die beiden Ermittlerinnen, sie sind tolle Ermittlerinnen, im Laufe des Buches werden sie immer sympathischer, ich hoffe dies wird ein Auftakt zu weiteren kalten Fällen sein, die die beiden auflösen. Alle Figuren sind gut angelegt, auch die Nebenfiguren, z.B. der Alt-Ermittler Rosen, dieser etwas schrullige Typ, den konnte ich mir auch sehr gut vorstellen. Gudruns Gefühle gegenüber ihrem Jugendfreund und auch der neuen Liebschaft, sind sehr gut geschildert. Die Umstände die Judith von Rostock nach Kiel verschlagen haben, blieben bis zum Ende im Dunkeln. Die Lösung des Falls blieb unklar bis zum Schluss, da war genug Raum für eigene Verdachtsmomente und gerne habe ich den beiden Kommissarinnen bei ihrer Arbeit über die Schulter gesehen. Der Fall hat sich begründet bis zum atemberaubenden Finale aufgelöst, es blieb keine Frage mehr offen, das Ende habe ich genossen, das konnte mich tatsächlich überraschen.
    Sehr gerne würde ich Gudrun und Judith bei weiteren Cold Cases begleiten, darauf freue ich mich, wer gut durchdachte und nachvollziehbare Krimis mit viel Spannung mag, ist hier richtig. Eine Kauf-/Leseempfehlung und 5 Sterne.

  • Die Schanze von Lars Menz

    Die Schanze, Thriller von Lars Menz, EBook, Ullstein eBooks
    Ein lang zurückliegendes Verbrechen von Schweigen umhüllt.
    Ellen Roth ist an ihren Heimatort zurückgekehrt, sie übernimmt dort eine Hausarztpraxis. Nach einem schrecklichen Verbrechen, dass bei der Abifeier an ihr geschehen ist, war sie 20 Jahre lang auf der Flucht. An der großen Skischanze wird schon an ihrem ersten Tag in der Heimat die erhängte Leiche eines ihrer Peiniger gefunden, es handelt sich um Mord. Jeder im Ort kennt scheinbar das grausige Geheimnis das Ellen schon so lange belastet. Und sie gerät schnell in den Kreis der Verdächtigen.

    Es handelt sich um 52 Kapitel, in kurzer knapper Sprache, Menz erzählt in auktorialem Erzählstil, mit dabei Kapitel aus Tätersicht, die ich ganz besonders spannend fand, die Kapitel aus Sicht der Protagonistin haben mich jedoch verwirrt, oft konnte ich nicht auseinanderhalten, was sich Ellen einbildet und was in der Realität geschah. Kurze Schlagfertige Dialoge halten das Geschehen allerdings lebendig. Ich fand das Buch schwierig zu lesen, es beginnt im Prolog aus Tätersicht spannend, doch dazwischen und je weiter zur Auflösung hin, nahm meine Verwirrung und Ratlosigkeit zu.
    Die Figuren waren allesamt mysteriös und zwielichtig, lange Zeit haben ich wirklich jeden der Tat verdächtig, manchen Geheimnisse sind bis zum Schluss ungeklärt geblieben, was z.B. ist mit Merabs Freundin geschehen? Die abgehackten Wenig-Wort-Sätze haben bei mir zusätzliche Verwirrung gestiftet. Sämtliche Figuren sind mir nicht vertraut geworden, Hausers Privatleben, Ellens selbstverletzendes Handeln, die Sprechstundenhilfe war komisch, Personen die nicht ausreichend erklärt wurden. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart war mir zu abrupt Und auch die Handlung, der Plot unausgegoren und nicht nachvollziehbar, wo in dieser Geschichte war eigentlich die örtliche Polizei? Hätte denn Ellen nicht ein einziges Mal verhört werden sollen? Wo waren die ermittelnden Behörden? Was geschah mit dem Wagen in Ellens Einfahrt, den hat doch sicher das halbe Dorf gesehen, dies alles ließ mich immer wieder den Kopf schütteln. . Doch hat es der Autor tatsächlich immer wieder geschafft Spannung aufkommen zu lassen. Keine einzige Figur war mir sympathisch.
    Die Ansätze und der Grundgedanke zum Buch sind wirklich gut, jedoch die Ausführung war absolut mangelhaft und nicht glaubhaft. So würde ein Verbrechen nie und nimmer abgewickelt werden, evtl. vielleicht in einer Bananenrepublik. Jeder im Dorf wusste scheinbar, was damals nach der Abifeier geschah, alle außer den Behörden? Eine Turnhalle die die ganze Nacht nicht abgesperrt und frei zugänglich ist?
    Leseempfehlung für Leser, die solche Ungereimtheiten nicht hinterfragen und schnelle, spannende und mysteriöse Unterhaltung wollen. Von mir 2,5 Sterne.

  • Frau Hempels Tochter. Roman von Alice Berend

    Frau Hempels Tochter, Milieu-Studie von Alice Berend, 197 Seiten, erschienen im Reclam Verlag.
    Alice Behrend beschreibt in ironischer Weise das Berliner Kleinbürgermilieu.
    Das Ehepaar Hempel, er Schuster und sie die Portiersfrau in einem Berliner Mietshaus haben eine einzige Tochter, Laura. Das hübsche zierliche Mädchen ist der Stolz der Eltern, sie soll es einmal besser haben als die Eltern, mit Fleiß und Sparsamkeit, tun sie alles dafür, um dem behüteten Mädchen dies zu ermöglichen und sie an den bestmöglichen Mann zu bringen. Eines Tages verguckt sich das Mädchen, am Fenster des Hauses gegenüber, in einen melancholisch wirkenden jungen Mann, einen verarmten Grafen. Gehen die Wünsche der Eltern und die Sehnsüchte des Paares in Erfüllung?
    Das Werk besteht aus 33 bildmalerisch und flüssig erzählten Kapiteln. Es war eine Freude den schillernden Beschreibungen der Autorin zu folgen, dementsprechend schnell habe ich das Buch gelesen. Die Erstausgabe erschien bereits 1913 und an der Ausdrucksweise und an den Wörtern wurde nicht viel geändert, deshalb gibt es am Ende eine Erklärung einiger Ausdrücke wie Paletot, Putzmacherin oder Kinematograph. Orthografie und Interpunktion wurde nach den neuen Regeln angepasst, der Wortlaut auch wenn er heute an manchen Stellen als diskriminierend gilt, blieb erhalten.
    Ich fand das Buch wirklich äußerst unterhaltsam, zwar keinesfalls spannend und doch wollte ich immer weiterlesen, denn die Schilderungen, waren so schön, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen mochte. Die Fülle der Details, z. B. die sommerlichen Aktivitäten im Schwimmbad, wie auf der Wunderwiese, zeigte pralles buntes Leben es war pure Lebensfreude in jedem Satz. Lustige und ironische Begebenheiten und Sätze haben mich immer wieder schmunzeln lassen, wie im wahren Leben sind auch traurige Situationen angemessen und einfühlsam geschildert.
    Obwohl es in einer Zeit spielt, in der Frauen angeblich kaum Rechte hatten, damals erst begannen an den Universitäten zu studieren, das Frauenwahlrecht noch nicht durchgesetzt war, handelt es sich hier um eine Beschreibung der Dominanz der Frauen. Das Ehepaar Hempel z.B. sich in echter Liebe zugetan, es hat Frau Hempel hier die Hosen an, sie verwaltet die Sparbücher, sie kauft mit dem ersparten Geld, die Badeanstalt. Auch Gräfin Prillberg ist eine sehr herrschsüchtige Frau. Frau Speck, Frau Kempke sind ebenfalls gute Beispiele, die Frau in ihrem sozialen Umfeld dominieren zu lassen.
    Die Fülle der Details, z. B. die sommerlichen Aktivitäten im Schwimmbad, wie auf der Wunderwiese, zeigen pralles buntes Leben es war eine Freude dies zu lesen. A. Berend hat farbig und prall das Milieu der kleinen Leute gezeichnet. Eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

  • »Wenn Ende gut, dann alles« von Volker Klüpfel

    Wenn Ende gut, dann alles – Das einsame Kind. Kriminalroman von Volker Klüpfel, 416 Seiten, erschienen bei Penguin Random House.
    Der erste Solo-Krimi von Volker Klüpfel.
    Der erfolglose Schriftsteller Tommi Mann wohnt im heruntergekommenen Wohnmobil seines Vaters, der sich ein schönes Leben in einer Seniorenresidenz macht. Mit übernommen hat er die resolute ukrainische Zugehfrau Svetlana, die sich um ihn kümmert. Bei strömendem Regen finden sie am Waldesrand ein kleines einsames Mädchen, das nicht spricht. Keiner weiß woher das Kind kommt, bzw. seinen Namen und zu wem es gehört. Im Krankenhaus und auch nach der anschließenden Heimunterbringung kümmern sich die beiden um das Mädchen. Auf der Suche nach der Mutter kommen sie auf die Spur eines schrecklichen Verbrechens, dabei geraten sie selbst in Gefahr.
    Das Buch teilt sich in 64 überschaubare Kapitel, geschrieben in flüssiger und salopper Sprache, ermöglicht flottes Lesen, der Text ist in angenehm großen Buchstaben geschrieben. Zusätzlich wird das Schriftbild durch unterschiedliche Schriftarten belebt. Buchtitel, Theaterstücke oder Eigennamen, Chatverläufe oder Computer-Texte. Außerdem enthalten die Seiten viele lustige Wortwechsel und schlagfertige Dialoge. Während Svetlana mit ihren ukrainischen Sprichwörtern, deren Wortlaut in verdrehtem Deutsch erscheinen, steht ihr der hoffnungsvolle zukünftige Literat mit komischen Ausdrücken in nichts nach, z.B. auf S. 382 … eine geriatrische Avantgarde-Performance von Romeo und Julia… an dieser Stelle musste ich herzhaft lachen. Dies ist m. M. die starke Seite des Buches, der Wortwitz, die urkomischen Situationen und die ungewollte Komik von Svetlana.
    Die Charaktere sind für mich nicht immer durchschaubar. Warum residiert Leo in der Senioren-Residenz und sein Sohn, lebt im abgewrackten Wohnmobil? Was die Taten der Leiterin des Asylantenheimes und ihres Mannes betrifft, konnte ich nur den Kopf schütteln. So manches in der Geschichte ist nicht nachvollziehbar und würde im richtigen Leben, so, einfach nicht funktionieren. Tommi prokrastiniert ständig beim Schreiben, und dabei zusehen zu müssen, hat mich wirklich genervt. Schwierig ist es auch dieses Buch einem eindeutigen Genre zuzuordnen. Komödie oder Kriminalroman, trifft es nicht ganz, Cosy-Crime auch nicht. Mit der Auflösung des Falls kann ich mich auch nicht abfinden, es war einfach zu viel am Ende und nicht glaubhaft. Der Spannungsbogen steigt langsam an und ist auch nie sehr hoch.
    Ob ich noch eine Folge dieser Reihe lesen werde, weiß ich noch nicht. Wenn, dann sicher nur um Svetlana mit ihrem Wortwitz, ihren Lebensweisheiten und ihrer Lebenstüchtigkeit, noch eine Chance zu geben. Ihre Figur ist ganz prima gelungen, sie hat mich erfreut, meine Lieblingsfigur in der Geschichte. Von mir, mal ganz vorsichtig 3 Sterne.

  • Das Vermächtnis der Apfelblüte, Roman von Livia Rose, EBook, ‎ between pages by Piper
    Romantischer Liebesroman mit Familiengeheimnis
    Eliza ist Historikerin, völlig überarbeitet ist sie dem Burnout nahe. Auf Anraten ihrer Großtante Mildred kehrt sie in ihre Heimat Appleton Valley in Virginia zurück um sich zu erholen. Hier trifft sie auf ihre Jugendliebe Harrold. Tante Mildred kann sie zu einem Spiel überreden, sie soll die verlorenen Anhänger des Bettelarmbands ihrer Vorfahrin Josephine finden und damit das Leben ihrer Ahnin rekonstruieren, vielleicht sogar für immer bleiben. Gemeinsam mit Harrold löst sie das Geheimnis ihrer Vorfahren, das die beiden eng miteinander verbindet.
    Das Buch besteht aus 28 Kapitel in angenehmer Leselänge. Die Kapitel sind im auktorialen Stil verfasst, aus der Sicht Elizas abwechselnd mit denen aus der Sicht Harrolds. Dazwischen in einer zweiten Zeitebene, die Rückblicke in die Zeit Josephines. Da die Kapitel an besonders spannenden Stellen wechseln, hat das, das Lesetempo bei mir enorm gesteigert. Ich konnte das Buch ab der Hälfte nicht mehr aus der Hand legen. Das Geschehen im Roman und die Handlungen und Gedanken der Figuren wird somit von allen Seiten beleuchtet. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft. Schlagfertige, lustige Dialoge beleben den Plot. Witzige Gedanken erscheinen kursiv und haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt.
    Die Charaktere handeln zwar nicht immer nachvollziehbar, besonders das Liebespaar in der Gegenwart stellt sich mitunter tölpelhaft an, dafür hat mich der Vergangenheitsstrang super gefallen und neugierig auf mehr gemacht. Josephine war meine Lieblingsfigur, eine starke und überzeugende Frau die ihr Leben in die Hand nimmt und besonnen agiert. Auch Nathaniel war ein sehr sympathischer Charakter. Gut gefallen haben mir die beiden Tanten Mildred und Agathe, zwei besonders listige, liebenswerte ältere Damen, die von Harrold gerne als Hexen bezeichnet werden, sie haben das Spiel perfekt geplant.
    Die Geschichte, ganz besonders der Plot der Geschichte vor 100 Jahren ist glaubhaft und gut ausgeführt, die Kapitel greifen angenehm ineinander und vermitteln Informationen die zum Rätsel des Bettelarmbands passen. Klug gemacht und fesselnd geschrieben. Eine kurzweilige Lektüre bis zur letzten Seite, der Epilog war zudem erheiternd. Eine Empfehlung für Leser die neben einer leichten und heiteren Liebesgeschichte noch ansprechende Unterhaltung suchen. Gut gemacht. Deshalb 5 Sterne.