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Raffiniert und bissig schreibt die Bestsellerautorin Doris Knecht über das Leben als Frau, über Freundschaft und über Sinn und Unsinn der romantischen Liebe.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlt sie sich wieder frei: Die Kinder sind ausgezogen, in ihrem Dasein zwischen Großstadt und Landleben breitet sich Ruhe aus. Doch dann wird ihre Wohnung von ihrer Schwester besetzt, es droht ihr ein Zahn auszufallen und sie wird mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert. Während sich das eher marginale gesundheitliche Dilemma zu einer kleinen existenziellen Krise auswächst, trifft sie im Supermarkt einen Mann von früher wieder: Friedrich. Eine Begegnung, die sie vor eine Frage stellt, mit der sie sich eigentlich nicht mehr beschäftigen wollte: Ist sie bereit für eine weitere Liebesbeziehung? Oder besser gesagt: Ist sie bereit, ihr gutes Leben zu teilen, ihre innere Zufriedenheit zu riskieren, schon wieder? Ein moderner Roman über das Leben als Frau, der das ewige Primat der romantischen Liebe infrage stellt – unverbittert, witzig, lebensklug
Maxie ist Buchhändlerin in unserer Tyrolia-Filiale in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck. Ihre Spezialität sind Kochbücher - aber in ihrer Freizeit verschlingt sie alle möglichen Bücher, von Romanen bis zu den spannendsten Thrillern.
Ich habe die großartige Doris Knecht tatsächlich erst mit ihrem Roman „Die Nachricht“ für mich entdeckt.
Ruth ist seit drei Jahren Witwe und trauert manchmal immer noch um Ludwig bzw. um das gemeinsame Leben mit ihm. Trotzdem ist ein neuer Mann in ihrem Leben aufgetaucht, den sie sehr mag, vielleicht ist sie sogar ein bisschen verliebt. Ihr neues Glück wird jedoch getrübt, als anonyme Nachrichten auf ihrem Handy eintrudeln, erst nur vereinzelt, dann immer häufiger, immer bedrohlicher und immer privater, nach einer Weile auch bei Familienangehörigen und Freunden. Natürlich sind es in erster Linie diese primitiven, teils auch obszönen Nachrichten, die Ruth zutiefst verstören, aber fast genauso schlimm sind auch manche Reaktionen ihrer Freunde und Kollegen. „Hättest du besser aufgepasst. Hättest du dich geschützt. Würdest du anders leben, dann hättest du diesen Dreck nicht in deiner Mailbox. Würdest du nicht so auffallen, würdest du nicht belästigt.“ Nach und nach gerät Ruths Leben aus den Fugen, aber auch die Erinnerung an die Vergangenheit mit Ludwig bekommt unschöne Risse. Bis zu seinem Tod hat Ruth geglaubt, sie sei die einzige, die manchmal einen Notausgang aus dieser Ehe gesucht hätte, vor allem in den letzten Jahren, als zwischen ihnen so eine Ruhe eingekehrt war, eine Wortlosigkeit, die sich mit Gesprächen über die Kinder aber leicht vertreiben ließ.
Die Geschichte einer starken Frau, die manch Mann gerne schwächer gehabt hätte, kaputter, abhängiger, bedürftiger, verdient auf jeden Fall 5 Sterne. Klare Leseempfehlung von mir!
Maxie ist Buchhändlerin in unserer Tyrolia-Filiale in der Maria-Theresien-Straße in Innsbruck. Ihre Spezialität sind Kochbücher - aber in ihrer Freizeit verschlingt sie alle möglichen Bücher, von Romanen bis zu den spannendsten Thrillern.
Der großartige Roman von Doris Knecht jetzt endlich im Taschenbuch!
„Ich habe beschlossen, über mein Leben zu schreiben, mein Aufwachsen und mein Fortgehen, und schon ist es ein Krampf.“
Bei den Familienmitgliedern stößt diese Idee auf wenig Gegenliebe. Die Mutter der namenlosen Ich-Erzählerin bekommt sofort ihre Sorgenaugen und weiß, dass die Tochter sich mitunter falsch erinnert, dass sie Dinge krasser in Erinnerung hat, als sie in Wirklichkeit waren. Auch die Tochter Luzi will in diesen Texten nicht vorkommen, das sagt sie schon seit Jahren und immer wird ihr Wunsch ignoriert.
„Gut, okay, dann hat die Hauptfigur halt ein anderes Kind.“
„Eins, das ganz zufällig genauso ist wie ich“, sagt Luzi. Sie wirkt verärgert.
„Nein, ich mache ihr einen Sohn“, sage ich, „einen, der ganz anders ist als du.“
„Gefällt mir nicht“, sagt Luzi.
„Naja, sorry“, sage ich, „aber dich gibt es gar nicht mehr.“
Sätze und Dialoge wie diese sind es, die diesen Roman so großartig und so amüsant machen!
In vielen, kurzen Kapiteln lässt die Erzählerin ihr Leben Revue passieren.
Es ist die Geschichte einer Überempfindlichen, von einer, die immer mehr spürt als andere, den Blick voller Misstrauen, aufgewachsen mit vier jüngeren Schwestern (2x Zwillinge!), gegen die sie ihrer Meinung und Erinnerung nach nie angekommen ist, denen gegenüber sie immer benachteiligt war, was natürlich alle, die Eltern und die Schwestern, vehement bestreiten.
Diese Diskussion kennen wir alle, die wir jüngere Geschwister haben, doch vermutlich auch!
Ob tatsächlich ein Stückchen von Doris Knecht in der Geschichte steckt, sei dahingestellt, ich selbst konnte mich in dieser Frau Anfang/Mitte fünfzig des Öfteren wiederfinden.
Der Dialog zwischen Mutter und Tochter am Telefon ließen meine Mutter und mich, als ich ihn ihr vorgelesen habe, in wahre Lachkrämpfe ausbrechen. Doris Knecht versteht es wirklich meisterhaft, alltägliche und vertraute Situationen zu Papier zu bringen. Nachzulesen auf Seite 53 – 55, was Sie beim nächsten Besuch in der Tyrolia unbedingt tun sollten.
Wenn dann diese Szene für Sie nicht ausschlaggebend ist, das Buch sofort zu kaufen, dann weiß ich auch nicht weiter…