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Was für ein witziges Buch! Ein Sachbuch über die ganze Welt des Glibbers, im Wasser, auf der Wiese, im Wald oder rund um und am Menschen. Auf insgesamt 47 informativen, prall gefüllten Seiten hat es die Autorin Melanie Laibl geschafft, ein Buch für große und kleine Leser zu schaffen, das vor „Wäh“ und „Igitt“ nur so trieft. Damit ist der Spaß vorprogrammiert. Gleichzeitig erfährt man unglaublich viel Wissenswertes zum Thema Rotzen, Schniefen, Schlapperspuren und co. Neben der Vermittlung von grundlegendem Wissen (Was bezeichnet man überhaupt als Schleim, wie sieht er aus, welche Funktionen hat er und wie wirkt er?), gibt es ein spezielles Kapitel über einen Ort, an welchem der Schleim gang und gäbe ist: Das Wasser. Dabei geht die Autorin der Frage nach, wo und in welcher Form Schleim im feuchten Nass auftritt, welche Lebewesen ihn besonders dringend benötigen oder aber welcher bekannte Künstler eine Göttin dem Meeressch(leim)aum entsteigen lässt. Ähnlich bunt und vielfältig gestaltet sich der Abschnitt rund um das Thema „Schnodder auf der Wiese“. Vom Gatsch auf der Feuchtwiese bis hin zu den Schleimdrüsen der Schnecken erfährt man viel Wissenswertes mit Ekelgarantie. Besonders spannend fand mein Sohn auch den Bereich „Sabber in der Welt des Menschen“. Dass sich Schleim in Medikamenten oder in der Werkzeugkiste befindet, hatten wir bisher nicht bedacht. Schließlich kommen auch die zähen Körperflüssigkeiten der Menschen, namentlich Rotz oder Spucke, nicht zu kurz und sorgten für einige Lacher.
Abschließend sorgt auch das sehr kreative Kapitel „Weiterschleimen. Schleimspur in die Zukunft“ für Aha-Momente, etwa bei der möglichen Verwendung von Schleim beim Recycling von Kunststoffen. Ein „Glitschregister“ sorgt dafür, dass alles übersichtlich nachgeschlagen und schnell wieder gefunden werden kann.
Last but not least hat die Illustratorin Raffaela Schöbitz das dicht beschriebene Bilderbuch mit ihren ebenso detaillierten und lustigen Bildern aufgelockert.
Fazit: Ein wissenswertes Sachbuch zu einem bisher kaum beachteten Thema. Auch gut im Sachunterricht in der Grundschule verwendbar. Hat uns gut gefallen.
Alle Jahre wieder gibt es eine neue, interessante Ausgabe des Alpenvereinsjahrbuches, dieses Jahr die 150.! 1865 beschäftigte sich der Band inhaltlich noch mit der kleinen Eiszeit, die zu Ende ging. Heute stehen im BergFokus der Wandel von Mensch und Natur in den Alpen im Zentrum und damit natürlich auch Themen wie der „Turbotourismus“, der Klimawandel, die Gletscherschmelze und die damit einhergehenden neuen Gefahren für den Bergsteiger.
In den BergWelten dreht sich dieses Jahr alles um den Großvenediger. Auch hier hinterlassen der Klimawandel und der Rückzug der Gletscher ihre Spuren: Viele klassische Touren verschwinden, das Spaltenrisiko oder die Gefahr von Steinschlägen steigt. In einem Interview geben die beiden Bergführer Karl Wieser und Sigi Hatzer Einblicke in das Thema Bergführen, das im Wandel begriffen ist, sie sprechen über Lieblingstouren, die Besonderheiten des Virgentals, aber auch über die Schwierigkeiten des Hochtourengehens. Sehr interessant ist auch der Artikel zu der „Krimmler Judenflucht“ 1947 über den Krimmler Tauern nach Südtirol und von dort nach Genua oder Bari mit dem Ziel, nach Palästina auszuwandern.
Die BergMenschen beschäftigen sich dieses Jahr mit spannenden Lebensgeschichten, wie etwa jener des 24 Jahre als Obmann des Alpenvereins Lienz fungierenden “Urgesteins“ Walter Mair.
Die Rubrik „BergSteigen“ berichtet in spannenden Reportagen über die rasante Zunahme der E-Bikes am Berg, der Bergrettung als Taxi, die in Form des Helikopters manchmal bereits in die Tour miteingeplant zu sein scheint oder über den Versuch, den alljährlichen Besucheransturm an Skitourengehern zu lenken (alpines Gelände, Freiraum oder Schutzgebiet?).
Im Kapitel BergWissen dreht sich vieles um aktuelle Themen wie dem Overtourismus, dem Klimaschutz, ÖAV-Klimastrategien oder der Frage, ob sich aus der Gattung Gams eine völlig neue Art entwickeln könnte. Auch der preisgekrönte Astrofotograf Norbert Span und seine bildgewaltigen Abbildungen des Sternenhimmels über Tirol finden in diesem Abschnitt Erwähnung.
Last but not least blickt die Rubrik BergKultur zurück auf 25 Jahre Alpenvereinsjahrbuch, aber auch auf die Schwierigkeiten, ein analoges Jahrbuch in einer dem digitalen Wandel unterliegenden Zeit zu verfassen. Auch dem Thema Wolf und seinem wachsenden Vorkommen im alpinen Raum wird ein eigener Abschnitt gewidmet. Schließlich liefert uns die KI zum Abschluss zwei spannende Geschichten zum Schmunzeln darüber, was mit Irvine wirklich geschah und ob Ruth Mallory ihrem George verziehen hätte.
Fazit: Ein abwechslungsreiches, informatives Jahrbuch, das für Kontinuität und Originalität steht und in seinen Beiträgen auch vor Tiefgang und kontroversen Themen nicht zurückscheut.
Mein jüngster Sohn liebt dieses Buch! Über 135 Illustrationen lassen uns die Berge unter dem funkelnden Nachthimmel in Tirol erleben – festgehalten vom preisgekrönten Astrofotograf, Meteorologen, Glaziologen und Astronom Norbert Span, der seit über 40 Jahren ihre Schönheit erforscht und fotografiert. Die Bilder allein sind imposant und lassen uns als Leser staunend und sprachlos zurück. Als Laien sehen wir einen Sternenhimmel, der Profi sieht ganze Sternbilder, Planeten und Kometen in der Dunkelheit und hält Begegnungen der besonderen Art mit seiner Linse fest, die mit bloßem Auge oft verborgen bleiben: Etwa, wie die Venus an der Sonne vorbeizieht, den Saturn mit seinen majestätischen Ringen, kosmische Bewegungen, wie etwa den Komet Neowise mit Gas- und Staubschweif oder aber das schwer sichtbare Airglow oder Nachthimmelsleuchten über den Bergen Tirols.
Die kurzen Begleittexte unter den Illustrationen geben Auskunft über die Entstehung des Fotos, Ort und Zeitpunkt. Fotografen werden sich aber auch über die genauen Angaben zur Belichtungszeit, Blende und den ISO-Wert freuen. In längeren Textpassagen geht Norbert Span aber auch auf die Planung solcher Nachttouren ein, insbesondere, was die Schwierigkeit betrifft, sowohl ausreichende alpine Schutzausrüstung als auch fotografisches Equipment auf den Berg mitzunehmen. Was ist unverzichtbar, wo darf gespart werden? Welche Objektive sollen verwendet, wie viele Speicherkarten mitgenommen werden? Auch Angaben zur richtigen Kameraeinstellung dürfen nicht fehlen. Auf all diese Fragen gibt der Autor schnell und kompetent Antworten und ermöglicht so dem interessierten Leser gleichzeitig einen ersten Einstieg in das Astrofotografieren.
Schließlich findet sich im Buch viel Wissenswertes zu Sternbildern und Tierkreiszeichen, einzelnen Planeten, Kometen, Sternen und Farben am Tiroler Nachthimmel. Damit stellt es auch ein gutes Nachschlagewerk für all jene dar, welche den „Lichtern am Firmament“ einen Namen geben möchten.
Fazit: Ein spannendes Buch, das nicht nur aufgrund seiner traumhaften Abbildungen, sondern auch aufgrund des vermittelten fundierten Wissens überzeugt.
Die Autorin Petra Hillebrand war viele Jahre lang in der Trauerbegleitung und Hospizarbeit tätig
und schöpft in diesem Büchlein aus diesem reichen Erfahrungsschatz, einfühlsam, weise und authentisch.
Zum Inhalt: Dieses Buch ist Nachdenkraum, Trauerbegleitung, Nachdenkraum, Seelennahrung und Trostspender in einem. Es gibt keine Regeln, wie es gelesen werden sollte, im Gegenteil: Der Leser kann querlesen, einzelne Seiten überspringen und sich so in seinem ganz eigenen Tempo jenen Textpassagen widmen, die ihn gerade ansprechen.
Neben wunderschönen Gedichten finden sich im Buch auch Texte mit kleinen Impulsen für den Alltag, etwa Anleitungen zum Erstellen von Trauerbriefen oder Anregungen, sich mit guten Düften zu umgeben. Schön ist auch die Aufforderung, Spaziergänge zu allen vier Jahreszeiten zu unternehmen und sich dabei ganz bewusst dem Hier und Jetzt zuzuwenden, die Sinne zu schärfen, aufmerksam zu sein für die Geschenke der Natur im Jahreszeitenwechsel. All diese kleinen Stärkungen dienen der Selbstfürsorge und helfen, in dieser schweren Zeit der Trauer zur Ruhe zu kommen, sich zu stärken und Trost zu erfahren. Schließlich findet sich im Buch auch immer wieder Platz für eigene Gedanken und Erinnerungen an die/den Verstorbene/n. Dabei laden die vorformulierten Fragen dazu ein, sich mit dem Verlust auseinanderzusetzen, zu trauern und letztendlich auch loszulassen.
Untermalt wird dieses Büchlein durch zarte, unglaublich schöne Illustrationen der Künstlerin Johanna Heumader-Schweigl. Diese Bilder zu betrachten, gibt Hoffnung, bestärkt und tröstet, wenn ich als Leserin auch nicht genau sagen kann, warum.
Fazit: Ein schönes Buch, das wahrlich umarmt, nährt und wärmt und Momente des Lichtes in düsteren Zeiten spendet.
Wer kennt es nicht – Familie, Job und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ist oft ziemlich schwierig und auch stressig. Zumal sich täglich – zumindest bei mir – die Frage stellt, was ich der Familie Schmackhaftes auf den Tisch stellen soll. Gesund soll es sein, hochwertig, regional, saisonal und natürlich schnell und einfach gehen…Die Ansprüche sind oft hoch, die Umsetzung manchmal eher „suboptimal“.
Dieses vorliegende Kochbuch arbeitet nun aber mit vielen einfachen Zutaten, die sich ohnehin bereits im Vorratsschrank befinden: Reis, Nudeln, Kartoffeln, Polenta und co. Aufbauend auf diese Grundzutaten beschreibt die Autorin Eva Kamper-Grachegg nach dem Motto „Nimm´s leicht, mach´s einfach“ Rezepte für alle Tage, leicht verständlich und vor allem leicht nachkochbar. Neben Salaten, Nudeln, Mürbeteig und Strudelteig dürfen dabei u.a. auch Reis, Knödel, Spätzle und Griess nicht fehlen. Das sind die Basics, darauf aufbauend finden sich Tipps für kreative Variationen, unterteilt in die vier Jahreszeiten und deren spezielle saisonale Besonderheiten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Neben der genauen Beschreibung der Zutaten findet sich immer eine detaillierte Anleitung, Infos zur Gesamtdauer, der Zubereitungszeit, Portion und Schwierigkeitsgrad. Der Fokus liegt auf hochwertigen Zutaten, Einfachheit und pragmatischer Zubereitung. Untermalt werden die Rezepte von wunderbaren Aufnahmen, die allein schon dazu motivieren, zum Kochlöffel zu greifen und nachzukochen.
Fazit: Eines meiner neuen Lieblingskochbücher für den oft schnellen Alltag. Für alle, die gut, unkompliziert und dennoch gehaltvoll kochen möchten.
Wer in Tirol lebt, kommt um sie nicht herum: Knödel. Ob deftig mit würzigem Käse oder Speck, ob süß mit Topfen oder Früchten, oder gefüllt mit allem, was uns die Natur an Gesundem zu bieten hat, Spinat, Brennnessel, Bärlauch oder Eierschwammerl.
In diesem Buch findet man sie alle vereint: 50 Knödellieblingsrezepte, aufgeschrieben von Bäuerinnen aus allen Teilen Tirols und mit persönlichen Tipps „verfeinert“. Bereits die Illustrationen zu den abgebildeten Kochanleitungen lassen dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen, die Motivation, diese Köstlichkeiten nachzukochen, ist hoch.
Neben den oft ursprünglich-deftigen Klassikern wie Kaspressknödel, Speckknödel oder Leberknödel, werden in diesem Kochbuch aber auch viele gesunde, leichtere oder aber exotischere Knödelvarianten, wie etwa Kürbiskernknödel, Blutknödel oder Pfirsichknödel, vorgestellt. Von Kartoffeln über Polenta, Brot, Topfen oder Mehl, können bei den beschriebenen Rezepten nahezu alle Lebensmittel verarbeitet werden. Die runden Köstlichkeiten sind an Vielfalt kaum zu überbieten, der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Damit eignen sich die vorgestellten Knödel auch wunderbar zur Resteverwertung. Doch die Bäuerinnen betonen: Alle Gerichte sollten ausschließlich aus frischen, hochwertigen und regionalen Zutaten hergestellt werden, nur ein gutes Ausgangsprodukt garantiert auch ein schmackhaftes Ergebnis.
Die Rezepte selbst sind unterteilt in Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen sowie Beilagen und gelingen aufgrund einer sehr einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung auch zu Hause problemlos.
Fazit: Ich liebe dieses Buch und entdecke immer wieder Neues zum Nachkochen für die ganze Familie.
„dies ist ein Buch
ist ein Flug
ist
ein Tanz
mit dem Leben“
Mit diesen poetischen Zeilen wird die vorliegende Sammlung von insgesamt 143 Gedichten zum Träumen, Staunen und Philosophieren eingeleitet. Darin regen Autoren wie etwa Heinz Janisch, Nils Mohl oder Elisabeth Steinkellner dazu an, sich in insgesamt neun Bereichen mit Themen wie „Wo sich das Glück aufhält“ oder „Aus welchen Fäden sich Träume spinnen“ auf spielerische Art und Weise mit dem eigenen Leben, der Welt und seinen Träumen auseinander zu setzen. Dabei sind manche Gedichte länger, andere wiederum beinhalten nur wenige Worte und bringen doch sehr knapp und prägnant Wesentliches auf den Punkt. Manche Texte sind gereimt, andere spielen mit der Sprache, verwenden ganz wunderbar-amüsante Metaphern zum Lachen und Schmunzeln oder stehen sprichwörtlich auf dem Kopf. Andere Gedichte hingegen sind sehr tiefgründig, melancholisch oder traurig, wie etwa „Niemand wohnt bei mir im Haus“.
Insgesamt entsteht dadurch ein Schatz der Weisheiten, ein Sammelsurium an Texten. Für jeden ist etwas dabei. Gemein ist ihnen, dass sie dazu anregen, sich Auseinanderzusetzen, Weiterzudenken, Raum lassen für hohe und weite (Gedanken-)Flüge.
Untermalt werden die sprachlichen Kostbarkeiten durch Bilder der Wiener Künstlerin Sonja Stangl. Kleine, zarte Illustrationen, die – trotz oder gerade auch wegen ihrer Reduktion auf nur wenige Farben – Raum schaffen für Interpretation und Tiefe.
Fazit: Ein Buch zum Philosophieren und Sich-darin-Verlieren. Geeignet für private Träumer oder aber auch für den Schulunterricht und den Austausch in der Gruppe.
Der Autor dieser Impulskarten, Elmar Simma, war jahrelang Caritas-Seelsorger, in der Hospiz-Bewegung aktiv und als Priester in all der Zeit immer sehr nahe an den Themen der Menschen.
Dies spiegelt sich in seinen 55 Impulskarten wider: Sie sind voller Weisheiten, von Tiefe und Spiritualität getragen und doch sehr alltagstauglich. Ein christlicher Hintergrund zum Lesen und Interpretieren der einfachen, klaren Texte ist aber nicht notwendig.
Unterteilt in fünf Bereiche, nämlich Karten für den Alltag, aus dem Glauben, für das Zusammenleben, für das Herz sowie für den eigenen Weg, bieten sie Inspirierendes für jedermann. Auf der Vorderseite dieser Karten finden sich kurze, zum Nachdenken anregende Geschichten. So etwa Texte zum Thema „Gefühle zeigen“ oder „Milde werden“. Auf der Rückseite helfen schließlich Anregungen, Fragen und Impulse dabei, die dem Text innewohnenden Weisheiten zu vertiefen. Gleichzeitig inspirieren sie dazu, einzelne Elemente in den Alltag zu übertragen, ihn bewusster zu gestalten und so mehr Glück im Moment zu erfahren.
Damit sind die vorliegenden Impulskarten wunderbar für Menschen geeignet, die einen Moment innehalten oder ihr Leben generell bewusster, hoffnungsvoller und bejahender gestalten möchten.
Zum Inhalt: In der 4c wird eine Projektwoche durchgeführt zum Thema Sexualerziehung. Dazu haben die Kinder viele Fragen: Was heißt es überhaupt, verliebt zu sein? Schlafen Menschen, die miteinander schlafen, wirklich? Und muss die Unterhose dabei angezogen bleiben?
Die Lehrerin stellt Fotoschachteln in den Klassenraum, wie eine Art Briefkasten, und darin werden alle Fragen der Kinder zum Thema gesammelt und am Ende jeden Tages vorgelesen und besprochen. Auch Körperkunde mit Gesprächen über Chromosomen, Hormonen und Genitalien finden Eingang in das Projekt, ebenso wie Fragen zum Sexualverkehr und dem „seltsamen“ Phänomen der Liebe, das sich immer wieder in neuer Gestalt zeigt. Jeder und jede Schülerin darf ein persönliches Heft zur eigenen Person gestalten, beginnend mit der Zeugung und Geburt, bis hin zu Angaben zu Lieblingsessen und Glücksbringern. Auch Themen wie Menstruation, unterschiedliche Arten von Binden und Selbstberührung finden Eingang in das Projekt.
Sexualität „ist wie eine Sprache“, „nur mit dem Körper“, ist eine der Erkenntnisse dieser Lernwoche. Auch, dass es einige Zeit brauche, um sich, wie bei einer neuen Sprache, auch hinsichtlich Sexualität zu verstehen.
Schön ist, dass es auf die im Buch gestellten Fragen Antworten zu finden gibt, und zwar auf einer eigenen interaktiven Website.
Insgesamt wird in diesem Buch recht genau skizziert, wie eine solche Projektwoche durchgeführt werden könnte und dabei durch die spielerische Aufbereitung in Form von Collagen, Comiczeichnungen und farbenfrohen Illustrationen die ganze Vielfalt und der Facettenreichtum dieses Themas zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig ergeben sich auch beim Lesen unzählige Anknüpfungspunkte für Fragen. Es wird aber auch klargestellt: Nicht jedes Thema interessiert jedes Kind gleichermaßen und das ist völlig in Ordnung.
Fazit: Ein Buch, das dazu anregt, Fragen zu stellen, neugierig und offen zu bleiben dafür, wie sich der eigene Körper und Gefühle im Laufe der Pubertät verändern und Sexualität gelebt werden kann.
Abschied nehmen ist schwer. Davon erzählt dieses wunderbar berührende Buch. Die Protagonistin, von der wir nicht viel mehr wissen, als dass sie eine Frau ist, erlebt "etwas Unvorstellbares. Wahrscheinlich das Traurigste überhaupt". Etwas, das Angst auslöst, einem den Atem nimmt und viele Fragen offenlässt. Doch auf ihrem Weg des Trauerns und Verarbeitens des anstehenden Verlustes ist sie nicht allein. Eine weise Schildkröte steht ihr zur Seite, trägt sie durch die Zeiten der Tränen, des Redens, Schweigens und Erinnerns. "Alle Fragen, alle Gefühle wollen atmen. Lass sie Luft holen", fordert die Schildkröte sie sanft auf. So schafft es die Trauernde schließlich, sich dem Thema anzunähern, das sie wie schwarzer Nebel umhüllt: "Wie ist das, wenn man stirbt?" Und als er schließlich naht, der Moment des letzten Abschieds, ist die Ich-Erzählerin bereit…
Durch das Fehlen von konkreten Schilderungen, was denn nun genau dem/der Liebsten widerfahren ist, entsteht viel offener Raum. Raum für eigene Deutungen, Fantasien und Assoziationen. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, Lena Raubaum, trotz der Schwere des Themas etwas Sanftes, Feinfühliges und Tröstliches zu vermitteln. Wir können Trauriges erleben, „das Traurigste überhaupt“ und wir müssen dabei nicht alleine sein. Manchmal werden wir auch getragen. „Ein Stück“.
Passend zum Text verwendet die Illustratorin Leonie Schlager eher gedämpfte, dunkle und ruhige Farben. Sie untermalen die im Buch auftauchenden Gefühle der Trauer, Leere und Traurigkeit auf bildlicher Ebene. Doch auch hier stellt insbesondere das Element der Schildkröte in seiner klaren, einfachen und sehr beruhigenden graphischen Umsetzung eine Art Gegengewicht dar und bietet nichtsdestotrotz viel Trost, Hoffnung und Beständigkeit.
Fazit: Kein leichtes Buch. Aus diesem Grund wohl auch nicht für alle Altersgruppen uneingeschränkt empfehlenswert. Wohl aber gut vorstellbar für Vorschul- oder Volksschulkinder, die sich mit der Thematik auseinandersetzen möchten. Gleichzeitig auch ein wunderschönes Geschenk für all jene Menschen, die Abschied nehmen müssen.
Bereits im Vorwort betont die Autorin, Petra Unterberger, dass der Stoff, aus dem dieses Buch gewirkt ist, aus vielen Einzelteilen besteht, bunt und vielfältig, zusammengetragen aus einer Vielzahl an Lebenserfahrungen und Geschichten von Menschen aus unterschiedlichsten Begegnungen, bunt wie eine Patchworkdecke.
Ausgehend von den zwölf Monaten bietet die Pastoralassistentin und Seelsorgerin auf insgesamt 223 Seiten Impulse und Anregungen, Gedichte und biblische Geschichten sowie Erfahrungen aus dem Alltag für alle 52 Wochen des Jahres. Dabei nimmt sie Bezug zu biblischen Festen im Jahreskreis, zum Wandel der Natur und sonstigen Besonderheiten des jeweiligen Monats.
Aufgelockert werden diese Geschichten und Gedichte durch meditative Illustrationen, Anleitungen zu Körper- und Atemübungen sowie praktischen Übungen, die zum Nachdenken und zur Selbstreflexion einladen.
So spricht die Autorin etwa von der Kunst des Knotenlösens und der Schwierigkeit dabei, geduldig und beständig auf ein „gutes“ Ende hinzuarbeiten. Parallelen zu zwischenmenschlichen Schwierigkeiten und dem oft impulsiven Drang, den Beziehungsfaden einfach abzuschneiden, drängen sich dabei auf. Doch wer zu schnell durchtrennt, verliert oft auch so manches. Daher regt die Autorin die Leser dazu an, „verwurschtelte“ Knoten mit Geduld zu lösen und dabei zu überlegen, welche Verwicklungen und Verknotungen sich im eigenen Leben tatsächlich zeigen.
An anderer Stelle wiederum bietet sie Übungen an, die uns besser mit unserem Körper in Beziehung treten und womöglich auch von ihm lernen lassen: Atemübungen oder aber klassische körperliche Übungen wie das Ausschütteln oder Fantasiereisen.
Insgesamt entsteht dadurch ein wunderbar abwechslungsreiches, poetisches, locker-leichtes Büchlein, mit viel mehr Tiefe, als man eingangs vermutet. Besonders gefällt mir, dass es weder belehrend, noch hoch philosophisch ist, sondern in einfacher und schlichter Sprache zur Erweiterung des eigenen Horizonts anregt, um letztlich „leichtfüßig den Himmel zu entdecken“.
Fazit: Ein schöner Begleiter durch den Jahreskreis, wohltuend und anregend. Ein schönes Mitbringsel oder Geschenk.
Der Linzer Bischof Manfred Scheuer beschäftigt sich in seinem schmalen philosophisch-spirituellen Büchlein mit der Frage, wie erfülltes Leben gelingen kann. Dabei ermutigt er zu einer inneren Haltung, die nach Großem strebt und dabei doch das Kleine nicht aus den Augen verliert, eine Haltung, die zwischen Freiheit und Hingabe, zwischen liebevoller Selbstannahme und unaufdringlicher Selbstlosigkeit ihren Platz findet. Er gibt keine Dosierungsanleitungen, wohl aber bietet er hilfreiche Impulse und Ansätze im Umgang mit dem rechten Maß in einer hochkomplexen Welt, die oftmals überfordert und mit zu vielen Reizen auf uns einstürmt.
In insgesamt sechs Essays verknüpft er dabei Gedanken und Anregungen unterschiedlicher Denker, Philosophen und Humanisten, wie etwa jene von Friedrich Nietzsche, Theodor W. Adorno, Ignatius von Loyola oder Joseph Beuys. Ein Büchlein zum Nachdenken, Reifen und Wachsen.