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Ellen Engels, Band 2: Privatdetektivin Ellen Engels will sich mal im Schmuggeln versuchen, selbstverständlich nur aus Spass! Sie hat mit ihrer Nichte Macy ein Abenteuerwochenende in der Eifel gebucht, wo Schmugglerspiele angeboten werden. Aus anfänglichem Spass wird tödlicher Ernst: Die Veranstalterin liegt tot auf der Wiese – und in ihrem Bauch steckt ein Pfeil. Es ist Ellens Pfeil, die sich kurz vorher im Bogenschiessen geübt hat. Sie avanciert gleich zur Hauptverdächtigen…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover – Natur mit tollem Farbspiel; gefällt mir sehr gut.
Dies ist Band 2 einer Reihe, für mich jedoch die erste Begegnung mit Ellen Engels. Als ich mit der Lektüre begonnen habe, war mir noch nicht bewusst, dass es eine Reihe ist, denn das Cover von Band 1 ist völlig anders gestaltet, daher gab es für mich keinen Wiedererkennungswert.
Ellen war einst Personenschützerin und ist nun Privatdetektivin. Macy will offenbar ihrer Lieblingstante nacheifern und beruflich den gleichen Weg einschlagen. Das wiederum findet Ellen nicht so gut. Wieso nicht? Soll sie zuerst etwas „Vernünftiges“ lernen? Es ist schön, dass die Tante und Nichte sich so gut verstehen, dass sie zusammen ein Abenteuerwochenende verbringen. Das Abenteuer wird jedoch schneller Realität als man „Schmugglerspiele“ sagen kann: Die Veranstalterin Vanessa ist tot und Bernd entpuppt sich als Ellens einstiger Schwarm aus gemeinsamer WG-Zeit vor Jahrzehnten. Da das für mich das erste Zusammentreffen mit Ellen und Co. war, war mir der Beziehungsstatus von Ellen und Polizist Max lange unklar: Freunde? Ein Paar? Oder noch etwas dazwischen? Max hat mir sehr gefallen, wenn er auch einen zu kleinen Part in dieser Geschichte hatte. Er will, dass sich Ellen aus diesem „echten“ Fall raushält – das sei der Job für seine Kolleg:innen. Aber hält sich Ellen daran? Selbstverständlich nicht.
Die Geschichte selbst hat mich leider nicht so begeistert: Das Schmugglerspiel konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, trotz aller Beschreibungen. Und dann taucht plötzlich die Polizei auf und ich wusste im ersten Moment nicht, ob das zum Spiel gehört oder ob es real ist. Die Ermittlungen waren verwirrend; aus Sympathie zu Ellen und Co. knappe 3 Sterne.
Himmelsee, Band 2: Astrid ist mit Leib und Seele Buchhändlerin. Sie freut sich jeden Tag, in ihrem „Bücherhimmel“ in Himmelsee das richtige Buch für die Kunden zu finden. So veranstaltet sie auch regelmässig Vorlesestunden für Kinder. Als sie sich erkältet und kaum sprechen kann, springt ihr neuer bester Kunde ein: Thore. Er nimmt gleich die Herzen von Gross und Klein ein. Zufällig erfährt sie, dass es sich bei ihm um einen Bestsellerautor handelt. Wie er ihr verrät, leidet er unter einer massiven Schreibblockade. Astrid will ihn auf andere Gedanken bringen und ihm die Schönheiten ihrer Heimat zeigen…
Erster Eindruck: Ein Cover mit Urlaubsfeeling – gefällt mir.
Dies ist Band 2 einer Reihe, kann aber unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden.
Astrid liebt ihre Heimat so sehr, dass sie vor ein paar Jahren darauf verzichtete, mit ihrem damaligen Freund nach New York zu ziehen. Selbstverständlich hätte sie auch in den USA einen Job suchen können, aber sie wollte nicht weg, denn an der Ostseeküste ist sie zu Hause. Und das soll auch so bleiben. In den Geschichten ihrer Bücher kann sie immer in die Welt hinausreisen, ohne sich wirklich von daheim zu entfernen. Sie hat viel Stammkundschaft, aber auch viele Touristen. Seit kurzem hat sie einen neuen Kunden, der gleich zum Top-Käufer wurde, da er etwa alle zwei Tage Büchernachschub haben muss. Thore ist ein stiller Typ, was ihn für Astrid sehr anziehend macht. Er hat es auf seine zurückhaltende Art geschafft, dass sie es sich wieder vorstellen könnte, an ein Leben zu zweit zu denken. Gerade als sie sich an diesen Gedanken gewöhnt hat, trifft sie auf Filip, der aus den USA zurückgekommen ist.
Es war eine sehr ruhige Geschichte, die von der Liebe zu Büchern und zur Heimat handelt. Eine klitzekleine Liebesgeschichte wird es dann doch noch, aber wirklich nur einen kurzen Moment lang. Am besten gefallen hat mir die Freundschaft von Astrid und Linna (wer ihre Geschichte lesen will, „muss“ zu Band 1 greifen). Ich habe mich wohlgefühlt und vergebe gerne 3 Sterne.
Die Bestsellerautorin Sabrina Brooks verarbeitet in ihren Thrillern ihre eigenen Erfahrungen: schwierige Kindheit, abwesende Mutter, liebloser Vater, zwei gescheiterte Ehen. Ihr zweiter Ehemann entpuppte sich als Soziopath, der ihr lange das Leben schwer machte. Doch nun ist sie glücklich – auch ohne eine Liebesbeziehung. Als sie erfährt, dass ihr verstorbener Onkel sie als Alleinerbin eines Herrenhauses in England eingesetzt hat, bricht alles auseinander. Neugierig, mehr über die unbekannte Verwandtschaft zu erfahren, aber gleichzeitig mit dem Wissen, das Anwesen zu verkaufen, reist sie hin. Der charmante Anwalt Gray Abbott will sie überzeugen, „Brooks Manor“ zu behalten…
Erster Eindruck: Ein stattliches Herrenhaus auf dem Cover – beeindruckend!
Sabrinas Kindheit wird mitnichten einfach gewesen sein: Die Mutter hat die Familie verlassen, als sie erst sechs Jahre alt war. Und ihr Vater, Alastair Brooks, legte nicht viel Wert auf ihre Anwesenheit. Als sie erwachsen war, hat er darum gebeten, ihn nur einmal jährlich zu besuchen, und zwar zu Weihnachten. Oha! Sabrina hat von ihrem verstorbenen Vater nichts über ihre Herkunft erfahren – derartige Fragen hat er immer sofort zurückgewiesen. Nun ist sein Bruder verstorben und sie erbt ein Herrenhaus und den dazugehörigen Adelstitel. Wow, welch‘ eine Entwicklung! Sabrina will nichts davon: kein Herrenhaus, kein Adelstitel. Sie ist überzeugt, dass das Anwesen in einem schlechten Zustand sein wird. Um den Verkauf abwickeln zu können, muss sie etliche Papiere unterschreiben. Der zuständige Anwalt Gray Abbott hat darum gebeten, dass sie nach England kommt, um sich das Anwesen zumindest einmal anzuschauen.
Mir war Sabrina sympathisch, ebenso Gray. Es ist keine Überraschung, dass zwischen den beiden sofort eine grosse Anziehung besteht. Ein kleiner Flirt in England, warum nicht? Sabrina ist nicht gebunden und Gray wohl auch nicht, denn ansonsten hätte er sicher etwas gesagt. Nun ja… Das Buch hat sich flüssig lesen lassen. Am besten hat mir Philipp Brooks, der Vater von Gray, gefallen. Er war zudem der beste Freund des verstorbenen Rupert Brooks. Er konnte ihr wichtige Einblicke in das Leben ihres Vaters und ihres Onkels geben. Eine schöne Geschichte – 4 Sterne.
Max Madlener, Band 1: Hauptkommissar Max Madlener, gerade frisch an die Kripo Friedrichshafen versetzt, soll sich um die Cold Cases, die uralten Vermisstenfälle, kümmern. Doch als in der Nähe von Meersburg eine Leiche in einem Swimmingpool gefunden wird – begleitet von fünf toten Fischen –, ist auch Madlener mit seiner Assistentin Harriet Holtby am Start. Die ersten Ermittlungen deuten auf ein ungeheuerliches Motiv…
Erster Eindruck: Ein zurückhaltendes Cover, alles liegt im Nebel – sprichwörtlich für den Krimi?
Max Madlener, in seiner alten Dienststelle Stuttgart auch „Mad Max“ genannt, wurde in seine alte Heimat Friedrichshafen versetzt. Er hat in einer einzigen Nacht einen folgenschweren Fehler begangen, den er am liebsten vergessen würde. Aber das ist nicht möglich. Nun ist er wieder am Bodensee, bekommt alte Vermisstenfälle aufs Auge gedrückt und zudem noch diverse Therapiestunden beim Psychiater verordnet. Nun, da muss er jetzt durch. Der erste Lichtblick ist seine Assistentin Harriet Holtby, die ein phänomenales Gedächtnis hat und mit der die Zusammenarbeit bisher sehr gut funktioniert. Der zweite Lichtblick ist die schöne Pathologin, Dr. Ellen Herzog. Die Umstände des Kennenlernens sind zwar unschön, aber auch das kann man nicht immer auswählen.
Nach dem ersten Leichenfund dauert es nicht lange, bis eine zweite Leiche vermeldet wird. Beide waren einst Lehrer im Jan-Hus-Internat am Bodensee. Bei beiden wurden tote Fische gefunden. Wofür sollen diese Fische stehen? Die Ermittlungen gehen weit in die Vergangenheit und beleuchten Unfassbares… Wird die Täterschaft erneut zuschlagen?
Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Hauptprotagonisten Madlener und Holtby haben mir gut gefallen. Ich mag es, wenn auch Persönliches von den Ermittlern zur Sprache kommt. Zudem bin ich grosser Fan der Bodenseeregion und freue mich immer, wenn ich Schauplätze wiedererkenne. Die Geschichte hatte aus meiner Sicht zu viele Seiten (es hätten 100 Seiten weniger sein können); der Showdown war spannend, aber den Ausgang im Cold Case fand ich merkwürdig. Nichtsdestotrotz ein sehr gut gemachter Krimi mit einem schweren Thema – 4 Sterne.
Der kleine Strickladen, Band 2: Chloe liebt das Leben in Callwell am Loch Lomond. Sie hat einen kleinen Kräuterladen und arbeitet tageweise als Psychologin in Glasgow. Dort lebt auch ihr Freund Scott, der als Arzt im Krankenhaus arbeitet. Sie will nicht nach Glasgow, er kann nicht nach Callwell ziehen. Eine Fernbeziehung macht auf Dauer nicht glücklich. Als ihre Grossmutter sie anruft und informiert, dass ihr Grossvater im Sterben liegt, eilt sie sofort an deren Seite. Scott hat Verständnis, dass sie eine Weile bei ihrer Grossmutter bleiben will…
Erster Eindruck: Auf dem Cover ist Tea Time – das gefällt mir.
Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden (es ist jedoch schöner, die Protagonisten von Anfang an zu begleiten).
Gwendolyn und Padrig hatten in den letzten Jahren immer nur sporadisch mit ihrer Enkelin Chloe Kontakt. Die Beziehung war nicht so herzlich, wie sie hätte sein sollen, und Gwendolyn widerstrebt es zutiefst, Chloe zu bitten, herzukommen. Aber aus Liebe zu ihrem Mann Padrig, der sich einen letzten Besuch von Chloe gewünscht hat, springt sie über ihren Schatten. Chloe weiss sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist, als ihre Grossmutter sie ausser der Reihe anruft. Dass ihr Opa im Sterben liegt, schmerzt sie sehr, denn ihr wird jetzt bewusst, wie viel Zeit sie doch vergeudet hatten. Gwendolyn merkt, dass ihr die Anwesenheit von Chloe guttut und sie ist ihrem Mann nachträglich dankbar, dass er um Chloes Besuch gebeten hat. Chloe liebt ihre Heimat und sie liebt Scott. Er liebt sie, aber auch seinen Job als Mediziner. Doch sie sehen sich einfach zu unregelmässig, haben zu wenig gemeinsame Zeit. Oftmals muss er Extraschichten übernehmen und ist total erschöpft. So kann es nicht auf Dauer weitergehen, nicht, wenn sie eine Familie gründen möchten…
In Band 1 war das Hauptthema die Enkelin-Grossmutter-Beziehung, damals Maighread und ihre Grossmutter Elisabeth. Ich war überrascht, dass es auch in Band 2 um eine solche Beziehung geht, dieses Mal Chloe und deren Grossmutter Gwendolyn – das fand ich suboptimal gelöst. Was mir an Band 2 sehr gut gefallen hat, war die Freundschaft der Damen Eilidh, Elisabeth und Gwendolyn. Des Weiteren war die Problematik der Fernbeziehung von Scott und Chloe gut thematisiert. Und auch das Thema Stricken in all seinen Varianten wurde wieder gut übermittelt. Von mir gibt es 3 Sterne.
Der kleine Strickladen, Band 1: Maighreads Welt liegt in Trümmern, denn nicht nur hat ihr Freund Schluss mit ihr gemacht, sie hat zugleich den Job verloren und dann erfährt sie auch noch, dass ihre Grossmutter gar nicht tot ist! Maighread muss ihre Grossmutter unbedingt kennenlernen – bevor es zu spät ist. Sie reist an den Loch Lomond, wo ihre Mutter aufgewachsen ist und ihre Grossmutter lebt. Was hat zu dem Zerwürfnis der beiden geführt? Ihr Auftauchen sorgt leider nicht für Begeisterung…
Erster Eindruck: Ein schönes Cover mit einem Ausschnitt aus dem Strickladen mit nostalgischem Touch – gefällt mir.
Dies ist Band 1 der Reihe, für mich jedoch bereits der 3. Band der Reihe, da ich die Bände 6 und 7 zuerst gelesen habe, wo es mir reihentechnisch „den Ärmel reingezogen“ hat und ich nun ordentlich mit den Vorgängerbänden „nachsitzen“ will.
Der Einstieg ist heftig: Freund weg, Job weg, die totgeglaubte Grossmutter am Leben… Insbesondere der letzte Punkt macht Maighread zu schaffen: Wie konnte ihre Mutter nur so viele Jahre sagen, dass ihre eigene Mutter tot sei? Was ist da passiert? Gibt es noch andere Lügen? Nur zu verständlich, dass sie nach Callwell fahren will, auch wenn sie noch nicht wirklich einen Plan hat, wie sie sich ihrer Grossmutter nähern will. Und was sie machen soll, wenn sie auf Ablehnung stosst. Die Ankunft in strömendem Regen verheisst nichts Gutes – sie hat Probleme mit dem Auto. Glücklicherweise taucht ein Schäfer auf, Joshua, wie sie sodann erfährt. Er hilft ihr und ihrer Border-Collie-Hündin Molly aus der Patsche. Die erste Begegnung mit Elisabeth, ihrer Grossmutter, endet in einem Fiasko und einer geschlossenen Tür vor der Nase! Aber Maighread ist niemand, der so einfach aufgibt…
Es ist immer wieder schön, wenn Stricken in einem Buch thematisiert wird. Es ist gut spürbar, dass die Autorin selbst „strickwütig“ ist. Wie gewohnt hat sich die Geschichte flüssig lesen lassen. Mir hat die Freundschaft von Chloe und Maighread sehr gefallen. Das Ende war für meinen Geschmack überdramatisch gestaltet. Nichtsdestotrotz vergebe ich 4 Sterne, da mich die Geschichte von Maighread und ihrer Grossmutter sehr berührt hat.
Serienkillerin Carol Quinn, Band 1: Auch Serienmörder werden älter, aber nicht jeder hat das Glück, noch zu Lebzeiten die Gefängnismauern verlassen zu dürfen. Carol Quinn gehört dazu: Sie konnte nach 35 Jahren Gefängnis – und mittlerweile 75 Lebensjahren – in die Seniorenresidenz „Sheldon Oaks“ einziehen. Etwas ganz Neues für sie: Freiheit und Freundschaft. Dummerweise wird kurz nach ihrem Einzug genau vor ihrem Balkon jemand ermordet. Noch dümmer ist, dass unter den Mitbewohnern etliche Ermittler sind, die sich auf Carol als Verdächtige Nummer 1 einschiessen: Eine Innenministerin/Juristin, ein Polizist, eine Pathologin. Carol muss dringend ihre Unschuld beweisen…
Erster Eindruck: Ein witziger Buchtitel, der mein Interesse gleich geweckt hat; ein schönes Cover mit Retrofeeling – mir gefällts.
Der Beginn des Krimis war schon amüsant: Carol trifft mit dem Taxi in „Sheldon Oaks“ ein, um ihre Eigentumswohnung zu beziehen. An der Rezeption wurde nachgefragt, wann ihr restliches Gepäck einträfe, da sie nur mit einem Rollkoffer eincheckte. Nun, das sei alles – mehr gäbe es nicht. Oh! Schon etwas irritierend, aber der Heimleitung war bewusst, dass mit dem Verkauf der Wohnung an eine ehemalige Gefängnisinsassin anderer Wind durch ihre Hallen wehen würde.
Die Sieben ist Carols Zahl, denn sie wurde für siebenfachen Mord verurteilt. Es waren zwar mehr als sieben, aber diese sieben konnten sie ihr nachweisen. Okay, stimmt für sie. Eine schöne Wohnung, ein Balkon mit wunderbarer Aussicht, die Freiheit, tun und lassen zu können, wie es einem beliebt – kein schlechter Start für den Rest ihres Lebens. Doch dann stirbt der Mitbewohner Desmond. Nun ja, in einem Altersheim kommt der Tod leider gehäuft vor, aber meistens nicht durch die Hand eines anderen: Desmond wurde nämlich getötet! Das ist aus zweierlei Gründen tragisch: Desmond ist bedauerlicherweise tot und Carol ist die Hauptverdächtige! Carol war es nicht und sie will nicht zurück ins Gefängnis, denn es gefällt ihr, Freunde zu haben…
Und war die Geschichte schräg? Absolut! Ich mag den schwarzen Humor der Briten sehr gerne, fühlte mich bei dieser Story öfters an den Donnerstagsmordclub erinnert, da es doch das gleiche Umfeld (Seniorenresidenz) betrifft. Beim Ausgang der Geschichte war ich zuerst etwas irritiert, aber dann passte es doch gut. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Für den Reihenstart vergebe ich 4 Sterne.
Der Alltag von Caro ist immer gleich. Aber ist das nicht auch normal? Sie fühlt sich von ihrem Mann Holger nicht mehr gesehen, nicht wertgeschätzt – er setzt einfach voraus, dass sie sich nach seinen Wünschen richtet. Wer sollte es ihm verübeln, wenn es jahrelang funktionierte? Wie konnte sie das zulassen? Aus ihrem beinahe vergessenen Traum, nach Frankreich in eine Sprachschule zu gehen, wird Realität: Sie bucht vier Wochen Südfrankreich. Holger ist nicht einverstanden, doch darauf will sie keine Rücksicht nehmen – dieses Mal nicht. Angekommen in Uzès, einer pittoresken Kleinstadt, beginnt ihr Abenteuer: Sie will sich und ihre Bedürfnisse neu kennenlernen…
Erster Eindruck: Das Bild des Schutzumschlages gefällt mir gut (obwohl ich kein Fan von Schutzumschlägen bin) – noch schöner ist jedoch der Aufdruck des Bildes auf dem Hardcover selbst (in anderen Farben).
Ich habe mich sehr für Caro gefreut, als sie den Entscheid, den Sprachkurs in Frankreich zu machen, auch in die Tat umsetzt. Es war sehr gut spürbar, wie schwer ihr dies fiel, denn bis anhin standen stets die Bedürfnisse ihres Mannes und der beiden mittlerweile erwachsenen Kinder an erster Stelle. Die beiden Söhne fanden dies nebst „cool“ nicht weiter kommentierungswürdig. Aber Holger schmollte und befeuerte ihr schlechtes Gewissen. Holly, ihre beste Freundin, unterstützt sie jedoch bedingungslos.
Die Ankunft in Uzès war für Caro wie ein Nachhausekommen. Hier wird sie nicht nur ihre Französischkenntnisse verbessern, sondern auch überlegen, wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Der zeitliche und räumliche Abstand tun ihr gut.
Bei der vorderen Umschlagklappe heisst es: „[…] manchmal muss man erst gehen, um anzukommen.“ Ja, das ist wohl wahr. Auch wenn das Weggehen häufig das Verlassen der eigenen Komfortzone bedeutet. Das Ende des Sprachaufenthaltes (bzw. Caros Heimkehr) wurde für mich zu abrupt abgehandelt; der Epilog zeigt kurz die Situation ein Jahr später auf. Ein leiser Roman über Freundschaft, Liebe, Selbstvertrauen, Abschied und Neuorientierung – und natürlich Frankreich! Von mir gibt es 3 Sterne.
Fünf Schwestern aus einer jesidisch-kurdischen Flüchtlingsfamilie, die in Deutschland aufgewachsen sind, betätigen sich als Aktivistinnen, gründen Organisationen wie HÁWAR.help, German Dream oder Scoring Girls. Mit viel Mut und Engagement, aber auch dem Wissen, in ihrer Familie den nötigen Rückhalt zu haben, setzen sie sich furchtlos für das Gute ein. Sie melden sich zu Wort, kritisieren missgünstige Umstände – auch wenn diese zuweilen in den eigenen Reihen passieren –, und ecken damit an. Ihre Eltern haben ihnen täglich Empathie, Mut oder Verantwortung vorgelebt. Dies wollen die Schwestern auch weitergeben...
Erster Eindruck: Ein neugierig machender Titel – was steckt wohl dahinter?
Die Tekkal-Schwestern waren mir vor dieser Lektüre nicht bekannt. Sie kommen aus einer Grossfamilie mit insgesamt elf Kindern – fünf Mädchen, sechs Jungs. Wow! Eine Grossfamilie in dieser Dimension fällt auf. Und dann erst noch eine ausländische Familie. Ja, da hört man doch schon die ersten Stimmen, die gegen die Familie schimpfen, ohne sie bzw. deren Situation zu kennen. Wäre es anders, wenn es eine deutsche Familie wäre? Eventuell… obwohl diese sicherlich gleich den Stempel „Sozialschmarotzer“ aufgedrückt erhalten würde. Aber eben ohne überhaupt Details zu kennen (oder sie wissen zu wollen)! Es gab sehr interessante Passagen wie z.B. wie sie sich als Kinder für ihre Mutter geschämt haben, da sie weder lesen noch schreiben kann (sie die Mutter heute jedoch als eine der intelligentesten Frauen betrachten, der sie zum grossen Teil ihren Werdegang verdanken); die Dynamik, die in einer Grossfamilie herrscht; ihre tägliche Motivation für ihre Arbeit; die Reisen in Kriegsgebiete; Kontakte mit Flüchtlingen; Verlust und Hoffnungslosigkeit.
„Aber meine grösste Angst ist es nicht, zu sterben. Sondern gelebt zu werden, statt gelebt zu haben. Fremdbestimmt zu sein. Das wäre für mich der wahre Tod. Ich habe mehr Angst, Dinge zu lassen, als Dinge zu tun.“ (Düzen)
Es ist kein leichtes Buch, nein, ganz im Gegenteil, denn dafür sind die Themen zu ernst und zu wichtig. Menschenrechte, Menschenrechtsorganisation, Jesidentum, Völkermord, Migration, Politik, Krieg – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Die fünf Tekkal-Schwestern haben mich mit ihrem Engagement beeindruckt. Könnten Sie ein einfacheres und weniger angefeindetes Leben haben? Bestimmt. Aber das möchten sie nicht, denn sie wollen sich auch weiterhin für das Gute einsetzen – mit allen „Nebenwirkungen“, die dazugehören. Ihre verschiedenen Organisationen haben mittlerweile rund siebzig Mitarbeitende!
Nach der Lektüre des Buches muss ich sagen, dass „Wut & Wärme“ gut gewählt wurde: Wut ist immer ein Antrieb – nicht zu verwechseln mit Hass oder Verbitterung –, und durch den Antrieb entsteht Wärme. Ich habe viele Einblicke in mir fremde Bereiche erhalten, vielen Dank dafür. 4 Sterne.
=== Die deutsche Version ist im Katalog nicht verfügbar ===
Rose hatte alles: einen Mann, zwei erwachsene Töchter, ein schönes Haus, genügend Geld. Und dann steht sie vor Gericht wegen Mordes – ihre Welt zerbricht. Die lange Beziehung zu ihrem Mann Simon scheint nur auf einem Fundament aus Lügen gestanden zu haben. Wie kann das sein? Wie konnte sie so blind sein? Als sie die Haftstrafe antrifft, erwartet sie nicht, auf jemanden aus ihrer Vergangenheit zu treffen. Doch Birdy sieht endlich den Zeitpunkt für ihre Rache gekommen… (Bereits früher unter dem Titel „Das Finkenmädchen“ erschienen.)
Erster Eindruck: Ein guter Buchtitel, doch noch interessanter ist der Untertitel; das Cover gefällt mir.
Die Geschichte wird aus dem Blickwinkel von Rose und Birdy erzählt, so dass die Leser:innen mehr wissen als die einzelnen Protagonisten.
Die „Farm“ ist eine spezielle Form von Gefängnis: Mehrere Frauen bewohnen zusammen kleine Häuser, führen den Haushalt, kochen selbst. Es gibt keine Zellen, aber selbstverständlich viele Regeln. Tagsüber arbeiten sie in unterschiedlichen Bereichen wie Garten oder Landwirtschaft.
Rose liebte Simon. Doch muss sie später feststellen, dass eigentlich immer er entschied, was erledigt/gekauft/gesagt werden sollte, und was eben nicht. Er kauft ein Haus, ohne ihr etwas zu sagen. Er füllt es mit Möbel, die ihm gefallen. Er kauft Kunst, die Rose bewundern soll. Er wählt die Namen für ihre Kinder. Und doch: „Ich behütete und beschützte, liebte und verehrte ihn.“
Birdy ist „langsam“. Sie sagt: „Ich bin schlau genug, zu wissen, dass ich etwas dumm bin, oder ‚langsam‘, wie Mum gern sagt.“ Ihr gehen viele Dinge in den Kopf, verlassen sie aber viel zu schnell wieder. „Mum hörte, was ich sagte, aber sie hörte mir überhaupt nicht zu.“ Sie liebt es, sich um die Vogelvoliere mit den Finken zu kümmern.
Es ist eine sehr ruhige Geschichte, und das ist aus meiner Sicht auch sehr passend. Die Autorin hat es geschafft, Birdys Wesen lebendig zu schildern, ohne dass es kitschig wurde. Und auch Rose bzw. Simon wurden gut dargestellt. Simon war zuerst mittelmässig erfolgreicher Schauspieler und wurde dann zum gefeierten TV-Moderator. Er liebte es, im Rampenlicht zu stehen und bewundert zu werden. Aber zu Hause bekam er immer wieder Wutanfälle und bemitleidete sich selbst. Oje, armer Simon! Seine Frau Rose war immer unterstützend und bewundernd an seiner Seite. Das schwierige Thema Pädophilie ist zwar sehr präsent, aber zugleich bleibt es bei Andeutungen. Das fand ich sehr gut gelöst. Von mir gibt es 5 Sterne.
Juliane „Juli“ Brunner ist vor eineinhalb Jahren verschwunden. Eine Tragödie sondergleichen, unter der die Familie langsam zerbricht. Doch das Schlimmste ist: Der Vater von Juli wird beschuldigt, seine Tochter umgebracht zu haben und sitzt daher im Gefängnis. Die Polizei ist sich sicher, den richtigen Täter zu haben, aber Anna, Julis jüngere Schwester wehrt sich. Sie versucht, für ihren kleinen Bruder da zu sein und herauszufinden, was wirklich passiert ist…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir von der Farbgebung sehr gut; die Wasserblasen sind geprägt, was eine besondere Haptik ergibt.
Das Buch ist in 3 grosse Teile gegliedert: 1. „Knochen“, 2. „Rache“, 3. „Wahrheit“. Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Anna und Katharina erzählt.
Der Prolog vermittelt eine beklemmende Stimmung. Die Verzweiflung lässt sich förmlich in Scheiben schneiden, so greifbar ist sie. Dass eine Familie sogar ein Medium einschaltet, um hoffentlich endlich Antworten zu erhalten, ist absolut verständlich. Wer würde nicht alles tun, um das eigene Kind wiederzufinden?
Anna hat mir leidgetan. Sie hat – nebst dem Verlust ihrer Schwester – eine zu grosse Bürde zu tragen: Da der Vater im Gefängnis ist, kümmert sie sich alleine um den Rest der Familie: ihre manisch-depressive Mutter, die die meiste Zeit nicht wirklich präsent ist, sowie ihren siebenjährigen Bruder Leon, der sich vor seiner Mutter und den „Gewittern“ in ihrem Kopf und deren Auswirkungen fürchtet.
Katharina ist Polizistin. Sie gibt alles für ihre Fälle und ordnet das wenige Privatleben rigoros unter. Ihre Schwester und deren Familie beklagen sich zu Recht, dass sie nie Zeit hat. Doch sie kann nicht anders. Wenn sie weiss, dass andere Familien darauf warten, dass Vermisste zurückgebracht oder Täter zur Rechenschaft gezogen werden, muss sie einfach dranbleiben. Dafür wurde sie Polizistin.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und die Autorin hat es geschafft, die angespannte Stimmung aufrechtzuerhalten. Ich konnte mich zwar weder für Anna noch für Katharina richtig erwärmen, aber das war auch nicht das Ziel. Immer wieder hatte ich Verdächtige und mögliche Erklärungen im Kopf, doch ein paar Seiten weiter habe ich meine „Ermittlungen“ wieder über den Haufen geworfen. Mit diesem Ausgang der Geschichte habe ich nicht gerechnet – gut gemacht, Caroline Seibt! Von mir gibt es 5 Sterne.
Neuanfänge, Band 1: Cassie Carter hat als junge, naive Frau aus Liebe eine folgenschwere Entscheidung getroffen, die sie und ihre Familie entzweite. Seither sind viele Jahre vergangen und Cassie hat es nicht gewagt, mit ihren Schwestern wieder Kontakt aufzunehmen: Karen managt Job und Familie, Nichole hat erst vor kurzem ein Baby bekommen und ist Vollzeitmom – ihnen scheint alles zu gelingen. Und Cassie kämpft jeden Tag für sich und Tochter Amiee. Als sie einen Brief von Karen erhält, scheint der Zeitpunkt der Versöhnung greifbar. Können die Schwestern wieder zueinanderfinden?
Erster Eindruck: Das Cover vermittelt eine gewisse Leichtigkeit – gefällt mir, obwohl die Inhaltsbeschreibung schon anzeigt, dass wohl nicht alles easy-going sein wird.
Als Cassie frisch in Duke verliebt war, schwebte sie auf Wolke sieben. Ihre Familie hingegen hielt keine grossen Stücke auf ihn. Aus Liebe – und wohl auch aus Trotz – ist sie mit ihm von zu Hause weggegangen. Er hat ihr zuerst das Blaue vom Himmel versprochen, doch kurz nach der Heirat wendete sich das Blatt und er zeigte sein wahres Gesicht: Immer wieder schien Cassie alles falsch zu machen: Sie atmete falsch, sie sah die falschen Menschen an, sie hat die falsche Müslisorte gekauft. Dafür musste sie büssen…
Wenn ich so etwas nur schon lese, rege ich mich auf, denn so etwas sollte einfach nicht passieren! Er rastet wegen Nichtigkeiten aus und sie muss Schläge einstecken! Glücklicherweise konnte sie sich aus dieser toxischen Beziehung retten, muss aber für sich und ihre Tochter jeden Cent zwei Mal umdrehen. Sie hat sich bei „Habitat for Humanity“ (ein wunderbares Projekt!) beworben, wo sie eine bestimmte Zahl Freiwilligenstunden ableisten muss und sodann die Chance auf ein eigenes Haus bekommt. Für dieses Ziel – ein richtiges Zuhause für sich und Amiee – nimmt Cassie jede Mühe auf sich. Und auch die Begegnung mit Bauleiter Steve Brody, der ihr den Einstieg nicht gerade leicht macht.
Als Leser:in erhält man abwechslungsweise Einblick in das Leben der drei Schwestern und sieht schnell, wo das Ganze wohl schwierig werden würde. Aber ich verrate hier nichts! Es gab etliche emotionale Momente, daher vergebe ich gerne 5 Sterne und freue mich auf die Fortsetzung (das Buch ist schon länger vorbestellt).