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Bewertungen von Leser/innen

  • Been there, felt that von Vanessa Sielmann

    Dieses Hörbuch wollte ich unbedingt hören. Ich war so gespannt, weil ich ehrlich gesagt nicht genau wusste, was mich erwartet. Vanessa Sielmann hat ein unglaublich starkes Buch über Themen geschrieben, die viele Frauen aus ihrem Alltag kennen. Sie erzählt authentisch, ehrlich, nahbar und ohne etwas zu beschönigen. Ihr gelingt eine Verbindung aus ihren persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlicher Kritik.

    Da ich selbst lange Zeit mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte, finde ich den offenen Umgang der Autorin mit ihrer psychischen Gesundheit unglaublich bewundernswert! Ich finde es beeindruckend, wie ehrlich sie über ihre persönlichen Erfahrungen, ihre psychische Gesundheit und ihre Neurodivergenz spricht.
    Mir ist beim Hören wieder bewusst geworden, wie wichtig verständnisvolle, unterstützende und nicht wertende Partnerschaften eigentlich sind.
    Ich habe mich in vielen ihrer Gedanken wiedergefunden. Man merkt einfach, dass sie nichts beschönigt, sondern genauso erzählt, wie sie es erlebt hat. Es hat sich irgendwie so angefühlt, als würde ich einer Freundin zuhören.
    Vielleicht habe ich auch deshalb so eine emotionale Verbindung gespürt, weil ich vieles selbst nachvollziehen konnte. Es tut wirklich gut zu merken, dass man mit manchen Gedanken und Gefühlen nicht alleine ist.
    Das Hörbuch wurde von Vanessa Sielmann persönlich eingesprochen. Ihre Stimme hat einfach perfekt zu der Erzählung gepasst und das Ganze noch emotionaler gemacht.
    Ich kann dieses Hörbuch wirklich allen von Herzen empfehlen!

    Ich möchte mich herzlich bei DAV und Netgalley für das Rezensionsexemplar bedanken. Meine Meinung bleibt selbstverständlich unabhängig und ehrlich.

  • Du in meinem Leben von Nayantara Roy

    Ich habe Du in meinem Leben von Nayantara Roy als Hörbuch angehört und mochte es wirklich sehr gern.

    Es geht um Familie, Schwesternliebe, Beziehungen und all die Dinge, die einen manchmal ein Leben lang begleiten. Die Charaktere waren für mich gut ausgearbeitet und ihr Erleben fühlte sich für mich authentisch an. Ich möchte nicht mehr zum Inhalt sagen, weil ich auf keinen Fall spoilern möchte. Ich kann aber sagen, dass ich die Geschichte richtig gut fand.

    Ein großes Lob geht auch an die Sprecherin Sarah Dorsel. Sie hat das Hörbuch sehr gut eingesprochen. Ihre angenehme Stimme und ihre feine Art zu erzählen, haben die Atmosphäre der Geschichte wunderbar eingefangen. Sie hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich mich richtig in die Handlung hineinversetzen konnte.

    Das fulminante Ende hat mir besonders gut gefallen. Damit habe ich so nicht gerechnet. Die Geschichte hat einen richtig starken Schluss.

    Für mich war das ein ganz tolles Hörerlebnis. Ich habe das Hörbuch sehr gerne gehört und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

  • Ich habe das Buch Und ich werde dich nie wieder Papa nennen mit einem äußerst beklemmenden Gefühl beendet. Bei mir ist des öfteren die Frage aufgetaucht, wem man überhaupt noch vertrauen kann?
    Ich kann jetzt schon sagen, dass das Buch unglaublich stark, hart und wichtig ist und wünsche mir, dass es von ganz vielen Menschen gelesen wird.
    Die geschilderten Ereignisse sind kaum zu ertragen. Mit jeder Seite kommen weitere erschütternde Details ans Licht, die einen an allem und jedem zweifeln lassen. Besonders bedrückend fand ich, dass der Täter selbst aus dem Gefängnis heraus noch versuchte, Einfluss auf seine Familie auszuüben und sie weiter zu spalten.
    Es muss unvorstellbar schlimm sein, zu erfahren, was der eigene Vater der eigenen Mutter angetan hat. Aus der Leserinnenperspektive konnte ich die Wut und Verzweiflung der Tochter über manche Reaktionen ihrer Mutter sehr gut nachvollziehen. Gleichzeitig bin ich selbst Überlebende und weiß deshalb, dass traumatische Erfahrungen Menschen auf eine Weise prägen, die für Außenstehende oft schwer zu verstehen ist. Ich konnte sowohl die Perspektive der Mutter, als auch der Tochter verstehen. Das Buch zeigt eindringlich, dass Trauma nicht nur die unmittelbar betroffene Person trifft, sondern ganze Familien erschüttert und tiefe Risse hinterlässt.
    Dieses Buch macht außerdem deutlich, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Hinter organisierter sexualisierter Gewalt stehen häufig mehrere Täter, die sich sicher fühlen, sich vernetzen, darauf vertrauen, nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden. Genau das muss sich endlich ändern! Die Scham muss die Seite wechseln, denn sie gehört auf die Seite der Täter und sie müssen konsequent verfolgt und deutlich härter bestraft werden.
    Für mich ist das Buch weit mehr als ein persönlicher Erfahrungsbericht. Es ist ein wichtiges Zeugnis über Trauma, Machtmissbrauch, die Folgen für Angehörige und den langen Weg des Weiterlebens. Ich habe bereits zuvor Eine Hymne an das Leben von Gisèle Pelicot gelesen. Dieses Buch hat mich tief bewegt, doch der Blick der Tochter eröffnet noch einmal eine ganz andere Perspektive.
    Ein schweres, hartes, erschütterndes, aber unbedingt lesenswertes Buch.

  • Und der Aufschrei bleibt aus von Miriam Wagenblast

    Und derAufschrei bleibt aus ist ein Buch, das meiner Meinung nach sehr viele Menschen lesen sollten. Die Themen rund um Feminismus, patriarchale Strukturen, Gewalt gegen Frauen, geschlechterabhängige Ungerechtigkeiten und fehlende Gleichberechtigung sind unglaublich wichtig und aktueller denn je.
    Ich beschäftige mich schon länger mit Feminismus und den gesellschaftlichen Strukturen dahinter. Aus diesem Grund war vieles für mich nicht komplett neu. Trotzdem konnte ich einiges aus dem Buch mitnehmen. Am meisten erschüttern mich jedes Mal die harten Zahlen und Fakten. Obwohl ich sie in ähnlicher Form schon kannte, schockieren sie mich jedes Mal aufs Neue. Obwohl ich weiß, wie groß das Problem ist, erschrecken sie mich immer wieder.
    Das Buch zeigt sehr gut, dass das eigentliche Problem patriarchale Strukturen sind. Umso spannender fand ich den Gedanken, dass ein Matriarchat für Verbindung und Miteinander steht und nicht einfach das Gegenteil eines Patriarchats ist.
    Gut herausgearbeitet fand ich auch, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles gesellschaftliches Problem handelt. Genau deshalb reicht es nicht, einfach wegzuschauen. Es muss ein kollektiver Aufschrei erfolgen, der schon lange notwendig wäre.
    Die Botschaft des Buches halte ich für unglaublich wichtig: Es braucht mehr Aufmerksamkeit für diese Themen, mehr Gleichberechtigung und vor allem mehr Solidarität unter Frauen. Veränderung kann nur gelingen, wenn wir hinschauen, Missstände benennen und uns gegenseitig unterstützen.
    Ich finde, dass dieses Buch seine Botschaft klar auf den Punkt bringt und zeigt, warum wir über diese Themen viel lauter sprechen müssen. Ich wünsche mir, dass dieses Buch möglichst viele Menschen lesen.

    Vielen lieben Dank an BoD und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unabhängig, ehrlich und unbeeinflusst.

  • Unshame von Louisa Dellert

    Unshame ist für mich ein unglaublich wertvolles Buch. Louisa Dellert verbindet ihre persönlichen Erfahrungen mit fundierten Informationen und lädt immer wieder zu Gedankenexperimenten ein, die zum Nachdenken anregen. Gleichzeitig gibt sie konkrete Impulse, wie man den eigenen Blick auf den eigenen Körper, die Körper anderer Menschen und auf sich selbst verändern kann.

    Ich glaube, was mich am meisten beschäftigt hat, war die Erkenntnis, wie selbstverständlich weibliche Scham für viele von uns geworden ist. Als Frau wächst man eigentlich damit auf, dass der eigene Körper ständig bewertet wird. Diese Bewertung kommt nicht nur von außen, sondern irgendwann auch von einem selbst. Genau davon leben das Patriarchat und eine riesige Industrie. Frauen wird eingeredet, sie seien nicht gut genug, nicht schön genug oder müssten sich ständig optimieren. Wenn man permanent mit solchen Unsicherheiten beschäftigt ist, bleibt wenig Raum für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Das fand ich unglaublich erschreckend.

    Das Buch macht deutlich, wie schwer es ist, sich von diesen Denkmustern zu lösen, wenn man mit ihnen aufgewachsen ist. Gerade deshalb fand ich die Botschaft des weiblichen Schulterschlusses so wichtig. Statt Körper zu bewerten oder Bodyshaming zu betreiben, sollten wir uns gegenseitig unterstützen, mehr Mitgefühl füreinander entwickeln und uns gegenseitig feiern.

    Ich glaube, dass dieses Buch nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer lesenswert ist. Es hilft zu verstehen, welchen gesellschaftlichen Druck und welche Grenzüberschreitungen viele Frauen tagtäglich erleben. Wer sich bereits intensiv mit Körperakzeptanz, Body Positivity und Feminismus beschäftigt hat, wird vielleicht nicht ausschließlich Neues finden. Trotzdem schafft es Louisa, bekannte Themen so persönlich und nahbar zu erzählen, dass ich das Buch mit großem Interesse gelesen habe und immer wieder neue Denkanstöße mitnehmen konnte.
    Ein wirklich tolles, intimes und eindrückliches Buch, das mich hoffentlich langfristig zu mehr Selbstreflexion, Mitgefühl und einem liebevolleren Umgang mit mir selbst bewegt.

    Ich möchte unbedingt noch anmerken, dass Louisa die liebenswürdigste Danksagung geschrieben hat. Allein diese hat mich wirklich zu Tränen gerührt.
    Vielen lieben Dank, liebe Louisa, für deine ehrlichen, zutiefst authentischen und ermutigenden Worte!
    Ab jetzt Schulter an Schulter ✨

  • Kleine Schwächen von Megan Nolan

    Besonders beeindruckt hat mich, wie scharfsinnig die Mechanismen von Vorverurteilung und Klassismus offengelegt werden. Der Roman zeigt, wie schnell Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Lebensumstände oder ihres sozialen Status abgestempelt werden. Erschreckend fand ich, dass selbst ein Kind nicht vor Vorurteilen geschützt ist und wie schnell ihm aufgrund seiner Herkunft und seiner Lebensumstände ein schlechter Charakter zugeschrieben wird. Es werden unbequeme Fragen über Schuld, Verantwortung und die Art gestellt, wie wir Menschen beurteilen. Sehr eindrcklich fand ich, dass Armut und schwierige familiäre Verhältnisse oft wie ein gefundenes Fressen für Vorurteile wirken. Der Roman macht sichtbar, wie schnell Menschen aufgrund ihrer sozialen Situation als verdächtig, unfähig oder minderwertig wahrgenommen werden, ohne dass man sich die Mühe macht, hinter die Fassade zu blicken.

    Auch die Darstellung von Mutterschaft und der schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung fand ich sehr beeindruckend. Der Roman zeigt, dass sich nicht jede Frau automatisch über eine Schwangerschaft freut und auch nicht jede Frau leicht in eine Mutterrolle findet. Mir hat dieser differenzierte Blick sehr gut gefallen, weil die Rolle der Frau als Mutter oft überidealisiert wird. Der Roman zeigt Beziehungen nicht geschönt, sondern in all ihrer Komplexität, geprägt von Verletzungen, Erwartungen und ungelösten Konflikten.

    Am meisten liebe ich Bücher, die mich nicht nur berühren, sondern auch zum Nachdenken bringen. Geschichten, die mir neue Perspektiven eröffnen, meine eigenen Gedanken hinterfragen und mich etwas über mich selbst lernen lassen. „Kleine Schwächen“ war genau so ein Buch für mich. Es hat mich immer wieder dazu gebracht, meine eigenen Urteile, Vorverurteilungen, Annahmen und Reaktionen zu beobachten. Für mich liegt darin die besondere Stärke dieses Romans.

    Für mich war dieses Buch sehr stark! Ich möchte es LeserInnen empfehlen, die wie ich, Bücher lieben, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen und den Blick auf sich selbst und andere Menschen erweitern.

  • Gretas Männer von Judith Reusch

    Ein äußerst berührender Roman über Liebe, Familie, Mutterschaft und all die Herausforderungen, die diese Themen mit sich bringen. Die Geschichte hat mich mit seinen Wendungen immer wieder überrascht. Ich hatte großen Spaß beim Lesen und da ich das Buch teilweise als Hörbuch gehört habe, möchte ich dieses ebenfalls ausdrücklich empfehlen. Die Sprecherinnen verleihen der Geschichte sehr viel Persönlichkeit und machen das Hörerlebnis zu etwas ganz Besonderem.

    Judith Reusch erzählt wunderbar herzergreifend und mit ganz viel Feingefühl. Die Protagonistin Greta ist vielschichtig gezeichnet und wirkt mit all ihren Facetten sehr authentisch. Eine faszinierende Frau mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte.

    Für mich ist „Gretas Männer“ ein bewegender Roman, der zeigt, wie komplex Beziehungen und überhaupt das Leben sein können und wie sehr Liebe, Familie, Persönlichkeiten und Lebensentscheidungen unser Leben prägen. Eine klare Empfehlung für alle, die emotionale Lebensgeschichten mit besonderen Figuren lieben.

  • Wut und Wärme von Düzen Tekkal; Tezcan Tekkal; Tuğba Tekkal; Tülin Tekkal; Tuna Tekkal

    Auf dem Cover sind die 5 Tekkal-Schwestern Tülin, Düzen, Tuğba, Tuna und Tezcan abgebildet. Schon hier spürt man die Wärme, Herzlichkeit und Verbundenheit, die einem auf jeder Seite dieses Buches begegnen. Ihre Beziehung geht weit über eine gewöhnliche Schwesternschaft hinaus. Sie tragen, stärken, unterstützen und inspirieren einander.

    Dieses Buch ist klug, eloquent und mit großer Ehrlichkeit geschrieben. Es liest sich trotz der oft schweren und schmerzhaften Inhalte mit erstaunlicher Leichtigkeit. Die Autorinnen erzählen von Identität und Zugehörigkeit, von ihrem Kampf um Menschenrechte, Empathie und Zusammenhalt. Einen besonderen Raum nimmt dabei der Genozid an den Jesidinnen und Jesiden ein, dessen Folgen bis heute spürbar sind. Sie berichten von Leid und Ungerechtigkeit, aber auch von Hoffnung, Zuversicht und der Kraft, Veränderungen anzustoßen.

    Besonders eindrucksvoll fand ich die Schilderungen ihrer Menschenrechtsarbeit. Die Tekkal-Schwestern zeigen, dass komplexe gesellschaftliche Probleme nicht unterkomplex diskutiert werden dürfen. Sie widersprechen einfachen Antworten und machen deutlich, wie wichtig differenziertes Denken, Zuhören und echtes Verstehen sind. Dabei geraten sie nie in die Falle der Opferkonkurrenz, sondern treten für die Rechte aller Menschen ein.

    Ebenso überzeugend ist die Gesellschaftskritik, die die Schwestern äußern. Missstände klar und deutlich, ohne dabei zu verurteilen. Stattdessen fordern Sie Verantwortung ein. Verantwortung für die Menschen um uns herum und für die Freiheit, die wir genießen dürfen. Das Buch macht deutlich, dass Freiheit nicht nur ein Privileg, sondern auch eine Verpflichtung ist. Solidarität, Empathie und aktives Handeln sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern Werte, die gelebt werden müssen.

    Mit Weisheit und Wohlwollen, aber auch mit Klarheit und Entschlossenheit werden die Schwestern zu echten Wertebotschafterinnen. Ihre Arbeit ist geprägt von Weisheit, Empathie, Zartheit und Wohlwollen.

    Ebenso berührend ist die Rolle der Eltern. Immer wieder werden sie mit neuen Situationen, Herausforderungen und Lebensentwürfen ihre Kinder konfrontiert. Dennoch zeigen Sie eine bemerkenswerte Bereitschaft, mit ihren Kindern zu wachsen. Ob traditionelle Erwartungen hinterfragt oder neue Wege eingeschlagen werden, die Eltern begegnen diesen Entwicklungen mit Offenheit, Liebe und Lernbereitschaft. Dadurch entsteht das Bild einer Familie, die sich gemeinsam weiterentwickelt und deren Zusammenhalt auf gegenseitigem Respekt basiert.

    Gleichzeitig liest sich das Buch wie die Heldinnenreise von fünf Schwestern. Jede von ihnen entwickelt sich auf ihre eigene Weise weiter, stößt an Grenzen, hinterfragt Erwartungen und findet ihren eigenen Weg. Dabei wird deutlich, wie sehr sie von ihrer Familie getragen werden und sich gleichzeitig gegenseitig stärken.

    Das Buch ist für mich ein Plädoyer für Menschlichkeit, Mut Verantwortung und Solidarität. Ich halte dieses Werk für unglaublich stark, bewegend und wichtig und kann allen nur wärmstens empfehlen, es zu lesen. .

  • Vielleicht im Sommer von Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger

    Für mich ist das ein außergewöhnlich starkes Romandebüt!

    Die Protagonisten sind vom Leben gebeutelt und lernen sich in einem Heim kennen. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche. Der eine sucht seine unbekannte Schwester, der andere sucht auch, weiß nur noch nicht genau, was.

    Das Buch liest sich unglaublich flüssig. Die Sätze sind kurz, was aber gut zu der Erzählung passt. Das Erzähltempo ist hoch und die Handlung sehr intensiv und emotional.

    Von beiden Protagonisten erfährt man im Laufe der Geschichte immer mehr. Langsam bekommt die harte Schale Risse und der weiche Kern kommt zum Vorschein.

    Das Ende ist fulminant und emotional.

    Für mich ist dieses Buch ein ganz starkes Debüt über zwei Jugendliche, die doch einfach nur eine Familie haben wollen. Ich kann diesen Roman allen empfehlen, wenn sie die Triggerwarnungen beachten! Von mir gibt es 5 Sterne!

  • Im Sommer der Wildbienen von Nina Mayen

    Dieses Buch ist nicht nur wunderschön, sondern auch wunderbar geschrieben. Es ist eine äußerst feine Erzählung über eine junge, autistische Frau, die gequält von Panikattacken, auf das Land flüchtet. Das Dorfleben und das alte Haus ihrer Oma halten viele Überraschungen bereit. Immer wieder muss sich Flora überwinden und neue Umgangs- und Bewältigungsmöglichkeiten finden.

    Die Geschichte ist äußerst liebevoll und behutsam erzählt. Man kann Floras schwierige Momente jederzeit nachvollziehen, und das Verständnis für sie wächst mit jeder Seite. Ich habe den Einblick in das Innenleben, die Denkweise und die Herausforderungen der Protagonistin als sehr bereichernd empfunden.

    Im Buch wurde aber nicht nur Flora sehr liebevoll gezeichnet, sondern auch alle anderen Figuren. Ich liebe ja Charaktere mit Ecken und Kanten, und davon gibt es hier genug.

    Da ich selber erkrankt bin, mag ich auch Bücher, die diese Inhalte thematisieren. Für mich hält dieses Buch, was die Aufmachung verspricht. Es ist ein tolles Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann. Von mir gibt es deshalb ganz klar 5 Sterne!

  • Pfingsten von Miroslav Hlaučo

    Dieses Buch war für mich eine absolute Überraschung. Ich dachte schon, dass es mir gefallen würde, aber dass es mich so begeistert zurücklässt, hätte ich niemals erwartet!
    Der Autor hat eine sensationelle Gabe einen äußerst bildhaften, poetischen, ja wunderschönen Schreibstil mit magischem Denken, viel Magie, Wundern und Fantasie zu verbinden. Die skurrilen Wendungen, der feine Humor und die wirklich großartige Geschichte, haben mich vollkommen überzeugt.
    Zwischen all den Wundern und poetischen Zeilen steckt jedoch auch vieles, das mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt hat.
    Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die besondere, einzigartige Schreibstile und Geschichten voller Wunder lieben.
    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne!

  • Fast ein Leben von Kiran Millwood Hargrave

    Selten hat mich ein Buch so begeistert und mitgerissen wie dieses. Für mich ist dieses Buch nicht nur ein absolutes Jahreshighlight, sondern wahrscheinlich eines meiner größten Lesehighlights überhaupt.

    Besonders hervorheben möchte ich den wunderschönen Schreibstil der Autorin Kiran Millwood Hargrave. Sie schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit, Poesie und Emotionen miteinander zu vereinen. Beeindruckt hat mich ihr Sprachgefühl, ihre feine Art, stets die richtigen Worte zur richtigen Zeit zu finden. Mal sind sie sanft und weich, mal kraftvoll und hart. Sie hat ein unglaublich gutes Gespür dafür, wann sie welche Emotionen und Worte einsetzen muss.

    Die Geschichte selbst hat mich tief berührt. Sie ist bewegend, intensiv und voller Emotionen. Immer wieder habe ich mich in die unterschiedlichen Figuren hineinversetzt und mich gefragt, wie ich selbst wohl in dieser Situation reagieren würde. Dadurch hatte ich ein ganz besonderes Leseerlebnis, das mich emotional sehr berührt und beschäftigt hat.

    Zusätzlich fand ich es unglaublich schön, dass ich viele der beschriebenen Orte kenne, wodurch alles noch realer wirkte.

    Für mich ist dieses Buch eine Geschichte über tiefe Liebe, Mut, Hoffnung, wichtige Entscheidungen und darüber, was es bedeutet, wirklich zu leben. Das Buch hat mich wirklich sehr zum Nachdenken gebracht.

    Ein wunderschönes, intensives Buch, das ich allen Lesebegeisterten wärmstens empfehlen kann! Für mich ein absolutes 5-Sterne-Highlight.