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Gerade für Sie gelesen

  • Barbara aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

    Wer beim Lesen mit Barbara mithalten will, muss sich ranhalten: Als Filialleiterin in unserer Hauptbuchhandlung im Zentrum von Innsbruck liest sie sich quer durch die Weltliteratur, Genres und Nationen und kann eine beachtliches Reportoire an gelesenen Büchern und eine kaum zu toppende Lesegeschwindigkeit vorweisen. Wann sie diese vielen Bücher liest, wissen wir wirklich nicht. Der Tag hat doch nur 24 Stunden ...

  • Abschiedsfarben von Bernhard Schlink

    Bernhard Schlink ist mein Lieblingsautor, weil mich seine Werke seit 20 Jahren begleiten und er mich noch nie enttäuscht hat. Im Gegenteil, denn er wird immer besser. Was Ferdinand von Schirach in seinen Büchern nur andeutet und dem Leser überlässt, bringt Schlink aufs Papier. Jede Erzählung überzeugt, jede Geschichte birgt eine Überraschung und jeder Gedanke des Protagonisten berührt. Ich hoffe, noch lange nicht von Bernhard Schlink Abschied nehmen zu müssen!

  • Die Ambassadorin von Sebastian Janata

    In jedem Winkel Österreichs, in jedem Dorf (hier im Burgenland) gibt es eigenwillige Charaktere, die, davon bin ich überzeugt, nur von einem Eingeborenen Autor beschrieben werden können. In diesem Roman gibt es skurrile Szenen, die sich überall auf der Welt ereignen können (zwischen Großvater und 5-jährigem Enkel), davor brauchen andere mindestens 1000 Worte, Sebastian Janatan schafft das in wenigen Sätzen. Es wird wohl das großstädtische Berlin gewesen sein, das seine Zunge geschärft und geschliffen hat. Ich kann nur sagen: saugut, das Buch!

  • Das Haus an der Keizersgracht von Rinske Hillen

    Was Edmund de Waal mit Bernsteinfiguren (der Hase mit den Bernsteinaugen)macht, das gelingt dieser Autorin mit einem Haus in den Kreizergrachten in Amsterdam (unbedingt Fotos davon ansehen, wer noch nie in Amsterdam war). Seit Jahrhunderten wohnt die Familie dort, nie wurde etwas repariert, und bald droht es einzusacken oder umzustürzen. Schief ist eh schon immer gewesen, und schief häng auch der Haussegen. Die Frau in der Psychiatrie, die Tochter schmeißt das Studium und die Cousine seiner Frau schmeißt sich an den Hausherren ran. Rinske Hillen entwirft ein Familienhaus, in das man sich sofort verliebt. Ein Roman, der nie zu Ende gehen sollte.

  • Writers & Lovers von Lily King

    Diesen Roman habe ich verschlungen und mich immer wieder köstlich amüsiert, denn Casey hat einen trockenen und pointierter Humor. Sie schreibt, an dem großen amerikanischen Roman, und gleichzeitig über ihr Leben, indem plötzlich nicht nur ihre Schulden die Fäden ziehen, sondern auch zwei Männern. An ihrer Stelle würde ich beim Schreiben bleiben, denn wenn Casey nur halb so gut wie Lily King ist, wird ihr Buch ein großer Erfolg

  • Nadia Terranova gehört zu den wichtigsten italienischen Autorinnen. Sie beschreibt eine Erfahrung, die niemand machen sollte, vor allem nicht mit 13 Jahren, wenn man noch zu jung ist, um das Erlebte richtig einzuordnen. Aber irgendwann muss sie zurückkehren nach Messina, in die Wohnung der Mutter. Sie muss sich damit beschäftigen, dass der Vater damals das Haus verlassen hat und nie mehr auftauchte. Es ist mir ein Rätsel, wie man so ein sensibles Thema so gut beschreiben kann, ein Rätsel, wie Terranova Erinnerungen authentisch zur Sprache bringt. Für mich ein Meisterwerk!

  • Das Girlfriend-Experiment von Catherine Lacey

    Dieser Roman hat nur ein kleines Problem: der Anfang ist ein bisschen holprig geschrieben, aber sobald man begriffen hat, worum es geht, ist man gefesselt! Ein Experiment mit der Limerenz, komplett wissenschaftlich aufgezogen: für Kurt, der sich eh alles mit Geld erkaufen kann, der aber keine gesunde Beziehung hat, wird eine Welt geschaffen, in der alle Beziehungen künstlich nachgestellt werden. Ihm steht die Alltagsfreundin, die Intimitätsfreundin, die Beziehungsfreundin, die Wutfreundin, die mütterliche Freundin jederzeit zur Verfügung. Mary soll die emotionale Freundin spielen, und sie braucht das Geld, um ihre Gesundheit wieder herzustellen. Der Leser bekommt Einblick in das Leben der Freundinnen und zusätzlich beschäftigt er sich mit einem Thema, das ungewöhnlich aber höchst spannend von dieser bemerkenswerten Autorin aufbereitet wurde! Mehr als lesenswert!

  • Trost von Ida Hegazi Høyer

    Es ist schon wieder passiert. Hoyers erster Roman auf Deutsch ist an mir vorbeigegangen (Das schwarze Paradies - 2017). Eigentlich dachte ich beim Titel "Trost" an so ein "Krebs"-Buch, jemand stirbt und sucht Trost. Völlig falsch. Eine Frau, drei unterschiedliche Schauplätze: Lissabon, Berlin und Brüssel. Und in jeder Stadt trifft sie auf eine Person (männlich und weiblich), mit der sie eine intime Verbindung aufbaut. Sie ist fremd in der Großstadt, doch jede Begegnung wirft die Frage auf: wieviel Trost braucht der Mensch und kann diese Nähe auch gefährlich werden?

  • Hitze von Victor Jestin

    Ich kann immer noch die Hitze in diesem Campingplatz spüren. Wie muss es für den 17-jährigen Leonard sein, wenn er in der Nacht den Selbstmord eines gleichaltrigen Jungen beobachten, nicht eingreift und dann noch blödsinniger Weise den Toten im Sand vergräbt. 48 Stunden schleppt er sich durch die Gegend, die Hitze, die jungen Mädchen, das schlechte Gewissen verändert ihn. Seine Gefühle sind originell und werden von diesen jungen französischen Autor grandios vermittelt. Beim Lesen wird einem heiß und kalt zugleich!

  • Morgengrauen von Philippe Djian

    Philippe Djians Bücher sind gefährlich, wenn man sie zu schnell verschlingt: In einem Satz passiert so viel, dass man oft das Gefühl hat, man hat was überlesen und man wundert sich immer wieder, wie pointiert er eine Situation erfassen kann. Die Verfilmung von „Oh“ (Elle – mit Isabelle Huppert) war ja auch ein einzigartiges Erlebnis. Philippe Djian ist Kult und seine Figuren auch!

  • Es gibt keinen Grund, wieso Janet Lewis im deutschsprachigen Raumen nicht bekannt sein sollte, denn mittlerweile wurde schon das dritte Buch von ihr übersetzt. Lewis wird völlig unterschätzt, obwohl sie immer wahre Kriminalfälle hervorhebt, die doch wirklich immer und jederzeit Aufsehen erregen. Diesmal befinden wir uns in Jütland (Dänemark) 1646. Was für eine Zeit, was für moralische Probleme damals vorherrschten und wie erschütternd die historischen Ereignisse doch waren! Pastor Sören Qvist lässt sein Leben, obwohl er doch unschuldig ist. Moralisch gesehen glaubt er, dass sein immer wiederkehrender Jähzorn ihn nun bestraft und dass Gott ihn verlassen hat. Janet Lewis beschreibt einen Prozess, der eine unglaubliche Sogkraft auf den Leser ausübt. Sie springt so geschickt zwischen 1625 und 1646 hin und her, dass die Erzählung immer beunruhigender wird. Wir freuen uns auf ein neues Werk von Janet Lewis, das bald auch übersetzt werden soll!