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Gerade für Sie gelesen

  • Barbara aus unserer Tyrolia-Filiale in Innsbruck empfiehlt:

    Wer beim Lesen mit Barbara mithalten will, muss sich ranhalten: Als Filialleiterin in unserer Hauptbuchhandlung im Zentrum von Innsbruck liest sie sich quer durch die Weltliteratur, Genres und Nationen und kann eine beachtliches Reportoire an gelesenen Büchern und eine kaum zu toppende Lesegeschwindigkeit vorweisen. Wann sie diese vielen Bücher liest, wissen wir wirklich nicht. Der Tag hat doch nur 24 Stunden ...

  • Tag für Tag von Saskia Luka

    Ja, es dauert lange, bis man den Tod des Ehemanns verwindet, es dauert auch, bis man Heimweh an den Ort, an dem man immer gelebt hat, überwindet. Und es ist auch für die Enkelin ein langer Prozess, erwachsen zu werden, ohne die Wurzeln zu verlieren. Und ist Maria einer Täuschung erlegen, wenn sie glaubt, sich völlig angepasst zu haben und dass nun Deutschland ihre Heimat ist? Ich finde es schön, mit den drei Frauen gemeinsam Heimat zu finden.

  • Rückwind von Burkhard Spinnen

    Wie nervig kann doch das eigene Ego sein! Vor allem wenn es glaubt, schlauer als ein Psychiater zu sein. Trössner hat wirklich den Lottogewinn gemacht, nur dass es nicht Geld geregnet hat, sondern das größte Unglück, das einen Menschen an einem einzigen Tag treffen kann: Frau und Sohn tot, Haus abgebrannt, das Imperium verloren. Klingt unglaublich, gebe ich zu, aber Burkhard Spinnen ist auch ein Lottogewinn für den Leser. Dieser Autor verliert nicht den Überblick und führt uns durch mehrere Stationen von Trössners Leben. Und so versteht man bald den Hartmut Trössner und all die "himmlischen" Fügungen! Ein Page-Turner, der mir großes Vergnügen bereitet hat.

  • Unhaltbare Zustände von Alain Claude Sulzer

    Als Schaufensterdekorateur eines riesigen Warenhauses wird man sein Leben lang übersehen, nur zu Weihnachten strömen die Menschen von überall her, um die wundersamen Kreationen im Schaufenster zu bewundern. Doch Stettlers Leben wird kurz vor der Pensionierung gründlich auf den Kopf gestellt. Gerade Ende der 60ger gibt es überall Umbrüche: kann er mit den jungen Revoluzzern noch mithalten? Und kann er sich auch einer Frau öffnen und nochmal von vorne anfangen? Dieser Roman hat ein fulminantes Ende, das den Leser sprachlos zurücklässt. Sulzer schreibt so subtil und sensibel, die Figuren werden so liebevoll mit ihren Stärken und Schwächen porträtiert, dass sogar die eigene Welt ins Bröckeln gerät.

  • Blackbird von Matthias Brandt

    Dieses Buch lässt sich wirklich mit "Tschick" vergleichen, da es für jedes Alter zu empfehlen ist. Mich hat Mottes Geschichte sehr fasziniert. Matthias Brandt hat schon mit "Raumpatroille" bewiesen, dass er sich in seine Charaktere reinversetzen kann. Wie ist es, seinen besten Freund zu verlieren? Wie kommt man mit der Trennung der Eltern zurecht und dann trifft man noch ein tolles Mädchen? Ich konnte diese Dramen wirklich nachvollziehen, denn niemals waren sie übertrieben dargestellt und nie wurde es kitschig. Irgendwie war ich nach der Lektüre recht froh, nicht mehr jung zu sein. Ich hatte niemals so viel Mut, soviel Witz und soviel Charme wie Motte.

  • Drei Uhr morgens von Gianrico Carofiglio

    Carofiglio ist für seine Krimis bekannt, doch diesmal hat der italienische Bestsellerautor ein ganz persönliches Buch abgeliefert. Mich hat es sehr berührt, denn die Beziehung zwischen Vater und Sohn erfasst Carofiglio mit viel Herz und viel Fingerspitzengefühl. Es gibt Momente im Leben, die man nie mehr vergisst, die einem widerfahren und die man selten in Worten wiedergeben kann. Zwei besondere Tage und Nächte verbringt er mit seinem Vater in Marseille. Gerade achtzehn ist er geworden und seit der Scheidung (da war er neun) hat er kaum Zeit mit ihm verbracht. Beide wissen den Moment zu nutzen und die Gespräche sind berührend ehrlich und offen. Für dieses Buch sollte man sich beim Autor persönlich bedanken.

  • Die Leben der Elena Silber von Alexander Osang

    Man muss ein bisschen graben und schon stößt man auf eine interessante und umstrittene, undurchsichtige und faszinierende Figur im Familienstammbaum. Osang hat sogar mehrere Vorfahren, die perfekte Romanfiguren ergeben. Konstantin Stein, Elenas Enkel hat eigentlich schon einen guten Stoff für einen neuen Film gefunden, doch sein Vater muss ins Heim aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung. Kann er Konstantins aufkommenden Fragen noch beantworten und wie viel weiß seine Mutter und ihre zwei Schwestern über Elenas Herkunft? Und wohin ist Robert, ihr Mann, nach dem Krieg verschwunden? Eine Jahrhundertgeschichte, die inspiriert und die man genießt.

  • Dieser weite Weg von Isabel Allende

    Sie ist und bleibt einfach die beste Erzählerin weltweit. Kein Wunder, dass sie Millionen von Büchern verkauft. Es ist ja auch schon was besonderes, wenn Pablo Neruda, den Allende persönlich getroffen und interviewt hat, eine wichtige Rolle in dem Roman innehat. Der Bürgerkrieg in Spanien, den Victor und Roser als einzige der Familie überleben, hat mich fertig gemacht. Die Flucht der beiden nach Frankreich ist schrecklich. Und Chile verspricht so viel den Heimatlosen, doch wird das Trauma sie einholen? Isabel Allende, ich verbeuge mich vor deinem Talent.

  • Cherubino von Andrea Grill

    Andrea Grills Romane mag ich eigentlich alle, doch ihr Neuester ist wirklich gut und man wird schnell zum Musik- und Opernfan. Die Schwangerschaft der Mezzosopranistin Iris ist eine Inszenierung, die Bewunderung hervorruft. Neun Monate, oder neunzig Minuten lang, wissen wir nicht, wer der Vater ihres Kindes wirklich ist. Sergio oder Ludwig. Wir wissen aber, wie Iris zur Musik, zu Männern, zu Freundinnen, zur Familie und vor allem zum Leben steht. Und ihre Einstellung ruft Bewunderung hervor, sie ist nicht verstaubt und altbacken, sie ist frei, eigensinnig und ruft Gänsehaut hervor.

  • Wir von der anderen Seite von Anika Decker

    Auf der anderen Seite möchte ich nicht stehen. Ehrlich nicht. Mir reicht es, darüber zu lesen, was Rahel für einen Leidensweg hinter sich hat. Wer glaubt, hier wieder einen Ratgeber oder ein „Ich kämpfe mich zurück ins Leben"- Erfahrungsroman vor sich zu haben, der irrt sich. Annika Decker kann nicht nur gute Drehbücher schreiben, sie kann auch ihre eigene Geschichte so fiktionieren, sodass man wundervoll unterhalten wird. Ich konnte meine Tränen nur schwer zurückhalten. Unglaublich gut diese Annika Decker!

  • Was Schami in „Sophia“ begonnen hat, führt er in seinem neuesten Roman fort. Er ist der beste Erzähler im deutschen Sprachraum, der aber immer eine Verbindung zum Orient herstellt. Meine Sympathien liegen bei den Protagonisten: Kommissar Barudi, der den Mord an dem italienischen Kardinal in Syrien noch vor seiner Pensionierung aufklären will, und Mancini, sein Kollege aus Rom. Rafik Schami kennt sich aus und klärt uns auf: über die Mafia, über die Geheimdienste, über die Politik der zahlreichen Religionen und über die Menschen, die das Richtige tun möchten. Spannung ist bei ihm vorprogrammiert!