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Unterwasserflimmern

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Katharina Schaller
Unterwasserflimmern

 

"Ich habe uns ein Stück Land gekauft", sagt ihr Freund, "ich baue uns ein Haus."

An jeder Kreuzung ein Ja, ein Nein oder ein Vielleicht später. Jede Entscheidung ein Wegzoll, um weitermachen zu können oder Zeit zu gewinnen. Um der Mensch zu werden, der man selbst sein möchte. Die eigene, für sich richtige Lebensform zu entdecken. Um sich mit den anderen vielleicht an einem Punkt wiederzufinden, an dem sich die gemeinsamen Wünsche treffen. - Und nun steht sie in diesem Raum, vor ihrem Freund und einer Wand aus Zukunft. Gelegt aus Steinen, die schon alles vorzeichnen: Da sind sie, nur noch sie beide. Nur noch Emil, der für sie alles sein muss. Und sie, die alles für ihn sein muss. Was, wenn sie das nicht will? Nicht heute, möglicherweise auch nicht morgen? Weil ein Mensch für den Anderen vielleicht gar nicht genug sein kann?

 

Ein Romandebüt, das Lesen in Spüren verwandelt.

In einer Sprache, die unsere Poren öffnet, schreibt Katharina Schaller über das, was zwischen uns liegt: Über das Salz auf unserer Haut, wenn wir uns ganz nahe sind. Die Kälte im Blick einer Person, die uns fremd geworden ist. Über Freundschaft und Familie, unverhoffte Beziehungen und Liebe, Vertrauen und Begehren. Und über eine Ebene der Kommunikation, die mehr sagt, als Worte es können: Was passiert, wenn wir durch unseren Körper mit Anderen in Dialog treten? Welche Grenzen stecken wir mit ihnen ab? Welche Nähe wird durch sie fühlbar? Wenn wir uns halten, wenn wir miteinander schlafen, wenn wir uns guttun, wenn wir uns wehtun, wenn nichts zwischen uns Platz zu haben scheint - oder gleich ein ganzer Ozean.



Katharina Schaller über ihr Buch

Katharina Schaller

© Emanuel Aeneas Photography

 

Du kennst dich in der Literaturbranche aus, arbeitest selbst mit Manuskripten. Was hat dich dazu bewogen den Schritt von der Leserin zur Schriftstellerin zu machen?

"Oh, das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es gab keinen bestimmten Grund. Ich liebe die Arbeit mit Texten, egal, ob es um Literatur, Sachbuch oder Ratgeber geht. Alle diese Programmbereiche sind für sich gesehen spannend. Und ich bin sehr begeisterungsfähig, für die verschiedensten Themen. Ich mag es, Buchkonzepte zu verfassen, mich mit Autor*innen auszutauschen, an Texten zu feilen. Und das ist nur ein Teil der Verlagsarbeit, auch das strategische Denken, die Verknüpfung aller Verlagsbereiche, ist unglaublich interessant. Zu sehen, wie alles ineinandergreift und Wirkung zeigt. Kurz gesagt: Ich mochte es immer, selbst zu produzieren. Das Schreiben begleitet mich also schon lange – in unterschiedlichen Formen. Und irgendwann habe ich mich hingesetzt und „Unterwasserflimmern“ begonnen."


Hast du die Geschichte vorab durchgeplant oder hat sie sich erst während des Schreibens entwickelt?

Sie hat sich während des Schreibens entwickelt. Im Grunde ist es das, was mich reizt.

An einem Abend habe ich ein paar Seiten verfasst, und von da an war die Geschichte Teil meines Alltags. Sie hat sich mit jedem Tag weiterentwickelt. Meine Stimmungen, die Menschen, die ich getroffen habe, die Dinge, die ich wahrgenommen habe, haben die Geschichte beeinflusst. Es war ein bisschen wie das Binge-Watching einer Serie – nur dass ich sie selbst plotten und füllen durfte. Ich konnte völlig darin eintauchen, das ist ein sehr spezielles Gefühl. Eines, das ich nur mit dem Schreiben auf diese Art erreichen kann.

Aber natürlich schreiben Autor*innen sehr unterschiedlich. Die einen erstellen ein sehr ausführliches Konzept, die anderen kennen die Eckpunkte ihrer Geschichte und wieder andere schreiben ganz ohne Plan (wobei der Kopf natürlich arbeitet, auch wenn man gerade nicht tippt). Was ich sagen will: Jede*r schreibt anders – und das ist auch gut so.

Gibt es eine Eigenschaft an deiner Protagonistin, die du besonders bewunderst?

Oh ja, ich mag ihre Echtheit, sie hat etwas Rohes, etwas Unmittelbares. Ich mag, dass sie weich und hart zugleich ist. Und die Art, wie sie Dinge aufnimmt und spürt. Ich mag, dass sie sich auf verschiedene Weisen öffnen kann, Menschen nahekommt. Und ich mag ihren Sex. Wie sie ihren Körper in Verbindung mit anderen bringt, wie sie dadurch Gespräche führt. Aber das sind gleichzeitig Eigenschaften und Charaktermerkmale, die sie in Konflikte stürzen, nicht nur mit ihrem Umfeld, auch mit sich selbst. Das ist das Spannende an dieser Protagonistin. Ich wollte keine Figur erschaffen, die man auf Anhieb und ohne Vorbehalte gern hat. Ich wollte meine Leser*innen in ihren Kopf sehen lassen, ich wollte sie fühlen lassen, was sie fühlt, egal, ob es schön oder grausam ist. Und ich glaube, dass das genau das ist, was manche Leser*innen besonders gut finden werden und was andere wiederum abstößt. Es ist ein sehr ehrlicher Blick aus dem Inneren und auf das Innere – das muss man aushalten können.


Arbeist du bereits am nächsten Roman?

Ja, ich arbeite bereits an meinem nächsten Projekt. Auch das soll ein Roman werden. Ich habe damit angefangen, kurz nachdem ich die erste Fassung von „Unterwasserflimmern“ beendet hatte. Der erste Roman musste dann einige Zeit liegen. Ich wusste schon bald, nachdem ich den Text fertiggestellt hatte, dass ich nicht mehr zufrieden damit bin. Und ja, was soll ich sagen … Das Überarbeiten fällt mir um einiges schwerer als das erste Schreiben. Ich hatte zwei sehr intensive Überarbeitungsphasen, habe ganze Teile neu geschrieben. Und in dieser Zeit habe ich mein zweites Romanprojekt zur Seite gelegt. Aber mittlerweile ist schon einiges an Material zusammengekommen. Die Geschichte, die ich im zweiten Roman erzähle, ist nicht mehr so linear, der Aufbau und die Struktur sind herausfordernder. Es sind zwei unterschiedliche Perspektiven. Aber ich liebe die Arbeit daran, und ich hoffe sehr, bald mehr Zeit dafür aufbringen zu können.




Live-Lesung mit Katharina Schaller

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