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  • Wut und Wärme von Düzen Tekkal; Tezcan Tekkal; Tuğba Tekkal; Tülin Tekkal; Tuna Tekkal

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich einerseits schon von den Schwester gelesen habe, andererseits das Buch so toll klang. Sowohl der Titel als auch die Beschreibung haben mich sehr neugierig gemacht. Ich mag das Coverfoto sehr und auch den Untertitel.

    Leider fand ich die Erzählweise von Anfang an sperrig und kam nie so richtig rein ins Buch. Die Geschichten, die die Schwestern erzählen, sind total interessant - wenn auch manchmal schwer zu ertragen, weil man sich kaum vorstellen kann, wie grausig die Realität für viele Menschen ist. Gleichzeitig fand ich es unglaublich mutig und faszinierend, wie sie sich einsetzen, allen Mut, ihre Wut und ihre Wärme zusammenwerfen, um die Welt besser zu machen. Auch wenn sie selbst dafür alle möglichen Einschränkungen erfahren.

    Das Buch ist nicht leicht zu lesen, aber sehr interessant und gleichzeitig augenöffend. Auch wenn wir immer wieder lesen, sehen und hören, was auf dieser Welt an anderen Orten passiert, können wir es doch schwer greifen. Hier wird es sichtbar gemacht, persönlich. Und trotzdem blieb bei mir eine gewisse Distanz. Dennoch ein wichtiges Buch, das einem Manifest gleicht!

  • Wut und Wärme von Düzen Tekkal; Tezcan Tekkal; Tuğba Tekkal; Tülin Tekkal; Tuna Tekkal

    Fünf Schwestern aus einer jesidisch-kurdischen Flüchtlingsfamilie, die in Deutschland aufgewachsen sind, betätigen sich als Aktivistinnen, gründen Organisationen wie HÁWAR.help, German Dream oder Scoring Girls. Mit viel Mut und Engagement, aber auch dem Wissen, in ihrer Familie den nötigen Rückhalt zu haben, setzen sie sich furchtlos für das Gute ein. Sie melden sich zu Wort, kritisieren missgünstige Umstände – auch wenn diese zuweilen in den eigenen Reihen passieren –, und ecken damit an. Ihre Eltern haben ihnen täglich Empathie, Mut oder Verantwortung vorgelebt. Dies wollen die Schwestern auch weitergeben...

    Erster Eindruck: Ein neugierig machender Titel – was steckt wohl dahinter?

    Die Tekkal-Schwestern waren mir vor dieser Lektüre nicht bekannt. Sie kommen aus einer Grossfamilie mit insgesamt elf Kindern – fünf Mädchen, sechs Jungs. Wow! Eine Grossfamilie in dieser Dimension fällt auf. Und dann erst noch eine ausländische Familie. Ja, da hört man doch schon die ersten Stimmen, die gegen die Familie schimpfen, ohne sie bzw. deren Situation zu kennen. Wäre es anders, wenn es eine deutsche Familie wäre? Eventuell… obwohl diese sicherlich gleich den Stempel „Sozialschmarotzer“ aufgedrückt erhalten würde. Aber eben ohne überhaupt Details zu kennen (oder sie wissen zu wollen)! Es gab sehr interessante Passagen wie z.B. wie sie sich als Kinder für ihre Mutter geschämt haben, da sie weder lesen noch schreiben kann (sie die Mutter heute jedoch als eine der intelligentesten Frauen betrachten, der sie zum grossen Teil ihren Werdegang verdanken); die Dynamik, die in einer Grossfamilie herrscht; ihre tägliche Motivation für ihre Arbeit; die Reisen in Kriegsgebiete; Kontakte mit Flüchtlingen; Verlust und Hoffnungslosigkeit.

    „Aber meine grösste Angst ist es nicht, zu sterben. Sondern gelebt zu werden, statt gelebt zu haben. Fremdbestimmt zu sein. Das wäre für mich der wahre Tod. Ich habe mehr Angst, Dinge zu lassen, als Dinge zu tun.“ (Düzen)

    Es ist kein leichtes Buch, nein, ganz im Gegenteil, denn dafür sind die Themen zu ernst und zu wichtig. Menschenrechte, Menschenrechtsorganisation, Jesidentum, Völkermord, Migration, Politik, Krieg – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Die fünf Tekkal-Schwestern haben mich mit ihrem Engagement beeindruckt. Könnten Sie ein einfacheres und weniger angefeindetes Leben haben? Bestimmt. Aber das möchten sie nicht, denn sie wollen sich auch weiterhin für das Gute einsetzen – mit allen „Nebenwirkungen“, die dazugehören. Ihre verschiedenen Organisationen haben mittlerweile rund siebzig Mitarbeitende!
    Nach der Lektüre des Buches muss ich sagen, dass „Wut & Wärme“ gut gewählt wurde: Wut ist immer ein Antrieb – nicht zu verwechseln mit Hass oder Verbitterung –, und durch den Antrieb entsteht Wärme. Ich habe viele Einblicke in mir fremde Bereiche erhalten, vielen Dank dafür. 4 Sterne.

  • Wut und Wärme von Düzen Tekkal; Tezcan Tekkal; Tuğba Tekkal; Tülin Tekkal; Tuna Tekkal

    Auf dem Cover sind die 5 Tekkal-Schwestern Tülin, Düzen, Tuğba, Tuna und Tezcan abgebildet. Schon hier spürt man die Wärme, Herzlichkeit und Verbundenheit, die einem auf jeder Seite dieses Buches begegnen. Ihre Beziehung geht weit über eine gewöhnliche Schwesternschaft hinaus. Sie tragen, stärken, unterstützen und inspirieren einander.

    Dieses Buch ist klug, eloquent und mit großer Ehrlichkeit geschrieben. Es liest sich trotz der oft schweren und schmerzhaften Inhalte mit erstaunlicher Leichtigkeit. Die Autorinnen erzählen von Identität und Zugehörigkeit, von ihrem Kampf um Menschenrechte, Empathie und Zusammenhalt. Einen besonderen Raum nimmt dabei der Genozid an den Jesidinnen und Jesiden ein, dessen Folgen bis heute spürbar sind. Sie berichten von Leid und Ungerechtigkeit, aber auch von Hoffnung, Zuversicht und der Kraft, Veränderungen anzustoßen.

    Besonders eindrucksvoll fand ich die Schilderungen ihrer Menschenrechtsarbeit. Die Tekkal-Schwestern zeigen, dass komplexe gesellschaftliche Probleme nicht unterkomplex diskutiert werden dürfen. Sie widersprechen einfachen Antworten und machen deutlich, wie wichtig differenziertes Denken, Zuhören und echtes Verstehen sind. Dabei geraten sie nie in die Falle der Opferkonkurrenz, sondern treten für die Rechte aller Menschen ein.

    Ebenso überzeugend ist die Gesellschaftskritik, die die Schwestern äußern. Missstände klar und deutlich, ohne dabei zu verurteilen. Stattdessen fordern Sie Verantwortung ein. Verantwortung für die Menschen um uns herum und für die Freiheit, die wir genießen dürfen. Das Buch macht deutlich, dass Freiheit nicht nur ein Privileg, sondern auch eine Verpflichtung ist. Solidarität, Empathie und aktives Handeln sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern Werte, die gelebt werden müssen.

    Mit Weisheit und Wohlwollen, aber auch mit Klarheit und Entschlossenheit werden die Schwestern zu echten Wertebotschafterinnen. Ihre Arbeit ist geprägt von Weisheit, Empathie, Zartheit und Wohlwollen.

    Ebenso berührend ist die Rolle der Eltern. Immer wieder werden sie mit neuen Situationen, Herausforderungen und Lebensentwürfen ihre Kinder konfrontiert. Dennoch zeigen Sie eine bemerkenswerte Bereitschaft, mit ihren Kindern zu wachsen. Ob traditionelle Erwartungen hinterfragt oder neue Wege eingeschlagen werden, die Eltern begegnen diesen Entwicklungen mit Offenheit, Liebe und Lernbereitschaft. Dadurch entsteht das Bild einer Familie, die sich gemeinsam weiterentwickelt und deren Zusammenhalt auf gegenseitigem Respekt basiert.

    Gleichzeitig liest sich das Buch wie die Heldinnenreise von fünf Schwestern. Jede von ihnen entwickelt sich auf ihre eigene Weise weiter, stößt an Grenzen, hinterfragt Erwartungen und findet ihren eigenen Weg. Dabei wird deutlich, wie sehr sie von ihrer Familie getragen werden und sich gleichzeitig gegenseitig stärken.

    Das Buch ist für mich ein Plädoyer für Menschlichkeit, Mut Verantwortung und Solidarität. Ich halte dieses Werk für unglaublich stark, bewegend und wichtig und kann allen nur wärmstens empfehlen, es zu lesen. .

  • Wut und Wärme von Düzen Tekkal; Tezcan Tekkal; Tuğba Tekkal; Tülin Tekkal; Tuna Tekkal

    „Wut und Wärme“ ist ein sehr persönliches Sachbuch der Tekkal-Schwestern, das gesellschaftliche Werte nicht abstrakt verhandelt, sondern über gelebte Erfahrungen erzählt. Besonders gut gefallen hat mir die Struktur des Buches: Entlang zentraler Werte wie Mut, Verantwortung, Empathie oder Rebellion schildern die Tekkal-Schwestern abwechselnd, wie diese Werte ihr Leben geprägt haben und was sie ihnen heute bedeuten. So entsteht nach und nach ein Mosaik aus Kindheits- und Jugenderinnerungen, politischen Erfahrungen und persönlichen Entwicklungen.

    Gerade diese Verbindung aus individueller Geschichte und gesellschaftlicher Vision macht das Buch so lesenswert. Die Schwestern schreiben offen über ihre Herkunft als Töchter einer jesidisch-kurdischen Flüchtlingsfamilie, über Diskriminierung, Aufstieg und Aktivismus, aber immer auch über Zusammenhalt und Hoffnung. Dabei wirkt das Buch nie belehrend, sondern vielmehr motivierend und stärkend, der Ton ist plaudernd und liest sich flüssig. Besonders mochte ich, dass unterschiedliche Stimmen und Perspektiven nebeneinanderstehen dürfen. Dadurch entsteht ein sehr lebendiger Eindruck von Schwesternschaft, die eben nicht bedeutet, immer gleich zu sein, sondern sich gegenseitig zu tragen und zu inspirieren. Viele Gedanken haben mich beim Lesen beschäftigt und mir gleichzeitig Mut gemacht, gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Spaltung geprägt sind.